Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Aktien

Commerzbank streicht 4.800 der 11.000 Jobs in Filialen: Dramatische Kapitulation in der Fläche!

Die Commerzbank kapituliert in der Fläche, wie vorher schon die Deutsche Bank mit ihrer drastischen Filial-Ausdünnung. Das Ausmaß wird heute erst so richtig…

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die Commerzbank kapituliert in der Fläche, wie vorher schon die Deutsche Bank mit ihrer drastischen Filial-Ausdünnung. Das Ausmaß wird heute erst so richtig bekannt, und trifft den normalen Bankkunden wohl mit voller Wucht. Bereits im September wurde bekannt, dass insgesamt 9.600 der 45.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Durch 2.300 neue Stellen geht es also netto um einen Verlust von 7.300 Jobs. Laut FAZ geht aus internen Bankunterlagen hervor, dass von diesen 7.300 Entlassungen alleine 4.800 auf die Filialen in Deutschland entfallen.

Bei 11.000 Vollzeitstellen in den Filialen wären das 44% der Stellen. Also kann man sagen: Gibt es in einer kleinen Filiale zwei Mitarbeiter am Schalter, und zwei in der Beratung, sind es demnächst nur noch einer am Schalter und einer in der Beratung. Und bei Krankheit, Pause, Urlaub? Egal, notfalls muss der Kunde seine Fragen eben an einen Automaten oder eine Telefon-Hotline richten, oder wie? Filialen sollen angeblich nicht geschlossen werden. Das bedeutet in der Tat, dass die Personalstärke pro Filiale extrem ausgedünnt werden muss!

Die Folge: Sicherlich ein deutlich besserer Service? Kürzere Wartezeiten usw? Es ist letztlich die Kapitulation der Commerzbank im normalen „trockenen und langweiligen“ Filialgeschäft, wie schon vorher bei der Deutschen Bank! Nur mit dem Unterschied, dass die Deutsche Bank Filialen schließt. So kann man in den restlichen Filialen überhaupt noch eine halbwegs erträgliche Personalstärke aufrecht erhalten. Nur wie das bei der Commerzbank laufen soll, da darf man gespannt sein. Aber halt, da gibt es ja Abhilfe. Was spart Geld?

Teilzeitkräfte, und vor allem Azubis. Denn die kosten nur einen Bruchteil normaler Gehälter, sind in normalen Bankabläufen am Schalter aber zügig eingearbeitet! So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Commerzbank weiter nach Azubis sucht.

Auch scheint die Bank abseits von Massenentlassungen ihr Auge auf (interessante?) Marketing-Gags zu legen. So hat man anscheinend immer noch den Kopf frei für solche tollen Aktionen. Wir zitieren aus einer Bankmitteilung von gestern (kein Scherz):

„Auch im kommenden Jahr können 70 naturbegeisterte Studierende aller Fachrichtungen aus Deutschland und den anderen EU-Ländern am Commerzbank-Umweltpraktikum teilnehmen. Die Bewerbungsphase für das „Open-Air-Semester“ startet jetzt und läuft bis zum 15. Januar 2017.Bewerbungen sind ausschließlich online möglich unter www.umweltpraktikum.com. Insgesamt 25 Natur- und Nationalparks sowie Biosphärenreservate sind Teil des Commerzbank-Umweltpraktikums. Mindestens drei Monate verbringen die Praktikantinnen und Praktikanten in einem der Schutzgebiete zwischen Watzmann und Wattenmeer. Neu dabei ist im kommenden Jahr der Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Dieses Schutzgebiet wird vom Bundesamt für Naturschutz als „Hotspot-Region für biologische Vielfalt“ eingestuft. Die Commerzbank unterstützt mit einem Praktikantenentgelt und sorgt für die Unterkunft. Die Schutzgebiete übernehmen die fachliche Betreuung der Studierenden.“

Ist Stromberg jetzt von seiner Versicherung in die Bankenszene gewechselt?

Wie man aus der Frankfurter Bankenszene hört, sind betriebsbedingte Kündigungen bei der Commerzbank diesmal wohl nicht zu vermeiden, da es sich bei dieser Bank um die dritte große sogenannte Abbau-Welle seit dem Ende der Finanzkrise handelt. Irgendwann sind alle gegangen, die dank fetter Abfindung „freiwillig“ unterschrieben haben, und irgendwann hat man nun mal alle Alten in den Vorruhestand geschickt. Man erinnert sich noch zurück? Wie froh war die Berliner Politik, dass man mit der quasi Zwangsehe von Commerzbank und Dresdner Bank einen zweiten deutschen „Global Player“ schmiedete. Der war mit seinem Filial- und Mittelstandsgeschäft sogar noch größer als die Deutsche Bank. Jetzt überlassen beide anscheinend das Geschäft den Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Ist vielleicht auch besser so, oder?

4 Kommentare

4 Comments

  1. gerd

    18. Oktober 2016 16:51 at 16:51

    Der Arbeitsplatzabbau hat aber mehr gute als schlechte Seiten.

    Sarkastische Bezugnahme von mir auf euren Bericht vom Vormittag über den demographischen Wandel und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel:

    Das ist doch mal wieder ein hoffnungsfrohes Signal, was der unter Fachkräftemangel leidenden Wirtschaft ein klein wenig Luft verschafft. Ich unterstelle mal, dass es sich bei den 7300 Commerzbankern doch auch um ebensolche Fachkräfte handelt.
    Immerhin haben sie einen hohen Ausbildungsstandard.
    Falls sie allerdings überqualifiziert seien sollten, dann könnte man sie auch kurzfristig zu LKW-Fahrern umschulen.

    Dann bräuchte Frau Merkl nicht ausschließlich ihren Gästen einen
    kostenfreien LKW-Führerschein anbieten, um die mindestens 2000 offenen Stellen dort zu besetzen. Was ja ohnehin nicht so ganz ungefährlich wäre. Es könnten ja womöglich zwei oder auch drei dabei sein, die niemals das richtige Lenkgefühl für son großes Gefährt entwickeln, die Kontrolle verlieren und den LKW zu Schrott fahren. Oder noch was Schlimmeres anstellen. War doch in Südfrankreich auch einer, der den Truck überhaupt nicht im Griff hatte. Aber an sowas denkt Frau Merkel ja nicht.
    Somit werden die arbeitslosen Commerzbanker halt Aushilfstaxifahrer oder Fahrradkurier.

    Zum Schluss aber ernsthaft.
    Ist klar, dass die Commerzbank nicht über den Schatten springen kann, die Filialen ganz zu schließen. Was müsste das erstmal wehtun. Da übernimmt man von der Dresdner Bank Tausende(?)
    Geschäftsstellen und dann soll man auf einmal weniger haben als vor der Übernahme? Wie beim Aktienverkauf mit hohem Verlust.
    Ich schaffe das auch nicht. Da lobe ich mir z.b. Herrn Born.
    D

    • Gerd

      18. Oktober 2016 18:21 at 18:21

      Vorsorgliche Erläuterung zu meinen Schlusssätzen:

      Mir fehlt die Disziplin mit Stop-Loss zu handeln – sehr zu meinem Schaden. Herr Born z.B. macht das, wie viele andere Profis natürlich auch. Und das ist natürlich wichtig und richtig.
      Ich möchte nicht, dass evtl auch nur ein einziger Leser meinen Satz dahingehend interpretiert haben könnte, Herr Born würde nur Verluste einfahren. Das Gegenteil ist ja viel häufiger der Fall.

  2. joah

    18. Oktober 2016 17:02 at 17:02

    „Gesucht: Singles, jung, formbar, unverheitratet, morallos, gleichgültig, charakterlos, egoistisch, aufstrebend, flexibel mit einem IQ von unter 60 für die nächste Beschei**erwelle.“

  3. Werner

    19. Oktober 2016 08:45 at 08:45

    Es gilt auch hier die Erkennntis:
    Jeden Morgen steht ein Blöder auf.
    Deuba und Coba haben die meisten vion denen gefunden.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktuell: Pinterest-Aktie mit erstem Börsenkurs 25% im Plus

Veröffentlicht

am

Von

Die Pinterest-Aktie wurde gestern mit 19 Dollar offiziell an die Erstzeichner verkauft. Soeben wurde der erste frei handelbare Börsenkurs an der New York Stock Exchange mit 23,75 Dollar festgestellt. Hat diesmal ja „nur“ zwei Stunden gedauert, bis der Kursmakler in der Erstauktion die Preisfindung geschafft hat. Damit notiert die Aktie 4,75 Dollar oder genau 25% über dem gestrigen Emissionskurs. Aktuell steigt sie sogar etwas weiter auf 24,51 Dollar. Mehr Detail-Infos zum Pinterest-Börsengang finden Sie hier.

Pinterest
Foto: Pinterest

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Wall Street-Start: Pinterest im Fokus

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch berichtet gerade im LIVE-Video von der Wall Street. Aktuell ist die heutige Erstnotierung der Pinterest-Aktie im Fokus.

weiterlesen

Aktien

Commerzbank DB-Fusion: Zwei Gründe, warum es kein Zurück mehr gibt

Veröffentlicht

am

Der folgende Text ist eine rein subjektive Meinung! Also, zur Sache. Die Deutsche Bank kann eigentlich nicht mehr zurück. Nach trostlosen Jahren unter Anshu Jain sowie dem tristen Sanierer von der Insel (wer kennt noch seinen Namen?) versucht nur der sachliche Bankkaufmann Christian Sewing sein Glück an der Spitze der Deutschen Bank. Die angedachte Fusion mit der Commerzbank ist seit Jahren der einzige Hoffnungsschimmer für die DB. wie traurig. Nicht tolle Geschäfte, sondern noch „eine weitere Fusion“ bringt Hoffnung in die Bude.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Wir hatten bereits darüber geschrieben. Die Deutsche Bank ist das Paradebeispiel dafür, dass Zukäufe und Fusionen zum Zwecke des „Immer größer werden“ nicht automatisch ein gutes Ende finden. Bankers Trust gekauft, Morgan Grenfell gekauft, Postbank gekauft, Sal Oppenheim gekauft. Und trotzdem ist die Deutsche Bank ein Rendite-Desaster, und im Investmentbanking auch keine Profit-Fabrik wie die Konkurrenten aus dem Ausland. Aber die merkwürdige Hoffnung ist da, dass durch die Fusion mit der Commerzbank nun endlich alles besser wird. Bei der CoBa schön massiv Stellen streichen und runter mit den Kosten, und dann durch einen Riesen-Zuwachs im Mengengeschäft die Gewinne hochschrauben? Das scheint die Hoffnung zu sein.

Commerzbank muss „in gute Hände“ kommen

Ist die DB für die Commerzbank ein guter Ehepartner? Es geht wohl eher darum, was die Politik denkt, was gut und richtig für die Commerzbank ist, beziehungsweise für das deutsche Finanzsystem. Jüngst tat die Berliner Politik ja alles um so zu tun, dass die mögliche Fusion eine rein privatwirtschaftliche Sache sei. Man halte sich da raus. Dabei ist es in Berlin und Frankfurt ein offenes Geheimnis, dass der ehemalige Goldman Sachs-Chef in Frankfurt Jörg Kukies, der seit dem Amtsantritt von Olaf Scholz Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, diese Fusion hinter den Kulissen vorantreibt.

Aber nochmal ein Schritt zurück. Seit Monaten haben die Gerüchte immer weiter zugenommen, dass Commerzbank und Deutsche Bank über eine Fusion sprechen. Aber erst vor genau vier Wochen gab es dazu die offizielle Bestätigung. Seit dieser offiziellen Verkündung lief die CoBa-Aktie besser als die Aktie der Deutschen Bank. Und seit Jahresanfang, wo die Gerüchte so langsam aufkamen, hat die CoBa im Kurs um satte 42% (! ! !) zugelegt.

Von 5,70 auf 8,08 Euro, das ist ein guter Trade gewesen für jemanden, der im Januar eingestiegen ist. Auf lange Sicht aber ist dieser Anstieg im Chart kaum wahrnehmbar. Noch schlimmer ist die Lage beim Betrachten dieses Charts, der bis 2015 zurückreicht. 2016 lag das Tief in der Commerzbank-Aktie bei 5,20 Euro. Ende 2018 wurde dieses Tief fast wieder erreicht. Die Fusionsgerüchte mit der DB brachten die Kurswende für die Aktie. Der Markt preist positive Ereignisse immer schon mit Gerüchten und Erwartungen vorher in die Kurse ein.

Was, wenn nun die Fusion abgesagt wird? Die Phantasie wäre weg, und der Kurs würde einbrechen. Das kann sich die Commerzbank kaum leisten. In der Banken-Szene ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Frankreich und den Niederlanden durchaus Banken geben soll, die Interesse daran hätten die Commerzbank relativ günstig zu schießen. Aber wohl am Ehesten könnte die italienische UniCredit bereit stehen als Käufer. Und das wäre wohl ein absolutes No Go für die Berliner Politik. Man sehe nur, zu was für einer leeren Hülle die Italiener die HypoVereinsbank gemacht haben, die einst eine der vier großen deutschen Banken war. Ein ähnliches Schicksal könnte der Commerzbank als UniCredit-Außenstelle bevorstehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Bundesregierung dies nach Möglichkeit vermeiden will, im Sinne der finanziellen Staatsraison. Die Commerzbank selbst kann einen erneuten Kurseinbruch nicht brauchen, falls die DB-Fusion abgesagt wird. Durch den zuletzt immer weiter gestiegenen Aktienkurs wird nun auch die Fallhöhe nach einem Scheitern immer höher. Halten sich potenzielle ausländische Käufer danach erstmal zurück, könnte der CoBa-Kurs schön in die Tiefe rauschen. Dann könnten sie einen Anlauf nehmen für ihre Schnäppchenjagd. Und das kann die Berliner Politik kaum wollen. Olaf Scholz hat mit dem 15%-Anteil an der Commerzbank ein gewichtiges Wort mitzureden bei der letztlichen Entscheidung. Man darf durchaus vermuten, dass bei Problemen in den Fusionsgesprächen ein „nettes“ Machtwort des 15%-Eigentümers erfolgt. Los, seht zu, zieht die Fusion durch.

Commerzbank Handelssaal
Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen