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Coronavirus: Crash der Superlative – kommt jetzt Turnaround Tuesday?

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Auch wenn es prozentual gar nicht soviel aussieht – knapp 20 Prozent von der Spitze – so ist es in absoluten Zahlen schon ein unglaubliches Spektakel, was sich an den Weltleitbörsen durch das Coronavirus binnen weniger Tage abgespielt hat: Ein Billionen-Dollar-Debakel!

Ein Mehrfach-KO-Schlag durch das Coronavirus

Es war einfach zu viel, was sich binnen weniger Tage an den Märkten abgespielt hat: Weltweit immer schwächere Wirtschaftsdaten aufgrund des Stillstands in China mit all seinen globale Auswirkungen, eine Ausweitung des Coronavirus zu einer Pandemie (Stichwort Italienkrise, USA) – und zu guter Letzt der Ölpreiskrieg mit der Ausweitung der Förderung durch Saudi-Arabien. Dieser giftige Cocktail hat viele Anleger weltweit auf dem falschen Fuß erwischt. Man wähnte sich wegen des Fed-Puts und der Alternativlosigkeit der Aktien (TINA) auf gesichertem Boden. Und so kam es, wie es kommen musste, wenn ein Fear &Greed-Index fast mehrere Wochen auf extremen Gier-Niveau von über 90 Punkten notiert.

Nun aber ein tagelanger Aberkauf, chronologisch dargestellt im Dow Jones mit folgender 10-Tages-Datenreihe:

Minus 870 Punkte, – 123, – 1191, – 357, + 1294, – 785, +1173, -979, -257 und schließlich der gestrige Tag, der alles toppte – minus 2013 Punkte oder 7,79 Prozent.

Der Abverkauf der Superlative wegen des Coronavirus

Gestern als die Wellenbrecher (circuit braker) an der US-Börse in Aktion traten (minus 7 Prozent bei Dow und S&P 500) war klar, das man vor einem extremen Börsentag stehen würde. Gleichbedeutend mit einem Gesamtminus von 19 Prozent – und damit befand man sich kurz vor der Phase des Eintritts in den Bärenmarkt. Beim Wiedereinsetzen des Handels ging es noch ein weiteres Prozent nach unten, dann setzten Käufe ein.

Wie ich bereits in meinem gestrigen Artikel angedeutet habe: das Spiel vom Dezember 2018 wiederholt sich, der Kampf um die Bärenmarktzone (siehe den Artikel “Coronavirus: Crashen Aktienmärkte in den Bärenmarkt?“).

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Der Abverkauf seit dem 19. Februar, dem Tag mit den letzten Allzeithochs, brachte Superlative wohin man blickt, aber im negativen, weil kapitalvernichtendem Sinn wegen des Coronavirus. Hier ein paar der extremen Kennziffern:

  • Die Marktkapitalisierung der Weltbörsen vor der Pandemie durch das Coronavirus betrug Mitte Februar noch 89 Billionen Dollar. Der marktbreiteste Index der Welt, der All World Country Index (ACWI mit 2500 Aktien aus 45 Ländern) fiel seit dieser Zeit von 139,30 auf 109,20 Punkte. Damit dürfte sich die Weltmarktkapitalisierung auf circa 70 Billionen Dollar reduziert haben, binnen drei Wochen
  • Das Bruttosozialprodukt der Weltwirtschaft betrug 2019 gut 86 Billionen Dollar und wird damit wieder deutlich unterschritten
  • Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq verloren gestern alle über sieben Prozent. Es war der größte Kurssturz an der Wall Street seit 10 Jahren
  • Der 11. Tag mit fallenden Kursen innerhalb von 13 Tagen.
  • Die Wall Street allein verlor schon über 6,4 Billionen Dollar seit dem 19. Februar, damit bleiben noch gut 5,2 Billionen Dollar seit der Wahl von Donald Trump übrig

Damit wird es brenzlig für die US-Wirtschaft, denn der Vermögensverlust wird den in vielen Schichten hoch verschuldeten Verbraucher bald zu Einschränkungen bei seinen Ausgaben veranlassen.
Der Preisabsturz beim Rohöl von 30 Prozent innerhalb von nur eineinhalb Tagen war der zweitstärkste Sturz seit dem Golfkrieg 1991. Da die Öl- und Gasindustrie in den USA 11 Prozent des Junkbonds-Marktes ausmacht, besteht hier Gefahr im Verzuge.
Die US-Zinsen notieren in allen Laufzeiten bis zu den 30-jährigen Treasuries unter der Ein-Prozentmarke.
Der Fall der Zinsen beeinflusst das Kreditgeschäft der Banken, in der Fristentransformation und bei der Qualität des Kreditportfolios. Die Bankwerte sind die großen Verlierer des Tages. Das Corinavirus trifft also vor allem die Geldhäuser.

Schlimmer aber erwischte es einmal mehr den Dax. Der größte Einbruch beim Dax seit der Finanzkrise brachte einen Kursverlust von über 1100 Punkten, beim Tagestief um 22:00 Uhr lag der deutsche Leitindex über 3400 Punkte unter seinem Hoch von vor drei Wochen von 13795 Punkten.
Die Kursverluste an der Frankfurter Börse beim Dax waren dramatisch, aber an der Mailänder Börse kam es noch schlimmer: Ein Kursabsturz von 14,28 Prozent. In Italien aber ist das Coronavirus zu einer echten epidemie geworden, die 9-größte Volkswirtschaft der Welt steht faktisch unter Quarantäne.

Den größten Börseneinbruch aller Zeiten gibt es es aber nicht in Europa oder den USA, sondern in Saudi-Arabien. Der staatliche Ölkonzerns Saudi-Aramco, erst seit Kurzem an der Börse notiert, verlor von seinem Höchstwert von über 2 Billionen Dollar infolge des Ölpreisverfalls bereits 500 Milliarden Dollar.

Aufgrund der extremen Kursverluste machte in den Handelssälen ein Spruch die Runde: Die Anleger sind in zwei Börsenweisheiten gefangen: „Greife nie in ein fallendes Messer“ und „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Man entschied sich für Ersteres.

Der Kampf um den Bärenmarkt

Gestern, als die zum zweiten Mal die Wellenbrecher an der US-Börse in Aktion traten (minus 7 Prozent bei Dow und S&P 500) war dies gleichbedeutend mit einem Gesamtminus von 19 Prozent vom All Time High – und damit hatte man fast die Schwelle zum Eintritt in den Bärenmarkt erreicht. Am Ende des Tages lagen die großen Indizes an der Wall Street gut 7 Prozent im Minus und wieder in unmittelbarer Schlagdistanz zur Zone des Bärenmarkts. Der Kampf dürfte weitergehen.

Fazit

War der Montag der erwartete Wash-Out, die Kapitulation der Anleger vor den Folgen des Coronavirus, bevor es zu einer Gegenbewegung kommen kann? Um nicht missverstanden zu werden: Nicht bevor es mittelfristig wieder nach oben gehen kann, denn wie stark das Coronavirus noch wüten oder wie es die Wirtschaft belasten wird, steht noch in den Sternen. Zumal der Wortführer deutscher Virologen, Prof. Dr. Christian Dorsten, gestern in einer langen Pressekonferenz mit neuen Erkenntnissen seiner US-Kollegen eine unangenehme Erkenntnis zum Besten gab. Es sei nicht ausgemacht, dass das wärmere Wetter im Frühjahr und Sommer wesentlich zur Eindämmung der Virusinfektion beitragen könne.

Aber, wir hatten gestern einen Fear&Greed-Index von 3, viel mehr nach unten geht nicht. Dieses Angstbarometer setzt sich aus sieben Einzelindizes, unter anderem auch dem Put/Call-Ratio, zusammen und der Tiefststand ruft nach einer Gegenbewegung. Nur Ende Dezember 2018 gab es einen niedrigeren Stand (1 Punkt). Die Märkte sind extrem überverkauft, die Panik wegen des Coronavirus ist riesig. Kommt am heutigen Tag ein Turnaround Tuesday?

Das Coronavirus sorgt für einen historischen Abverkauf der Aktienmärkte

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    jürgen

    10. März 2020 10:39 at 10:39

    Ja…die 8150 werden wohl noch fallen in den nächsten 2-3 Monaten. Da kann man nur Erholungen shorten…
    Krass ist der Spritpreis..E10 war eben noch bei 1,41…der müsste doch einiges unter 1,20 sein…oder schaut das Kartellamt weg..zumal der Staat jetzt jeden Euro an Steuern brauch???

  2. Avatar

    frank

    10. März 2020 11:00 at 11:00

    und die EZB? schweigt.

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Gold/Silber

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, Gold, Ölpreis

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Noch in der letzten Woche hatte die Börse die Hoffnung auf fallende Kurse gesät. Doch direkt zum Wochenstart zogen Dax & Co. weiter an. Die nächste Woche startet ohne Rückenwind aus den USA. Die Börsen NYSE und Nasdaq haben wegen des Memorial Day geschlossen. Am Donnerstag wird in den USA die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben. Außerdem dürften die wöchentlich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten Schwung in die Börse bringen.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer wittern ihre Chance!

Der Dax hat in der vergangenen Handelswoche das Range-Hoch im Bereich 11.250 – 11.300 Punkte getestet. Von diesem Niveau habe ich mit einsetzendem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser ist allerdings ausgeblieben. Lediglich am Freitag startete der Dax schwächer. Diese niedrigen Kurse haben direkt aggressive Käufer genutzt. So konnte die Börse am Freitag ihre Tore mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent schließen.

Börse - Dax im Chartverlauf

Damit bleibt das bullische Bild seit dem Corona-Tief bestehen. Für den Wochenstart sehe ich den Dax weiter auf hohem Niveau zwischen 10.800 und 11.300 Punkten seitwärts laufen. Ab Mitte der Woche kann es dann im deutschen Leitindex zu einem Ausbruch über 11.300 Punkte kommen. Dieser wird im Idealfall mit hohem Handelsvolumen im Dax Futures begleitet. Anschließend wäre ein weiterer Anstieg über 11.600 Punkte, bis zur runden 12.000er Marke und maximal bis 12.300 Punkte möglich. Fällt der Dax unter 10.800 Punkte, muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis 10.200 Punkte gerechnet werden.

Börse aktuell Teil 2: S&P 500 – die Bullen wollen weiter grasen

Im S&P 500 ist deutlich zu erkennen, wie die Käufer am charttechnischen Widerstand zwischen 2.960 – 2.984 Punkten knabbern. Ich vergleiche derartige Situationen gerne mit einem Vulkan. Das Magma steigt auf und bildet Druck unter der Erdkruste. Diese ist zuerst noch sehr fest und hält das flüssige Gestein zurück. Irgendwann wird die Erdkruste brüchig und kann dem Druck nicht mehr standhalten. Es erfolgt ein Vulkanausbruch.

Je mehr hungrige Käufer an dem Widerstand knabbern, desto dynamischer erfolgt wahrscheinlich der Ausbruch. Im S&P 500 wartet die nächste Hürde zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Danach wird die Luft für die Käufer immer dünner.

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Handelswoche wenig glänzen. Der Angriff auf den „Bollwerk-Widerstand“ beim Gold Futures im Bereich 1.780 – 1.800 USD wurde von den Verkäufern weiterhin verteidigt. Damit hat die Seitwärtsbewegung im Futures Bestand. Solange sich der Goldpreis über der „Make or Break“ Unterstützung bei 1.670 – 1.690 USD hält, bleibt das Chartbild aber bullisch.

Gold Chart - Entwicklung der Börse im Chart

Im Gold Spotpreis haben wir zuletzt einen Ausbruch über den Range-Widerstand zwischen 1.735 – 1.748 USD gesehen. Die Stärke konnte allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Der Spotpreis ist zurück in die vorherige Range gefallen. Seit Ende Februar sehen wir lediglich leicht höhere Hochs. Damit wird eine Korrektur immer wahrscheinlicher. Im Goldpreis erwarte ich, dass sich die Korrektur eher über den Faktor Zeit abspielt. Die Börse bewegt sich zu 80 Prozent innerhalb einer Seitwärtsbewegung. Genau diese erwarte ich auch für den Goldpreis.

Teil 4: Der Ölpreis stößt an seine Grenzen

In der letzten „Börse AKTUELL“ hatte ich über den Ausbruch über die markante Hürde zwischen 27,30 – 28,40 USD berichtet. Erwartungsgemäß haben wir einen Anstieg bis zum nächsten Widerstand gesehen. Knapp über der 34-Dollar-Marke ist es zu einem ersten dynamischen Einbruch gekommen. Daran ist die Wirkung des Widerstandes zu erkennen. Für die nächste Woche erwarte ich maximal einen Anstieg bis 36,40 USD. Der obere Gap-Widerstand stellt für mich ein interessantes Short-Niveau dar.

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Indizes

Rüdiger Born: Dax & Wall Street – Oh, oh, Vorsicht!

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Dax und Wall Street zeigten eine starke Woche, die Stimmung steht auf “bullisch”. Doch ist der Himmel für die Bullen tatsächlich so rosig? Die Chancen stehen nicht schlecht, aber Vorsicht: die Zeichen stehen auf nochmals Sturm. Was dabei zu erwarten ist und wie man als Händler damit umgehen kann, zeige ich in im folgenden ausführlichen Video.

Mehr zu meiner Person finden Sie hier. Ein interessantes und kostenloses Angebot für meine Services finden Sie an dieser Stelle.

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Dax robust – Nasdaq V-förmig erholt, “MM” helfen dem Euro

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Gestern Abend sah man beim Dax Niveaus um die 11.100 Punkte. Heute früh rauschte der Leitindex dann runter auf 10.861 Punkte, denn die Aussagen aus China, dass die Zentralregierung die Zügel in Hongkong enger anziehen will, sorgen für Ängste vor allem im Handelskrieg mit den USA. Die Tatsache, dass der Dax sich aktuell wieder auf 11.082 Punkte erholt hat zeigt, dass er trotz dieser Unsicherheiten robust ins Wochenende geht. Im folgenden Video bespricht Chris Zwermann die Lage im Dax aus charttechnischer Sicht.

Auch spricht Zwermann die gut sichtbare V-förmige Erholung im Nasdaq an, die nach dem März-Crash in den Indizes vollzogen wurde. Andere Indizes könnten laut Zwermann diesem Beispiel folgen. Auch erwähnt er den jüngsten MM-Support für den Euro, nämlich die Idee von Merkel & Macron zu europäischen Anleihen. Auch wenn es (so meinen wir) noch mehr als fraglich ist, ob diese Idee überhaupt Realität wird, so schafft sie doch erst einmal Vertrauen in Euroland. Laut Chris Zwermann sorgt diese Nachricht für mehr Kapitalfluss in die Eurozone, was dem Euro hilft und den Schweizer Franken als Fluchtwährung schwächt. Deswegen habe der Euro gegen den Franken diese Woche aufwerten können.

Und der Dow 30? Während er gestern Abend noch um Niveaus bei 24.500 Punkten notierte, ging es heute früh wie beim Dax im Zuge der Hongkong-Ängste runter auf bis zu 24.160 Punkte im Tief. Aber aktuell kann sich der Markt bei 24.327 Punkten halten. Das Desaster ist also vorerst ausgeblieben. Auch der Ölpreis-Absturz, der aus ähnlichen Gründen stattfand wie die Aktienkurs-Schwäche heute früh, hält sich in Grenzen. Mit aktuell 32,63 Dollar konnte WTI-Öl die Hälfte des heutigen Verlustes wieder aufholen. Zumindest nach aktuellem Stand wirkt es so, als würden die Märkte halbwegs unbeeindruckt von möglichen China-Problemen ins Wochenende gehen.

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