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Deflation massiv im Anrollen – hier zwei konkrete Daten

Claudio Kummerfeld

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Die Deflation steht ins Haus. Mit einigem zeitlichen Abstand könnte in Zukunft diese Deflation in eine deutliche Inflation umschlagen, wenn die Geldflutung von Notenbanken und Staaten die Geldmenge im realen Wirtschaftskreislauf aufbläht. Aber zurück ins Hier und Heute. Die Deflation steht an. Zwei konkrete Daten dafür gibt es schon jetzt.

Deflation bei den Strompreisen

Die Deflation weht vom kompletten Energiesektor auf uns zu. Man denke an den großen Shut Down in der deutschen Industrie. Autohersteller haben ihre Werkhallen still gelegt. Auch viele andere Produzenten in der Industrie haben ihre Tätigkeit runtergefahren. Das bedeutet: Gigantische Mengen an Strom werden nicht mehr benötigt. Die Windräder drehen sich aber weiter. Was passiert also? Das Angebot bleibt gleich groß (vereinfacht gesagt), die Nachfrage sinkt schnell und rapide ab. Der Preis fällt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat gerade erst ausdrücklich auf die fallenden Strompreise im Großhandel hingewiesen, als Folge der Coronavirus-Krise. Lag der Future-Preis für den Stromgroßhandel an der Leipziger Strombörse Mitte Februar noch bei über 31 Euro, so liegt er aktuell nur noch bei 20,33 Euro. Schaut man zum Beispiel auf Vergleichsportale für Strom, dann scheinen diese massiv gesunkenen Großhandelspreise noch nicht bei den Endverbrauchern anzukommen. Kann das sein? Werden die Stromanbieter diesen massiven Preiseinbruch den privaten Endkunden vorenthalten? Kaum vorstellbar, denn wir haben ja anders als früher inzwischen einen sehr regen Wettbewerb am Markt für die privaten Endkunden. Aber selbst wenn nicht… für Großkunden sollten doch deutlich sinkende Strompreise drin sein? Die fallenden Strompreise wirken insgesamt aber wohl deflationär.

Massive Deflation beim Öl

Und natürlich ist dies glas klar deflationär. Der Ölpreis ist kollabiert. Im Januar stand das europäische Brent-Öl noch bei 70 Dollar, jetzt bei 26 Dollar. Alleine im März gab es nochmal einen brutalen Absturz von 53 Dollar Anfang des Monats. Der Öl-Krieg der Saudis und der Nachfrageeinbruch dank dem Coronavirus verursachen einen doppelten Schock am Ölmarkt, und der Ölpreis brach brutal ein. Ein weiterer Rückgang ist möglich. Die Benzinpreise an den Tankstellen haben bereits reagiert, und werden wohl noch weiter fallen. In den monatlichen Statistiken für die Verbraucherpreise für März dürften Strompreise, aber vor allem Energiepreise eine spürbare Deflation auf den Gesamtschnitt bringen. Können sich die Verbraucherpreise im Gesamtschnitt da überhaupt noch im Plus halten, und eine Deflation abwenden? Positiv gegen eine Deflation im Gesamtschnitt könnten steigende Verbraucherpreise in den Supermärkten wirken. Denn es kann sein, dass hier und dort dank dem Coronavirus verteuerte Gebrauchsgüter den Schnitt pushen.

Schauen Sie gerne beim Klick an dieser Stelle das ganz aktuelle Video von Markus Fugmann über den „deflationären Schock“.

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    markus schüssler

    23. März 2020 11:32 at 11:32

    was raten sie einem Sparer mit 70 tsd € auf einem normalen Sparbuch ?

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      Mutwürger

      23. März 2020 13:51 at 13:51

      @MARKUS SCHÜSSLER Erstmal nichts machen und abwarten bis die deflationäre Phase vorbei ist (wenn etwa Minuszins eingeführt wird) sich bis in die Ohren verschulden und den Rest der Inflation überlassen. So ist mein Plan zumindest.
      Aber Vorsicht physisches Gold, Silber etc. und größere Immobilien können expropriiert bzw. verboten werden.

      • Avatar

        Brett

        23. März 2020 15:58 at 15:58

        @mutwürger: nichts machen ist wohl das dümmste was man JETZT tun kann, wenn Sie meinen das wenn diese Zeit kommt man noch ohne weiteres an sein Geld rankommt, dann glauben Sie wohl auch der Osterhase bringt die Weihnachtsgeschenke?!?

    • Avatar

      BrettonWood

      23. März 2020 15:56 at 15:56

      Mindestens 35‘000 Cash abheben! Am besten Diversifiziert in einige Währungen etwas Gold evnetuell auch noch! Aber sicher NICHT 70‘ auf einer maroden Bank die knapp 0.3% Ihrer Verbindlichkeiten als Sicherheit aufweisst, sind Sie wahnsinnig?

  2. Avatar

    BrettonWood

    23. März 2020 15:54 at 15:54

    Die paar Cent beim Benzinpreis….4/5 des Benzin & Heizölpreises sind Steuern, wahrscheinlich wird die CO2 Abgabe einfach erhöht…nix deflation für den Endverbraucher

  3. Avatar

    Marko

    23. März 2020 16:16 at 16:16

    Also, bleibt mal cool, ja beim Öl ist noch Platz nach unten.

    Die Strompreise werden fallen , vielleicht um 2-3 % , und dann ? glaubt Ihr wirklich, dass die Strompreisanbieter irgendwelche Preisrückgänge an den den Markt (den Endkunden) 1:1 zurückgeben werden, wie naiv ist das denn ?
    Seht euch mal den Heizölpreis derzeit an, Preissteigerungen werden 1:1 draufgehauen, während Preisrückgänge nicht vollständig angerechnet werden, siehe Tankstelle ? – Wir in Deutschland haben die höchsten Strompreise Europas ? Geht mal nach Nordeuropa, die lachen uns in Deutschland aus !
    Warum hat Google eine Server-Farm in Finnland eröffnet, dreimal dürft Ihr raten, warum.. ?

    Dieses Chorona-Virus ist eine Bedrohung, ja, aber ich habe mir dem VDAX angeschaut, wir lagen am montag den, 16.3. bei 93 %, dies ist eine unglaubliche Schwankungsbreite, ich werde wohl „einsteigen“.

    nochmal, das ist eine Sondersituation, aber deflation das geht zu weit.

    aber behlatet doch euer Geld.

  4. Avatar

    Marko

    23. März 2020 16:27 at 16:27

    Und was rate ich einem Sparer mit 70000 EUr auf dem Sparbuch?

    rein in den Markt, dies aber dosiert.

    sei es über ETFs oder Aktienfonds, oder Aktien.. oder über den eigenen Bankberater…

    je nach Können und Wissen.

    • Avatar

      Jan

      23. März 2020 18:33 at 18:33

      Oder über Marko, den dosierten Bullenprofi mit all seinen fundierten Expertisen seit vielen Monaten…

      • Avatar

        Marko

        23. März 2020 19:41 at 19:41

        ich bin doch gar kein Bullenprofi, wer sagt Ihnen, dass ich investiert bin (Long), seit vielen Monaten/Jahren ?

        Das, was wir sehen, ist eine absolute Sondersituation, das hier, ist für mich „kaufen wenn die Kanonen donnern“, ein VDAX bei über 90 usw…

        Wenn man eben nix macht und auf die Deflation wartet, o.k..

        Na klar kann der Dax bis auf die 5200 – 5300 fallen, kein Problem… aber dann wären die ganzen Aktien zur Hälfte (!!!!) des eigentlichen Buchwertes bewertet, und dann bleibt der Deutsche immer noch bei seinem Sparbuch..ähh Festgeld .. ? Nach dem Motto, es könnte ja noch fallen, ich zahle lieber Minuszinsen bei der Bank ..?

        Wo ist da die Logik.. ?

        • Avatar

          Jan

          23. März 2020 20:38 at 20:38

          @Marko, ich bin doch gar kein Bullenprofi, wer sagt Ihnen, dass ich investiert bin (Long)

          😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

          Der Marko war es, seit Monaten/Jahren.

  5. Avatar

    Marko

    23. März 2020 19:58 at 19:58

    Was man aber schon machen könnte, geade bei dieser unglaublichen Vola, das Geld in einen ETF / Aktienfonda mit monatlicher Zahlung einzuzahlen.

    da hätte man schon mal den Cost-Average-Effekt. Und jetzt das Geld breit streuen, d.h. dosiert anlegen, auf mehrere Fonds/Anlageklassen das Geld verteilen.

    Oder aber, man wartet auf die Deflation, lässt sein Geld herumliegen..

    Das geht alles… , ;) :D

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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