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Deflation massiv im Anrollen – hier zwei konkrete Daten

Claudio Kummerfeld

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Die Deflation steht ins Haus. Mit einigem zeitlichen Abstand könnte in Zukunft diese Deflation in eine deutliche Inflation umschlagen, wenn die Geldflutung von Notenbanken und Staaten die Geldmenge im realen Wirtschaftskreislauf aufbläht. Aber zurück ins Hier und Heute. Die Deflation steht an. Zwei konkrete Daten dafür gibt es schon jetzt.

Deflation bei den Strompreisen

Die Deflation weht vom kompletten Energiesektor auf uns zu. Man denke an den großen Shut Down in der deutschen Industrie. Autohersteller haben ihre Werkhallen still gelegt. Auch viele andere Produzenten in der Industrie haben ihre Tätigkeit runtergefahren. Das bedeutet: Gigantische Mengen an Strom werden nicht mehr benötigt. Die Windräder drehen sich aber weiter. Was passiert also? Das Angebot bleibt gleich groß (vereinfacht gesagt), die Nachfrage sinkt schnell und rapide ab. Der Preis fällt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat gerade erst ausdrücklich auf die fallenden Strompreise im Großhandel hingewiesen, als Folge der Coronavirus-Krise. Lag der Future-Preis für den Stromgroßhandel an der Leipziger Strombörse Mitte Februar noch bei über 31 Euro, so liegt er aktuell nur noch bei 20,33 Euro. Schaut man zum Beispiel auf Vergleichsportale für Strom, dann scheinen diese massiv gesunkenen Großhandelspreise noch nicht bei den Endverbrauchern anzukommen. Kann das sein? Werden die Stromanbieter diesen massiven Preiseinbruch den privaten Endkunden vorenthalten? Kaum vorstellbar, denn wir haben ja anders als früher inzwischen einen sehr regen Wettbewerb am Markt für die privaten Endkunden. Aber selbst wenn nicht… für Großkunden sollten doch deutlich sinkende Strompreise drin sein? Die fallenden Strompreise wirken insgesamt aber wohl deflationär.

Massive Deflation beim Öl

Und natürlich ist dies glas klar deflationär. Der Ölpreis ist kollabiert. Im Januar stand das europäische Brent-Öl noch bei 70 Dollar, jetzt bei 26 Dollar. Alleine im März gab es nochmal einen brutalen Absturz von 53 Dollar Anfang des Monats. Der Öl-Krieg der Saudis und der Nachfrageeinbruch dank dem Coronavirus verursachen einen doppelten Schock am Ölmarkt, und der Ölpreis brach brutal ein. Ein weiterer Rückgang ist möglich. Die Benzinpreise an den Tankstellen haben bereits reagiert, und werden wohl noch weiter fallen. In den monatlichen Statistiken für die Verbraucherpreise für März dürften Strompreise, aber vor allem Energiepreise eine spürbare Deflation auf den Gesamtschnitt bringen. Können sich die Verbraucherpreise im Gesamtschnitt da überhaupt noch im Plus halten, und eine Deflation abwenden? Positiv gegen eine Deflation im Gesamtschnitt könnten steigende Verbraucherpreise in den Supermärkten wirken. Denn es kann sein, dass hier und dort dank dem Coronavirus verteuerte Gebrauchsgüter den Schnitt pushen.

Schauen Sie gerne beim Klick an dieser Stelle das ganz aktuelle Video von Markus Fugmann über den „deflationären Schock“.

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    markus schüssler

    23. März 2020 11:32 at 11:32

    was raten sie einem Sparer mit 70 tsd € auf einem normalen Sparbuch ?

    • Avatar

      Mutwürger

      23. März 2020 13:51 at 13:51

      @MARKUS SCHÜSSLER Erstmal nichts machen und abwarten bis die deflationäre Phase vorbei ist (wenn etwa Minuszins eingeführt wird) sich bis in die Ohren verschulden und den Rest der Inflation überlassen. So ist mein Plan zumindest.
      Aber Vorsicht physisches Gold, Silber etc. und größere Immobilien können expropriiert bzw. verboten werden.

      • Avatar

        Brett

        23. März 2020 15:58 at 15:58

        @mutwürger: nichts machen ist wohl das dümmste was man JETZT tun kann, wenn Sie meinen das wenn diese Zeit kommt man noch ohne weiteres an sein Geld rankommt, dann glauben Sie wohl auch der Osterhase bringt die Weihnachtsgeschenke?!?

    • Avatar

      BrettonWood

      23. März 2020 15:56 at 15:56

      Mindestens 35‘000 Cash abheben! Am besten Diversifiziert in einige Währungen etwas Gold evnetuell auch noch! Aber sicher NICHT 70‘ auf einer maroden Bank die knapp 0.3% Ihrer Verbindlichkeiten als Sicherheit aufweisst, sind Sie wahnsinnig?

  2. Avatar

    BrettonWood

    23. März 2020 15:54 at 15:54

    Die paar Cent beim Benzinpreis….4/5 des Benzin & Heizölpreises sind Steuern, wahrscheinlich wird die CO2 Abgabe einfach erhöht…nix deflation für den Endverbraucher

  3. Avatar

    Marko

    23. März 2020 16:16 at 16:16

    Also, bleibt mal cool, ja beim Öl ist noch Platz nach unten.

    Die Strompreise werden fallen , vielleicht um 2-3 % , und dann ? glaubt Ihr wirklich, dass die Strompreisanbieter irgendwelche Preisrückgänge an den den Markt (den Endkunden) 1:1 zurückgeben werden, wie naiv ist das denn ?
    Seht euch mal den Heizölpreis derzeit an, Preissteigerungen werden 1:1 draufgehauen, während Preisrückgänge nicht vollständig angerechnet werden, siehe Tankstelle ? – Wir in Deutschland haben die höchsten Strompreise Europas ? Geht mal nach Nordeuropa, die lachen uns in Deutschland aus !
    Warum hat Google eine Server-Farm in Finnland eröffnet, dreimal dürft Ihr raten, warum.. ?

    Dieses Chorona-Virus ist eine Bedrohung, ja, aber ich habe mir dem VDAX angeschaut, wir lagen am montag den, 16.3. bei 93 %, dies ist eine unglaubliche Schwankungsbreite, ich werde wohl „einsteigen“.

    nochmal, das ist eine Sondersituation, aber deflation das geht zu weit.

    aber behlatet doch euer Geld.

  4. Avatar

    Marko

    23. März 2020 16:27 at 16:27

    Und was rate ich einem Sparer mit 70000 EUr auf dem Sparbuch?

    rein in den Markt, dies aber dosiert.

    sei es über ETFs oder Aktienfonds, oder Aktien.. oder über den eigenen Bankberater…

    je nach Können und Wissen.

    • Avatar

      Jan

      23. März 2020 18:33 at 18:33

      Oder über Marko, den dosierten Bullenprofi mit all seinen fundierten Expertisen seit vielen Monaten…

      • Avatar

        Marko

        23. März 2020 19:41 at 19:41

        ich bin doch gar kein Bullenprofi, wer sagt Ihnen, dass ich investiert bin (Long), seit vielen Monaten/Jahren ?

        Das, was wir sehen, ist eine absolute Sondersituation, das hier, ist für mich „kaufen wenn die Kanonen donnern“, ein VDAX bei über 90 usw…

        Wenn man eben nix macht und auf die Deflation wartet, o.k..

        Na klar kann der Dax bis auf die 5200 – 5300 fallen, kein Problem… aber dann wären die ganzen Aktien zur Hälfte (!!!!) des eigentlichen Buchwertes bewertet, und dann bleibt der Deutsche immer noch bei seinem Sparbuch..ähh Festgeld .. ? Nach dem Motto, es könnte ja noch fallen, ich zahle lieber Minuszinsen bei der Bank ..?

        Wo ist da die Logik.. ?

        • Avatar

          Jan

          23. März 2020 20:38 at 20:38

          @Marko, ich bin doch gar kein Bullenprofi, wer sagt Ihnen, dass ich investiert bin (Long)

          😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

          Der Marko war es, seit Monaten/Jahren.

  5. Avatar

    Marko

    23. März 2020 19:58 at 19:58

    Was man aber schon machen könnte, geade bei dieser unglaublichen Vola, das Geld in einen ETF / Aktienfonda mit monatlicher Zahlung einzuzahlen.

    da hätte man schon mal den Cost-Average-Effekt. Und jetzt das Geld breit streuen, d.h. dosiert anlegen, auf mehrere Fonds/Anlageklassen das Geld verteilen.

    Oder aber, man wartet auf die Deflation, lässt sein Geld herumliegen..

    Das geht alles… , ;) :D

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Atemmasken: Deutschland produziert sie ab Mitte 2021

Wolfgang Müller

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am

Es klingt ein bisschen wie ein Scherz, dass man jetzt den ersten Förderbescheid für die Produktion von Atemmasken seitens der Regierung erteilt hat, eine Allzweckwaffe für die Eindämmung von Covid-19. Im Frühjahr hatte man schmerzlich die Abhängigkeit von China in Sachen medizinischer Schutzausrüstung erkennen müssen. Der kleine Schönheitsfehler dabei: Die Produktion von Atemmasken beginnt erst im Sommer des neuen Jahres.

Der unvorhergesehene Mangel bei Atemmasken

Es war im Frühjahr ein kleiner Schock für das Hochtechnologieland Deutschland: Wir haben hierzulande zwar einen der Weltmarktführer für Beatmungsgeräte (Drägerwerk in Lübeck – Nummer drei für Intensivstationen, Nummer eins für mobile Geräte), aber bei Atemmasken war man in großem Maße abhängig von China. Die weltweite Ausbreitung von Covid-19 sorgte rasch für Ausfuhrverbote medizinischer Schutzausrüstungen und der Bundesregierung wurde klar, dass man handeln musste. Es wurde im Frühjahr ein Förderprogramm für alle Arten von Schutzmasken aufgelegt – und jetzt wurde der erste Förderbescheid an ein deutsches Unternehmen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier übergeben. Vorher wurden notfallmäßig Mund-Nasen-Schutzmasken produziert. Unglaublich, wer sich dabei alles an der Produktion beteiligt hat.

Die erste Firma ist Skylotec aus dem rheinland-pfälzischen Neuwied, ein Unternehmen, welches vorher hauptsächlich Absturzsicherungen für Kletterer in der Industrie und im Freizeitbereich hergestellt hat.

Der Bund gab 3,2 Millionen Euro an Fördermitteln, zur Produktion von einer halben Milliarde Masken, ab Sommer diesen Jahres. Anschließend sollen auch die effektiveren FFP2- Masken hergestellt werden, 54 Millionen Stück. Skylotec bekommt damit ein Drittel der Investitionssumme vom Staat. Insgesamt liegen dem Wirtschaftsministerium 270 Anträge für eine staatliche Unterstützung in dieser Produktion vor. Wirtschaftsminister Peter Altmaier weiß natürlich, dass es kritische Fragen geben wird, warum es so lange dauert, bis ein so einfaches Produkt in die Massenfertigung geht. Seine Antwort:

„Man kann solche Programme nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen. Wir wissen nicht, wie lange es dauert, bis wir alle, die geimpft werden wollen, auch impfen können.“ Die Atemmasken würden in jedem Fall gebraucht werden. „Ob Corona oder nicht, es wird auch künftig Pandemien geben“, so der Minister.

Aber anscheinend hätte die Firma auch ohne Fördergelder mit der Investition begonnen, so der Geschäftsführer von Skylotec, Kai Rinklake.

Ob man im Spätherbst wirklich gleich noch Millionen an Atemmasken (zusätzlich) benötigen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Fazit

Inmitten der Euphorie um die Impfstoffzulassungen, bereits mit ganz konkreten Zahlen – in Hamburg plant man anfangs mit 7000 Impfungen pro Tag, in Berlin mit 5000 -, kommt die Meldung über die ersten Subventionsbescheide der Regierung in Sachen Atemmasken. Irgendwie ein grotesker Widerspuch: Eine Impfstoffentwicklung in noch nie gesehener Geschwindigkeit und die planerische Vorbereitung eines „Hightech-Produktes“ mit Produktionsbeginn in ein paar Quartalen. Ein Gutes hat die Sache: Laut dem Countrymeter liegt die Weltbevölkerung aktuell bereits bei über 7,85 Milliarden Menschen, der Zuwachs 2020 beträgt schon fast 89 Millionen neue Erdenbürger. Da ist es nicht verkehrt, sich prophylaktisch mit Infektionsschutzgerät auszurüsten: nach dem Virus ist vor dem Virus.

Deutschland produziert Atemmasken ab Sommer 2021

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Autoindustrie: Alles Euphorie oder was? Nur Tesla boomt!

Claudio Kummerfeld

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am

Autos auf Parkplatz

Tesla boomt, aber so richtig! Aber dazu später mehr in diesem Artikel. Haben wir uns geirrt? Was ist hier los? Nein, schauen wir genauer hin. Gestern berichteten wir über die Meldung des ifo-Instituts zu den Geschäftsaussichten (!) der Autoindustrie für die nächsten Monate. Und die haben sich übelst verschlechtert dank dem zweiten Corona-Lockdown. Sie werden von ifo in einem Punkte-Index gemessen. Die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sanken demnach dramatisch von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November (hier die Details).

Verband der Autoindustrie erwähnt bei Inlandsproduktion erstes Plus in diesem Jahr

Aber die stark verfinsterten Aussichten der Autoindustrie sind ja etwas anderes als der derzeitige Zustand der Branche. Und geht man danach, dann ist die Laune gerade heute am 3. Dezember ziemlich gut. Da wäre zunächst der Automobilverband VDA mit seiner ganz frischen Meldung zu nennen. Die deutsche Autoindustrie hat im November zum ersten Mal wieder mehr Autos produziert als vor der Krise. Im abgelaufenen Monat liefen – unterstützt durch einen zusätzlichen Arbeitstag – 7 Prozent mehr Pkw in Deutschland vom Band (449.900 Einheiten). Damit wurde erstmals in diesem Jahr das Produktionsniveau eines Vorjahresmonats übertroffen. Zwar erwartet der VDA für das Gesamtjahr 2020 ein Volumen von rund 2,9 Millionen Neuzulassungen. Das sei ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aber für den Pkw-Inlandsmarkt erwartet man im kommenden Jahr ein Wachstum von 9 Prozent auf 3,1 Millionen Neuzulassungen. Damit sei das Vor-Krisenniveau allerdings noch in weiter Ferne.

Analysten mit aktuellem Kommentar

Die Analysten der Commerzbank sehen in ihrem aktuellen Kommentar die Lage für die Autoindustrie recht optimistisch. Die deutsche Automobilindustrie habe den Einbruch aus dem Frühjahr wettgemacht. Im November wurden in Deutschland zum ersten Mal wieder mehr Autos produziert als vor der Krise. Dies sei ein weiterer Hinweis darauf, dass zumindest die Industrie bisher durch die gestiegenen Infektionszahlen und die neuerlichen Corona-Einschränkungen nicht spürbar beeinträchtigt wurde, so der Analyst Dr. Ralph Solveen. Er erwähnt, dass auf Basis einer Saisonbereinigung fast 19 Prozent mehr Autos produziert worden seien als im Oktober. Damit seien die saisonbereinigten Produktionszahlen sogar etwas höher ausgefallen als im Durchschnitt des Jahres 2019, also vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Weiter sagt er, hier auszugsweise im Wortlaut: Zunächst einmal zeigen die heutigen Zahlen aber einmal mehr, dass die Industrie von den deutlich gestiegenen Infektionszahlen und den neuerlichen von der Politik verhängten Corona-Einschränkungen kaum beeinträchtigt wird.

Autozulassungen

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat heute Mittag Daten für die Autozulassungen im November veröffentlicht. Die zeigen einen guten Ist-Zustand für die Autoindustrie. Im November wurden in Deutschland 290.150 Neuwagen zum Straßenverkehr zugelassen. Damit liegt man 3,0 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Die Anzahl privater Zulassungen nahm um +22,8 Prozent zu, ihr Anteil betrug 39,4 Prozent. Die gewerblichen Zulassungen gingen um -14,7 Prozent zurück. Die Autozulassungen bei Tesla explodieren mit +500 Prozent! Hier weitere Details des KBA, auszugsweise im Wortlaut:

Die deutschen Marken Opel (+17,1 %), Audi (+3,1 %) und Mercedes (+0,5 %) erzielten Zulassungssteigerungen. Bei den weiteren deutschen Marken zeigten sich Rückgänge, die bei Smart (-49,2 %), VW (-18,4 %) und Ford (-15,8 %) zweistellig ausfielen. Mit 17,6 Prozent erreichte VW erneut den größten Neuzulassungsanteil.

Bei den Importmarken fiel die Neuzulassungsbilanz im November überwiegend positiv aus. Zweistellige Zuwächse von mehr als 30 Prozent zeigten sich bei Tesla (+500,0 %), Fiat (+42,7 %) und Toyota (+33,1 %). Um mehr als 20 Prozent waren die Zulassungen bei Renault (+29,2 %) und Citroen (+28,6 %) gestiegen. Ein Zulassungsminus von mehr als 20 Prozent zeigte sich hingegen bei Ssangyong (-48,0 %), Jaguar (-34,8 %), Mitsubishi (-27,0 %), Alfa Romeo (-21,9 %) und Seat (-21,6 %). Den größten Neuzulassungsanteil verzeichnete hier Skoda mit 5,9 Prozent.

Neuzulassungen mit alternativen Antrieben erfuhren im November eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vergleichsmonat. Mit 28.965 Elektrofahrzeugen legte diese Antriebsart um +522,8 Prozent zu. 71.904 Hybridfahrzeuge bescherten ein Plus von +177,2 Prozent, darunter 30.621 Plug-in-Hybride, die einen Zuwachs von +383,4 Prozent erreichten. Flüssig- und Erdgasfahrzeuge erzielten zusammen ein Plus von +51,9 Prozent wobei der Anteil 0,5 Prozent betrug. Den größten Anteil bildeten dennoch mit 40,4 Prozent die Benziner, deren Neuzulassungsvolumen gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um -32,3 Prozent zurückging, gefolgt von den Diesel-Pkw, deren Anteil nach einem Minus von -25,2 Prozent 24,3 Prozent betrug.

Die folgende Grafik zeigt vor allem ganz rechts mit den roten Balken, wie alle Hersteller bei den Neuzulassungen (teils dramatisch) verlieren im Vergleich Januar-November 2020 zu Januar-November 2019. Nur Tesla boomt mit +37,2 Prozent!

Heute Statistik zeigt im Zulassungsrückgänge für die Autoindustrie

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Finanzaufseher reaktivieren den „legalen Bilanzbetrug“ bei Banken

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken in Frankfurt

Vom legalen Bilanzbetrug bei den Banken sprach schon vor Monaten Markus Krall. Ja und auch Nein, kann man dazu sagen. Wenn der Staat durch neue Gesetze oder Verordnungen eine Änderung vornimmt, wird eben aus einer Straftat oder einem Vergehen eine legale Vorgehensweise – so kann man es auch sehen. Werden Kreditforderungen bei Banken uneinbringbar, und der Kreditnehmer zahlt monatlich Tilgung und Zins nicht mehr, müssen die Banken die Forderung unter normalen Umständen eigentlich abschreiben.

Damit entsteht ein Verlust, der aus dem Eigenkapital der Bank ausgeglichen werden muss. Da die Finanzaufseher von BaFin und EBA (europäische Aufsichtsbehörde) aber richtigerweise annahmen, dass die Coronakrise massenweise Kreditausfälle und somit gigantische Verluste bei den Banken bescheren könnte, entschloss man sich im April dazu, den Banken europaweit eine kleine und unauffällige, aber extrem wichtige Erleichterung zuzugestehen. Sie waren von April bis Ende September nicht verpflichtet, bei gestundeten Krediten Abschreibungen vorzunehmen beziehungsweise Rückstellungen zu bilden.

Oder um es klarer auszudrücken: Schrottkredite mussten nicht länger als Verlust verbucht werden, womit die Bankbilanzen keine milliardenschweren Verluste ausweisen mussten. Und das, obwohl die Kreditforderungen in den Büchern Schrott waren. In welchem Umfang dies der Fall ist und war, wissen wir nicht. Denn wenn die Banken in ihren Büchern wertlose Forderungen weiter als werthaltig deklarieren, wie soll ein externer Beobachter dann wissen können, wie groß der Umfang des Schrotts ist?

„Legaler Bilanzbetrug“ bei Banken wieder erlaubt

Und nun lief diese Sonderregel bis Ende September. Von da an mussten auch diese wackligen Forderungen wieder wie früher sauber verbucht werden. Aber nun läuft ja die zweite Corona-Welle durch Europa. Viele neue Insolvenzen und damit ausgefallene Kredite drohen. Und was sehen wir da? Zack, EBA und BaFin veröffentlichten gestern die „Reaktivierung der Leitlinien zu allgemeinen Zahlungsmoratorien“. Dass es im Kern darum geht, dass Banken Schrott erneut nicht mehr als Schrott deklarieren müssen und daher auch keine Verluste ausweisen müssen, das wird so nicht direkt erwähnt. Man verweist nur auf die Reaktivierung einer alten Leitlinie (aber dort kann man es bei genauem Hinschauen nachlesen).

Zitat EBA aus April:

The aim of these Guidelines is to clarify the requirements for public and private moratoria, which if fulfilled, will help avoid the classification of exposures under the definition of forbearance or as defaulted under distressed restructuring.

Zitat BaFin im März:

So ist beispielsweise ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden.

Das Gute an dem Zeitpunkt könnte auch sein, dass sie über den Jahreswechsel (Stichtag 31.12.) gültig sind. Könnten Banken so die Chance haben, für das Gesamtjahr 2020 massenweise Schrottkredite als vollwertige Forderung im Jahresabschluss auszuweisen, womit gigantische Verluste vermieden werden können, obwohl sie real vorhanden sind? Denn die von nun an erfolgte Reaktivierung bedeutet, dass die Banken bis März 2021 wieder so tun können, als würden Schrottkredite vollwertige Forderungen in ihren Büchern darstellen. Ohne diese Reaktivierung müssen Banken automatisch damit beginnen Rückstellungen zu bilden für ausgefallene Kredite, bei denen die Kunden mit ihren Zahlungen mehr als 90 Tage im Verzug sind. Laut EBA können auch Kredite, die bislang nicht in den Genuss dieser „Erleichterungen“ kamen, nun auch von Zahlungsaufschüben profitieren.

Die BaFin erwähnt dazu, dass problematische Kredite auch weiterhin als solche in den Büchern ausgewiesen werden sollen. Aber hey, wenn ich Problemkredite als saubere Kredite deklarieren darf, dann nutze ich diese Gelegenheit doch? Zitat BaFin:

Die Reaktivierung werde sicherstellen, dass Darlehen, die bisher nicht in Zahlungsmoratorien einbezogen waren, nun auch einbezogen werden können. Die EBA will erreichen, dass die Institute weiter Kredite an die Realwirtschaft vergeben. Problematische Engagements sollen sie aber sauber in ihren Bilanzen abbilden. Daher darf eine neue Zahlungsentlastung – einschließlich ggf. bereits schon gewährter Zahlungsentlastungen – nur innerhalb von insgesamt neun Monaten fällige Zahlungen betreffen.

Die EBA erlaubt den Banken neue Zahlungsziele ohne genaue Prüfung jeden Kredits zu akzeptieren. Die neue Regelung soll wie gesagt bis Ende März 2021 gelten. Wohl um so zu tun, als würde man die Zügel diesmal enger anziehen und die Lage genau im Griff haben, führt man zwei verschärfende Beschränkungen ein, die aber auch für bereits bestehende Moratorien schon gelten.

So sollen die Banken ihrer jeweiligen Aufsichtsbehörde (in Deutschland der BaFin) Pläne vorlegen, aus denen hervorgehen soll, wie man sicherstellen will, dass man rechtzeitig die Zahlungsunfähigkeit eines Kreditkunden in Bezug auf die dem Moratorium unterliegenden Kredite bemerkt. Klingt doch ziemlich nach Erstellung von ein paar schönen Seiten Papier, die abgeheftet werden. Wir denken uns einen Notfallplan aus, reichen den beim Amt ein, und hoffen das Beste. Die Aufsichtsbehörde hofft auch das beste, und ist froh, dass wie vorgeschrieben ein „Plan“ eingereicht wurde?

Und noch was. Wenn im Rahmen eines allgemeinen Zahlungsmoratoriums durch Banken neue Zahlungsziele vereinbart werden, dann dürfen sie nicht länger als neun Monate dauern. Damit wird die Dauer eines Moratoriums gegenüber einem Kreditnehmer ab 30. September insgesamt gekappt. Dabei sollen auch die vor dem 30. September bestehenden Moratorien mit einbezogen werden. Auch für sie gelten die neuen Regeln, selbst wenn dann die Spanne von neun Monaten überschritten werden sollte.

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