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Aktien

Der größte Hedgefond der Welt: Die Schweizer Notenbank SNB

Ach, ist das schön eine Notenbank zu sein, vor allem dann, wenn man als Notenbank noch Börsen-notiert ist und so richtig schön mitzocken kann an den Finanzmärkten..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ach, ist das schön eine Notenbank zu sein, vor allem dann, wenn man als Notenbank noch Börsen-notiert ist und so richtig schön mitzocken kann an den Finanzmärkten. Das gilt vor allem und in erster Linie für die Schweizerische Nationalbank SNB! Während andere Notenbanken wie die EZB bislang „nur“ Aktien und Unternehmensanleihen kaufen, ist die SNB schwer aktiv in Sachen Käufe von Aktien. Und das vor allem in den USA. Und das nicht gerade in kleinem Maßstab, wie die hier abrufbare Auflistung der Aktien-Beteiligungen der SNB zeigt!

Da besitzt die SNB als werthaltigste Position über 15 Millionen Apple-Aktien im Wert von 1,76 Milliarden Dollar, gefolgt von gut 21 Millionen Microsoft-Aktien (im Wert von 1,2 Milliarden Dollar), an dritter Stelle steht Exxon mit 12 Millionen Aktien und einem Wert von 1,08 Milliarden Dollar. Insgesamt aber ist das „who is who“ der US-Konzerne im Portfolio der SNB, und wenn nun eines nicht passieren darf, dann dass die SNB diese Beteiligungen aus irgendwelchen Gründen verkaufen müsste – manch einer vermutet die SNB als einen nicht unwesentlichen Treiber der Rally an den US-Aktienmärkten..

Nun ist die SNB auch Börsen-gelistet in Zürich (Kürzel SNBN), und wenn man sich den Verlauf der Aktie ansieht, lief das alles nicht gerade schlecht:

snb06-10-16

Plötzlich, beginnend im August 2015, ging es mit dem Kurs der SNB steil nach oben. Was ist da los? Nun gehören 45% der SNB-Aktien den Schweizer Kantonen, 15% den Kantonal-Banken in der Schweiz, und 40% werden von Privatinvestoren gehalten (von Ausländern werden 15% aller SNB-Aktien gehalten).

Eines ist klar: mit der Aufhebung der 1,20er-Grenze beim Euro-Franken, die die SNB faktisch vor der Auftürmung unkalkulierbarer Risiken bewahrt hat, ist das Risiko bei der SNB scheinbar geringer geworden. Aber die SNB hat einen schweren Fehler gemacht, als sie am 15.01.2015 (einem Wochentag) die bis dahin garantiert Untergrenze bei Euro-Franken plötzlich und völligt unerwartet aufgehoben hatte (siehe dazu ausführlich unseren vermutlich wegweisenden Artikel „Schweizer Franken 1,20-Skandal: Neue brisante Hintergründe“)

Warum hatte die SNB die Untergrenze nicht an einem Wochenende aufgehoben – dann hätten alle die gleiche Chance gehabt. So aber wurden viele finanziell ruiniert, während andere den dicken Reibach machen konnten, weil sie als Abwickler der Untergrenze einen Ticken vorher informiert waren. Und das bedeutet: es gibt ein nicht unerhebliches Klage-Risiko gegen die SNB, und wer schlau ist und dazu noch Amerikaner, der damals viel Geld verlor, wendet sich am besten an die US-Börsenaufsicht SEC, die in der Vergangenheit schon sehr harsch in solchen Sachen agiert hatte und Durchgriffsrechte hat, weil Schweizer Banken in den USA Geschäfte machen (die deutsche BaFin hingegen macht gar nichts..).

Wie auch immer: im Falle der SNB könnte man sagen, dass die Notenbank sicher ein bedeutender Treiber der US-Aktien-Blase ist (wenn man mal verstohlen einen Blick auf die sehr hohen Bewertungen etwa im S&P500 werfen würde). Und auf die von der SNB mitentfachte Blase springen dann noch andere Investoren auf, indem sie sich in den Blasen-Erzeuger investieren durch Käufe der SNB-Aktien. Ein perpetuum mobile, manche sagen ein Ponzi-Schema dazu. Das wird solange gut gehen, bis es nicht mehr gut geht – nämlich dann, wenn irgendwann einmal die US-Aktienmärkte scharf korrigieren oder gar crashen.

Damit es aber nbicht so weit kommt, hat die SNB nun einen wunderschönen Film gemacht – damit wir auch ganz sicher wissen, dass alles gut bleibt, und wie segensreich die SNB doch mit ihren Aktivitäten ist!

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    leser

    6. Oktober 2016 11:30 at 11:30

    Man kann ja geteilter Meinung sein, was langfristig erfolgversprechender ist: Marode Anleihen der Euro-Staaten zu kaufen oder in Aktien zu investieren.
    Beides ist kein Problem, wenn ich das Geld selber aus dem Nichts erzeugen kann. Und beides erzeugt längerfristig volkswirtschaftlich keinen Nutzen sondern dient kurzfristig nur der Umverteilung an die 0,1%. Was von der Schweiz, dem angeblichen Hort an Stabilität, geblieben ist, werden wir bei der nächsten Baisse sehen.

  2. Avatar

    Wutbürger1

    6. Oktober 2016 14:38 at 14:38

    Wenn ich jetzt in meinem Keller ein paar Milliarden Falschgeld drucke und damit Börsenkurse hochjubele, was ist denn jetzt da der Unterschied zum Verhalten der SNB?

  3. Avatar

    reinhold rosenberg

    17. Dezember 2016 00:08 at 00:08

    Schweizer Zentralbank : Billigste börsennotierte Zentralbank

    Die Schweizer Zentralbank kostet nur 170 Millionen Dollar.

    Zu einem Preis von ca. 1.700 Dollar gibt es nur 100.000 Aktien.

    Sie hat
    – 40 Milliarden Dollar in Gold
    – 80 Milliarden Dollar Rücklagen
    – 150 Milliarden Dollar in Aktien
    – 550 Milliarden Dollar in Anleihen
    Das alles wird mit nur 170 Millionen Dollar an der
    Börse bewertet.
    Die Rechte der Aktionäre sind zwar beschränkt,
    Dividende, Stimmrecht, doch der
    Unternehmenswert dürfte ein Vielfaches der
    170 Millionen Dollar betragen.
    Das zeigt sich bereits daran, dass die anderen
    drei börsennotierten Notenbanken einen
    viel höheren Börsenwert haben :

    Aktienwert Gesamtwert
    Swiss National Bank 1.700 Dollar 170 Mio Dollar
    Bank of Greece 2.200 Dollar 220 Mio Dollar
    Bank of Japan 3.400 Dollar 340 Mio Dollar
    Bank de Belgique 12.000 Dollar 1.200 Mio Dollar

    Das alles ist kaum bekannt.
    So bleibt sie nahezu unbeachtet und perpetuieren
    sich die krassen Bewertungsunterschiede.

    P.s.

    Eine SNB-Aktie wird stereotyp aus der Sicht eines Privat-Aktionärs
    mit beschränktem Stimm- und Dividendenrecht beurteilt.
    Das ist der falsche Bewertungsansatz. Er bedeutet nämlich, der Wert
    der SNB könnte immer weiter zunehmen, der Aktienkurs bleibt gleich.
    Richtig ist vielmehr, der Wert der SNB muss geteilt werden durch die
    Anzahl der 100.000 Aktien. Das führt zu einem Vielfachen des
    jetzigen Börsenkurses.

    Auf diese Informationen sind die Anleger für ihre
    Anlageentscheidung dringend angewiesen, gibt es doch
    kein Research und keine Analyse.

  4. Avatar

    Rosenberg

    31. Januar 2017 16:19 at 16:19

    Betreff SNB : Wert einer NB : Zentralbankgeldmenge plus Eigenkapital

    SNB : Wert 530 Mrd CHF per Ende 2015

    Die SNB hat per Ende 2015

    einen Wert von 530.000 Mio CHF.
    Ihr Boesenwert dagegen ist 170 Mio CHF.

    Namhafter Wissenschaftler zufolge ergibt sich der Wert einer Notenbank aus
    Zentralbankgeld plus EK .

    Das bedeutet für die SNB per Ende 2015 :

    Sichteinlagen : 400.000 Mio
    Notenumlauf : 70.000 Mio
    EK : 60.000 Mio

    Das gibt es nur
    aus weitverbreiteten Nichtwissen über die Gesamtbewertung und
    dem verfehlten Bewertungsansatz aus der Sicht eines stimm- und
    dividendenbeschränkten Privataktionaers.

  5. Avatar

    Rosenberg

    7. Februar 2017 22:10 at 22:10

    SNB : Sehr wohlhabende Notenbank und billigste
    börsennotierte Notenbank zugleich

    „Die SNB ist anders als die anderen Notenbanken“.
    Die anderen Notenbanken kaufen nämlich keine Sachwerte,
    da sie über den Kauf von Anleihen eine als Antideflationspolitik
    vermarktete Staatsfinanzierung betreiben.
    Die SNB dagegen betreibt eine Frankenschwächungspolitik.
    Die SNB hat unter Vorbehalt ca. :

    40 Mrd Fr. Gold
    85 Mrd Fr. Rücklagen
    150 Mrd Fr. Aktien, also Unternehmenswerte
    550 Mrd Fr. Anleihen in USD und EUR
    Erst ein Verlust von 50 % auf die Anleihen (Fr. 275 Mrd )
    (Währungsverlust/Schuldnerausfall) führt
    zu einem wirklichen Verlust der Fr. 275 Mrd
    von Gold, Rücklagen und Aktien.
    Ausserdem tauscht die SNB weiterhin Anleihen in
    Aktien, und das mit Gewinn auf dem hohen
    Kursniveau der Anleihen, so dass sich ihre
    Risikoanlagen reduzieren.

    Die SNB wirtschaftet über längere Zeit laufend
    gewinnträchtig und wird
    am Ende nicht nur das eigentliche Ziel der
    Frankenschwächung erreicht haben, sondern
    dieses sogar mit erheblichem Gewinn abschliessen.

    Das ist alles wird an der Börse mit CHF 170 Mio bewertet.
    Die Bewertung von CHF 170 Mio ist wohl fast ausschliesslich
    dem dauerhaft bemühten
    verfehlten Bewertungsansatz aus der Sicht eines
    dividenden- und stimmrechtsbeschränkten Privat-Aktionärs
    in Verbindung mit dem weitverbreiteten Nichtwissen
    über die Gesamtbewertung geschuldet.
    Selbst wenn man diesem wohl falschen Bewertungsansatz folgte,
    würde auffallen, dass bereits er in sich nicht haltbar ist,
    da der grösste Teil der Aktionäre öffentliche mit
    vollem Stimmrecht sind und sich in einer Valorennummer
    mit den privaten wiederfinden.
    Zudem beinhaltet dieser Bewertungsansatz, der Wert
    der SNB könnte immer weiter zunehmen, der Aktienkurs bleibt gleich.

    Der Dividendenbeschränkungs- und Stimmrechtsbeschränkungsansatz bedeutet
    ja die völlige Loslösung der Bewertung der SNB von ihrer „Geschäftstätigkeit“ ,
    also von Gewinn und Verlust, Vermögen und Verbindlichkeiten.
    Dieser Logik zufolge könnte die SNB mit ihrem elektronischen Geld die
    „ganze Welt“ aufkaufen, der Unternehmenswert bliebe bei 170 Millionen CHF.
    Richtig ist wohl vielmehr, der Wert der SNB muss geteilt werden durch die
    Anzahl der 100.000 Aktien.
    Eine Aufgabe für Banker, Wirtschaftsprüfer, Gutachter.
    Die inadäquate Bewertung zeigt sich ja bereits im Vergleich der
    börsengelisteten Notenbanken.
    Die SNB ist die billigste und beste zugleich.
    Die griechische (Fr. 250 Mio) rangiert auf dem Kurszettel deutlich über der SNB,
    die belgische (Fr. 1.200 Mio) als Teil des fragilen Eurosystems ist sogar fast siebenmal so teuer.
    Die defizitäre japanische (Fr. 340 Mio) wird nahezu doppelt so hoch bewertet.

    Einflussmöglichkeiten der Eigentümer von Aktiengesellschaften
    sind grundsätzlich beschränkt.
    So stellt die SNB für einen reinen Finanzinvestor keine Ausnahme dar.

    Die SNB : Eine äusserst erfolgreiche Notenbank, wenn nicht sogar
    die beste und zugleich billigste börsennotierte Zentralbank.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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