Folgen Sie uns

Aktien

Deutsche Bank – Sewing versucht Signal zu setzen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Deutsche Bank ist fraglos in einer schwierigen Lage! Vor ein paar Monaten habe ich in einem Artikel „Christian Sewing gegen Dr. Markus Krall – wer bekommt Recht?“ schon einmal auf eine fundamentale Krisenentwicklung hingewiesen, die bei ihrer Eskalation die gesamte Bankenlandschaft und damit die Wirtschaft in ihrem Innersten erschüttern könnte.

So hatte der ausgewiesene Bankenkenner, Dr. Krall, nichts anderes prognostiziert, als dass die Bankenbranche spätestens ab Herbst 2020 in eine existenzielle Krise gerät und wahrscheinlich staatlich aufgefangen werden muss. Im Gegensatz dazu der noch relativ neue Vorstand der größten deutschen Privatbank, Christian Sewing, der mit heftigen Restrukturierungsmaßnahmen das Institut wieder fit machen will.

Jetzt will er der Öffentlichkeit beweisen, wie fest er an die Restrukturierung des einst so stolzen Instituts glaubt – und kauft fleißig Aktien der eigenen Firma.

Weiterer Nackenschlag für die Deutsche Bank durch nächsten EZB-Entscheid?

Man muss diesen Zusammenhang immer wieder hervorheben: Das Geschäft der Banken besteht nach Ansicht von Markus Krall zu 80 Prozent aus den Effekten der Fristentransformation, in Kurzform: Banken besorgen sich kurzfristig Geld, um es langfristig zu verleihen. Die Invertierung der Zinskurve hat dieses Geschäft zerstört, hinzu kommt der negative Einlagezinssatz von minus 0,40 Prozent, den die Bankinstitute an die EZB zu entrichten haben. Ein Betrag von 2,3 Milliarden Euro im letzten Jahr, der ab 12. September nochmals steigern könnte, falls, wie spekuliert, dieser Zinssatz auf minus 0,50 Prozent weiter abgesenkt werden sollte. Die Deutsche Bank wäre aufgrund ihrer Bilanzgröße wieder eine der groß Betroffenen von diesem Beschluss. Nach Dr. Krall würde nicht einmal der drastische Stellenabbau von 18 000 Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren eine Rückkehr zur Profitabilität ermöglichen.

Und was macht Christian Sewing?

Eine Pflichtmitteilung der Deutschen Bank brachte es zutage.: Nach zwei einzelnen Aktienkäufen im Sommer hat Deutsche Bank-Chef Sewing einen Dauerauftrag in seinem Institut eingerichtet, mit dem monatlichen Einzug von jeweils 15 Prozent seines Gehalts über 40 Monate bis ins Jahr 2022. Eine stattliche Summe von circa 21 000 Euro monatlich, zumindest wenn man von üblichen Maßstäben ausgeht. Damit folgt er dem langjährigen Aufsichtsratschef Paul Achleitner, der erst vor vier Wochen Aktien der Bank in Höhe von einer Million Euro erworben hat.

Fazit

Mancher Kritiker würde jetzt wahrscheinlich sagen: Das ist doch gar nicht soviel Geld für einen jahrelangen Bankenvorstand und er will nur ein Zeichen für den Aktienkurs setzen. Aber da der Mann nicht gerade als Verschwender bekannt ist, könnte doch ein gerüttelt Maß an Überzeugung dahinterstecken, dass die Deutsche Bank wieder gesunden könnte. Damit würde aber Markus Krall nicht Recht bekommen mit seiner Prognose, die er nach wie vor in jedem Vortrag aktualisiert und aufrechterhält.

Einen Schlüssel dafür hält die Europäische Zentralbank in der Hand. „Whatever it takes, the ECB will preserve the Euro!“, lautet seit 2012 die Devise, aber kann dieser wirklich überleben, wenn man die Banken in die Pleite reguliert?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marcus

    4. September 2019 16:40 at 16:40

    Diese Aktienkäufe von Insidern sind nur Show um von den Problemen abzulenken, davon halte ich gar nichts und gebe da auch nichts darauf. Logisch ist doch, das die Zinspolitik der EZB mittelfristig zu Problemen führen muss, da den Banken die Erträge weg erodieren bei gleichbleibenden Kosten.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Bank of America meldet aktuell Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden die Quartalszahlen der Bank of America veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 20,1 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 22,3/Erwartungen 20,2). Der Gewinn liegt bei 0,59 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,74/Erwartungen 0,56).

Die Rückstellung für Kreditverluste sank auf 53 Millionen US-Dollar, was eine Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 828 Millionen US-Dollar bedeutet. Wie die großen anderen US-Banken auch löst man also Rückstellungen auf, weil man wohl auch dank der gigantischen Stimulus- und Hilfsprogramme an weniger Kreditausfälle glaubt.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,5 Prozent.

CEO-Kommentar:

„During 2020, we witnessed the dramatic effects of the health crisis on the economy and our company’s operations. In the fourth quarter, we continued to see signs of a recovery, led by increased consumer spending, stabilizing loan demand by our commercial customers, and strong markets and investing activity. The latest stimulus package, continued progress on vaccines, and our talented teammates – who performed well helping their customers through this crisis – position us well as the recovery continues.

„In the fourth quarter, we saw higher net interest income, higher Consumer revenue, record asset management fees, strong results from our Global Markets teams, and a stronger balance sheet. In 2020, we earned nearly $18 billion and achieved several key strategic objectives: gaining market share in deposits, expanding our digital leadership, and adding thousands of wealth management clients. In addition, we gained market share in investment banking and supported clients with liquidity and superior trading
execution.

„Also we made progress in support of our communities, committing $300 million of our $1 billion four-year initiative to help drive racial equality and economic opportunity.“

Quartalszahlen der Bank of America

Bank of America Logo
Foto: Brian Katt CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Aktien

Buy and Hold until you‘re old – ewige Weisheit oder längst überholt?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Das Wichtigste in Kürze: Die Anziehungskraft von Buy and Hold ist im Grunde so alt wie es Aktienmärkte gibt – reich werden mit wenig oder gar keinem Aufwand. Viele bekannte Investoren setzen auf die Buy and Hold Strategie und haben damit über Jahrzehnte überdurchschnittliche Renditen erzielt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sie auf nüchternen, harten Fakten basiert. Dazu fallen Transaktionsgebühren und sonstige Kosten deutlich seltener an als bei Strategien, bei denen Aktien öfter ge- und verkauft werden. Einer der wichtigsten Faktoren, warum sich die Buy and Hold Strategie so großer Beliebtheit erweist, ist ihre Einfachheit. Entgegen der verbreiteten Meinung ist „Buy and Hold“ aber keine allgemeingültige Anlagestrategie. Wer ist Aktien investieren möchte sollte nicht nur blind Buy and Hold vertrauen, sondern sich eingehender mit der Thematik Aktien befassen.

Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine Anlagestrategie, bei der Anleger Aktien kaufen und sie langfristig halten. Mit anderen Worten: Bei der „Buy and Hold“-Strategie geht es darum, alle Höhen und Tiefen der Aktien, die man besitzt, durchzustehen, anstatt zu versuchen, bei Kursbewegung zu handeln. Buy and Hold Anhänger sehen die allgemeinen Charakteristika des Marktes, des Assets und die Möglichkeiten für zukünftiges Wachstum und lassen die Investition einfach laufen, ohne sich darum zu kümmern, die „perfekten“ Ein- und Ausstiege zu finden oder den Preis zu überprüfen. In diesem Artikel wollen wir untersuchen, welche Wahrheiten tatsächlich hinter der Buy and Hold Strategie stecken und ob Buy and Hold tatsächlich eine so allgemein gültige Anlagestrategie ist.

Welche Wahrheiten hinter der Buy and Hold Strategie stecken

Sie funktioniert, und hat das immer wieder gezeigt. Die Liste der bekanntesten „Buy and Hold“ Praktiker ist ein wahres „Who is Who“ der größten Investoren aller Zeiten. Von Warren Buffett über Peter Lynch bis hin zu Buffetts Mentor und der Vater des Value Investing: Benjamin Graham. Sie alle haben bewiesen, dass Buy and Hold überdurchschnittliche Gewinne auf das investierte Kapital bringen kann.

Ein Anfang, die Buy and Hold Strategie zu verfolgen kann schon sein, sein Geld einfach in einen Index-Tracker-Fonds, wie den SPDR S&P 500 (SPY) Exchange Traded Fund (ETF) anzulegen und es für zwei oder drei Jahre zu vergessen. Die Chancen laut Statistiken gut, dass Sie 86% der aktiven Large-Cap-Fondsmanager auf dem Markt übertreffen und das alles ohne Geld in horrende Managementgebühren zu stecken.

Sie basiert auf nüchternen, harten Fakten. Kaufen und Halten, und Investieren im Allgemeinen, ist das, was in der akademischen Welt und in verschiedenen Lehrplänen für Portfoliomanagement gelehrt wird, weil die Strategie fast vollständig auf der Fundamentalanalyse basiert. Anders als ihr technisches Gegenstück bietet die Fundamentalanalyse sehr wenig Raum für Vermutungen: Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und die Kapitalflussrechnung sind alle statisch und lassen keinen Raum für Subjektivität. Natürlich ist die Vorhersage von Wachstum, z. B. durch ein Discounted-Cashflow-Modell, mit einem hohen Maß an Subjektivität verbunden, aber der Vergleich und die Analyse von Unternehmen anhand der allgegenwärtigen Kurs-Gewinn- (KGV) oder EBITDA-Multiplikatoren überlässt nichts der Fantasie. Das ist ein wesentlicher Faktor bei der Suche nach guten, langfristig zu haltenden Wertaktien.

Einmal ausgerollt bereitet sie wenig Kopfzerbrechen

Kennen Sie nicht den Unterschied zwischen einem einfachen gleitenden Durchschnitt und dem Relative Strength Index? Zugegeben, die technische Analyse ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Sowohl Akademiker als auch erfolgreiche langfristige Investoren vertreten schon jahrelang den Standpunkt, dass es ein Trugschluss sei, zu versuchen, den Markt zu timen. Statistiken stimmen dem zu: Studien haben gezeigt, dass die Märkte unglaublich zufällig und voller Anomalien sind. Wie der Nobelpreisträger William Sharpe in seiner bahnbrechenden Studie „Likely Gains From Market Timing“ von 1975 feststellte, müsste man mit Markt-Timing mindestens 74% der Zeit richtig liegen, um den Index zu schlagen. Mit anderen Worten: Überlassen Sie das Kopfzerbrechen und das Haare raufen lieber den Tradern.

Warum die Buy and Hold Strategie ausgedient hat – oder noch überhaupt nie gedient hat?

Sie impliziert, dass das Risiko von Anlagen jederzeit durch die Belohnung gerechtfertigt ist. Die Idee, dass jedes Jahr ein gutes Jahr ist, um Aktien zu besitzen, ist offenkundig falsch. Die Fakten sind gut erforscht und bewiesen, dass das Risiko des Kaufs und Haltens von Wertpapieren unter bestimmten Bedingungen nicht durch die Belohnung gerechtfertigt ist. Der Faktor des Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkts ist bei der Aktienanlage auf jeden Fall relevant. Angenommen man hat den S&P 500 zu seinem Peak im Jahre 2007 gekauft, dauert es satte fünf Jahre, nur um seine Verluste wieder auszugleichen.

Sie ignoriert das Investmentkonzept des Risikomanagements

Der Reiz des „Buy and Hold“-Investierens liegt sicherlich in der Einfachheit seines Versprechens. Kaufen und Halten erfordert wenig Intelligenz, Geschicklichkeit oder ernsthafte Bemühungen. Dabei ignoriert es aber gänzlich das essenzielle Investmentkonzept des Risikomanagements. Einfach gedankenlos seine monatlichen Einzahlungen tätigen, nicht zucken, wenn der Markt in die Knie geht, und irgendwann wird man reich.

Sie impliziert, dass Preise keine Rolle spielen. Die Buy and Hold Strategie verlangt, dass Sie jederzeit kaufen und halten, unabhängig von Preis oder Bewertung. Gibt es irgendeine andere Kaufentscheidung in Ihrem Leben, bei der der Preis keine Rolle spielt? Natürlich nicht, warum sollte es also beim Investieren anders sein?

Fazit

Buy and Hold ist ein passiver Anlagestil. Einfach ausgedrückt, glauben Buy-and-Hold-Investoren, dass „Zeit im Markt“ ein umsichtigerer Anlagestil ist als das „Timing des Marktes“ – und das hat einen wahren Kern. Es ist extrem schwierig, den Markt perfekt zu timen, aber es ist einfach, eine Aktie zu halten.

Die Prediger des Buy-and-Hold-Evangeliums werden durch mehrere gut dokumentierte, akademische Studien unterstützt, die zeigen, dass ein diversifiziertes Aktienportfolio niemals Geld verloren hat, wenn es über zwanzig Jahre oder länger gekauft und gehalten wurde. Sie lehren auch die Idee, dass Buy and Hold-Aktien langfristig besser abschneiden als andere Anlagen wie Anleihen, Immobilien oder Bargeld. So viel ist wahr.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man nicht klar gegen die Buy-and-Hold-Anlagestrategie sein kann. Man sollte stattdessen kritisch hinterfragen, dass sie als Allwetter-Investitionslösung für alle Bedingungen vermarktet wird.

weiterlesen

Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage