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Gold/Silber

Die USA auf dem Weg zur Zollfestung – ein paar Zahlen

Mit immer neuen Zöllen und weiteren Zolldrohungen – ist am 18. Mai Europa an der Reihe? – versucht Donald Trump das US-Handelsbilanzdefizit abzubauen

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Amerika lebt auf Pump

Mit immer neuen Zöllen und weiteren Zolldrohungen – ist am 18. Mai Europa an der Reihe? – versucht Donald Trump das US-Handelsbilanzdefizit abzubauen.

Aus mehrerlei Hinsicht ein Unsinn, denn einerseits lebt Amerika auf Pump und lässt sich dies von anderen Ländern finanzieren – und andererseits gibt es eine negative Korrelation zwischen Handelsbilanzdefizit und der Arbeitslosigkeit in den USA. Ob der Präsident sich darüber schon mal tiefgründigere Gedanken gemacht hat?

Sei’s drum. Die US-Unternehmen sollen vollständig in den USA produzieren, dann gäbe es kein Zollproblem, so Trump. Dumm nur, dass eine Studie besagt, dass jeder in den USA geschaffene Arbeitsplatz in der Industrie dem Steuerzahler 900 Tausend Dollar kostet. Aber für die neuen Schulden hat man ja die neue „Modern Money Theory“ (MMT).

Doch nun zur Entwicklung der Zölle.

 

Eine Studie der Deutschen Bank in New York

Der Studie zufolge lag das US-Zollniveau über alle Produkte hinweg im Januar 2017, dem Beginn von Trumps Amtszeit, bei unter zwei Prozent und damit auf einer Höhe mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Nach der Einführung von Zöllen auf Stahl und Aluminium sowie der Bezollung chinesischer Waren in Höhe von 200 Milliarden Dollar mit 10% stieg das Niveau auf 3 Prozent.

Mit der am Freitag verkündeten Anhebung von 10 auf 25% steigt das Level auf mehr als vier Prozent. Damit überholen die USA China und bewegen sich in Richtung Saudi-Arabien. Bei einer Umsetzung der Bezollung der restlichen 325 Milliarden Dollar China-Einfuhren mit 25 Prozent würde man Indien überholen und hätte nur noch den Spitzenreiter unter den größeren Nationen, Brasilien vor sich.

Was für ein Ranking für einen ehemaligen Verfechter des Freihandels.

 

Wer bezahlt die höheren Ausgaben?

Natürlich sind diese erst einmal höhere Kosten für den Importeur, der diese Kosten an den Verbraucher weitergeben kann oder die Importe zurückfahren muss. Beides hätte eigentlich fatale Wirkungen für die 70-Prozent-Konsumökonomie der USA mit ihren verschuldeten Bürgern. Trump jubelt zunächst über die möglichen Zolleinnahmen von 100 Milliarden Dollar und eine Berechnung zeigt tatsächlich, dass Amerikas Zolleinnahmen im Oktober 2018 im Jahresvergleich auf 5,5 Milliarden $ gestiegen sind – ein Plus von rund 40 Prozent. Dies berücksichtigt monokausal aber nur eine Seite und nicht die Auswirkungen auf den Welthandel als Ganzes.

Leitragender ist bei jeglicher Verschlechterung der Handelsströme das Exportland Deutschland. Im Falle der Eskalation des Konflikts durch chinesische Gegenzölle wären besonders deutsche Autobauer wie BMW und Daimler betroffen, die von ihren Werken in den USA im großen Stil nach China exportieren. Gar nicht erst zu reden von möglichen Zöllen ab 18. Mai gegen die EU und damit wiederum gegen Deutschland.

Bereits vor Monaten habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass es eine Person in der Hand hat, quasi im Alleingang, die Weltwirtschaft zum Straucheln zu bringen. Eigentlich möchte ich in dieser Sache nicht recht bekommen, denn eine Rezession hat viele Verlierer, auch solche, die nichts mit Aktien am Hut haben.

 

Nüchtern betrachtet: eine Rezession ist notwendig, um Fehlentwicklungen zu korrigieren

 

Ganz nüchtern betrachtet, wäre eine Rezession jedoch überfällig, um die vielen Fehlentwicklungen zu korrigieren, denn je später sie kommen wird, desto stärker dürften auch die Verwerfungen werden. Der Treppenwitz an der Sache, nach Lage der Dinge, wäre aber, dass der große Visionär, der die Superhausse verlängern, beziehungsweise steigern will, ausgerechnet derjenige wäre, der sie maßgeblich beendet.

 

Von Cliff – originally posted to Flickr as U.S. Bullion Depository, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9586948

5 Kommentare

5 Comments

  1. Michael

    13. Mai 2019 11:33 at 11:33

    Im Falle der Eskalation des Konflikts durch chinesische Gegenzölle wären besonders deutsche Autobauer wie BMW und Daimler betroffen, die von ihren Werken in den USA im großen Stil nach China exportieren. Gar nicht erst zu reden von möglichen Zöllen ab 18. Mai gegen die EU und damit wiederum gegen Deutschland.

    Deutsche Autobauer exportieren ihre Fahrzeuge von Deutschland in die USA, während sie gleichzeitig von ihren Werken in den USA im großen Stil nach China exportieren? Die wunderbare Welt globalen Handels 😉

    • leftutti

      13. Mai 2019 21:15 at 21:15

      @Michael, ein Gedankengang, der einer Überlegung für deutsche Autobauer wert ist: Autos aus Werken in USA auch in der USA verkaufen, Autos aus europäischen oder gar asiatischen Werken nach China verkaufen. So könnte man zweifach Zölle sparen und müsste nicht mehr ganz so viel Jammern und Wehklagen in der Welt verbreiten.

  2. frankie68

    13. Mai 2019 13:59 at 13:59

    @Wolfgang Müller

    „negative Korrelation zwischen Handelsbilanzdefizit und der Arbeitslosigkeit“ würde bedeuten, sinkt das Defizit, steigt die Arbeitslosigkeit und umgekehrt, richtig?
    Sinkt aber das Defizit, steigt der Export im Verhältnis zum Import. Diese Waren müssen aber im Inland produziert werden, dafür braucht es mehr Arbeiter. Wieso dann die Arbeitslosigkeit steigt, erschließt sich mir nicht. Ich bitte um Aufklärung.

    • testtest

      14. Mai 2019 11:17 at 11:17

      Ziemlich simpel.
      Boomt der Markt geben die Amerikaner mehr Geld für Konsumgüter aus, welche oft importiert werden und daher das Handelsdefizit steigen lassen. Gleichzeitig ist im Boom die Arbeitslosigkeit geringer.

      Klassische Fehlinterpretationen von Statistik, nichts weiter ist hier passiert.

  3. Wolfgang M.

    13. Mai 2019 15:12 at 15:12

    @frankie68. Da haben Sie sicher in einem normalen Umfeld recht. Die USA sind aber eine Dienstleistungs- und Konsumentengesellschaft und weniger eine Industriegesellschaft geworden. Die Produktion der Güter erfolgt billig im Ausland. Würde man diese im Inland herstellen, geschähe dies zu deutlich höheren Preisen (Lohnniveau), die von den verschuldeten Verbrauchern nicht mehr im gleichen Maße nachgefragt werden könnten. Inländische, teure Produktion wäre nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber der ausländischen Konkurrenz. In diesem Fall sorgt China als Werkbank für die USA dafür, dass der Konsum floriert. Bei den höheren Zöllen auf Stahl- und Aluminium hat man es bereits gesehen. Produkte wurden teurer (z.B. Kühlschränke um 100 Dollar, Probleme bei GM und Harley-Davidson) und Unternehmen reduzierten die Belegschaft.
    Also: Die Rückführung von Produktion ins teure Inland und damit die Reduzierung des Handelsbilanzdefizits führt nicht automatisch zur Reduzierung von Arbeitslosigkeit. Wieviele IPhones wurden schon von taiwanesischen Foxconn-Arbeitern zusammengeschraubt, zu einem Stundenlohn von ein bis zwei Dollar?
    Grüße

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Gold/Silber

Silber mit heftiger Korrektur

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Der Preis für eine Unze Silber ist vom 23. August bis zum 4. September in nur neun Handelstagen von 17 US-Dollar pro Unze auf knapp 20 US-Dollar hochgeschossen. Aktuell liegt der Preis wieder unter der 18 US-Dollar Marke. Wie geht es jetzt weiter beim kleinen Bruder des Goldes?

Silber – gesunde Korrektur

Es klingt in den Ohren von Investoren oft wie Hohn, wenn Analysten von „gesunden“ Korrekturen sprechen, nachdem sich die Käufer eines Assets auf weiter steigende Preise eingerichtet haben und entsprechend ins Risiko gegangen sind. Gleichwohl ist es für die Nachhaltigkeit des Anstiegs eines Vermögenswertes deutlich besser, wenn die Kurssteigerungen allmählich und in Stufen voranschreiten. Bei fahnenstangenartigen Anstiegen, wie zuletzt beim Silber geschehen, bleibt viel Geld an der Seitenlinie zurück, vor allem das der längerfristigen Investoren, die selten einem Trend hinterherlaufen.

Viele derer, die in solche schnellen Bewegungen hinein kaufen, sind in der Regel Kurzfristspekulanten. Kommt die schnelle Hausse-Bewegung dann ins Stocken, verabschieden sich diese Spekulanten auch sehr schnell wieder aus dem Markt. Daher ist es durchaus konstruktiv für eine längerfristige Aufwärtsbewegung, wenn diese von stabilen Investmenthänden mitgetragen wird. So verringert sich die Volatilität deutlich und damit erhöht sich die Attraktivität eines Investments für weitere mittel- bis langfristig orientierte Käufer.

Die aktuelle Korrekturbewegung ist daher aus Sicht vieler Investoren sehr willkommen. Vor allem auch deshalb, weil ein signifikanter Teil der laufenden Silber-Hausse mitten in den Sommerferien stattfand und damit an einigen potenziellen Investoren schlicht vorbei ging. Diese Marktteilnehmer bekommen nun ihre zweite Chance, Positionen im Silbermarkt aufzubauen.

Der Silber-Chart im Detail

Nachdem der Silberpreis von seinem Höchststand am 4. September bereits 1,80 Dollar abgegeben hat, ist ein gutes Drittel des vorherigen Anstiegs schon bereinigt. Ein ganzes Bündel aus horizontalen Unterstützungslinien (grün, gestrichelt) und Fibonacci-Levels (pink, gestrichelt) bietet auf dem jetzt erreichten Kursniveau Halt.

Silber Chart

Wirft man einen Blick auf die Terminmarktdaten, wird gleichwohl deutlich, dass noch nicht allzu viele spekulative Kontrakte (rote Linie) im Zuge des jüngsten Abverkaufs glattgestellt wurden. Allerdings sind die hier gezeigten, am letzten Freitag von der CFTC veröffentlichten Daten bereits am vergangenen Dienstag erhoben worden, also schon recht alt. Daher ist die Aussagekraft der sogenannten COT-Daten (Commitments of Traders) im Moment limitiert.

Silber COT Daten

Sollte sich die Bereinigung der spekulativen Positionen noch fortsetzen, könnte die Silberpreiskorrektur noch bis auf das 50-prozentige Fibonacci Retracement bei knapp unter 17 US-Dollar pro Unze laufen. Dass der Silberpreis jedoch bis auf das Ausbruchsniveau aus dem mittelfristigen Abwärtstrend bei 16 US-Dollar zurückfällt, ist dagegen weniger wahrscheinlich. Die Saisonalität wirkt aktuell sehr unterstützend: Von Mitte September bis Mitte Februar hat der Silberpreis seine stärkste Phase.

Fazit

Sowohl die Charttechnik als auch die Saisonalität sprechen neben der anhaltend starken physischen Nachfrage für einen weiteren Kursanstieg in diesem Jahr, nachdem die aktuell laufende Konsolidierung beendet ist. Lediglich von der Terminmarktseite könnte kurzfristig noch Druck auf die Preise ausgehen. Die Korrektur könnte daher durchaus bis in den Bereich von 17 US-Dollar pro Unze zurückführen, bevor der Silbermarkt dann die zyklischen Höchststände aus dem Jahr 2016 bei knapp über 21 US-Dollar in Angriff nimmt.

Silber Barren Beispielbild
Foto: Dnn87 CC BY 3.0

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Gold/Silber

Gold – eine beliebte Betrugsmasche

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Erneut bringt ein mutmaßlicher Anlagebetrug in Deutschland Gold in Verruf. Der mögliche Schaden beträgt ca. 82 Millionen Euro. Die Masche ist dabei stets die Gleiche: Die mutmaßlichen Betrüger bieten Goldlagerung plus Zinsen. Eine verlockende Kombination in Zeiten von Negativzinsen und Dauerkrise im Euroraum. Doch kann diese Rechnung überhaupt aufgehen?

Gold – die Versprechen der mutmaßlichen Betrüger

Der ganz aktuelle mutmaßliche Betrugsfall betrifft das hessische Unternehmen PIM Gold GmbH und deren Vertriebstochter Premium Gold Deutschland (PGD). Der Chef, Mesut P., befindet sich bereits in Untersuchungshaft und die Staatsanwaltschaft Darmstadt sucht 1,9 Tonnen Gold, die aus den Tresoren der Firma verschwunden sind, wie das Handelsblatt kürzlich berichtete. Anbieter von sogenannten Goldleihe-Geschäften verkaufen ihren Kunden das Metall, ohne es jedoch zu liefern. Im Gegenzug steht das Versprechen, das Edelmetall sicher zu lagern, damit aber gleichzeitig Handel zu treiben und die Anleger an den daraus resultierenden Gewinnen in Form von jährlichen Zinszahlungen zu beteiligen. Jeder, der sich im Goldeinzelhandel auskennt weiß, wie eng die Handelsmargen dort gestrickt sind. Berücksichtig man Fehler des Personals zu Ungunsten des Händlers sowie Online-Betrug, bei dem Metall an Scheinadressen geliefert und nie bezahlt wird, ist es sehr anspruchsvoll in diesem hochkompetitiven Markt profitabel zu sein. Auch die hohen Preisschwankungen und die daher oft notwendigen Hedging-Geschäfte schmälern den Handelsgewinn. Wenn dann auch noch separate Zinszahlungen von der Handelsmarge abgezogen werden, bleibt für die Aufrechterhaltung des operativen Handelsgeschäfts relativ weniger übrig.

Die Anbieter solcher Goldleihe-Verträge argumentierten, dass sie so relativ günstig an Metall oder Altmetall für den Handelsbestand herankommen und die Ausliefergeschwindigkeit so erhöhen können. In der Praxis ist es gleichwohl üblich, dass die meisten Händler sogenannte Konsignationslager bei verschiedenen Herstellern und internationalen Großhändlern nutzen können, also gar keine eigenen hohen Lagerbestände benötigen. Das Metall in diesen Konsignationslagern gehört zwar den Großhändlern, die Einzelhändler können jedoch darauf in Kommission zugreifen. Hat ein Kunde gängige Münzen oder Barren z. B. im Onlineshop des Einzelhändlers gekauft, kann der Einzelhändler den Versand der Ware direkt aus dem Konsignationslager veranlassen, den Geldeingang des Kunden abwarten und muss erst anschließend die Rechnung beim Großhändler begleichen. Ausnahme wäre eine akute Knappheit am Markt, die Händler mit großen eigenen Lagerbeständen einen Vorteil verschaffen würde. Dieses Ausnahme-Szenario ist in den vergangen vierzig Jahren aber bislang nur einmal, nämlich vor elf Jahren mitten in der Finanzkrise, eingetreten.

Lediglich im stationären Einzelhandel (Over The Counter) werden größere Handelsbestände für die Ladenkundschaft hinterlegt, aber keine Tonnenbestände. Da der Gesetzgeber die Summe für anonym erwerbbares Material ab 1. Januar 2020 von bisher 10.000 auf dann 2.000 Euro stark absenken möchte, werden die Laden-Geschäfte dann auch weniger physisches Material vorhalten müssen. Ein im Vergleich zum Umsatz des Händlers permanent überdimensionaler eigener physischer Handelsbestand macht betriebswirtschaftlich wenig Sinn, da dieser im Vergleich zu den Großhandelslagern unter Umständen höhere Kosten verursacht und die Handelsmarge im Gegenteil sogar verringern kann.

Das wahre Motiv

Der eigentliche Grund für Goldleihe-Angebote war in der Vergangenheit bei den aufgedeckten Schneeballsystemen dann auch ein ganz anderer: Oft war es akuter Liquiditätsbedarf, weshalb mit den Kundengeldern auch nicht vollumfänglich das zugesagte Metall gekauft wurde, sondern das Geld zum großen Teil zweckentfremdet und veruntreut wurde, z. B. um laufende betriebliche Kosten zu decken. Die Anamnese der bisherigen Insolvenzen von Goldleihern zeigt daher ein klares Muster: Zuerst handelte es sich um seriöse Handels- oder Anlagefirmen, wie z. B. die Ex Oriente Lux AG, Betreiberin des TG | Gold Super-Markt. Das Unternehmen war für seine weltweit aufgestellten „Gold to Go“-Automaten bekannt (z. B. am Flughafen in Dubai). Als das Geschäft bröckelte und die Überschuldung sowie Insolvenz drohten, fingen die Firmen an, Goldleihegeschäfte zu offerieren.

Ein Betrug war zunächst gar nicht geplant, es handelte sich eher um Betriebsunfälle, bei denen kurzfristige Liquiditätsengpässe temporär durch Goldleihegeschäfte ausgeglichen werden sollten. Doch dann wurde die Goldleihe zum Dauergeschäft. Die Verbindlichkeiten und damit die Verschuldung stiegen immer weiter an, für die Zinszahlungen mussten neue Darlehensgelder eingeworben werden und das Unglück für Anleger und Händler nahm seinen Lauf. Zwar wurde die Firma Ex Oriente Lux AG im Jahr 2016 von CoinInvest.com aufgekauft, die Gläubiger, die der Firma Metalldarlehen gewährten, haben dennoch im Zuge der Insolvenz alles verloren.

Ganz aktuell sehen sich noch am Markt befindliche Goldleiher mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Die Preise in Euro sind auf Rekordstände angestiegen. Wer das Metall also nicht komplett in seinem Handelsbestand physisch hält, dessen ungedeckte Verbindlichkeiten gegenüber den Anlegern steigen mit jedem Euro Kursanstieg pro Unze weiter an.

Gold in Euro seit 2006

Gold als Sicherheit statt Zinsen

Vergegenwärtigen Sie sich bitte, dass selbst ohne Betrug im Falle einer Insolvenz des Händlers (Goldschuldner) sie sich als nachrangiger Gläubiger ganz hinten anstellen müssen. Fragen Sie sich, ob der gezahlte Zins in Anbetracht dieses realen betriebswirtschaftlichen Risikos adäquat ist. Dieses Risiko konterkariert nämlich den eigentlichen Anlagezweck des monetären Edelmetalls als ultimative Vermögensversicherung, sofern Sie nicht damit spekulieren wollen. Gold ist die älteste und solideste Anlageform der Welt – oder kennen Sie eine noch bewohnbare Immobilie aus Zeiten des Königs Nebukadnezar (außerhalb des Berliner Pergamon Museums) oder noch laufende Staatsanleihen der Weimarer Republik oder eine Aktie, die älter ist als 411 Jahre? Das gelbe Metall erhält seine Kaufkraft seit über 5.000 Jahren. Als monetäres Edelmetall mit intrinsischem Wert schützt es Ihr Vermögen vor Staatsbankrotten, gesellschaftlichen Krisen und höherer Gewalt. Das geht in dieser Form aber nur physisch – nicht als Schuldschein.

Fazit

Schalten Sie ihren Verstand nicht aus, bloß weil Ihnen jemand in der sich immer weiter ausbreitenden Zinswüste eine Renditeoase offeriert – diese könnte sich über kurz oder lang als Fata Morgana erweisen. Kaufen Sie Gold am besten nur für den Zweck, für den es prädestiniert ist: als ultimative Vermögensversicherung. Wenn Sie sich für physisches Metall entscheiden, sollten Sie direkt und ohne Umwege darüber verfügen können. Die Goldleihe kann zumindest diesem Anspruch nicht gerecht werden. Gold in Euro hat in den letzten 20 Jahren nur durch Aufwertung eine jährliche Durchschnittsrendite von knapp 7 Prozent erwirtschaftet – nicht schlecht für eine Versicherung. Wozu also für wenige Prozentpunkte mehr im Jahre den Totalverlust riskieren? Sollte Sie sich doch dafür entscheiden, ihr Gold gegen Zins zu verleihen, vergewissern Sie sich, dass ihre Ware tatsächlich physisch im Handelsbestand des Gläubigers existiert und dieser wie versprochen profitabel mit dem Gold handelt, und zwar auch abzüglich ihrer Zinsen.

Gold Beispielbild
Beispielbild für Goldbarren. Foto: pixabay / Stevebidmead

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Gold/Silber

Goldpreis scheitert an wichtigen Widerständen

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Von

Eine Analyse der Perspektiven für den Goldpreis von Karsen Kagels

 

Goldpreis scheitert an wichtigen Widerständen und fällt unter $1.500

Der abgebildete Monatschart (mit logarithmischer Skalierung) zeigt die Kursentwicklung des in New York gehandelten Gold-Futures (GC) seit Anfang 2010 bei einem letzten Kurs von $1.495,7. Jeder Kursstab stellt die Kursbewegung für einen Monat dar.

Der Goldpreis hat auch in der vergangenen Woche seinen Aufwärtstrend nicht weiter fortsetzen können und ist zum Wochenschluss wieder unter die wichtige $1.500 Marke gefallen, die einen starken psychologischen Widerstand darstellt.

Das aktuelle Jahreshoch liegt aktuell bei $1.566,2 und somit nur etwas mehr als $20 unter der 61,8 % Fibonacci Korrektur, die sich bei $1.588,2 befindet, wie man im Chart kann. Auch dieses viel beachtete Kursniveau ist ein wichtiger Widerstand, der auf steigende Kurse drücken kann.

Wie geht es weiter mit der Kursentwicklung des Goldpreises?

Aus Sicht des Monatcharts liegt ausgehend vom Vorjahrestief bei $1.167,1 ein definierter Aufwärtstrend vor. Die Wahrscheinlichkeit für längerfristig weiter steigende Kurse am Goldmarkt beträgt somit etwa 60 %. Allerdings konnte der zurzeit relevante charttechnische Widerstand bei $1.526,7 (Tief des Jahres 2012 und rote horizontale Linie im Chart) nicht überschritten werden, was negativ zu werten ist.

Nach dem kräftigen Kursanstieg der letzten vier Monate können jetzt durchaus weitere Gewinnmitnahmen einsetzen, die den Goldpreis möglicherweise in Richtung Augusttief ($1.412,1) drücken.

Der Aufwärtstrend würde erst dann wieder bestätigt werden, wenn das Jahreshoch bei $1.566,2 überschritten wird.

 

Mehr von Karsten Kagels unter https://www.kagels-trading.de/chartanalysen/

 

Der Goldpreis ist wieder unter die psychologisch wichtige Marke bei 1500 Dollar gefallen

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