Folgen Sie uns

Aktien

Dirk Müller: Achtung beim aktuellen Kursanstieg – „Ganz andere Hintergründe“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Dax und Co fallen wieder? Dirk Müller sieht die Börsenkrise noch nicht beendet

Dirk Müller ist ein fleißiger Kommentator der aktuellen Börsenlage im Zuge der Coronakrise. Zuletzt hatten wir berichtet über seine Aussagen zu den „dramatischen Folgen der Corona-Krise“ (siehe hier). Auch berichteten wir über seine Meinung, dass dieser Börsencrash der letzten Wochen kein Zufall gewesen sei (mehr dazu hier). Aktuell bespricht Dirk Müller den Pullback bei Dax und Co der letzten Tage, also die steigenden Kurse nach dem großen Crash. Was steckt dahinter?

Dirk Müller mit Theorie warum die Kurse steigen

Der deutsche Leitindex war ab dem 20. Februar von 13.750 Punkten bis auf ein Niveau um die 8.000 Punkte am 19. März gefallen. Seitdem ging es bis jetzt wieder aufwärts auf 10.700 Punkte. Ein gutes Stück des Crash wurde wieder aufgeholt. Und alle Börsianer fragen sich: Kann ich jetzt wieder einsteigen? Ist der Anstieg gesund, ist er nachhaltig? Oder kommt ein zweiter Abwärtsschub, der den Dax nochmal tiefer als 8.000 Punkte fallen lässt? Es gibt neben Dirk Müller auch andere Mahner (siehe hier). Diese Fragestellung hatten auch wir schon mehrmals thematisiert. Der seit Jahrzehnten dem deutschen Börsenpublikum als gnadenloser Optimist gute bekannte Heiko Thieme hat da eine klare Meinung (siehe hier). Dirk Müller äußert sich im folgenden Video mit einer klaren Meinung, warum die Kurse die letzten Tage gestiegen sind.

Ganz andere Hintergründe als man denken würde

Laut Dirk Müller gibt es ganz andere Hintergründe für den jüngsten Anstieg im Dax. Es gehe nämlich um den gigantischen Billionen-Markt für Schrottanleihen. Dort hatten die letzten Wochen viele große Anleger Positionen, die zu einem Problem wurden. Denn die Kurse fielen, und es gab keine Liquidität – weil niemand diesen Schrott kaufen wollte. Dann aber, so erwähnt es Dirk Müller, hätten die Notenbanken vor Kurzem auch damit angefangen dem Markt anzubieten, dass man auch diesen Schrott aufkaufe. Damit sei der Markt für die Schrottanleihen wieder liquide geworden.

Um die Verluste in den Schrottanleihen abzusichern, hätten viele Profis laut Dirk Müller sogenannte Cross Hedges gemacht (Erklärung für Hedging hier). Sie hätten als Ersatz zum Beispiel Index-Futures verkauft auch auf den Dax? Bei einem fallenden Index-Futures hätten sie Gewinne gemacht, und damit die Verluste in den Schrottanleihen kompensiert. Jetzt, wo die Notenbanken auch die Schrottanleihen aufkaufen, würde der Grund für den Index-Short-Trade wegfallen. Die Profis würden ihre Shorts auflösen und die Futures kaufen. Dies habe die Kurse jüngst nach oben gepusht. Es sei also kein gesunder Anstieg bei Dax und Co, so sagt es Dirk Müller.

Laut Dirk Müller keine richtige Erholung

Man sehe derzeit keine breite Aufwärtsbewegung bei vielen Aktien, sondern einen Move der starken Aktien, als Folge dieses Cross Trades. Man solle laut Dirk Müller also nicht in die Märkte reingehen nach dem Motto „Die Krise ist vorbei“. Die Krise sei nicht vorbei, ganz im Gegenteil! Die großen US-Banken hätten riesige Rückstellungen für anstehende Kreditausfälle gemacht (siehe hier der US-Branchenführer mit 7 Milliarden Dollar). Die Gewinnerwartungen an die Unternehmen seien jetzt immer noch viel zu optimistisch. Was man in den nächsten Quartalen sehe, werde zu großen Enttäuschungen führen. Also, Dirk Müller sieht anders als Heiko Thieme die derzeit steigenden Kurse nicht als echte, gesunde Erholung an.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

weiterlesen

Aktien

fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen