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Dollar-Schwäche ideal für Gold- und Silberminen?

Gold Dollar Silber

Der US Dollar-Index hat seinen Aufwärtstrend gebrochen – profitieren Minen-Aktien (Gold und Silber) von einer Schwäche des Dollars?

Einer der fundamental bewegenden Kräfte an den weltweiten Finanzmärkten ist der US-Dollar. Und gerade in Krisenzeiten sehen viele Investoren den US Dollar als letzten, „sicheren Hafen“ an. Das hat dem US-Dollar seit Beginn des Ukraine-Krieges ordentlich Auftrieb gegeben. Wertet die amerikanische Währung aber zu stark gegenüber den anderen wichtigen Währungen auf, deutet das meist auf Stress im Finanzsystem hin.

Die Gründe dafür sind vielseitig und hier nicht das Thema dieses Artikels. Denn mit der US Dollar-Stärke scheint es vorerst vorbei zu sein. Es gibt zwei Währungs-Indizes, die einen US-Dollar Basket abbilden und die ihren diesjährigen Aufwärtstrend jüngst verlassen haben. Das bedeutet, der US Dollar wird aktuell relativ zu den anderen Währungen schwächer. Interessant also die Frage, wie man als Anleger diesen neu entstehenden Trend gewinnbringen ausnutzen kann. Wer profitiert also von einem schwachen US Dollar am meisten?

Beginn eines neuen Trends im US Dollar-Index?

Es gibt zwei maßgebliche Dollar Basket Indizes, den von der FED berechneten Trade Weighted US Dollar Index (TWEXB) und den US Dollar Index (USDX oder DXY). Der US Dollar Index wird aus dem US Dollar und sechs weiteren Währungen gebildet, wobei der Euro mit 57,6 Prozent am höchsten gewichtet ist. Wikipedia schreibt weiter: „Zusammenhänge zu Rohstoffindizes sind erkennbar. Ein fallender U.S. Dollar Index bedeutet tendenziell steigende Rohstoffpreise. Dies gilt insbesondere für die Agrarrohstoffe und den Ölpreis. Selbst der Goldpreis korreliert mit einem fallenden Index.“ Wie reagieren also Gold und Silber auf den fallenden US Dollar? Hier ein Chart des US Dollar Index relativ zum Gold- und Silberpreis seit Jahresanfang:

Dollar Gold und Silber

Während bis Mitte April der steigende Dollar noch von den Edelmetall-Märkten weitestgehend ignoriert wurde, gerieten diese mit weiter steigendem Kurs massiv unter Druck. Der US Dollar Index (blaue Linie) erreichte am 26. September seinen bisherigen Hochpunkt. Der Silber und der Goldpreis markierten an diesem Tag jeweils ein Zwischen- und ein Jahrestief. Der Silberpreis hatte schon Anfang September sein bisheriges Jahrestief markiert, denn Silber reagiert wie der Chart zeigt noch elastischer auf die Preisbewegungen im US Dollar.

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Die Impulswelle, die nun den US Dollar Index aus seinem Trendkanal ausbrechen ließ, war ebenfalls Startpunkt für eine impulsive Aufwärtsbewegung beim Silber- und beim Goldpreis. Seit dem 26. September hat der Goldpreis mit einem Plus von 7,38 Prozent in etwa den Verlust im US Dollar Index invers abgebildet (-7,05 Prozent). Der Silberpreis hingegen hat fast 16 Prozent hinzu gewonnen. Angenommen, der Abwärtstrend im US Dollar Index ist nachhaltig, könnten der Silber- und der Goldpreis weiterhin davon profitieren.

Gold- und Silberminen-Aktien-ETFs

Wie kann man nun, außer mit CFDs auf den Silber- und Goldpreis, von dieser Preisentwicklung profitieren? Minen-Aktien sind eine Option: Der größte Minenbetreiber der Welt ist Glencore, der größte Goldminenbetreiber ist Newmont Mining und der größte Silber-Schürfer ist Wheaton Precious Metals. Alle drei Minen-Aktien wurden schon auf Finanzmarktwelt vorgestellt. Aber anstatt die Nadel im Heuhaufen zu suchen, sollte man vielleicht lieber den ganzen Heuhaufen kaufen. Das war eines der „Zehn Gebote des Investments“ – die auch hier auf finanzmarktwelt.de vorgestellt wurden. Wer also den Heuhaufen kaufen will, findet entsprechende Indizes. Der Gold Miners Index (GDX) und der Junior Gold Miners Index (GDXJ) und die Pendants für Silber – der Silver Miner Index (SIL) und der Junior Silver Miners Index (SILJ). Hier ein Chart mit allen vier ETF-Indizes relativ zum US Dollar Basket Index seit dem 26. September:

Dollar Index ETF

Während der US Dollar Index sieben Prozent an Wert verloren hat, gewinnen Gold- und Silberminen-Aktien zwischen 30 und knapp 35 Prozent hinzu. Hier ein paar Daten zu diesen ETFs:

Der Global X Silver Miners ETF (SIL) investiert in die 34 größten Silberproduzenten dieser Welt, der Länderschwerpunkt liegt in Kanada, die größte Position im Fond ist Wheaton Precious Metals mit 23,4 Prozent. Die Jährliche Gebühr für diesen ETF beträgt 0,65 Prozent.
Der ETFMG Prime Junior Silver Miners ETF (SILJ) investiert in 55 Small Caps Silber-Minen, der Länderschwerpunkt ist ebenfalls in Kanada und die größte Einzelposition ist die First Majestic Silver Corp mit einem Anteil von 13,44 Prozent. First Majestic Silver Corp hat aktuelle eine Marktkapitalisierung von 2,5 Milliarden US Dollar. Die jährliche Gebühr für diesen ETF beträgt 0,69 Prozent.

Der VanEck Gold Miners UCITS ETF (GDX) investiert in 49 Goldminen-Aktien, die größten Einzelpositionen sind Newmont Mining (12,86 Prozent), Barrick Gold (10,24 Prozent) und Franco Nevada (9,07 Prozent), der Länderschwerpunkt liegt in Kanada, den USA und Australien. Die Jährliche Gebühr für diesen ETF beträgt 0,53 Prozent.

Der VanEck Junior Gold Miners UCITS ETF (GDXJ) investiert in 97 „Aktien kleiner Goldminengesellschaften, von denen sich einige in einem frühen Stadium der Exploration befinden.“ Die größte Einzelposition ist Yamana Gold Inc mit 5,8 Prozent. Yamana Gold hat eine Marktkapitalisierung von 5,09 Milliarden US Dollar. Der Länderschwerpunkt liegt auch hier in Kanada und Australien. Die Jährliche Gebühr für diesen ETF beträgt 0,55 Prozent.

Mit diesen vier ETFs deckt man also fast den gesamten Gold- und Silberminen Markt ab und investiert in den großen „Heuhaufen“. Wer nur auf einen weiter fallenden US Dollar Basket wetten möchte, kann dies mit dem Invesco DB USD Index Bearish ETF tun. Bitte beachten Sie, dass es sich hier nur um eine Spekulations-Idee handelt, und das auch genau das Gegenteil passieren kann.

Kursdaten aus https://de.tradingview.com

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1 Kommentar

  1. Der Dollar hat seit 1971 gegenüber Gold etwa 97,7 % seiner Kaufkraft verloren.
    Die letzten 2,3 % schafft er auch noch.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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