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Gold/Silber

Goldpreis will seit Tagen einfach nicht steigen – hier die Gründe

Claudio Kummerfeld

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Goldbarren

Eigentlich sollte der Goldpreis doch steigen? Seit Tagen und Wochen fällt der US-Dollar, und zwar deutlich. Der Währungskorb „US Dollar Index“ zeigt dies deutlich. Seit dem 10. Oktober sieht man hier den steigenden Euro vs US-Dollar im Vergleich zum fallenden Dollar-Index. Der schwache US-Dollar sollte eigentlich nach „Standard-Muster“ nicht nur den Euro hoch pushen, sondern auch den Goldpreis.

US Dollar Index vs EURUSD

Goldpreis ist richtungslos

Aber der Goldpreis steigt nicht. Im folgenden Chart sehen wir die Entwicklung von Gold in US-Dollar ebenfalls seit dem 10. Oktober. Fast die ganze Zeit über gibt es hier eine ziemlich müde Seitwärtsrange. Nur warum? Einerseits könnte/müsste/sollte der Goldpreis im Zuge des schwachen US-Dollar ansteigen. Aber es gibt da ja noch den Herdentrieb der großen institutionellen Anleger und Spekulanten. Ist das Risiko hoch, geht man ins Gold. Ist es vermeintlich gering, geht man wieder raus aus diesem Sicheren Hafen und kauft zum Beispiel Aktien. Und die Quartalssaison in den USA ist in den letzten Tagen relativ ordentlich angelaufen. Und so waren US-Aktien in den letzten Tagen ziemlich gut gefragt, wenn auch bei geringen Umsätzen. So gibt es nun also Argumente für einen steigenden und fallenden Goldpreis, und so haben wir am Goldmarkt aktuell ein Unentschieden.

Die London Capital Group beispielsweise drückt die Lage beim Gold aktuell folgendermaßen aus (übersetzt): Der Goldpreis ging auf 1481 Dollar pro Unze zurück. Die Abwärtsrisiken überwiegen, da die Anleger ihre spekulativen Netto-Longpositionen, die im September ein Dreijahreshoch erreichten, reduzierten. Bislang wurden weniger als 20% der im vergangenen Jahr errichteten nicht-kommerziellen Long-Positionen geschlossen. Dies bedeutet, dass es ein gutes Potenzial für eine tiefere Abwärtskorrektur beim Gold gibt. Verbesserte US-Renditen und sinkende Inflation sind weitere Faktoren, die einen weiteren Ausverkauf des gelben Metalls unterstützen.

Aktien und Anleihen aktuell attraktiver

Und ja, so wollen wir ergänzen. Wie die LCG es schreibt, ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen seit dem 10. Oktober von 1,55% auf 1,79% angestiegen. Höhere Renditen in Anleihen machen Gold als Anlage natürlich nochmal weniger attraktiv, zusätzlich zu den steigenden Aktienkursen. Und auch nochmal zu den Positionen am Terminmarkt, welche die LCG erwähnt hat. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC veröffentlicht regelmäßig die Positionen der Terminhändler in diversen Futures, so auch für Gold-Kontrakte. In der Woche zum 15. Oktober reduzierte sich das Volumen der kumulierten Netto-Long-Positionen bei Gold von 310.900 auf 288.300 Kontrakte.

Also: Aktuell ist vor allem dank attraktiverer Aktien und Anleihen die Luft bei Gold wohl etwas raus, und die Abwärtsrisiken überwiegen. Da kann selbst der sehr schwache Dollar dem Goldpreis nicht helfen. Aber im großen Bild, da sollte man die Unsicherheiten doch nicht ausblenden. Wie schnell kann der Handelskrieg wieder eskalieren, oder ein neuer Drohnenangriff am Golf die dortige Lage aufheizen uvm? Auch der Drang der Notenbanken immer mehr Gold zu kaufen, bleibt im Hintergrund ein wichtiger Faktor. Gold-Bullen sollten auf längere Sicht also die Hoffnung nicht aufgeben.

Goldpreis seit 10. Oktober

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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Gold/Silber

Gold: Rekorddaten und Ausblick für 2021 durch World Gold Council

Jörg Bernhard

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Für das abgelaufene Jahr meldete der World Gold Council (WGC) diverse Rekorde im Marktsegment der Gold-ETFs und kommunizierte zudem seinen Ausblick zur Entwicklung der Goldmärkte im Jahr 2021.

Gold: Rekordlaune bei Investments in ETFs

Bedingt durch die Coronakrise haben verunsicherte Investoren im Jahr 2020 in großem Stil Gold in Form von physisch hinterlegten ETFs gekauft. Im September kletterten zum Beispiel die Goldbestände von insgesamt 83 erfassten ETFs auf 3.880 Tonnen und einen Marktwert von insgesamt 235,4 Milliarden Dollar. Beide Werte stellten einen neuen Rekord dar. Zum Jahreswechsel stellten sich Werte von 3.751,5 Tonnen bzw. 228,1 Milliarden Dollar ein.

Ein weiteres Allzeithoch wurde aber auch bei den registrierten Gold-Zuflüssen registriert. Mit 877,1 Tonnen Gold wurde der Vorjahreswert in Höhe von 398,3 Tonnen um 120 Prozent und das im Jahr 2009 erzielte bisherige Allzeithoch in Höhe von 649 Tonnen um 35 Prozent übertroffen. In Nordamerika waren Gold-ETFs übrigens besonders stark gefragt. Dort erhöhten sich die Bestände dieser Form von Papiergold innerhalb eines Jahres um 563,3 Tonnen. Der zweitstärkste Appetit war mit 259,9 Tonnen in Europa auszumachen, womit diese beiden Regionen fast 94 Prozent der weltweiten ETF-Nachfrage repräsentiert haben.

Ausblick für 2021 tendenziell optimistisch

In einem weiteren Statement veröffentlichte der WGC seinen Ausblick für das Jahr 2021. Dessen Analysten gehen davon aus, dass Investoren dauerhaft niedrige Zinsen in riskantere Anlageklassen locken könnte. Weil dies mit steigenden Haushaltsdefiziten, wachsenden Inflationssorgen und hohen Aktien-Bewertungen einhergehen dürfte, rechnet die internationale Interessenvertretung der Goldminenindustrie mit einer stabilen Investorennachfrage, während die Konsumentennachfrage dank einer wirtschaftlichen Erholung anziehen könnte.

Die Performance des Goldpreises hängt laut WGC von insgesamt vier Faktoren ab, von denen zwei von strategischer und zwei von taktischer Natur seien. Zur erstgenannten Gruppe gehören das wirtschaftliche Wachstum sowie das Maß an Verunsicherung. Von taktischer Bedeutung seien die Opportunitätskosten und das Momentum.

Fazit

Der WGC rechnet für 2021 mit einer positiven Performance von Gold, wenngleich in gedämpfter Form. Als wichtigsten Grund für diese Erwartungshaltung wurde die Aussicht auf eine höhere Konsumentennachfrage in China und Indien, gefolgt von der Chance auf dauerhaft niedrige Zinsen und dem damit verbundenen Wegfall von Opportunitätskosten (Zinsverzicht bei Gold) genannt.#

Hier finden Sie zusätzliche Informationen des World Gold Council..

Gold dürfte auch 2021 gesucht sein

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