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Immobilien: 1,2 Billionen Euro neue Kredite in 2018 – noch kein Problem, aber…

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Die Deutschen machen immer mehr neue Schulden für den Kauf von Immobilien, also Häuser und Eigentumswohnungen. Im Jahr 2018 waren es insgesamt (inklusive Selbstständige) 1,2 Billionen Euro neue Schulden, wie laut aktuellen Berichten die Bundesregierung den Grünen auf Anfrage mitgeteilt hat. Ohne Selbständige waren es im letzten Jahr 995 Milliarden Euro neue Schulden für den Kauf von Immobilien. Das Volumen dieser Kredite stieg in zehn Jahren um gut 1/4.

Diese Schuldensause ist gut nachvollziehbar. Immobilien als Geldanlage fürs Alter werden immer wichtiger beziehungsweise interessanter. Durch die abgeschafften Zinsen für Spareinlagen drängen auch private Anleger in Aktien und Immobilien als Geldanlage. Und der Hauptgrund, so darf man es mit klarem Verstand vermuten: Der Deutsche ist baufreudiger denn je, weil die Banken dank der EZB den Kreditzins für Baufinanzierungen fast auf Null gesenkt haben. Die Zinsersparnisse für die Häuslebauer sind enorm. Wenn nicht jetzt bauen, wann dann? So werden es sich viele Menschen denken, und das zu recht. Denn die Zinsersparnis auf 20 oder 30 Jahre Laufzeit ist gigantisch. Geworben wird aktuell schon mit Finanzierungskosten von 0,37%.

Kein free lunch beim Immobilien-Boom

Aber wie alles im Leben gibt es auch beim Hausbau keinen “fee lunch”, also kein problemfreies Glück. Selbst wenn der Zins auf 0 sinkt. Die hohe Schuldenbelastung der Häuslebauer bleibt nun mal, und das für Jahrzehnte. Und sie haben in der Regel ihre Grundstücke oder Immobilien zu verdammt hohen Preisen erworben. Und bei Neubauten kommt hinzu, dass die Baukosten dank immer höherer Handwerkerrechnungen auch steigen. Denn die Handwerker sind voll ausgelastet, und verlangen immer höhere Stundensätze – der freie Markt eben! Also hat der Häuslebauer dank Immobilien-Hausse derzeit immens hohe Kaufkosten, auch bei quasi kaum noch vorhandener Zinslast.

Gestern veröffentlichte Daten zeigen bereits einen deutlichen Rückgang beim Bauboom in Deutschland. Auch die Rezession in der Industrie ist inzwischen mehr als sichtbar. Seit Monaten sind die Auftragseingänge sowie auch die tatsächliche Industrieproduktion schon deutlich rückläufig. Zahlreiche große Konzerne bauen gut bezahlte Arbeitsplätze ab. Für den einzelnen Bürger kann das bedeuten: Findet man nach seiner Entlassung nicht rasch einen neuen gut bezahlten Job, hat man dank Hausbau einen riesigen Schuldenberg an der Backe, und kann aber die monatliche Rate nicht mehr schultern. Zwangsversteigerung, Überschuldung etc könnten für viele Betroffene die Folgen sein.

Sicherlich wird die Lage nicht so dramatisch werden wie bei der großen Finanzkrise 2008 in den USA. Denn Immobiliendarlehen bei den Amerikanern werden so locker gesehen wie eine Dispo-Erhöhung auf dem Girokonto in Deutschland. Hierzulande kommen sehr viel weniger Menschen an einen Immobilien-Kredit als in den USA, von daher werden auch die Ausfallraten in einer deftigen Wirtschaftskrise in Deutschland wohl kaum so hoch ausfallen wie damals bei den Amerikanern. Aber es kann zu Verwerfungen kommen. Wie gesagt. Die Schuldenlast steigt deutlich an, denn die niedrigen Zinsen sind verführerisch. Und die Wirtschaftskrise ist gerade voll im Start begriffen, wodurch gut bezahlte Jobs verloren gehen werden, hinter denen sicherlich oft auch Häuslebauer mit frisch aufgenommenen Darlehen stehen.

Immobilien Hausbau Beispielfoto
Beispielfoto für Hausbau. Foto: pixabay / ID 2211438

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    tm

    6. September 2019 10:50 at 10:50

    “Das Volumen dieser Kredite stieg in zehn Jahren um gut 1/4.”

    Also 25% in 10 Jahren = 2,25% p.a. als Schuldensause zu bezeichnen, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Tatsächlich ist die Schuldenquote der Privathaushalte angesichts dieses mickrigen Anstiegs in den vergangenen Jahren deutlich gefallen: https://tradingeconomics.com/germany/households-debt-to-income (und liegt zudem ähnlich hoch/niedrig wie in den USA).

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    Marin

    6. September 2019 11:13 at 11:13

    Auf diesen “Trick” fallen so viele rein “Die Zinsersparnisse für die Häuslebauer sind enorm. “. Aber daran sieht man, dass die meisten nicht rechnen können.

    Kaufen sich eine Immobilie auf Kredit und fast ohne Zinsen, vergessen aber dabei, dass die Zinsersparnis durch die enormen Anschaffungskosten mehr als aufgefressen werden. Beispiel: Immobilie X kostete 2014 200.000,- € bei Zinssatz von 4 %. Immobilie X kostet heute 2019 300.000,- € bei Zinssatz 2%.

    Das nenne ich mal eine super Geschäft. Aber typisch Deutsch, locke ihn mit 100 € und zocke hintenrum 1000 € ab.

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    Zimmermann

    6. September 2019 11:32 at 11:32

    Die Ausfallraten in Deutschalnd sind marginal. Ohne eine Eigenanteil von 25-30% bekommen Sie in der Regel bei uns gar keine Finanzierung. Nur bei sehr solventen Kunden, kann schon mal eine 100% Finanzierung sein. Das sind Ausnahmen und ohne Risiko für Ausfall.

    Aus diesem Grund kann ich die Mär einer Immobilienblase in unserem Land wirklich nicht mehr hören. Die gab es auch noch nie.

    Das ist der erhebliche Unterschied als in den USA. Da wird auch finanziert, auch wenn die Kreditkarte hoffnungslos überzogen ist.

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    BrettonWood

    6. September 2019 11:37 at 11:37

    Viel hässlicher wird es dann wenn eine Deflationäre Spirale Einsetzt welche den Wert der Liegenschaften senkt die Verschuldung aber hoch bleibt, meistens haben Verträge Nachschussklauseln für den Fall das die Finanzierung den Wert übersteigt, das können viele nicht womit viele in der Zwangsversteigerung landen, was die Preise noch mehr unter Druck beingt und noch mehr Immobilienpreise in den Abgrund zieht….daher ist Deflation auch so ein riesen Problem Hauptsächlich für den Schuldner….wenn eine solche käme wie zB Markus Krall denkt dann haben wir dann eine Sause

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    Chris

    7. September 2019 10:21 at 10:21

    Wenn die einzelne Bank ihr eigenes Überleben als Hauptziel setzt, könnte sich die Zwangsversteigerungsquote kurzfristig rasch erhöhen. Es wird jedoch erkannt werden, dass sie mit ihrer Handlung ihre eigene Bankbilanz verschlechtern. Sie müssten den Wert aller ihrer Immobilien korrigieren.
    Des Weiteren kann die Kapazität im Abwicklungsbereich nur langsam aufgestockt werden, Gutachter, Gerichte, Notare, …, dies wird den Prozess bremsen. Sobald man nicht zu den 20% risikoreichsten Finanzierenden gehört, wird man den Buchverlust gut überstehen.

    Einzig bei einem Verkauf seiner Immobilie und Umschichtung in andere Vermögensklassen könnte zum Realisieren der Buchverluste führen.

    Eine Restbeleihung von 60 % ist relativ sicher, da viele zu 80 % beleihen. Während Aktien in Millisekunden neu bewertet werden, dauert dies bei Immobilien Jahre, der Kauf/Verkauf Monate bis Jahre. Die Preise müssen einzeln errechnet werden, da die Objekte nicht standardisiert sind.
    Auch eine räumliche Vergeichbarkeit ist nicht gegeben.

    Das Risiko des Verlustes besteht in durch Versicherungspolicen nicht abdeckbaren Ereignissen, wie (Bürger)Krieg, große Naturkatastrophen oder staatliche Eingriffe, wie die Mietpreisbremse.

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      Johannes

      7. September 2019 13:47 at 13:47

      @Chris, ich denke, dass Sie aus persönlicher Enttäuschung als Betroffener die Mietpreisbremse bzw. in Ihrem Fall von Bestandsmietern eigentlich den Mietendeckel und damit die seit fast 20 Jahren geltende Kappungsgrenze etwas überbewerten. Das zeigt auch schon die Tatsache, dass Sie diese in einem Atemzug mit (Bürger)Krieg und großen Naturkatastrophen nennen. Im Falle der Mietpreisbremse, also einer Neuvermietung, könnten Sie zudem ja bis zu 10% über das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel gehen.

      Eine Entspannung der Immoblase, weniger Neubautätigkeit und damit einhergehende Preissenkungen bei Baukosten und Handwerksarbeiten, verbunden mit einer eher weiteren Verschärfung der Knappheit an Mietwohnungen, würde Ihnen als Vermieter nur Vorteile bringen. Schönheitsreparaturen und Instandhaltungsarbeiten würden schneller und kostengünstiger durchgeführt werden, die Mietpreise können auf dem horrenden derzeitigen Niveau verbleiben.

      Das derzeitige Problem liegt in hohem Maße auch an dem gestiegenen Pro-Kopf-Wohnraumbedarf in qm und dem stark gestiegenen Bedarf an Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Eine typische Großbaustelle bei uns sieht etwa folgendermaßen aus: Abgetragener Mutterboden mit hunderten Metern an Bauzaun rundherum. Auf dem Bauzaun prangen riesige Banner mit etwa folgendem Inhalt: Hier entstehen 250 neue 4-, 3- und 2-Zimmer Eigentumswohnungen von 160 bis 65 qm Wohnfläche. Verkauft: 249 Wohnungen. Frei: 1 Wohnung.

      Bereits vor Baubeginn haben sich die Bauträger also das Geld von den zukünftigen Eigentümern bereits besorgt. Das Risiko der Bauträger geht gegen Null, die Ausfallrisiken durch die Eigentümer sind aufgrund der relativ “geringen” Kosten einzelner Wohneinheiten überschaubar.

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        Chris

        8. September 2019 12:44 at 12:44

        @Johannes

        Ich hoffe nicht, dass die Käufer so dumm sind, Vorauszahlungen zu leisten.

        Bauträger treten immer in Vorleistung. Zunächst müssen sie Grundstückskauf, Baugenehmigung, Abriss, Vermessung, Architekt, Statiker, Notar, Grundbuchamt, Versicherung, Werbung, Kundenbetreuung finanzieren. Das Grundstück wird zwar beliehen, aber zu einen geringeren Wert, dem Beleihungswert. Dann erhalten sie, je nach Objekt, eine kleine Reservierungsgebühr vom zukünftigen Käufer und der Aushub beginnt.

        Die Zahlung an den Bauträger erfolgt immer nach Abschluss eines Baufortschritts, so wird es auch bei der Bank finanziert.

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    Chris

    7. September 2019 14:39 at 14:39

    Warum staatliche Eingriffe so gefährlich sind? Sie wirken ohne lange Vorlaufzeiten auf den Großteil der Immobilien und zwar über das Ertragswertverfahren.

    Die Wertermittlungsverordnung (WertV) regelte in Deutschland allgemeine Grundsätze für die Ermittlung von Verkehrswerten bei Immobilien. Die WertV regelte damit die Auslegung der Verkehrswertdefinition in § 194 BauGB. Die Gutachterausschüsse müssen die WertV verbindlich anwenden.
    Die in der WertV geregelten Wertermittlungsverfahren nennt man auch normierte Verfahren:

    Vergleichswertverfahren nach § 13 bis 14 WertV
    Ertragswertverfahren nach § 15 bis 20 WertV
    Sachwertverfahren nach § 21 bis 25 WertV.

    Hier geht der Reinertrag aus den zukünftigen Mieten und Bewirtschaftungskosten unmittelbar und mittelbar, über den Liegenschaftszins ein, wenn der Reinertrag durch Mietpreisbremse, Mietpreisdeckel, Bestellerprinzip oder nicht mehr anrechenbare Nebenkosten, Stichwort Grundsteuer, sinkt. Die Entwicklung der Bodenpreise lasse ich in der Betrachtung außen vor.

    Stärker betroffen sind Gebäude mit langer Nutzungsdauer, also Neubau und kernsanierte Gebäude, durch den höheren Vervielfältiger.

    Man kann am Beispiel, siehe Link, die Miete auf 4 € absenken, wie in Berlin geplant und die Bewirtschaftungskosten um 1000 EUR anheben, Bestellerprinzip oder um 3000 EUR, erhöhte Grundsteuer nicht mehr auf den Mieter umlegbar und die neuen Ertragswerte ermitteln.

    https://www.immobilienscout24.de/immobilienbewertung/ratgeber/wissen/verfahren/ertragswertverfahren.html

  7. Avatar

    Johannes

    7. September 2019 22:19 at 22:19

    @Chris, vermutlich habe ich Sie völlig missverstanden. Bisher war ich der Meinung, Sie seien ein privater Vermieter eines “eigentlich zur Eigennutzung” erstandenen Häuschens in einer gefragten Gegend am Rande Frankfurts, mit einer äußerst sozialen Einstellung gegenüber den Bestandsmietern.
    https://finanzmarktwelt.de/genehmigte-wohnungen-zeigen-bauboom-laesst-gesamtkonjunktur-im-stich-136791/

    Ihre Kenntnis und Darlegung von Ertragswertverfahren, Wertermittlungsverordnngen usw. erinnert dagegen eher an kommerzielle Spekulationsinteressen. Worum genau geht es Ihnen in dem Beitrag zu staatlichen Eingriffen? Ein vor mehreren Jahren erworbenes Haus an der Peripherie zu Frankfurt in Bestlage (Kat. 4 von 4) sollte doch eine Perle für jeden Anleger mit Ihrem Wissen sein.

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      Chris

      8. September 2019 11:56 at 11:56

      @Johannes

      Ja, wir haben das Haus vor über 20 Jahren zur Eigennutzung erworben.
      Da die Eigennutzung dann problematisch war, haben wir mit einem Bauträger gebaut und ich habe den Rohbau zusammen mit meiner Familie fertiggestellt.

      Da wir freiberuflich tätige Eltern waren, hatten wir uns um drei große Vermögens-/Schuldenblöcke zu kümmern.

      Jeder dieser Blöcke hatte einen höheren Haftsbetrag, als ein deutscher Durchschnittsbürger in seinen ganzen Leben an Steuern und Abgaben zahlt, quasi beim Scheitern nur eines der drei Zieles stand Pfändung bis zum Tod, das Wohlverhalten betrug damals nach Gäubigereinigung 30 Jahre.

      Es wäre wohl fahrlässig sich nicht in die einzelnen Themen einzuarbeiten und sich fortwährend weiterzubilden.
      Dazu ist man sogar gesetzlich verpflichtet, ich muss also das Grundwissen eines Verwalters mir erarbeiten, sonst kann ich nicht beurteilen, ob er sich gut um das Objekt kümmert und verantwortlich bleibe ich auch. Gibt es Probleme wird abends der Vermieter angerufen. Natürlich muss ich die Versicherungs- und Beleihungswerte der Objekte kennen. Der Ermittlung des Beleihungswertes änderte sich vom Sach- auf das Ertragswertverfahren. Außerdem erarbeitete ich mir ein Grundwissen im Erbbaurecht, da wir unser Grundstück nur von der Kirche pachten konnten.

      Man kann Verantwortung nicht auslagern, andererseits wächst man daran und bleibt nicht infantil.

      Ein wichtiges Beispiel, Sie können die Verantwortung für Ihre Gesundheit nicht auf den Arzt übertragen und benötigen ein Grundwissen, wie vermögen Sie sonst richtige Entscheidungen zu treffen?

      Es gibt also Themengebiete in die ich mich einarbeiten musste, für heutige Lebensverhältnisse zahlreiche. Ich bin so aufgewachsen.
      Wenn ich dauerhaft mit einem Thema zu tun habe, notwendiger Weise oder weil es mich interessiert, arbeitete ich mich ein.

      Und da die Gesetze, Verordnungen und die Rechtsprechung sprunghaft geworden sind, ist meine Antwort Risikominimierung, Minimalismus und Abwarten.

      Ja, ich würde die Beschlüsse der Regierungen mit Bombeneinschlägen vergleichen und sie fordern Menschenleben, weniger direkt als indirekt, Millionen von Menschenjahren für die großen Fehlentscheidungen und bisher keine Korrektur.

      Steuern und Abgaben stören die Menschen nicht, wenn sie sinnvoll verwendet werden. Es fehlt die Definition Ziels und die Erreichung, sowie Optionen, die Überlegung der Auswirkungen. Beispielhaft der Satz: “Wir schaffen das.”

      Normale Bürger definieren ein Ziel: Eine abgezahlte selbstgenutzte Immobilie bis zum Renteneintritt, einen neuen PkW der Klasse X in Y Jahren zum Preis Z, den Traumurlaub, die Rücklage für Reparaturen, als Arzt in einer eigenen Praxis in Deutschland zu arbeiten, die Bäckerei der Eltern weiterzuführen und seine Erreichung. Dann beginnt die zielgerichtete Umsetzung, die Überprüfung, die Anpassung des Weges, das Ziel bleibt bestehen.

      Der Gemeinschaft gibt dieses Verhalten Verlässlichkeit, Beständigkeit und Fortschritt. Es nimmt die Sprunghaftigkeit heraus.
      Zum Beispiel vertrauen Sie als Patient darauf im Krankenhaus gut behandelt zu werden. Es haben nicht alle Deutsch sprechenden Ärzte von einem auf den anderen Tag gekündigt, ja dies ist möglich, und arbeiten in der Schweiz, USA und Canada.

      Die Sprunghaftigkeit und Unüberlegtheit unseres staatlichen Überbaus hat etwas von schwarzen Schwänen für die Betroffenen.
      Natürlich gibt es auch eine kleine Gruppe von Profiteuren, ich möchte aber nicht mit dem erzeugten Leid anderer Geld verdienen.

      Warum kommt Afrika wirtschaftlich nicht voran? Der Hauptgrund ist die fehlende Rechtssicherheit und die Eigentumswahrung. Wenn eine Afrikanerin sich auf Kredit eine Nähmaschine anschafft und beginnt Kleidung zu verkaufen, fühlt sich der Nächste bemächtigt Schutzgeld zu erpressen oder gleich den Laden zu plündern. Es ist eine Gesellschaft mit kurzfristiger Zielerreichung, Machtmissbrauch, hoher Gewaltaffinität, Gewalttoleranz und fehlendem Eigentumsrecht.

      Ich sehe, dass Deutschland sich in diese Richtung verändert.

      • Avatar

        Nico

        8. September 2019 12:48 at 12:48

        @Chris. Super Kommentar. Wenn Eigentumsrechte beschnitten werden, wie auch von links/grün präferiert, geht es abwärts. Gutes Beispiel Afrika. Deshalb darf es keine Minuszinsen geben, ohne heftige langfristige Folgen. Der negative Realzins hingegen ist öfters Realität, als es der Sparer annimmt.

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Leonhard Fischer: “Die Märkte sind abgeschafft”! Interview mit Markus Fugmann

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Leonhard Fischer war Vorstand bei der Dresdner Bank und bei der Allianz – derzeit ist er Vorsitzender des Anlageausschusses beim “Zukunftsfonds“. Fischer ist ein Freund klarer Worte – und das stellt er in dem folgendem Interview mit Markus Fugmann eindrucksvoll unter Beweis!

“Es gibt keine Märkte mehr”, sagt Leonhard Fischer – eine Preisfindung über Angebot und Nachfrage finde auch an den Aktienmärkten nicht mehr statt. Da alle anderen Mätkte durch die Notenbanken manipuliert seien, würden die Investoren geradezu in die Aktienmärkte gezwungen. Aufgrund dieses Zwangs wiederum spielten Bewertungen an den Aktienmärkten im Grunde gar keine Rolle mehr.

Die Zinsen sind nun unter der Inflation – wodurch sich die Kreditaufnahme rentiere. Priveligiert sei, so Fischer, wer Zugang zu Krediten habe, ob auf staatlicher Ebene (Deutschland mit unbegrenztem Kreditzugang), oder auf persönlicher Ebene (Beamte, Vermögende etc.). Die anderen, die diesen Zugang nicht hätten (kleine Unternehmen; Geringverdiener), würden dagegen die Zeche bezahlen. Das habe aber nichts mit Leistung zu tun, so Leonhard Fischer.

Leonhard Fischer sagt: wir haben einen Paradigmenwechsel, der sich durch folgende Punkte definiere:

1. Cash ist Trash

2. Es gibt keinen Markt mehr (Angebot und Nachfrage), auch die Börse ist das nicht mehr

3. Pleite gehen ist nur noch für kleine Unternehmen und Normalbürger erlaubt, nicht aber für große Investoren (die Fed zuckte und reagierte schon nach zwei Wochen fallender Märkte – statt Investoren, die überhebelt waren, eben pleite gehen zu lassen)

4. Die arbeitende Mittelschicht sei der große Verlierer, die Vermögenden die Gewinner, die von Transferleistung Lebenden dagegen würden sogar eher leicht profitieren

Leonhard Fischer spricht in folgendem Video auch über die Strategie des “Zukunftsfonds”, der sich nach eher schwachem Start in der Coronakrise sehr gut geschlagen hat. Fischer glaubt nicht an die klassischen Risikomodelle  der Banken (die Algorithmen stammten, so Fischer, aus dem 20.Jahrhundert) – und hat in Sachen Risikomanagement einen ganz eigenen, hochinteressanten Ansatz.

Sehen Sie hier die extrem dichten Aussagen eines der besten Denkers im deutschen Finanzspektrum:

Leonhard Fischer über die Abschaffung der Märkte

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Gleitende Durchschnitte und Moving Averages einfach erklärt

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Der Gleitende Durchschnitt (GD) – auch Moving Average genannt – ist ein Indikator der technischen Analyse. Er berechnet sich fortlaufend aus dem Durchschnitt eines Kurses über eine festgelegte Zeitperiode. Der Durchschnitt bzw. das Gleiten, kommt dadurch zustande, dass sich sein Wert mit jeder Kursveränderung der fortlaufenden Periode anpasst. In einem Candlestick-Chart (Kerzenchart) fallen immer die aktuellsten Kerzen in die vorher festgelegte Periode. Die beiden bekanntesten Gleitenden Durchschnitte sind der „einfache Gleitende Durchschnitt“ (Simple Moving Average – SMA) und der „exponentielle Gleitende Durchschnitt“ (Exponential Moving Average – EMA). Eine der Hauptaufgaben des Indikators ist es einen Trend darzustellen und das Rauschen der Preisschwankungen auszugleichen. Sollte der Kurs eines Wertpapiers über dem gewählten gleitenden Durchschnitt notieren, dann kann man das als ein bullisches Signal werten. Konträr dazu handelt es sich um ein bärisches Signal, wenn der Kurs unter dem Durchschnitt notiert. Auf den Gleitenden Durchschnitten basieren viele Handelsstrategien, insbesondere für Trendmärkte.

Eine Ausweitung der Zeitperiode hilft dabei die Kursverläufe mehr und mehr zu glätten. Dadurch erhält man ein klareres Bild, um die Trends besser zu erkennen. Die Zeitperioden können ganz unterschiedlich sein. Die am häufigsten verwendeten Periodenlängen liegen bei 20, 50 und 200. Die Perioden können sich auf Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Monate beziehen. Es kommt ganz darauf an in welcher Zeiteinheit man handelt. Auf den größeren Zeitebenen, z.B. auf Tagesbasis, spielen der 50 und 200 (SMA50 + SMA200) Tagesdurchschnitt eine große Rolle. Viele Käufer und Verkäufer – Institutionelle wie auch Privatanleger – beobachten diese Gleitenden Durchschnitte und platzieren dort gerne ihre Orders.

Handelsstrategien auf Basis von Gleitenden Durchschnitten

Die Gleitenden Durchschnitte sind die Basis zahlreicher Handelssysteme. Sie können unterschiedliche Handelssignale ausweisen. Wie bereits erwähnt, zeigt der Moving Average zunächst einmal an, in welche Richtung sich der Trend bewegt. Umso kleiner die Periode, umso volatiler bewegt sich die GD-Linie. Ein SMA20 bewegt sich wesentlich schneller als der SMA200. In einem vereinfachten Beispiel kann der 200-Tagesdurchschnitt die Überhitzung eines Kurses andeuten, sollte sich der Kurs sehr weit von der Durchschnittslinie entfernen. Dann kann es passieren, dass der Kurs wieder an den GD-Linie zurückläuft.  Auf der anderen Seite kann er aber auch als Widerstand und Unterstützung dienen.

In den meisten Handelsstrategien werden mehrere Gleitende Durchschnitte miteinander kombiniert. Dabei gibt es keine Standard-Kombination, sondern ist es abhängig von der Zeiteinheit in der gehandelt wird und dem Handelsstil des jeweiligen Traders. Durch das kreuzen der unterschiedlichen Moving Averages kommen die Signale zustande. Kleine Perioden geben schnellere Signale, liefern dabei aber auch mehr Fehlsignale. Wobei sich große Perioden träge bewegen und weniger Signale auslösen. Die meisten Strategien der Gleitenden Durchschnitte beziehen sich auf Trendmärkte. In Seitwärtsmärkten ist die Gefahr von Fehlsignalen erhöht. Der jeweilige Händler sollte die unterschiedlichen Kombinationen auf verschiedenen Zeitebenen testen, um die für sich und seinen Handelsstil besten Signale zu erhalten.

Gleitende Durchschnitte - Moving Average: leicht erklärt

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USA: Fed-Bilanz, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung im Vergleich

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Die Zentrale der Fed in Washington DC

Wie auch in Europa, so wird in den USA in gigantischem Ausmaß gedruckt, gepumpt und verschuldet. Hier schauen wir uns die Orgie des frischen Geldes mal in Form von Charts an, alle seit dem Jahr 2002. Im ersten Chart sehen wir die Bilanz der Federal Reserve. Sie musste in gigantischem Ausmaß jüngst Geld drucken, um damit Staatsanleihen und viele andere Instrumente aufkaufen zu können. Die Bilanz stieg seit 2002 von gerade mal 719 Milliarden Dollar auf aktuell über 7 Billionen US-Dollar! Noch Ende Februar, kurz vor dem Start der ganzen Rettungsorgien, waren es noch 4,1 Billionen US-Dollar.

Bilanz der Fed seit dem Jahr 2002

Im Vergleich zum Wachstum der Fed-Bilanz sehen wir im folgenden Chart seit dem Jahr 2002 die Entwicklung der offiziellen Arbeitslosenquote in den USA. Damals noch bei 5,7 Prozent, stieg sie in der Spitze der Finanzkrise bis auf 10 Prozent an. Dann in den Boomjahren danach die Erholung bis auf nur noch 3,5 Prozent im Februar 2020. Was für eine Vollbeschäftigung! Ein Paradies in jeder Hinsicht? Und dann der große Knall durch die Coronakrise. Binnen weniger Wochen die Explosion der Arbeitslosigkeit auf 14,7 Prozent.

Offizielle Arbeitslosenquote in den USA seit 2002

Die US-Staatsverschuldung, die entwickelt sich völlig unabhängig von Konjunkturzyklen oder Notenbank-Bilanzen! Dies sieht man im folgenden Chart, auch seit dem Jahr 2002. Egal ob während der Finanzkrise oder danach in einem jahrelangen Konjunkturboom, wo der Staat eigentlich Gelegenheit hätte Schulden abzubauen. Die Verschuldung der US-Regierung wächst konstant weiter an, von 6 Billionen US-Dollar im Jahr 2002 auf aktuell über 25 Billionen Dollar, was hier im Chart noch nicht final aktualisiert wurde. Die nächsten Monate wird diese Zahl wohl deutlich anwachsen, aufgrund der Rettungsmaßnahmen in Folge der Coronakrise.

US-Staatsverschuldung seit 2002 wächst kontinuierlich an

Aber zum Schluss nochmal zurück zur Arbeitslosigkeit in den USA. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung seit den 1950er-Jahren. So erkennt man besser die aktuelle dramatische Lage!

Arbeitslosigkeit in den USA seit den 1950er Jahren
Charts: St. Louis Fed

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