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Immobilien: 1,2 Billionen Euro neue Kredite in 2018 – noch kein Problem, aber…

Claudio Kummerfeld

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Die Deutschen machen immer mehr neue Schulden für den Kauf von Immobilien, also Häuser und Eigentumswohnungen. Im Jahr 2018 waren es insgesamt (inklusive Selbstständige) 1,2 Billionen Euro neue Schulden, wie laut aktuellen Berichten die Bundesregierung den Grünen auf Anfrage mitgeteilt hat. Ohne Selbständige waren es im letzten Jahr 995 Milliarden Euro neue Schulden für den Kauf von Immobilien. Das Volumen dieser Kredite stieg in zehn Jahren um gut 1/4.

Diese Schuldensause ist gut nachvollziehbar. Immobilien als Geldanlage fürs Alter werden immer wichtiger beziehungsweise interessanter. Durch die abgeschafften Zinsen für Spareinlagen drängen auch private Anleger in Aktien und Immobilien als Geldanlage. Und der Hauptgrund, so darf man es mit klarem Verstand vermuten: Der Deutsche ist baufreudiger denn je, weil die Banken dank der EZB den Kreditzins für Baufinanzierungen fast auf Null gesenkt haben. Die Zinsersparnisse für die Häuslebauer sind enorm. Wenn nicht jetzt bauen, wann dann? So werden es sich viele Menschen denken, und das zu recht. Denn die Zinsersparnis auf 20 oder 30 Jahre Laufzeit ist gigantisch. Geworben wird aktuell schon mit Finanzierungskosten von 0,37%.

Kein free lunch beim Immobilien-Boom

Aber wie alles im Leben gibt es auch beim Hausbau keinen „fee lunch“, also kein problemfreies Glück. Selbst wenn der Zins auf 0 sinkt. Die hohe Schuldenbelastung der Häuslebauer bleibt nun mal, und das für Jahrzehnte. Und sie haben in der Regel ihre Grundstücke oder Immobilien zu verdammt hohen Preisen erworben. Und bei Neubauten kommt hinzu, dass die Baukosten dank immer höherer Handwerkerrechnungen auch steigen. Denn die Handwerker sind voll ausgelastet, und verlangen immer höhere Stundensätze – der freie Markt eben! Also hat der Häuslebauer dank Immobilien-Hausse derzeit immens hohe Kaufkosten, auch bei quasi kaum noch vorhandener Zinslast.

Gestern veröffentlichte Daten zeigen bereits einen deutlichen Rückgang beim Bauboom in Deutschland. Auch die Rezession in der Industrie ist inzwischen mehr als sichtbar. Seit Monaten sind die Auftragseingänge sowie auch die tatsächliche Industrieproduktion schon deutlich rückläufig. Zahlreiche große Konzerne bauen gut bezahlte Arbeitsplätze ab. Für den einzelnen Bürger kann das bedeuten: Findet man nach seiner Entlassung nicht rasch einen neuen gut bezahlten Job, hat man dank Hausbau einen riesigen Schuldenberg an der Backe, und kann aber die monatliche Rate nicht mehr schultern. Zwangsversteigerung, Überschuldung etc könnten für viele Betroffene die Folgen sein.

Sicherlich wird die Lage nicht so dramatisch werden wie bei der großen Finanzkrise 2008 in den USA. Denn Immobiliendarlehen bei den Amerikanern werden so locker gesehen wie eine Dispo-Erhöhung auf dem Girokonto in Deutschland. Hierzulande kommen sehr viel weniger Menschen an einen Immobilien-Kredit als in den USA, von daher werden auch die Ausfallraten in einer deftigen Wirtschaftskrise in Deutschland wohl kaum so hoch ausfallen wie damals bei den Amerikanern. Aber es kann zu Verwerfungen kommen. Wie gesagt. Die Schuldenlast steigt deutlich an, denn die niedrigen Zinsen sind verführerisch. Und die Wirtschaftskrise ist gerade voll im Start begriffen, wodurch gut bezahlte Jobs verloren gehen werden, hinter denen sicherlich oft auch Häuslebauer mit frisch aufgenommenen Darlehen stehen.

Immobilien Hausbau Beispielfoto
Beispielfoto für Hausbau. Foto: pixabay / ID 2211438

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    tm

    6. September 2019 10:50 at 10:50

    „Das Volumen dieser Kredite stieg in zehn Jahren um gut 1/4.“

    Also 25% in 10 Jahren = 2,25% p.a. als Schuldensause zu bezeichnen, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Tatsächlich ist die Schuldenquote der Privathaushalte angesichts dieses mickrigen Anstiegs in den vergangenen Jahren deutlich gefallen: https://tradingeconomics.com/germany/households-debt-to-income (und liegt zudem ähnlich hoch/niedrig wie in den USA).

  2. Avatar

    Marin

    6. September 2019 11:13 at 11:13

    Auf diesen „Trick“ fallen so viele rein „Die Zinsersparnisse für die Häuslebauer sind enorm. „. Aber daran sieht man, dass die meisten nicht rechnen können.

    Kaufen sich eine Immobilie auf Kredit und fast ohne Zinsen, vergessen aber dabei, dass die Zinsersparnis durch die enormen Anschaffungskosten mehr als aufgefressen werden. Beispiel: Immobilie X kostete 2014 200.000,- € bei Zinssatz von 4 %. Immobilie X kostet heute 2019 300.000,- € bei Zinssatz 2%.

    Das nenne ich mal eine super Geschäft. Aber typisch Deutsch, locke ihn mit 100 € und zocke hintenrum 1000 € ab.

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    Zimmermann

    6. September 2019 11:32 at 11:32

    Die Ausfallraten in Deutschalnd sind marginal. Ohne eine Eigenanteil von 25-30% bekommen Sie in der Regel bei uns gar keine Finanzierung. Nur bei sehr solventen Kunden, kann schon mal eine 100% Finanzierung sein. Das sind Ausnahmen und ohne Risiko für Ausfall.

    Aus diesem Grund kann ich die Mär einer Immobilienblase in unserem Land wirklich nicht mehr hören. Die gab es auch noch nie.

    Das ist der erhebliche Unterschied als in den USA. Da wird auch finanziert, auch wenn die Kreditkarte hoffnungslos überzogen ist.

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    BrettonWood

    6. September 2019 11:37 at 11:37

    Viel hässlicher wird es dann wenn eine Deflationäre Spirale Einsetzt welche den Wert der Liegenschaften senkt die Verschuldung aber hoch bleibt, meistens haben Verträge Nachschussklauseln für den Fall das die Finanzierung den Wert übersteigt, das können viele nicht womit viele in der Zwangsversteigerung landen, was die Preise noch mehr unter Druck beingt und noch mehr Immobilienpreise in den Abgrund zieht….daher ist Deflation auch so ein riesen Problem Hauptsächlich für den Schuldner….wenn eine solche käme wie zB Markus Krall denkt dann haben wir dann eine Sause

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    Chris

    7. September 2019 10:21 at 10:21

    Wenn die einzelne Bank ihr eigenes Überleben als Hauptziel setzt, könnte sich die Zwangsversteigerungsquote kurzfristig rasch erhöhen. Es wird jedoch erkannt werden, dass sie mit ihrer Handlung ihre eigene Bankbilanz verschlechtern. Sie müssten den Wert aller ihrer Immobilien korrigieren.
    Des Weiteren kann die Kapazität im Abwicklungsbereich nur langsam aufgestockt werden, Gutachter, Gerichte, Notare, …, dies wird den Prozess bremsen. Sobald man nicht zu den 20% risikoreichsten Finanzierenden gehört, wird man den Buchverlust gut überstehen.

    Einzig bei einem Verkauf seiner Immobilie und Umschichtung in andere Vermögensklassen könnte zum Realisieren der Buchverluste führen.

    Eine Restbeleihung von 60 % ist relativ sicher, da viele zu 80 % beleihen. Während Aktien in Millisekunden neu bewertet werden, dauert dies bei Immobilien Jahre, der Kauf/Verkauf Monate bis Jahre. Die Preise müssen einzeln errechnet werden, da die Objekte nicht standardisiert sind.
    Auch eine räumliche Vergeichbarkeit ist nicht gegeben.

    Das Risiko des Verlustes besteht in durch Versicherungspolicen nicht abdeckbaren Ereignissen, wie (Bürger)Krieg, große Naturkatastrophen oder staatliche Eingriffe, wie die Mietpreisbremse.

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      Johannes

      7. September 2019 13:47 at 13:47

      @Chris, ich denke, dass Sie aus persönlicher Enttäuschung als Betroffener die Mietpreisbremse bzw. in Ihrem Fall von Bestandsmietern eigentlich den Mietendeckel und damit die seit fast 20 Jahren geltende Kappungsgrenze etwas überbewerten. Das zeigt auch schon die Tatsache, dass Sie diese in einem Atemzug mit (Bürger)Krieg und großen Naturkatastrophen nennen. Im Falle der Mietpreisbremse, also einer Neuvermietung, könnten Sie zudem ja bis zu 10% über das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel gehen.

      Eine Entspannung der Immoblase, weniger Neubautätigkeit und damit einhergehende Preissenkungen bei Baukosten und Handwerksarbeiten, verbunden mit einer eher weiteren Verschärfung der Knappheit an Mietwohnungen, würde Ihnen als Vermieter nur Vorteile bringen. Schönheitsreparaturen und Instandhaltungsarbeiten würden schneller und kostengünstiger durchgeführt werden, die Mietpreise können auf dem horrenden derzeitigen Niveau verbleiben.

      Das derzeitige Problem liegt in hohem Maße auch an dem gestiegenen Pro-Kopf-Wohnraumbedarf in qm und dem stark gestiegenen Bedarf an Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Eine typische Großbaustelle bei uns sieht etwa folgendermaßen aus: Abgetragener Mutterboden mit hunderten Metern an Bauzaun rundherum. Auf dem Bauzaun prangen riesige Banner mit etwa folgendem Inhalt: Hier entstehen 250 neue 4-, 3- und 2-Zimmer Eigentumswohnungen von 160 bis 65 qm Wohnfläche. Verkauft: 249 Wohnungen. Frei: 1 Wohnung.

      Bereits vor Baubeginn haben sich die Bauträger also das Geld von den zukünftigen Eigentümern bereits besorgt. Das Risiko der Bauträger geht gegen Null, die Ausfallrisiken durch die Eigentümer sind aufgrund der relativ „geringen“ Kosten einzelner Wohneinheiten überschaubar.

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        Chris

        8. September 2019 12:44 at 12:44

        @Johannes

        Ich hoffe nicht, dass die Käufer so dumm sind, Vorauszahlungen zu leisten.

        Bauträger treten immer in Vorleistung. Zunächst müssen sie Grundstückskauf, Baugenehmigung, Abriss, Vermessung, Architekt, Statiker, Notar, Grundbuchamt, Versicherung, Werbung, Kundenbetreuung finanzieren. Das Grundstück wird zwar beliehen, aber zu einen geringeren Wert, dem Beleihungswert. Dann erhalten sie, je nach Objekt, eine kleine Reservierungsgebühr vom zukünftigen Käufer und der Aushub beginnt.

        Die Zahlung an den Bauträger erfolgt immer nach Abschluss eines Baufortschritts, so wird es auch bei der Bank finanziert.

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    Chris

    7. September 2019 14:39 at 14:39

    Warum staatliche Eingriffe so gefährlich sind? Sie wirken ohne lange Vorlaufzeiten auf den Großteil der Immobilien und zwar über das Ertragswertverfahren.

    Die Wertermittlungsverordnung (WertV) regelte in Deutschland allgemeine Grundsätze für die Ermittlung von Verkehrswerten bei Immobilien. Die WertV regelte damit die Auslegung der Verkehrswertdefinition in § 194 BauGB. Die Gutachterausschüsse müssen die WertV verbindlich anwenden.
    Die in der WertV geregelten Wertermittlungsverfahren nennt man auch normierte Verfahren:

    Vergleichswertverfahren nach § 13 bis 14 WertV
    Ertragswertverfahren nach § 15 bis 20 WertV
    Sachwertverfahren nach § 21 bis 25 WertV.

    Hier geht der Reinertrag aus den zukünftigen Mieten und Bewirtschaftungskosten unmittelbar und mittelbar, über den Liegenschaftszins ein, wenn der Reinertrag durch Mietpreisbremse, Mietpreisdeckel, Bestellerprinzip oder nicht mehr anrechenbare Nebenkosten, Stichwort Grundsteuer, sinkt. Die Entwicklung der Bodenpreise lasse ich in der Betrachtung außen vor.

    Stärker betroffen sind Gebäude mit langer Nutzungsdauer, also Neubau und kernsanierte Gebäude, durch den höheren Vervielfältiger.

    Man kann am Beispiel, siehe Link, die Miete auf 4 € absenken, wie in Berlin geplant und die Bewirtschaftungskosten um 1000 EUR anheben, Bestellerprinzip oder um 3000 EUR, erhöhte Grundsteuer nicht mehr auf den Mieter umlegbar und die neuen Ertragswerte ermitteln.

    https://www.immobilienscout24.de/immobilienbewertung/ratgeber/wissen/verfahren/ertragswertverfahren.html

  7. Avatar

    Johannes

    7. September 2019 22:19 at 22:19

    @Chris, vermutlich habe ich Sie völlig missverstanden. Bisher war ich der Meinung, Sie seien ein privater Vermieter eines „eigentlich zur Eigennutzung“ erstandenen Häuschens in einer gefragten Gegend am Rande Frankfurts, mit einer äußerst sozialen Einstellung gegenüber den Bestandsmietern.
    https://finanzmarktwelt.de/genehmigte-wohnungen-zeigen-bauboom-laesst-gesamtkonjunktur-im-stich-136791/

    Ihre Kenntnis und Darlegung von Ertragswertverfahren, Wertermittlungsverordnngen usw. erinnert dagegen eher an kommerzielle Spekulationsinteressen. Worum genau geht es Ihnen in dem Beitrag zu staatlichen Eingriffen? Ein vor mehreren Jahren erworbenes Haus an der Peripherie zu Frankfurt in Bestlage (Kat. 4 von 4) sollte doch eine Perle für jeden Anleger mit Ihrem Wissen sein.

    • Avatar

      Chris

      8. September 2019 11:56 at 11:56

      @Johannes

      Ja, wir haben das Haus vor über 20 Jahren zur Eigennutzung erworben.
      Da die Eigennutzung dann problematisch war, haben wir mit einem Bauträger gebaut und ich habe den Rohbau zusammen mit meiner Familie fertiggestellt.

      Da wir freiberuflich tätige Eltern waren, hatten wir uns um drei große Vermögens-/Schuldenblöcke zu kümmern.

      Jeder dieser Blöcke hatte einen höheren Haftsbetrag, als ein deutscher Durchschnittsbürger in seinen ganzen Leben an Steuern und Abgaben zahlt, quasi beim Scheitern nur eines der drei Zieles stand Pfändung bis zum Tod, das Wohlverhalten betrug damals nach Gäubigereinigung 30 Jahre.

      Es wäre wohl fahrlässig sich nicht in die einzelnen Themen einzuarbeiten und sich fortwährend weiterzubilden.
      Dazu ist man sogar gesetzlich verpflichtet, ich muss also das Grundwissen eines Verwalters mir erarbeiten, sonst kann ich nicht beurteilen, ob er sich gut um das Objekt kümmert und verantwortlich bleibe ich auch. Gibt es Probleme wird abends der Vermieter angerufen. Natürlich muss ich die Versicherungs- und Beleihungswerte der Objekte kennen. Der Ermittlung des Beleihungswertes änderte sich vom Sach- auf das Ertragswertverfahren. Außerdem erarbeitete ich mir ein Grundwissen im Erbbaurecht, da wir unser Grundstück nur von der Kirche pachten konnten.

      Man kann Verantwortung nicht auslagern, andererseits wächst man daran und bleibt nicht infantil.

      Ein wichtiges Beispiel, Sie können die Verantwortung für Ihre Gesundheit nicht auf den Arzt übertragen und benötigen ein Grundwissen, wie vermögen Sie sonst richtige Entscheidungen zu treffen?

      Es gibt also Themengebiete in die ich mich einarbeiten musste, für heutige Lebensverhältnisse zahlreiche. Ich bin so aufgewachsen.
      Wenn ich dauerhaft mit einem Thema zu tun habe, notwendiger Weise oder weil es mich interessiert, arbeitete ich mich ein.

      Und da die Gesetze, Verordnungen und die Rechtsprechung sprunghaft geworden sind, ist meine Antwort Risikominimierung, Minimalismus und Abwarten.

      Ja, ich würde die Beschlüsse der Regierungen mit Bombeneinschlägen vergleichen und sie fordern Menschenleben, weniger direkt als indirekt, Millionen von Menschenjahren für die großen Fehlentscheidungen und bisher keine Korrektur.

      Steuern und Abgaben stören die Menschen nicht, wenn sie sinnvoll verwendet werden. Es fehlt die Definition Ziels und die Erreichung, sowie Optionen, die Überlegung der Auswirkungen. Beispielhaft der Satz: „Wir schaffen das.“

      Normale Bürger definieren ein Ziel: Eine abgezahlte selbstgenutzte Immobilie bis zum Renteneintritt, einen neuen PkW der Klasse X in Y Jahren zum Preis Z, den Traumurlaub, die Rücklage für Reparaturen, als Arzt in einer eigenen Praxis in Deutschland zu arbeiten, die Bäckerei der Eltern weiterzuführen und seine Erreichung. Dann beginnt die zielgerichtete Umsetzung, die Überprüfung, die Anpassung des Weges, das Ziel bleibt bestehen.

      Der Gemeinschaft gibt dieses Verhalten Verlässlichkeit, Beständigkeit und Fortschritt. Es nimmt die Sprunghaftigkeit heraus.
      Zum Beispiel vertrauen Sie als Patient darauf im Krankenhaus gut behandelt zu werden. Es haben nicht alle Deutsch sprechenden Ärzte von einem auf den anderen Tag gekündigt, ja dies ist möglich, und arbeiten in der Schweiz, USA und Canada.

      Die Sprunghaftigkeit und Unüberlegtheit unseres staatlichen Überbaus hat etwas von schwarzen Schwänen für die Betroffenen.
      Natürlich gibt es auch eine kleine Gruppe von Profiteuren, ich möchte aber nicht mit dem erzeugten Leid anderer Geld verdienen.

      Warum kommt Afrika wirtschaftlich nicht voran? Der Hauptgrund ist die fehlende Rechtssicherheit und die Eigentumswahrung. Wenn eine Afrikanerin sich auf Kredit eine Nähmaschine anschafft und beginnt Kleidung zu verkaufen, fühlt sich der Nächste bemächtigt Schutzgeld zu erpressen oder gleich den Laden zu plündern. Es ist eine Gesellschaft mit kurzfristiger Zielerreichung, Machtmissbrauch, hoher Gewaltaffinität, Gewalttoleranz und fehlendem Eigentumsrecht.

      Ich sehe, dass Deutschland sich in diese Richtung verändert.

      • Avatar

        Nico

        8. September 2019 12:48 at 12:48

        @Chris. Super Kommentar. Wenn Eigentumsrechte beschnitten werden, wie auch von links/grün präferiert, geht es abwärts. Gutes Beispiel Afrika. Deshalb darf es keine Minuszinsen geben, ohne heftige langfristige Folgen. Der negative Realzins hingegen ist öfters Realität, als es der Sparer annimmt.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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