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Europa

Industrieproduktion in Eurozone mit dramatischem Einbruch – stärkster seit vier Jahren!

Claudio Kummerfeld

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am

Dass die Industrieproduktion in der Eurozone weiter stark einbrechen würde, konnte man in den letzten Tagen schon an Daten aus Deutschland oder Italien ablesen. Aber jetzt liegen Daten für die gesamte Eurozone für den Monat Dezember vor, veröffentlicht von den europäischen Statistikern von Eurostat. Der Absturz ist noch stärker als erwartet! Im Monatsvergleich liegt der Rückgang der Industrieproduktion bei 2,1%, bei Erwartungen von -1,6%. Das ist der stärkste Rückgang seit genau vier Jahren! Im Jahresvergleich zu Dezember 2018 ist es ein Minus von 4,1%, bei Erwartungen von um die -2%. Der folgende Chart zeigt die Industrieproduktion seit 2010. In rot sieht man die Eurozone, in blau die gesamte EU. Der Absturz ist dramatisch! Aber was soll´s, der Dax ist seit Verkündung der Daten bis jetzt sogar noch 27 Punkte gestiegen! Es geht aufwärts mit den Kursen, komme was da wolle?

Verlauf der Industrieproduktion in EU und Eurozone seit 2010

Hier weitere Detaildaten mit Bezug auf Dezember 2018, im Wortlaut von Eurostat:

Im Euroraum sank die Produktion von Investitionsgütern im Dezember 2019 gegenüber Dezember 2018 um 6,7%, von Vorleistungsgütern um 5,5%, von Energie um 2,3% und von Gebrauchsgütern um 1,4%, während die Produktion von Verbrauchsgütern um 1,3% zunahm. In der EU27 sank die Produktion von Investitionsgütern um 0,6%, von Vorleistungsgütern um 4,9%, von Energie um 3,0% und von Gebrauchsgütern um 0,9%, während die Produktion von Verbrauchsgütern um 0,9% zunahm. Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, verzeichneten Estland (-9,9%), Rumänien (-8,9%) und Deutschland (-7,2%) die stärksten Rückgänge in der Industrieproduktion. Die größten Zuwächse wurden in Malta (+7,6%), Portugal (+3,9%) und Polen (+1,3%) registriert.

Detaildaten zur Industrieproduktion

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Sven

    12. Februar 2020 12:48 at 12:48

    :-D…spart euch doch bitte diese Daten, das interessiert die Märkte und die Anleger doch überhaupt nicht..die Produktion könnte für Jahre still stehen, dann preist man eben die Nachholeffekte ein…es reicht, rein auf die Notenbanken-Politik einzugehen. Sollte sich da was ändern, ist es interessant. Eigentlich braucht man keine fundamentalen Daten oder Virus-Themen mehr…gehört aber dann doch anscheinend noch irgendwie dazu…

    • Avatar

      Hesterberg

      12. Februar 2020 13:36 at 13:36

      Von welchem Virus ist der denn befallen?

    • Avatar

      Nurmalso

      12. Februar 2020 14:12 at 14:12

      Stimmt, im Grunde könnte jeder zu Hause bleiben wenn er mit H4 klar kommt. Geld ist doch sowieso da, also warum noch viel produzieren was eh nicht benötigt wird. Alles was man noch braucht wäre die Grundversorgung,Energie,Nahrung etc. Alles andere wird bei Bedarf produziert per KI und Robotik.
      In einem Fiatmoneyponzimindestreservesystem das nur noch von Notenbanken regiert wird ist doch Wirtschaft obsolet…

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    Dr. Uwe Hellstern

    12. Februar 2020 13:33 at 13:33

    Genau die Realwirtschaft hat ausgedient, denn nur die Rotationsgeschwindigkeit der Notenpressen ist noch interessant. Wer dreht am schnellsten, China, Japan, die EU oder unter Donalds Druck die FED.
    Wirtschaft stellt ja auch nicht mehr Waren und Güter für Verbraucher zur Verfügung. Uninteressant,sie lebt für sich selbst ohne Output, im real existierenden Monetarismus reichen nämlich wachsende digitale Geldberge auf Millionärs- und Milliardärskonten. Die wiederum ermöglichen den Zugang zur Macht und darum geht es. Waraum sollte sich jemand mit sowas Profanem wie Bedürfnisbefriedigung der Massen beschäftigen. Sowas ist von gestern!

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    Zimmermann

    12. Februar 2020 13:36 at 13:36

    Die Eurozone ist auf dem absteigendem Ast. Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Wir werden zwischen den USA und den Chinesen zerrieben. Die europäischen Poliker schauen dabei tatenlos zu. Vor allem unsere Politik-Versager tun sich dabei besonders hervor. Scholz, Scheuer und Konsorten. Mir wird bei der Aufzählung richtig schlecht. Es wird Zeit das diese Regierung mal abgeschossen wird. 16 Jahre Merkel sind einfach genug. Na ja, der Anfang ist mit AKK schon mal gemacht. Der Merkel Abklatsch hätte gerade noch gefehlt.

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    Dr. Uwe Hellstern

    12. Februar 2020 13:41 at 13:41

    Genau die Realwirtschaft hat ausgedient, denn nur die Rotationsgeschwindigkeit der Notenpressen ist noch interessant. Wer dreht am schnellsten, China, Japan, die EU oder unter Donalds Druck die FED. Renditen kommen ja länger schon vorwiegend aus der Fiat-Druckerpresse. Damit wird auch di schrumpfende Fassade Realwirtschaft am Laufen gehalten.
    Wirtschaft stellt ja auch nicht mehr vornehmlich Waren und Güter für Verbraucher zur Verfügung. Uninteressant,sie lebt für sich selbst ohne Output, im real existierenden Monetarismus reichen nämlich wachsende digitale Geldberge auf Millionärs- und Milliardärskonten. Die wiederum ermöglichen den Zugang zur Macht und darum geht es. Warum sollte sich jemand mit sowas Profanem wie Bedürfnisbefriedigung der Massen beschäftigen. Sowas ist von gestern!
    Das in Deutschland der Konsumanteil am BIP Richtung 40% geht, was eigentlich eine völlig ineffiziente Wirtschaft charakterisiert und dies als Exportweltmeister gefeiert wird, sagt eigentlich alles!

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    Prognosti

    12. Februar 2020 16:52 at 16:52

    @Dr.Uwe Hellstern, es ist gut dass sich eine prominente Stimme äussert u. zu verstehen gibt, dass Gelddrucken auf die Länge nicht funktioniert.( So wie ich sie verstanden habe) Ich habe als kleines Würmchen schon mehrmals gesagt,
    wenn das Funktionieren würde, müsste niemand arbeiten.
    Leider glauben anscheinend immer mehr Leute an solche Märchen u.was mich erstaunt , auch akademisch gebildete Leute.
    Hat doch ein bekannter Schriftsteller gesagt:
    Schuldenfinanziertes Wachstum kann auf zwei Arten beendet werden.
    1. Man macht es selbst mit Einschränkungen u.Entbehrungen oder
    2. Der Markt macht es später auf brutale Weise.
    Sie können ruhig öfter hier auftreten, vielleicht könnten sie einige an die ewige Allmacht der Notenbank Gläubigen bekehren

    • Avatar

      Nico

      12. Februar 2020 17:42 at 17:42

      @Prognosti. Welcher Akademiker hat denn behauptet, dass das Gelddrucken der Notenbanken unendlich ausdehnbar ist. Es gibt ein Ende, welches aber in ferner Zukunft liegen kann, siehe Japan. Dann haben die Dauerbären mit Zitronen gehandelt, außer sie haben noch einen jahrzehntelangen Anlagehorizont. In der Regel beträgt die Ansparphase nur 30/40 Jahre. Schlaue Bullen sind dauerhaft im Markt und wandeln von Zeit zu Zeit die Gewinne in Sachwerte (Immobilien, Gold) um. Das Aussteigen und dann billig wieder einsteigen funktioniert doch nicht. Selbst die Finanzkrise 2008/09 war ruckzuck vorbei. Es macht keinen Sinn über dumme Bullen oder dumme Finanzmärkte zu schimpfen. Das Ergebnis zählt und das sieht für Bären seit Jahren schlecht aus. Aber es sind immer die Bullen die Blöden, auch wenn man bei einigen diesen Eindruck gewinnen kann. Aber solange es nicht mindestens um 30 Prozent abwärts geht, sind diese die Klugen. Alles andere ist Augenwischerei.

  6. Pingback: das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Kurzarbeit sinkt langsamer – Industrie mit 19 Prozent immer noch stark betroffen

Claudio Kummerfeld

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Arbeit in einem Metallbetrieb

Die Kurzarbeit in Deutschland geht zwar weiter zurück, aber nur noch sehr langsam. Das ifo-Institut liegt mit seinen Schätzungen die letzten Monate ziemlich gut, von daher kann man auch die heutigen Zahlen ernst nehmen. Laut ifo sinkt die Kurzarbeit im Oktober um 450.000 auf 3,3 Millionen betroffene Beschäftigte. Zuvor betrug der Rückgang rund eine Million Beschäftigte pro Monat. Damit seien nun noch 10 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, nach 11 Prozent im September. Aber in der Industrie halte sich die Kurzarbeit laut ifo besonders hartnäckig mit einem Anteil von immer noch 19 Prozent oder 1,3 Millionen Menschen. Hier weitere interessante Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

„Vor allem bei Metall, Elektro und Maschinenbau hat es praktisch keinen Rückgang gegeben. Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern sehen wir eine leichte Verbesserung auf schlechtem Niveau“, fügt Link hinzu. Die Metallbranche liegt mit 29 Prozent der Beschäftigten (330.000) ganz vorn, zusammen mit dem Maschinenbau mit ebenfalls 29 Prozent (320.000). Die Elektrobranche folgt mit 23 Prozent (185.000) vor dem Fahrzeugbau mit 21 Prozent (240.000).

Bei den Dienstleistern ist die Kurzarbeit nur von 12 auf 11 Prozent der Beschäftigten gesunken. Spitzenreiter ist hier weiterhin das Gastgewerbe mit 26 Prozent der Beschäftigten oder 290.000 Menschen. Aber auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wie Zeitarbeit, Reisebüros und Reiseveranstalter sowie Messeveranstalter, sind es 17 Prozent oder 390.000 Menschen.

ifo Detaildaten zur Kurzarbeit im Oktober

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Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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