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Inflation massiv im Anmarsch? Konkrete Gegenargumente

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Erst Deflation, dann Inflation? Was passiert mit unserem Geld?

Es geht um das Thema Inflation! Abseits vom menschlichen Leid beim Coronavirus ist aus finanzieller Sicht derzeit am Interessantesten, ob die Aktienmärkte einen erneuten starken Absturz erleben werden. Aber direkt danach steht bei immer mehr Menschen gerade in Deutschland die Frage im Raum, ob demnächst die Inflation anfangen wird zu grassieren. Denn wir alle haben es vernommen. Ob EZB, Fed, Bank of England, Schweizerische Nationalbank uvm. Alle machen das selbe. Die Fluttore sind voll geöffnet, es wird Geld gedruckt bis zum Geht nicht mehr. Das muss doch zwangsläufig zur Inflation führen?

Inflation im Anmarsch? Die Pro-Argumente

Hannes Zipfel hatte Anfang der Woche beschrieben, dass die Inflation sehr schnell kommen könnte (hier nachzulesen). Auch Dirk Müller spricht derzeit von einem anstehenden Inflationsschock. Und wer die letzten Monate die Szenarien von Markus Krall verfolgt hat, der kann eigentlich nur sagen: Bisher läuft es genau so ab wie von ihm beschrieben. Also wird es nun bald auch zu einer extrem starken Inflation kommen? (hier das aktuelle Gespräch von Markus Krall mit Marc Friedrich). Es ist klar. Die Notenbanken drucken Geld, immer mehr Geld. Geld ohne Ende. Alles wird geflutet, damit die Volkswirtschaften das Coronavirus durchhalten können. Dadurch und durch die Neuverschuldungen der Staaten sollte nach allem menschlichen Ermessen die tatsächliche reale Geldmenge ansteigen. Und wie gesagt, viele als Crash-Propheten abwertend betitelte Kritiker sehen deshalb die Inflation oder sogar die Hyperinflation im Anflug. Eine drastisch ausgeweitete Geldmenge treffe nämlich auf ein derzeit schrumpfendes Warenangebot. Dadurch sei die Inflation zwangsläufig, um es so einfach zusammenzufassen. Wie die folgende Grafik zeigt, ist die Geldmenge der Fed ja schon stark am Ansteigen.

Doch zu viel Deflation derzeit, was die Inflation ausbremst?

Zwar betonen zahlreiche Beobachter wie zum Beispiel Markus Krall, dass es jetzt erst einmal eine Deflation gebe, die danach in eine Hyperinflation umschwenken werde. Aber wird die aktuelle Deflationsphase deutlicher ausgeprägter sein als gedacht, und auch länger anhalten? Wird dadurch die anschließende Phase der Inflation verzögert, abgemildert, oder entfällt sie sogar? Da wäre zum Beispiel das derzeit eingeschränkte Warenangebot, dass von einigen Kommentatoren angesprochen wird. Es sei neben der höheren Geldmenge halt der entscheidende Trigger um in Kürze die Inflation in Gang zu setzen. Aber ist das wirklich so?

Die Regale der Lebensmittelgeschäfte sind voll. Aber es werden derzeit zum Beispiel keine neuen Autos produziert, was für ein sinkendes Warenangebot spricht. Dennoch kann man auch der Meinung sein, dass bis vor wenigen Tagen die Autohersteller noch fleißig weiter produziert haben – obwohl die Autonachfrage schon seit Wochen eingebrochen sein sollte. Dadurch sind die Halden der Hersteller jetzt vermutlich gut gefüllt. Werden die durch das Coronavirus verursachten Beschränkungen hierzulande in einigen Wochen aufgehoben, was wird dann passieren? Es könnte sein, dass die Autohersteller dann versuchen werden ihre Halden abzubauen, und Autos mit starken Rabatten anbieten. Dies würde deflationär wirken.

Online-Rabattschlacht hat begonnen

Ein Indiz, dass dies passieren könnte, erlebt man aktuell im Einzelhandel für Bekleidung, Schuhe etc. Die Läden sind geschlossen. Die großen Ladenketten und auch die großen Online-Händler übertrumpfen sich derzeit Tag für Tag im Netz mit immer größeren Rabatten für Konsumenten, die nun zuhause hocken und online shoppen. Der Rabatt kann derzeit nicht groß genug sein. Es riecht nach Deflation, und nicht nach Inflation! Man nehme Zalando, Deichmann, Otto, DefShop, Adidas uvm. 20 Prozent auf alles, so lautet derzeit oft der Slogan. H&M bietet derzeit im “Mid-Season Sale” online 70 Prozent Rabatt. Es ist simpel. Die Einzelhändler sitzen auf vollen Lagern, und machen nun den großen Online-Abverkauf. Wer nicht mit massiven Preisnachlässen am Start ist, wird seine Ware nicht los?

Das Szenario lautet: Die Menschen kaufen jetzt online zu stark reduzierten Preisen, und kaufen dann in den nächsten Monaten deutlich weniger zu dann wieder normalen Preisen – weil sie ja jetzt online viel und günstig geshoppt haben. Und sollten die Deutschen derzeit nicht geneigt sein zu hohen Rabatten online einzukaufen, dann bleiben die Lager der Ladenketten weiter voll – und die Rabattschlacht im stationären Einzelhandel wird im Mai oder Juni um so größer, wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Kommt es so? Das sollte dann wohl eher deflationär wirken! Auch erwähnt zum Beispiel Markus Krall dieser Tage, dass sich die Preise für Nudeln in Supermärkten schon verdreifacht hätten, was ein Auftaktsignal für die Inflation sei. An einer flächendeckenden Verdreifachung der Nudelpreise sind (so möchten wir es neutral formulieren) Zweifel angebracht.

Öl und Strom wirken deflationär

Außerdem möchten wir an unseren Artikel vom Montag erinnern. Wir hatten dort bereits auf die zuletzt brutal gefallenden Preise für Öl und Strom hingewiesen. Diese Faktoren sollten erst einmal stark deflationär wirken. Die Frage lautet: Wie stark und wie lange wirkt diese Situation bei Bekleidungsartikeln, Benzin und Strom deflationär, und wann und wie stark folgt darauf die Inflation, verursacht durch die höhere Geldmenge? Wichtig: Wir wollen hier und heute nicht bewerten, ob die Inflation nun anrollt, oder ob sie ausbleibt. Wir möchten lediglich anmerken: Es könnte weniger schlimm kommen als erwartet, weil die aktuell vorhandene Deflation in den besprochenen Bereichen erstmal stark dämpfend auf die Preisentwicklung für die Endverbraucher wirkt.

Auch der Tagesspiegel hat sich vor Kurzem mit dem Thema befasst, ob nun durch das Gelddrucken der EZB die Inflation in Euroland anstehe. Zu Wort kam dort auch der Chefanlagestratege der Commerzbank. Er ist der Meinung, dass derzeit kaum ein Unternehmen seine Preise erhöhen werde. Schließlich kauften Verbraucher allein schon aufgrund der geschlossenen Geschäfte derzeit sehr viel weniger. Wer seine Waren jetzt loswerden wolle, der werde sie eher günstiger anbieten. Auch dämpfe der zuletzt stark gefallene Ölpreis die Inflation. Denn dadurch werde Tanken und Heizen günstiger. Sollte der Ölpreis unter 30 Dollar pro Barrel bleiben, könne die Inflation im Mai sogar auf null Prozent zurückgehen.

43 Kommentare

43 Comments

  1. Avatar

    Brett

    27. März 2020 17:21 at 17:21

    Haha wenn in Zentraleuropa 4/5 des Benzin & Heizölpreises Steuern sind hat der Rohstoff halt wenig Einfluss oder ist an irgeneiner Tankstelle in Europa der Preis um 80% gefallen? Hinzu kommt das noch neue CO2 Stwuern anstehen, die Verpacken wir dann schön im Preisrückgang…träum mal schön weiter das Gas oder Strom (der übrigens mangels Produktion aktuell auch viel günstiger wäre) beim Endkonsumenten ankommen, da sind noch genügend ideem Vorhanden GENAU das zu verhindern. Bimmiger wird das was sich aktuell nciht verkaufen lässt ja, wie halz Kleidet wo die Geschäfte zu sind bei Lebensmittel oder zB bei Desinfiektionsmittel sieht die Sache dann schon ganz anders aus….aber der Inföationswarenkorb kann ja dann so angepasst werden das alles wieder so Passt wie gewünscht

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      Lausi

      27. März 2020 19:20 at 19:20

      Bimmiger? Kleiner Tipp: Vor dem Abschicken noch mal durchlesen und ggf. die Rechtschreibfehler korrigieren.

      • Avatar

        BrettonWood

        28. März 2020 20:29 at 20:29

        Zu mühsam am Telefon Sorry

        • Avatar

          Stina

          21. April 2020 22:15 at 22:15

          Klingt ziemlich egoistisch gegenüber vielen Lesern. Haben Sie keinen PC, kein Pad, keine Tastatur? Oder einfach keine Zeit, keine Lust, verschwenden Sie keine Gedanken an andere?

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    Kandoo

    27. März 2020 17:43 at 17:43

    Also zum Thema Inflation… sagen wir ich drucke 2,5 Billionen Dollar…das Geld trifft auf keine Waren…Ihr sagt Deflation….ich sage INFLATION……

  3. Avatar

    Marko

    27. März 2020 17:53 at 17:53

    “Das Szenario lautet: Die Menschen kaufen jetzt online zu stark reduzierten Preisen, und kaufen dann in den nächsten Monaten deutlich weniger zu dann wieder normalen Preisen – weil sie ja jetzt online viel und günstig geshoppt haben. ”

    Das ist leider nicht richtig, die Welt ist nicht “online”, fragen wir mal einen 60 jährigen, wie man bei ebay, amazon usw einkauft ?!

    Fragen beendet ! Punkt !
    Und zweitens, man muss ein Nerd sein, um dringendst benötige Hygiene-Sachen zu erhalten, solche “Nerds” gibt es, aber unter der “normalen Bevölkerung”? – Das glaubt Ihr, meine lieben Bären ???
    Die “Normalos” haben erst Recht keine Chance. Welche Drogen nehmt ihr sonst so ? ;)

    Nur mal so… ? :D ;) ?

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      susiklatt

      27. März 2020 18:23 at 18:23

      in welcher Welt lebst Du, dass Du glaubst, dass ein 60jähriger nicht online shoppen geht?
      vor 30 Jahren, hat dieser wahrscheinlich im Job schon einen PC vor der Nase stehen gehabt und besser damit umgehen können als sein Boss

      • Avatar

        sabine

        28. März 2020 12:42 at 12:42

        Bin fast 60, sitz den ganzen Tag vor dem PC.

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        R. Franzke

        29. März 2020 14:56 at 14:56

        Hallo Susikatt,
        ich lebe in der Welt BRD/MV. Hier leben nach 30 Jahren DDR Beitritt zur BRD noch ca. 1,6 Mio Einwohner. Die Breitbandversorgung ab 50 MB/s beträgt ca. 30%, d.h. ca. 1,1 Millionen Einwohner
        haben von 0 (null) bis 6 MB/s ein Internetanschluss, im Alter von 6 bis 90 Jahre vor der Nase. Noch Fragen?
        Usedom

        • Avatar

          Michael

          1. April 2020 20:54 at 20:54

          Reicht nicht zum Streamen, zum Shoppen allemal…

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        Hans Glück

        1. April 2020 14:54 at 14:54

        Bin 70! Habe gestern Schuhe im Internet gekauft.

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    Macwoiferl

    27. März 2020 18:00 at 18:00

    Interessante Geschichte!!
    Ja, die Notenbanken drucken.
    Aber das Geld kommt ja nicht bei MENSCHEN an.
    Es arbeitet an der BÖRSE in den Händen weniger Spekulanten.
    Die horten es.
    Wie bereits seit 1994.
    Die Allgemeinheit ist auf Kurzarbeit gesetzt und wird eher ärmer.

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    susiklatt

    27. März 2020 18:13 at 18:13

    frisches Obst und Gemüse sind sehr teuer geworden,
    wenn die ERntehelfer fehlen, steigen die Preise noch weiter

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      Macwoiferl

      27. März 2020 18:49 at 18:49

      Wer kauft es dann zu hohen Preisen?
      Bei uns auf dem Land bauen alle selbst an…
      Hier sind Klopapier und Nudeln weg.
      Obst und Gemüse in rauen Mengen vorhanden!

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    Lausi

    27. März 2020 19:14 at 19:14

    Meine Vermutung: Die deflationäre Phase ist noch lange nicht zu Ende – aus den Gründen, die Herr Fugmann lang und breit in seinen Videos dargestellt hat. Anschließend kommt dann die Inflation, aber nicht aus den klassischen Gründen (Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit), sondern aufgrund einer Erschütterung des Fundaments, d.h. durch das schwindende Vertrauen in die Währung.

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      TraderBS

      28. März 2020 00:26 at 00:26

      Du meinst die Leute hauen das gesetzliche Zahlungsmittel raus, weil Sie das Vertrauen verlieren und dann erst gibt es Inflation? Grundsätzlich passiert das ja erst, wenn schon ein gewisses Level an Inflation erreicht ist. Bei Deflation passiert da herzlich wenig, denn das ist eine Einladung zum Weitersparen.

      • Avatar

        Lausi

        28. März 2020 11:11 at 11:11

        Du sprichst etwas Richtiges an: Was wird der Game-changer sein, der die Deflation in eine Inflation umschlagen läßt? Was wird bei den Massen den Vertrauensverlust (in die Währung) auslösen?

        Eines muss man bei dieser Corona-Krise auch sehen: Es wird relative Gewinner und relative Verlierer geben. Die Selbstständigen und Kleinunternehmen werden wohl die Arschkarte ziehen, da ihnen die Aufträge wegbrechen und die Pleite droht. Aber Angestellte bei Großunternehmen werden weiterhin ihr Gehalt beziehen – Beamte erst recht, und andere relative Gewinner sind auch vorstellbar. Mit anderen Worten heißt das: Sollte in ein paar Monaten die Pandemie-Welle abebben, dann düfte immer noch eine relativ große Anzahl an kaufkräftiger Kundschaft vorhanden sein. Und dieses trifft dann auf ein relativ knappes Angebot, da die Produktion hochfahren sicherlich seine Zeit benötigt. Und dadurch könnte genau das Level an Inflation erreicht werden, wie du sagst, das eine weitere Inflationsspirale triggert.

        Das wäre so eine Variante, die ich mir vorstellen könnte. Vieles wird wohl davon abhängen wie lange das Corona-Virus noch wüten wird. Sollte sich das über ein halbes Jahr hinziehen, oder noch länger, dann dürfte eventuell sogar eine inflationäre Entwicklung dadurch erstickt werden, und alles einfach zusammenbrechen.

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    leftutti

    27. März 2020 19:15 at 19:15

    Die zuletzt “brutal” gefallenen Preise für Strom werden sich kaum negativ auswirken, weil alle Haushalte inflationär im November/Dezember 2019 motiviert wurden, neue und schweineteuere Tarife beim besten Anbieter für mindestens 1 Jahr festzunageln. Wobei ich mich nach wie vor seit Jahren frage, warum fallenden Strom- und Ölpreise so schlimm für unsere Realwirtschaft sein sollen? Verbraucher profitieren, Hersteller profitieren, mehr Geld für Konsum, weniger Ausgaben bei der Produktion.

    Aber da bin ich ein zu kleines Licht. Deshalb wollen wir an dieser Stelle auch nicht über künstlich “brutal” gestiegene Öko-Strompreise der letzten 10 oder 20 Jahre sprechen, deren Anstieg prinzipiell durch nichts, außer Zukunfts-Einpreisung und Abzocke begründet liegt.

    Krall, der voll Knaller, hat die derzeitige Deflation bisher korrekt beschrieben. WOW!!!
    Alles wir billiger, jeder merkt es beim täglichen Einkauf.
    Woran hat er die “brutale” Deflation gemessen? An vollen Supermarktregalen in seinem Lieblings-Supermarkt? An sinnlosen Halden flugunfähiger Flugzeuge und sinnloser 20-Liter-SUVs? Welche Zahlen legt Mühlhiasl 4.0 zugrunde?

    Ohne Krall kein Knall 🙈 😂

    • Avatar

      Petra

      28. März 2020 12:44 at 12:44

      Wo bleibt Lausi mit seinem Tipp (Durchlesen bevor wegschicken)?

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      Columbo

      21. April 2020 19:19 at 19:19

      @Leftutti

      Wenn ich beim Drachen angestellt bin, der einen großen Goldschatz bewacht und noch dazu von einer Revolution(welcher Art auch immer) träumeo, darf ich doch keine Deflation voraussagen😇.

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    Axel

    27. März 2020 19:34 at 19:34

    Berechtigte Kritik! So brilliant Dr. Kralls Analyse auch ist, verbietet sich blinde Obrigkeitshöhrigkeit!

    Die Mrd. (Bill),die abgerufen werden, bleiben ja nicht bei den Unternehmern/Arbeitern, sondern gehen für unmittelbare Kosten wie Miete und Lebensmittel drauf, so daß sich keine Geldmengen beim Konsumenten für eine entfesselte Kaufparty anstauen. Im Gegenteil: Viele Menschen werden äußerste Zurückhaltung üben, da sie nicht wissen, wie es finanziell weitergehen soll.
    Auch dürfte der Preis für Nudeln nach der Krise nicht 3,79 Euro und auch nicht 0,39 Euro sein, sondern eher bei 0,10 Euro, da alle von dem Hartweizenexzess den Schlund gestrichen voll haben und nun auf andere Produkte umsteigen.

    Auch gibt es keine Angebotsknappheit, welche die Preise in die Höhe schnellen läßt, sondern volle Lager, die zu Dumpingpreisen verschleudert werden.

    Allerdings wird die Geldflut ja irgendwo landen und muß angelegt werden. Welche Preisblasen dann entstehen, werden wir sehen.

    Mein bevorzugtes Scenario ist allerdings eine Reichen- und Vermögenssteuer, welche das erschaffene Geld nach überstandener Krise wieder dem Kreislauf entzieht und die Staatsschulden entlastet…

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      TraderBS

      28. März 2020 00:31 at 00:31

      Korrekt!

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    TraderBS

    28. März 2020 00:22 at 00:22

    Ja.

    Außerdem setzt Inflation voraus, dass die breite Masse des westlichen Kapitalimsus den drohenden Lohnausfall bei Arbeitslosigkeit überbrücken kann. Da allerdings die Ungleichverteilung gerade dort in vielen Ländern mittlerweile so groß geworden ist, hat die Mehrheit bereits nach nur 2-3 Monaten schon Versorgungsschwierigkeiten.

    Die Nachfrage und damit die Kern-Inflation steigt so nicht automatisch in den Himmel.

  10. Avatar

    mertahens

    28. März 2020 08:12 at 08:12

    In dem Bericht wir komplett die anrollende Arbeitslosigkeit ausgeblendet. Diese wird zu Mietausfällen führen, Vermieter finden keine Ersatzmieter mehr zum selben Preis, müssen die Mieten also senken. Demzufolge können Hypotheken von Vermietern an Banken nicht mehr schnell genug oder gar nicht mehr abgetragen werden, es wird viele Zwangsliquidierungen geben. Wer zu diesemZeitpunkt genug Cash ha, wird wieder günstig einkaufen können auf dem Immobilienmarkt. Kurz: dass die Immobilienblase platzt ist logisch und ergibt sich zwangsläufig aus dergerade entstehenden Massenarbeitslosigkeit.

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    Benedikt Müller

    21. April 2020 17:47 at 17:47

    Hallo ihr Lieben,

    ich finde es furchtbar wie jetzt das Inflations-Gespenst herausgeholt wird und damit grundsätzlich mal alle Menschen in diesem Land verunsichert werden! Das Herr Dr. Krall vielmehr eine politische Agenda verfolgt sollte spätestens jetzt jedem klar sein. Dieser Mann ist weit davon entfernt auch nur irgendwie neutral zu sein. Außerdem ist es so peinlich die jetzige Situation mit Zeiten aus dem 20. Jahrhundert – ihr erinnert euch, zwei Weltkriege + ausgebombte Industrie / Städte / Felder / usw. – zu vergleichen. Damals hatte Deutschland ein viel höheres Defizit, höhere Schulden, Drohungen seitens Frankreich bzgl. Anektionen … Ich mein, dass unter solchen Voraussetzungen ein Staat nach Vermögensabgaben etc. auch mal Pleite gehen kann sollte uns alle nicht wundern.

    Dauernd hört man, die Zinsen sind viel zu niedrig, oohh Notenbanksozialismus, ohh wir werden alle schleichend enteignet und wenn die Hyperinflation erst einmal kommt, dann werden wir alle direkt enteignet per Vermögensabgabe, mit dem Beisatz: “das war damals so”. … Und sowieso die Demokratie ist ja am Ende. Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, so manch einer wünscht sich den “starken Mann” nach Deutschland zurück. Dabei haben doch gerade WIR keine guten Erfahrungen damit gemacht, egal!

    Sorry, aber man kann die jetzige Situation mal so gar nicht mit der des letzten Jahrhunderts vergleichen. Man triggert damit nur tiefsitzende Ängste der deutschen Bevölkerung, und meiner Meinung nach muss dahinter ein Politischer Gedanke stehen. -> Es gibt auch gewisse ökonomische Strömungen die dem ganzen Zustimmen aber naja, … dazu sage ich jetzt mal lieber nichts. Und joah was wäre denn die Alternative, erklärt mir das bitte einmal … Irgendwie wird immer ein Schuldiger gesucht. In der letzten Krise haben die Notenbanken zu spät reagiert, in der jetzigen haben sie ihr ganzen Pulver zu früh verschossen – Oh man sind die blöd. (Vorsicht, das war Ironie). Was die Notenbanken und die Fiskalpolitik heute machen ist sinnvoll und hat sich aus der Geschichte eben ergeben. Wir haben gelernt von früheren Krisen. Beispielsweise erhöhen wir jetzt nicht mehr die Zinsen wie 1929 während einer Wirtschaftskrise… Das würde nicht mal ein ultra-liberaler Fordern. Nein -> Leute die das behaupten wollen, dass das Friedensprojekt EU (Euro hängt gewissermaßen mit dran) scheitert. Wann lernen wir endlich aus unsrer europäischen Geschichte und finden kluge Lösungsansätze für unsere gemeinsame Zukunft? Kann mir das mal jemand erklären? Stattdessen verfallen wir in alte Denkmuster, wünschen uns den Nationalstaat, der uns ja so viel Frieden und prosperität gebracht hat, zurück und lassen Vollidioten an die Macht. (Vorsicht, da war Ironie dabei, ich hoffe ihr erkennt sie ;-) )

    Also, ihr merkt es vllt schon, ich gehöre eher zum Deflations-Camp :) Yuhuu, Deflation -> Nein, ist nicht schön!

    Fazit:
    Chillt euch alle mal. Die soziale Marktwirtschaft funktioniert… Ja, unsere Welt ist nicht perfekt. Lasst uns doch das beste daraus machen. Herr Dr. Krall grenzt einfach mal die Mehrheit der Menschen in unserem Land aus mit seiner Politisch-Wirtschaftlichen-Ideologie. Laut ihm sind es ja nur 16 mio Menschen die unser Land nach Vorne bringen. Das ist natürlich totaler Quatsch, denkt mal bitte länger über diesen Satz nach!

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      Kritisch on fire

      21. April 2020 18:08 at 18:08

      Sehr geschätzter Herr Müller!
      Ich muss schon sagen, sehr beeindruckend ihre Beschwichtigungen! Sind sie vielleicht Angestellter der EZB oder Abgeordneter zum EU-Parlament? Bin schon neugierig ihren Kommentar zu lesen wenn wir den Italexit erleben und sich der EURO, diese Fehlgeburt, in einem riesigen BIG-BANG in Luft auflöst. Vielleicht haben sie aber auch damit recht, dass nach 1000 Jahren div. Geldsystemen es diesmal funktioniert – ich habe da so meine (vielleicht berechtigten) Zweifel.
      Mal sehen und liebe Grüsse.
      P.S.: Dr. KRALL spricht von 18 Mio. Leistungsträgern die den ganzen Laden aufrecht erhalten, nur um der Wahrheit Gerechtigkeit zu verleihen!

      • Avatar

        Benedikt Müller

        21. April 2020 20:45 at 20:45

        Haha, nope!
        Arbeite für keine Regierung oder Notenbank. … und muss mich auch nicht hinter einem Pseudonym verstecken. ^^
        Das alles scheint ja nach Ihrer Auffassung ausgemachte Sache zu sein. Mein Glückwunsch zu der Erkenntnis, dass in der Vergangenheit Währungen gescheitert sind. Gelddrucken war dabei übrigens immer nur eine “Folge” anderer Tatsachen wie beispielsweise eines Krieges. Man hat Geld gedruckt, weil die andere Alternative noch schlimmer gewesen wäre, also kein Geld drucken, aber egal. Des Weiteren hat es die letzten 1000 Jahre verschiedene Geldsysteme / Währungen / Politische Strömungen gegeben, die, wie wir ja hier differenzieren wollen, wir nicht alle über eine Kamm schweren können, und aus unterschiedlichen Gründen es diese heute nicht mehr gibt.

        Dann erklären Sie mir mal wieso wir im Euro-Raum eine niedrige Inflationsrate haben bei expansiver Geldpolitik… Selbst wenn wir die Asset-Price-Inflation mit rein rechnen, also Kaufpreise von Eigentumswohnungen … ist sie immer noch niedrig. Klar wäre sie dann etwas höher… aber noch nicht sooo hoch. Und dann erklären Sie mir mal bitte, wieso quasi alle Notenbanken, also auch die schweizerische, die schwedische, die amerikanische, etc. alle haben so niedrige Zinsen. … Selbst die, die nicht im Verdacht stehen Linke Politik oder bestimmte Interessen zu vertreten. Wieso machen die das?

        Ich denke die niedrigen Zinsen sind anhand von mehreren fundamentalen Faktoren wie beispielsweise der Demographie gerechtfertigt.

        16 oder 18… ich denke Sie wissen was ich meine! Dann bitte geht doch in Euer hochgelobtes “Besserverdiener-Land”, dann gibt es aber keine Putzfrau mehr für 10 € die Stunde, keinen Busfahrer, Keinen Kellner, keine Krankenschwester, niemand der euch pflegt im Alter … ich könnte die Liste ewig weiter führen. Und glaubt ihr wert besser dran! :)

        Auch ganz liebe Grüße

    • Avatar

      leftutti

      21. April 2020 23:18 at 23:18

      @Bendikt Müller, machen Sie sich keine allzu ernsten Gedanken über die Untergangspropheten und Reichsbürger. Deutschland sollte bereits vor vielen Jahren, nun jedoch ganz aktuell im März, dann im April, nach neuesten Erkenntnissen endgültig nun im Mai abgewickelt werden. Irgendwann wird es schon funktionieren, genau wie bei den 144.000 Wissenden an Gottes rechter Seite. Oder war es die linke Seite, weil rechts nur einer sitzen darf?

      Prof. All und Dr. Krotte und all die grottigen Leistungsträger haben doch irgendwo recht. Die maroden Firmen und Banken werden irgendwann Probleme bekommen. Welch weises Orakel da doch dahinter steckt. Die Briten, die Italiener, die Exiteers, oh weh, welch zerstörerisches Potenzial im Ggs. zu freien Staaten steckt in diesen Masochisten? Als leuchtendes Beispiel, möge uns ein langjähriges und stabiles Jobwunder von 22 Millionen dienen, derzeit und vorübergehend leicht irritiert innerhalb von 4 Wochen-Zahlen, die schnell überwunden werden müssen.

      Eigentlich auch keine osteuropäischen Erntehelfer mehr in Brexitannien, Arbeit für alle Einheimischen. Arbeit wäre genug, die plötzlich arbeitslosen Schlauschwätzer sind nicht für Feldarbeit geeignet. Make Bankers to Farmers, das mag noch etwas dauern. Naja, vielleicht nächstes Jahr. Bis dahin make puzzleheaded and woozy Blondies great again.

      P.S. Und immer an die 18 Millionen Leistungsträger denken, die jetzt in der Krise ihr obszönes Vermögen spenden, der Allgemeinheit helfen und vielleicht sogar ihre private Traum-Insel aufs Spiel setzen:
      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Richard-Branson-verpfaendet-seine-Privatinsel-article21728599.html

      • Avatar

        Benedikt Müller

        23. April 2020 15:19 at 15:19

        Haha, Top! Harter Tobak!

  12. Avatar

    Columbo

    21. April 2020 21:45 at 21:45

    @Axel

    Davon bin ich auch überzeugt. Vermögensabgaben, bei unteren sechsstelligen Vermögen beginnend, damit man möglichst viele erwischt. Schuld hat niemand, früher war‘s der Feind, jetzt Corona. Das wird‘s dann gewesen sein.
    Und Helene Fischer wird weitersingen.

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    Kritisch on fire

    21. April 2020 22:12 at 22:12

    Schönen, Guten Abend, sehr geschätzter Herr Müller!
    Nun, es freut mich, dass sie zumindes bestätigen, dass expansives Gelddrucken in der Geschichte noch niemals erfolgreich war, wenngleich sie auch versuchen die Gründe für das Scheitern dieser Vorgänge anderwärts verorten – sei ihnen unbenommen!
    Die von ihnen angesprochene, niedrige Inflationsrate, und ich bin sicher dass sie das ganz genau wissen, ist wenig bis gar nicht aussagefähig, da sie auf Basis eines Wapenkorbes basiert der meinetwegen alles wiederspiegeln mag nur mit Sicherheit nicht die Wahrheit über tatsächliche Preissteigerungen im alltäglichen Leben. De facto sind wir in der westlichen Hemisphäre, vorallem aber im EURO-Raum doch am besten Weg der “Japanifizierung”. Jährlicher, effektiver Einkommensverlust mit am Ende stehender Verarmung der gesamten Gesellschaft.
    Nur weil weltweit alle Notenbanken den Weg der Niedrig.-oder Nullzinspolitik gehen heißt doch noch lange nicht, dass dieser Weg der Richtige ist. Meiner Auffassung und Überzeugung nach wird weltweit eine massive Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit und, hoffentlich nicht, auch mit bewaffneten Konflikten entstehen, da die Ami´s ihre Vorherrschaft bis zum Exzess verteidigen werden.
    Ihr letzter Absatz erschreckt mich ein wenig, da ich mit Sicherheit keiner derer bin die sich einer Oberen-Klasse zugehörig fühlen, der die von ihnen beschriebenen Ängeste hegt. Wovor ich aber gewisse Angst habe ist die Frage wohin sich unsere Gesellschaft nach dem Crash entwicklen wird. Nicht wegen mir selbst, da ich schon sehr, sehr lange auf der Welt bin, sondern wegen meiner Nachkommen.
    ABER, ich würde vorschlagen, wir warten die Zukunft der nächsten 12-24 Monate ab und machen dann einen kritischen Blick auf die Wirtschafts.-u. Gesellschaftsentwicklung um den Ausgang der beginnenden Verwerfungen zu beurteilen.
    Ich wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft und,
    liebe Grüße!

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    Benedikt Müller

    22. April 2020 11:48 at 11:48

    @Kritisch On Fire

    Sie legen mir Worte in den Mund, die ich nicht gesagt habe.

    Ich halte “Gelddrucken” nicht für per se schlecht. Zum Beispiel ist es sehr gut, dass in den USA nun jeder einen Betrag zwischen 1.000 – 3.000 Dollar überwiesen bekommt. … Die Leute fangen sonst an zu plündern und schießen sich über den Haufen. Was denn auch machen wenn man Hunger hat aber kein Geld und man überall eine Waffe kaufen kann? -> Eine Gesellschaft sollte den Schwachen helfen.

    In dem Artikel oben geht es ja darum, ob uns eine Inflation oder eine Deflation in naher Zukunft ereilen wird. Ich schlage vor wir konzentrieren uns in der Diskussion auf diesen Punkt, da wir sonst nicht fertig werden. Sie reden hier einen kommenden Vertrauensverlust herbei, mit der Begründung auf das letzte Jahrhundert (Krall, Friedrich & Weik -> Vermögensabgaben, Währungscrash, etc.). Die Wirtschaftstheorien, welche diese Herrschaften vertreten stammen übrigens auch alle aus dieser Zeit, na Prost!
    Dahinter steckt meiner Meinung nach ein tiefsitzender Komplex der Deutschen, nämlich der Verlust ihres ach so romantisierten einstigen Großdeutschen-/ Kaiserreiches mit dem Anspruch auf einem Platz auf der großen Weltbühne. Und es tut mir Leid, aber man kann die beiden Situationen einfach nicht miteinander vergleichen, also Gestern und Heute! Nun aber wirklich zur Inflation :)
    Folgende Gleichung stimmt nicht:
    Inflation = steigende Geldmenge ; dies erzählen uns einige Liberale und zB die Österreichische Schule, aber es stimmt nicht.
    Damit Inflation entsteht muss die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes steigen, tut sie aber nicht, im Gegenteil sie nimmt eher ab! Wie so oft ist die Welt hier ein kleines bisschen komplexer, und die Herrschaften vor 100 Jahren waren eben nicht schlauer wie wir heute, und das ist auch gut so. :D

    Die EU ist eine Antwort auf die vielen Kriege der Vergangenheit auf unserem schönen Kontinent. Die Einführung der sozialen Marktwirtschaft war die Antwort auf die katastrophalen Zustände der Arbeiterklasse um 1900 (Manchester Kapitalismus, wo ja manche Liberale wieder hinwollen). … Woraus sich ja Sozialismus/ Kommunismus erst ergeben haben, quasi als Gegenbewegung. Ich nehme an das wollen Sie ja auch nicht. Ich meine jedenfalls, wir sind schlauer geworden und unsere Gesellschaftlichen Systeme wurden immer komplexer in der Hinsicht, dass neue Faktoren in die Kalkulation mit hinein fließen. Da ist doch die Soziale Marktwirtschaft mehr als nur ein guter Kompromiss :) UND JETZT kommt halt noch neben der sozialen die ökologische Komponente mit dazu, da muss man nicht Sozialismus rufen!

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      Benedikt Müller

      22. April 2020 18:20 at 18:20

      @ Kritisch On Fire
      …Aber ich nehme gerne Ihr Angebot an und lasse mich an meinen Aussagen in 12-24 Monaten messen. Hoffe ich habe einzelne Punkte jetzt nicht ausgelassen. Jdfs wünsche ich Ihnen und Ihren Nachkommen auch alles Gute.

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        Kritisch on fire

        22. April 2020 19:23 at 19:23

        Sehr geschätzter Herr Müller!
        Tut mir leid auf ihre Antwort nicht reagiert zu haben – war heute mit Gartenarbeit beschäftigt. Unser beider Standpunkte sind auch dermaßen unterschiedlich (hier ich der sich in Ordo-Liberalismus, irgendwo zwischen Hayek und Euken beheimatet fühlt und dort sie, der sich eher in der MMT zu Hause fühlt) , dass ich eigentlich keine Notwendigkeit dafür sehe die Standpunkte in weiteren Argumenten pro und contra hier in diesem Forum zu diskutieren. Mit ihrer Annahme meines Vorschlags bin ich sehr einverstanden und bin, warscheinlich wie sie auch, sehr neugierig auf die weitere Entwicklung.
        Liebe Grüsse aus dem Alpenland Österreich und somit keinerlei Komplex hinsichtlich vergangener, romantischer Weltmachtzeiten!

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          Benedikt Müller

          23. April 2020 10:18 at 10:18

          Ich verorte mich bei der Öko-Sozialen-Marktwirtschaft, nicht MMT. Wir werden sehen wie es weiter geht. Österreich war ja einst auch ein großes Kaiserreich mit gewissen Ambitionen und Sympathien zum deutschen Kaiserreich von daher schließt Sie das nicht gänzlich aus – also der Blick in die romantisierte Vergangenheit.

          Zum Inflationswarenkorb wollte ich auch noch etwas sagen. Ich hab das für mich selbst mal getestet, da je nach individuellen Konsumgewohnheiten ja ein anderes Ergebnis herauskommt. Bei mir persönlich kommt ein leicht erhöhter Wert heraus, da ich gewisse Dinge vermehrt konsumiere, welche sich schneller inflationieren, als der Bundesdurchschnitt. Aber es ist alles noch O.K. Übrigens wirkt sich die Globalisierung deflatorisch auf viele Waren, welche wir täglich konsumieren. Es wird einfach günstig im Ausland produziert. Der technische Fortschritt (Digitalisierung) wirkt sich auch deflatorisch auf die Preise. Überlegen Sie mal wie viel sie früher für Musik CD’s oder Schallplatten ausgegeben haben und heute können Sie für 10 € im Monat über Spotify nahezu jedes Lied auf der Welt streamen / hören, das Gleiche gilt für Netflix statt teuren DVD’s und VHS-Kasseten (Video), die sich zuhause stapeln – Nur um ein Beispiel mal genannt zu haben. Outsourcing, OnShore, Offshore, etc … all das drückt auf die Preise und wird seit Jahrzehnten praktiziert! Von daher muss man die offiziellen Inflationszahlen nicht zu 100 % glauben, aber dennoch denke ich sind sie ein guter Anhaltspunkt. Es kommt eben auch darauf an, was Sie individuell konsumieren… Fernreisen sind zB auch viel günstiger geworden. Heute kann sich fast jeder eine Flugreise leisten, was früher nur der Oberschicht vergönnt war. Übrigens sind die Kaufpreise und Mieten von Immobilien auch nur in den großen Städten deutlich angezogen (Deutschland), wo ja auch nur ich glaube 30% der Deutschen leben. … also die Debatte geht ein bisschen an der Mehrheit vorbei, aber egal!

          Am Ende ist jeder frei, dass zu glauben was er möchte. Aktuelle Forschungen gehen allerdings nicht mehr in die Ordoliberale Richtung. Die Zeiten haben sich wohl geändert. Was bleibt ist ein nostalgischer Gedanke, oder der Widerwillen neue Dinge anzunehmen, zu lernen und sich darauf einzulassen.

          Die Zinsen im EURO-Raum sind so niedrig, weil die EZB Währungspolitik für den ganzen Euroraum macht und nicht nur für Deutschland, und im Euro-Raum geht es vielen Ländern nicht so gut wie Österreich oder Deutschland. Das hat nichts mit einem dämonischen, gierigen Nationalstaat aus dem 20. Jahrhundert zu tun … was uns die Ordo-liberalen erzählen wollen. Aber, da haben Sie mitunter Recht, wir sind natürlich weit davon entfernt, das hier alles perfekt läuft. Die EU ist eben teilweise auch intransparent und undemokratisch (EU-Rat). Das sollte man vllt mal ändern :) Es gibt keine Alternative zur europäischen Integration, man muss halt nur richtig machen.

          Kurze Frage: angenommen Sie hätten zu Zeiten von Hayek und Eugen gelebt. Hätten Sie dann auch auf Wirtschaftstheorien vor 80 Jahren zurückgegriffen um die aktuelle Lage zu beschreiben und Lösungen zu finden? … aber das können wir dann ja in 12 – 24 Monaten nocheinmal aufgreifen ;-)

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            Kritisch on fire

            23. April 2020 11:23 at 11:23

            Also, nun doch nocheinmal vor Ablauf des Beobachtungszeitraumes, eine Antwort von mir zu ihre Frage im letzten Absatz:
            Warum um alles in der Welt wird dann seitens unserer Volksverräter, entschuldigung, VOLKSVERTRETER so nachdrücklich nach der Wirtschaftstheorie von Hr. John Maynard Keynes (ein Zeitgenosse von Hayek) gehandelt. Diese Theorie hat nachweislich noch niemals funktioniert und wird doch immer noch, sehr zu unser aller Leidwesen, verfolgt.
            Also, warten wir es ab bis die Banken gerettet werden müssen, tausende von unproduktiven Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, die Arbeitslosigkeit durch die Decke geht und nach dem deflationären Schock die folgerichtige Inflation einsetzt. ABER, die ZB werden einfach all diese Probleme “wegdrucken” – viel Vergnügen all jenen die das glauben!
            Als überzeugter Agnostiker glaube ich gar nichts sondern orientiere mich nach Fakten und die sind leider, leider wenig vielversprechend.
            LG aus A

  15. Avatar

    Benedikt Müller

    23. April 2020 15:18 at 15:18

    What..? Wo kam denn das her? :D O.K.

    https://www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-volksverraeter-ein-unwort-im-woertlichen-sinne-1.3326922

    bisschen mehr mit Geschichte beschäftigen und dann gern wieder in den Diskurs einsteigen ;-)

    Sie scheinen ja wirklich so ein “Reichsbürger” zu sein. Mit Ihnen zu diskutieren ist hoffnungslos.

  16. Avatar

    Kritisch on fire

    23. April 2020 16:03 at 16:03

    Sehr geehrter Herr Müller!
    Hab ich mir es doch gedacht, dass sie dieses “Stöckchen” sofort aufnehmen werden um die “Rechte Keule” zu schwingen. So wie es eben üblich ist unter den “Gutmenschen”. Ich darf sie beruhigen, bin weder Neonazi, noch sonst einer rechtsradikalen Gesinnung anhängig. Liberal-ja, National-nein! Wenn sie schon mit ihrem Geschichtswissen prahlen, bitte daran denken, dass der Begriff des Volksverrates ursprünglich aus dem 19 JH von Sozialisten geprägt wurde.
    Entschuldigen sie bitte die “Fallenstellung” und wollen wir doch nicht annehmen, dass der Dikussionspartner seine Meinung mit der zur Gebote stehenden Höflichkeit formuliert, ohne den anderen zu desavouieren.
    LG aus A

  17. Avatar

    Benedikt Müller

    23. April 2020 17:45 at 17:45

    Sie haben den Begriff benutzt nicht ich. … Sie sagen Sie wären kein Nazi und kein Sozialist aber benutzen ihre Sprache? Sie sagen Sie sorgen sich um Ihre Nachkommen. Sind Sie vllt nur ein “besorgter Bürger”? ^^

    Sie hätten ja auch einfach sachlich die Frage zu Keynes stellen können, oder nicht? Es scheint mir eher so, dass Sie mich versuchen in eine Ecke zu stellen (und alle anderen Menschen die nicht Ihrer Auffassung zum Ordoliberalismus entsprechen… meiner Meinung nach denken Sie übrigens viel radikaler und Sie verstecken sich nur dahinter) nicht umgekehrt, da Sie es offensichtlich nötig haben sogenannte “Fallen” in einer, naja, sagen wir relativ sachlichen Diskussion, auf zu Stellen. Sie sollten nicht von sich auf andere schließen… Sie wollen hier einfach nur geistige Brandstiftung betreiben und haben sich ganz offensichtlich selbst entlarvt. Ihr Chatname ist wohl wortwörtlich gemeint?

    Aber nur zu, dann füllen Sie doch bitte mal meine Bildungslücke und sagen mir wo, wann, und an welchen Beispielen der Keynesianismus versagt hat bzw unrecht hatte, mit fundierten Quellen versteht sich! Ich möchte dabei anmerken, dass ich von öko-sozialer-Marktwirtschaft sprach, welche zum Beispiel eine ökologische Komponente neben der sozialen beinhaltet, da wir eigtl. früher, aber spätestens seit den 70iger Jahren wissen, das natürliche Rohstoffe leider nur begrenzt zur Verfügung stehen – das haben Ihre beiden Kollegen mal eben ausgelassen. Darüber hinaus haben wir uns darauf verständigt den Fokus auf die Inflation zu legen, Sie erinnern sich? Ich verstehe Ihren Bezug zur Inflation nicht bzgl. des Keynesianismus. Wo ist denn die Inflation? Wo war sie denn die letzten Jahrzehnte? Was sie vorschlagen würde die Krise um die Sie sich “anscheinend” so sorgen wahrscheinlich auslösen… daher haben Ihre Aussagen geradezu etwas Widersprüchliches.

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      Michael

      23. April 2020 18:44 at 18:44

      @Benedikt Müller, wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf? Reiben Sie sich nicht auf in Diskussionen mit diesen rechtspopulistischen Pseudo”wissenschaftlern”. Am Ende erhalten Sie die altbekannten Textbausteine, Modewörter und den üblichen Müll aus den sozialen Medien, die schon seit Urzeiten verbreitet werden.

      Obwohl, darf man das Wort sozial überhaupt verwenden, ohne als Kommunist entlarvt zu sein? Ich revidiere vorsichtshalber auf frei-liberale alternativ-demokratische Quellen innerhalb dieses global-sozialistischen Sumpfes.

      Es endet immer in einer Endlosschleife, in der Sie gegen Treibsand und Windmühlen kämpfen.
      In Anlehnung an einen kürzlich veröffentlichten Kommentar: The Liars tweet tonight 🥴

  18. Avatar

    Kritisch on fire

    23. April 2020 20:21 at 20:21

    Ja, genau! Nieder mit den die Freiheit verteidigende. Was glauben die eigentlich, diese Liberalen und denkenden Mitmenschen? Wo uns doch die politische Klasse mit all ihren Werkzeugen vorgeben worüber und wie wir zu denken haben.
    Also, warten wir einfach mal ab, 12 – 24 Monate, wie gesagt!

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      Michael

      23. April 2020 21:22 at 21:22

      @Krittler on Fire, Nieder mit den die Freiheit verteidigende. Was glauben diese denkenden Mitmenschen eigentlich? Können sie noch nicht einmal schreiben, lassen wir sie 12- 24 Monate warten und nochmal in die Grundschule gehen, wie gesagt 🙈

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    Benedikt Müller

    24. April 2020 09:45 at 09:45

    Liberalismus = Ideologie = kein Denken, sondern Glauben -> als selbsternannter Agnostiker geradezu humoristisch!

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Der (reale) Sozialismus kommt durch Ihre Hintertür! Major Rütting

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Major Rütting über den Sieg des realen Sozialismus über den von der Coronakrise entlarvten parasitären Finanzkapitalismus – eine Botschaft des Friedens..

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Coronakrise: Kommt Las Vegas wieder zurück ins Spiel?

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Las Vegas Strip - dank Coronakrise sind die Geschäfte eingebrochen

Die Coronakrise hat Las Vegas besonders hart getroffen. Die Stadt lebt vom Tourismus, von Kongressen, Messen und natürlich dem Glücksspiel. All das war seit Mitte März nicht mehr möglich. Ab 4. Juni sollen die Kasinos unter strengen Auflagen wieder öffnen. Der wirtschaftliche Schaden ist bereits jetzt immens.

Die Coronakrise verwandelte Las Vegas in eine Geisterstadt

Es ist Mitte März und die Temperaturen in der Mojave-Wüste sind um diese Jahreszeit mit 23 Grad Celsius tagsüber schon recht angenehm. Auf dem „Strip“, einem Abschnitt des Las Vegas Boulevard, leuchten die Reklametafeln. Normalerweise tummeln sich unzählige Touristen, Glücksritter und Geschäftsleute sowie Massen von Autos zwischen Caesars Palace und der im Maßstab 1:2 nachgebauten Kopie des Eiffel-Turms des Paris Las Vegas Hotels. Doch in den letzten Tagen des März 2020 wirkt die rastlose Stadt wie verlassen. Die beiden Flughäfen McCarren International und North Las Vegas sind verwaist. Das ist das erste Mal seit dem Attentat auf John F. Kennedy im Jahr 1963, dass die Kasino-Hotels auf dem gesamten Las Vegas Strip geschlossen sind. Selbst das verheerende Attentat im Jahr 2017 führte nur zu einer teilweisen Schließung. Die Coronakrise lässt einen ganzen Bundesstaat, der stark vom Tourismus und der Glücksspielbranche abhängig ist, in den wirtschaftlichen Abgrund schauen.

Der wirtschaftliche Schaden ist immens

Seit dem Shutdown der Kasinoindustrie am 17. März sind im US-Bundesstaat Nevada 276.300 Gaming- und Tourismusjobs verloren gegangen. Jeder dritte Arbeitsplatz in dem Wüstenstaat ist von der Tourismus- und Glücksspielindustrie abhängig. Durch den Shutdown sind die Einnahmen von Kasinos, Restaurants, Bars, Clubs, Hotels, Autoverleihern, Kongressveranstaltern, etc. nahezu komplett weggefallen. Ursprünglich sollte die Entertainment-Hauptstadt der Welt nur für einen Monat ihre Geschäfte schließen. Nun dauert der Shutdown bereits seit zweieinhalb Monaten an. Noch ist völlig unklar, wie viele Mitarbeiter nach der Coronakrise noch gebraucht werden. Kasinos und Betreiber von Shows, Messen, Theatern und Logistikunternehmen werden nicht mit dem gleichen Personalbestand wiedereröffnen. Die Auslastung wird weit unter dem Niveau von vor der Coronakrise liegen. Zum einen, weil die Massenarbeitslosigkeit den Amerikanern die Lust am Spielen verleiden dürfte, zum anderen sind Abstands- und Hygieneregeln für eine auf Massentourismus ausgelegte Stadt wie Las Vegas ein signifikantes Geschäftshindernis.

Die gesamte Wirtschaft Nevadas ist stark vom Tourismus und der Glücksspielbranche abhängig. Allein in die beiden Städte Reno und Las Vegas kommen jedes Jahr bis zu 57 Millionen Touristen, um an den Spieltischen und Spielautomat der Kasinos Platz zu nehmen. Von dem Umsatzeinbruch der Unternehmen sind auch die Steuereinnahmen für den Bundesstaat betroffen. Der wirtschaftliche Gesamtschaden wird auf ca. 40 Milliarden US-Dollar bis zum März nächsten Jahres geschätzt, sofern sich die Umsätze bis dahin wieder vollständig erholt haben. Im Jahr 2019 brachte allein das Glücksspiel dem US-Bundesstaat 12 Milliarden US-Dollar ein, von denen laut CDC Gaming Reports mehr als die Hälfte vom Las Vegas Strip stammten.

Hoffnung keimt auf in Sin City

Genau zehn Wochen nach der Schließung aller Kasinos bereitet sich die Glücksspielbranche in Nevada und vor allem in Las Vegas auf die Wiedereröffnung nach der Coronakrise vor. Sofern die Covid-19-Fälle über das Memorial-Day-Wochenende nicht wieder ansteigen, können die Kasino-Hotels am 4. Juni unter strengen Auflagen wiedereröffnet werden, sagte Nevadas Gouverneur Steve Sisolak am vergangenen Freitag. Sisolak wird am heutigen Dienstag eine Pressekonferenz abhalten, um das Datum 4. Juni zu bestätigen, wenn die Gesundheitsbehörden und das Nevada Gaming Control Board ihre Zustimmung erteilen. Zwar sind die gemeldeten Fälle leicht angestiegen, was aber eher darauf zurückzuführen sein dürfte, dass die Zahl der Corona-Tests stark ausgeweitet wurde. Am 30. April wurden 1.165 Personen in Nevada getestet und 121 Covid-19-Fälle gemeldet. Bis zum Memorial-Day-Wochenende stieg die Zahl der Tests auf knapp 3.000 pro Tag an, bei zuletzt 123 Covid-19-Fällen an einem Tag. Eine Wiedereröffnung scheint also sehr wahrscheinlich.

Das Kasino-Geschäft in Nevada wird sich stark verändern

Dennoch wird es ein sehr langsamer Prozess der Normalisierung. Kasinobetreiber mit mehreren Standorten haben bereits angekündigt, zunächst nur Teile bestimmter Resorts wieder zu eröffnen, während andere Kasinos noch komplett geschlossen bleiben, bis die Einschränkungen soweit abgebaut wurden, dass sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unter betriebswirtschaftlichen Aspekten wieder lohnt. Ihre Tore kurzfristig wieder öffnen wollen unter anderem MGM Resorts, das New York-New York Hotel & Casino mit der berühmten Achterbahn sowie das legendäre Bellagio. Elf weitere Kasinokomplexe auf dem Las Vegas Strip bleiben weiterhin geschlossen – einige wohl für immer.

Laut CDC Gaming Reports werden voraussichtlich nur rund 41 Prozent der gesamten Hotelzimmerkapazität am Las Vegas Strip ab 4. Juni angeboten. Nach der Wiedereröffnung wird sich das Kasino-Erlebnis in Las Vegas und im Großraum Nevada zudem stark verändern: Desinfektionsspritzer statt Begrüßungscocktails, Abstandsregeln, Grenzwerte für Mitarbeiter und Besucher und jeder zweite Einarmige Bandit wird ohne Kundschaft bleiben. Vorbei sind vorerst auch die Zeiten voll besetzter Spieltische. Kasinos müssen die Anzahl der Spieler begrenzen, die Poker, Roulette oder Würfeln spielen: drei Spieler pro Blackjack-Tisch, sechs Spieler pro Würfel-Tisch, vier Spieler pro Roulette-Tisch und nur vier Spieler pro Poker-Tisch. Gruppen oder Zuschauer sind an den Tischen vorerst nicht mehr gestattet.

Die Croupiers werden in Zukunft nicht nur Geld gegen Jetons tauschen, Karten ausgeben und die Kugel rollen lassen, sondern auch für die Einhaltung der Hygieneregeln sorgen und die Gäste desinfizieren. Alle Spielutensilien müssen nach jeder Benutzung gereinigt werden, wenn ein neuer Spieler mit ihnen in Kontakt kommt. Das gilt für Karten, Chips, Schienen, Stühle, Würfel, Kartenschuhe, Mischmaschinen, Roulette-Räder, etc. Der Geruch von Desinfektionsmitteln wird damit als Folge der Coronakrise vorerst fester Bestandteil des neuen Kasinoerlebnisses in Las Vegas werden.

Fazit und Ausblick

Die starke Ausrichtung auf den Massentourismus, Messen, Shows, Glücksspiel und Restaurants belastet die Metropole Las Vegas in der Coronakrise besonders stark. Arbeitsplätze gehen verloren, Geschäfte schließen für immer ihre Türen und die Immobilienpreise beginnen zu fallen, ebenso wie die Steuereinnahmen des Bundesstaates Nevada. Die wahrscheinliche Wiedereröffnung des Glücksspielbetriebs ab nächster Woche lässt zwar Hoffnung aufkeimen, aber die neuen Sicherheitsregeln machen das Geschäft für viele Dienstleister unlukrativ. Ein ganzer Bundesstaat muss hoffen, dass es keine zweite Corona-Welle gibt und die Abstands- und Hygiene-Maßnahmen so bald wie möglich weiter gelockert werden. Ansonsten droht Wüstenstädten wie Las Vegas das Schicksal einer Goldgräberstadt ohne ausbeutbare Mine.

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Schrottkredite europäischer Banken – Aufsicht warnt, Problemlösung gibt es schon

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Bankentürme in Frankfurt - EBA analysiert die Schrottkredite in der EU

Die europäische Bankenaufsicht “EBA” hat vor immer mehr Schrottkrediten in den Bilanzen europäischer Banken gewarnt. Logisch, durch die Coronakrise können viele (private und gewerbliche) Schuldner ihre Kreditraten nicht mehr bedienen. Das kann sehr schnell zu einem Problem für die Banken werden, weil sie in ihren Büchern Kredite als Vermögenswerte verbuchen, die aber gar keine mehr sind. Eigentlich müssten sie diese Schrottkredite sofort umbuchen als Verluste, die abgeschrieben werden müssten. Das würde zu gigantischen Verlusten führen, welche wiederum das Eigenkapital der Banken auffressen würde. Ein klassisches Szenario a la Markus Krall würde eintreten.

Laut EBA-Aussage seien die Banken in der EU mit einer starken Kapitalbasis (FMW: Wirklich?) und Liquiditätspuffern in die Coronakrise gegangen. Die Krise werde voraussichtlich die Qualität der Vermögenswerte beeinflussen, so die EBA allgemein formulierend. Damit meint sie, dass die Kredite (Forderungen sind Vermögenswerte aus Sicht der Banken) in Schrottkredite verwandelt werden könnten. Schrottkredite werden im englischen Sprachgebrauch als “Non Performing Loans” (NPL) bezeichnet. Deswegen kursiert die Abkürzung “NPL” oft in Berichterstattungen durch die Texte. Die Profitabilität der Banken könne beeinträchtigt werden. Aber die Banken hätten in den letzten Jahren Kapitalreserven angesammelt, die höher seien als gefordert, so die EBA. Diese Puffer würden es den Banken erlauben potenzielle Kreditverlusten auszuhalten, die im Rahmen einer Stresstestanalyse im Jahr 2018 erstellt wurden.

Schrottkredite im Fokus

Ende 2014 hatten Schrottkredite mit 7,1 Prozent Anteil ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem konnten sie auf einen Anteil von 3,1 Prozent verringert werden. Dies sind aber immer noch 529 Milliarden Euro! Gleichzeitig weist die EBA darauf hin, dass fast die Hälfte der Banken in der EU noch immer nicht in der Lage seien ihre Kapitalkosten zu verdienen! Unsere Anmerkung: Bitte wie, und das soll eine robuste, krisenfeste Finanzindustrie sein?

Laut EBA halten die Banken in der EU jetzt größere Kapitalreserven vor als in der Finanzkrise 2008. Die harte Kernkapitalquote sei von 9 Prozent im Jahr 2009 auf 15 Prozent Ende letzten Jahres gestiegen (klingt doch gleich wieder viel besser?). Im Zuge der Coronakrise werden die Banken laut EBA mehr Schrottkredite verkraften müssen, was vergleichbare Ausmaße annehmen können wie nach der Staatsschuldenkrise. Die Kreditausfälle könnten bis zu 3,8 Prozent des harten Kernkapitals oder umgerechnet 315 Milliarden Euro betragen, so die EBA. Und jetzt kommt eine wichtige Aussage der EBA. Staatliche Garantien, die in vielen Ländern eingeführt wurden, könnten diese Auswirkungen mildern, während die EBA-Richtlinien zu Kreditmoratorien die automatische Einstufung betroffener Forderungen als Schrottkredite oder ausgefallene Forderungen vermeiden werden. Ja, so möchten wir anmerken. Da hatte die BaFin ja unlängst auch für deutsche Banken eine entscheidende Richtlinie herausgegeben.

Die Lösung des Problems der Banken ist bereits vorhanden

Nämlich die Befreiung von der Verpflichtung, Kredite mit ausgefallener Ratenzahlung als wertlose Forderung abschreiben zu müssen. Es gibt nun also nach außen hin wohl nicht sichtbar immer mehr Schrottkredite in den Büchern der Banken, die sie aber nicht als solche abschreiben müssen – wodurch die Banken auch keine Verluste ausweisen müssen, welche ihr Eigenkapital auffressen würden. Finden Sie beim Klick an dieser Stelle dazu die Info vom 24. März. Eine wichtige Ansage der BaFin Richtung Banken lautet demnach, dass beispielsweise “ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet” werden.

Wir meinen: Das ist der wichtigste, der zentrale Bestandteil dafür, dass die Banken in Europa trotz der zunehmenden Lawine der Schrottkredite “unbeschadet” durch die Krise kommen werden, zumindest optisch für uns Außenstehende. Kredite, bei denen man die Raten stundet, gelten weiterhin als normale werthaltige Forderungen der Banken. Von daher sieht nach außen alles normal aus. Man darf vermuten, dass die Aufsichtsbehörden diese Regelung auch nach dem kompletten Wiederhochfahren der Volkswirtschaften eine Zeit lang aufrecht erhalten werden. Denn die Kreditausfälle und Insolvenzen, die beginnen wohl erst in ein paar Monaten so richtig sich zu entfalten!

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