Asien

Japan: Wirtschaft bricht katastrophal ein – den Dax interessiert das nicht

Der Berg Fuji als Symbol für Japan

Japan berichtet heute Nacht wirklich katastrophale Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt. Aber wen interessiert das schon. Denn China hat im „wirtschaftlichen Kampf“ gegen die Auswirkungen des Coronavirus die Zinsen gesenkt (hier dazu der heutige Kommentar dazu von Markus Fugmann). Tja, aber in Japan, da wurden heute harte Fakten präsentiert. Wie gut, dass die Börsianer hierzulande sie einfach ignorieren, und nur auf China gucken? Denn der Dax notiert heute früh ein paar Pünktchen höher als Freitag Abend.

Japan mit extrem hohem Rückgang im Bruttoinlandsprodukt

Japan hat heute sein Bruttoinlandsprodukt für das letzte Quartal vermeldet. Im Vergleich zum Vorquartal ist es um 1,6% rückläufig (erster Chart), bei Erwartungen von -0,9%. Im Jahresvergleich zum 4. Quartal 2018 ist es ein Rückgang von katastrophalen 6,3% (zweiter und dritter Chart), bei Erwartungen von -3,7%. Das ist der stärkste Rückgang seit fünf Jahren! Ja, das ist ein echtes Debakel. Man muss natürlich sehen, dass dieser Einbruch Wochen vor dem Ausbruch des Coronavirus zustande kam. Wird der Virus als Anschluss-Problem auch im 1. Quartal 2020 die japanische Wirtschaft weiter runterziehen? Laut japanischen Kommentatoren lag dieser massive Einbruch im 4. Quartal in Japan an zwei Sonderfaktoren, als da wären ein großer Sturm sowie Mehrwertsteuer-Erhöhungen von 8% auf 10% im Oktober, wonach die Konsumausgaben in Japan um 11,1% gefallen waren.

Ach ja, was hat denn der japanische Aktienindex Nikkei 225 gemacht nach Bekanntgabe dieser Daten, die wie gesagt deutlich schlechter waren als erwartet? Er ist spürbar gefallen um 270 Punkte auf bis zu 23.331 Punkte, um danach in den letzten Stunden diesen Verlust wieder aufzuholen. Zum Handelsschluss ging der Markt mit nur -0,69% aus dem Handel, also fast nichts. Auch die japanischen Börsianer sehen hier also kein ernsthaftes Problem? Denn man kann diese Daten ja als Sonderfall verbuchen, vor allem wegen der Mehrwertsteuer-Erhöhungen und dem „einmaligen“ Konsumverzicht der Japaner?


source: tradingeconomics.com


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4 Kommentare

  1. Den Absturz mit der MWSt-Erhöhung zu erklären würde ich gelten lassen, wenn zuvor das hierbei typische Muster gegeben hätte, nämlich vorherige Vorzieheffekte. Beim Blick auf die Grafik ist aber von Vorzieheffekten nix zu sehen. Wenn also Ausgaben vorgesehen gewesen wären, hätte man sie doch vorher getätigt. Demnach muss dieser Rückgang schon ziemlich bedenklich stimmen….

  2. Geht es jetzt in Japan auch schon los, dass man den schlechten Zustand der Wirtschaft auf das Wetter schiebt? Das ist doch normalerweise die Domäne der großartigsten Nation von Gottes Gnaden.

    1. An der Westküste ist es oft das Gegenteil, die Sturmschäden kurbeln die Wirtschaft an.

      Oder ganz allgemein sind schlechte Nachrichten gute Nachrichten, da dann die Notenbanken wieder mal retten!

  3. Ist der Ruf erst ruiniert pumpt es sich ganz ungeniert!

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