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Lagarde als neue EZB-Chefin – oder besser Insolvenzverwalterin? Anleiherenditen kollabieren

Eine Welt, die den Zins vernichtet, weil sie glaubt, nur so den Wohlstand vorübergehend weiter erhalten zu können, ist in einer tiefen Krise – eine Bankrotterklärung

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Die IWF-Chefin Christine Lagarde soll neue EZB-Chefin werden – und damit eine ausgewiesene „Nullzins-Anhängerin“. Die Aussicht auf Lagarde bringt die Anleiherenditen in der Eurozone unter Druck:

– die 10-jährige deutsche Bundesanleihe fällt auf -0,40%, neues Allzeittief

– neue Allzeittiefs bei den Renditen der 10-jährigen Anleihen Frankreichs (-0,10%); Niederlande (-0,23%); Spanien (+0,21%) – und vor allem Belgien, deren Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe erstmals in der Geschichte negativ wird.

 

Lagarde – Null Erfahrung als Notenbankerin

Nun ist Lagarde bekanntlich gelernte Juristin und hat als Politikerin keinerlei Erfahrung mit Geldpolitik – demenstprechend dürfte sie stark abhängig sein von der Expertise der wenigen Ökonomen, die in der EZB noch verblieben sind. Auch der EZB-Vize de Guindos ist Jurist und damit „Quereinsteiger“:

Unterdessen fallen auch die Inflationserwartungen wieder deutlich – sie liegen nun bei 1,16% in den 5y5y forwards, also der Inflationserwartung in fünf Jahren für die dann folgenden fünf Jahre (also für die Jahre 2024 bis 2029 – klicken sie auf den Tweet, um die fallenden Inflationserwartungen im Chart zu sehen!):

Es waren diese fallenden Inflationserwartungen, die Draghi zu seinem „dovishen Hammer“ bei seiner Rede in Sintra animierten – und nun liegen die Inflationserwartungen nur noch minimal über dem Stand, als Draghi auf das Allzeittief der Inflationserwartungen reagierte.

Nun will, wie Insider berichten, die EZB nicht schon im Juli (Sitzung 25.07.) Maßnahmen ergreifen, aber sie dürfte im Juli eben diese Maßnahmen (QE? Zinssenkung?) für die September-Sitzung ankündigen.

 

Lagarde als Insovenzverwalterin

Lagarde selbst hat übrigens in einem Interview einmal gesagt, dass Institutionen erst dann eine Frau an ihre Spitze rufen, wenn sie in einer tiefen Krise sind – und damit hat Lagarde wohl recht. Die EU, aber auch die EZB sind in einer tiefen Krise, was sich an den Anleihekursen widerspiegelt, die auf die Vernichtung des Zinses reagieren.

Eine Welt aber, die den Zins vernichtet, weil sie glaubt, nur so den Wohlstand vorübergehend weiter erhalten zu können, ist nicht nur in einer tiefen Krise – sie gibt damit faktisch eine Bankrotterklärung ab. Und Lagarde ist gewissermaßen die Insolvenzverwaltern..

Umso makabrer eigentlich die Party an den Aktienmärkten mit neuen Allzeithochs an der Wall Street, oder?

 

 

Christine Lagarde soll neue EZB-Chefin werden

Christine Lagarde. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Daxrabbit

    3. Juli 2019 11:20 at 11:20

    Wenn man so mancher Darstellung wie z.B. „Endspiel“ Glauben schenkt, dann machen so einige Neubesetzungen der jüngsten Vergangenheit strategisch durchaus Sinn. Das könnte evtl. daran liegen daz zur Umsetzung bestimmter Ziele Kompetenz manchmal sehr hinderlich ist.

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      sum ting wong

      3. Juli 2019 13:02 at 13:02

      Wo Sie allerdings bei den Akteuren diverser EU-Regimes noch Kompetenz finden ist mir schleyerhaft. Eine bloße Vermutung Ihrerseits scheint es zu sein.

    • Avatar

      asisi1

      3. Juli 2019 17:31 at 17:31

      Es gibt natürlich auch ein etwas deftigeres Sprichwort: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!

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    Sven

    3. Juli 2019 11:44 at 11:44

    Als Vorbestrafter würde es nicht einmal für einen Job in der Kreissparkasse reichen, aber für den EZB Chefsessel schon. Wie absurd ist da Ganze?

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      sum ting velly velly wong

      3. Juli 2019 13:04 at 13:04

      BB meinte schon: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
      Bei der heutigen Nomenklatura sollte man aber das Saufen noch einbeziehen.

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      Chriatine schmidt

      4. Juli 2019 03:30 at 03:30

      Bankwesen muss sich neu ausrichten in human banking zinslose kredite sollten an all die gehen die auf ein kind verzichten und dafuer adoptieren oder ein kind mit adoptivkind.frauenbanken adoptionsbanken und banken die sich kapitalisieren ueber verkauf von 2 3 und viertresidenzen sollten derivatrapist bank ersetzen .ein guter banker ist visionaer .er denkt nicht in finanzen und zahlen sondern in den effekt wie geld als mittel aufbaut.legarde ist ein mensch mit vision.kein boeser mensch.

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    Michael

    3. Juli 2019 12:27 at 12:27

    Warum makaber, dass es an den Märkten deswegen zu Allzeithochs kommt? M. E. nach dürfte gerade dieser Umstand der fortwährenden Geldentwertung seinen Teil dazu beitragen. Wo soll das wertlos werdende Geld denn sonst hin? Aktien sind Sachwerte. Meine Unternehmensanteile sind, zugegebenermaßen verbrieft, so echt wie eine Immobilie. Und sie sind noch da, egal welche Währung in wieviel Jahren auch immer vorhanden sein wird. Sie sind auch nach einem Reset des Geldsystems noch da und fangen die Party in neuer Währung von vorne an.

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    Marcus

    3. Juli 2019 12:40 at 12:40

    Persönlich habe ich nichts gegen Christine Lagarde als Person, aber wie Sie Herr Fugmann in einem Video schon mal gesagt haben, ist sie mindestens so dovish wie Draghi, wenn nicht sogar schlimmer. Das konnte man auch schon die letzten Jahre an ihren Äußerungen sehen welche sie als IWF Chefin getätigt hat.

    Ich meine zudem das de Guindos Ökonomie studiert hat, aber richtigerweise aus der Politik in die EZB wechselte. Wobei das scheint ja salonfähig zu sein, Powell ist ja auch kein Ökonom…

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    Evi dent

    3. Juli 2019 12:43 at 12:43

    @ Michael
    Hätten Sie vor 10 Jahren General Motors Aktien gehabt, dann wäre Ihnen mit Hilfe von Chapter 11 dieser Sachwert auf Null geruntergefahren und aus dem Depot ausgebucht worden. Heutige GM Aktien haben mit den damaligen nix zu tun.

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    Koch

    3. Juli 2019 12:50 at 12:50

    Bleibt cool Leute.Alles schon mal da gewesen!Bestes Beispiel ist Kaiser Caligula,der sein „bestes Pferd“ Incitatus zum Konsul machen wollte.Nun sind es halt „beste Pferdchen“ (Stuten)!Der Abstieg wird diesesmal allerdings nicht einige hundert Jahre dauern.Ich denke da mehr an einstellige Zahlen.Genauso verrückt wie im Original ist es aber sicher auch.

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    sum ting wong

    3. Juli 2019 13:07 at 13:07

    Ihre Börsenanteile sind bedrucktes Papier.
    Ohne jeden intrinsischen Wert.

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    Michael

    3. Juli 2019 14:01 at 14:01

    @Evi dent:

    „Hätten Sie…“ Hätte ich 1997 für 3 $ Amazon-Aktien gekauft… Back on Topic: Zum Glück habe ich keine GM-Aktien. Und selbst wenn, in einem normalen breit-diversifizierten Portfolio, wäre der Verlust wohl deutlich überkompensiert worden. Entscheidend ist, was unterm Strich steht.

    @sum ting wong (sofern auf mich gemünzt)

    Ich habe keine „Börsenanteile“ bzw. bin kein Teilhaber irgendeiner Wertpapierbörse. Meine Sie Aktien? Wissen Sie was, das ist nicht einmal bedrucktes Papier, denn effektive Stücke gibt es kaum noch. Noch schlimmer, die Anteile werden zum Teil elektronisch in einer Girosammelverwahrung neben den Beständen anderen Kunden aufbewahrt. Am allerschlimmsten, viele ausländische Wertpapiere werden gar auf Wertpapierrechnung des jeweiligen Landes verwahrt, an denen ich zunächst gar kein Eigentum sondern nur einen schuldrechtlichen Herausgabeanspruch habe. Selbstverständlich gehört mir als Aktionär ein Anteil sämtlicher physischer Produktionsmittel, kurzum des gesamten Vermögens, des jeweiligen Unternehmens. Selbstverständlich verbrieft, aber das sagte ich ja bereits im Ursprungskommentar. Hab gehört, ein Grundbuchauszug ist auch nur bedrucktes Papier ohne jeden intrinsischen Wert.

    Summa summarum, man kann für alles ein Untergangsszenario kreieren.

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    Goldsammler

    3. Juli 2019 14:08 at 14:08

    Wenn Mrs. Lagarde den Job von M.D. bekommt, ein Italiener Präsident wird, sind nur noch Personen aus der zweiten Reihe am Drücker. Vermutlich haben unsere EU-Politiker, den großen Silvio B. vergessen. Der hätte sich bei der EZB vermutlich auch gut gemacht. Geht es noch schlechter???

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    Nurmalso

    3. Juli 2019 16:52 at 16:52

    Tja , wie sagte Dr. Krall so schön…er glaubt nicht an Verschwörung sondern an komplette Inkompetenz. Aber wäre dann Inkompetenz nicht doch eine Art Verschwörung?
    Menschen in Positionen zu bringen die eigentlich keine Ahnung haben.
    Kommt man nicht so auch an sein Ziel? Die Mittelschicht wird wohl ausgelöscht,denn hier findet sich noch “ Vermögen“ zum umleiten. Das ganze wirkt bösartig und satanisch.
    Man könnte, aber man will das herrschende System nicht ändern. Letztendlich geht es nicht um wertloses Papier sondern um die absolute Macht und Kontrolle.
    So zumindest würde ich es mittlerweile sehen.

  11. Avatar

    Koch

    3. Juli 2019 21:55 at 21:55

    Nehmt die amtierende deutsche Bundeskanzlerin in Untersuchungshaft.Erster,von unenh Herr!dlich vielen Anklagepunkten,ist der des Meineids.Ich schwöre,so wahr mir Gott helfe,Schaden vom deutschen Volke …abzuwenden.Ihr letzter Coup,Europa mit totalst unfähigen Vasallen an die Wand zu fahren,erfüllt den Tatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge.Zuletzt hat das Recht einige,die niemals damit gerechnet haben,erreicht!Robert Mugabe,Omar al Baschir,Abu Bakr al-Baghdadi,etc.Die Namen und Umtriebe der Strauchdiebe neben Ihr zeigen die negative Qualität ihres Treibens.Generationen nach mir,werden die Menschen noch alptraumhaft von dieser west/ostdeutschen Pastorentochter träumen!Erlöse mich,oh Herr!

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    Harry von Hattnix und Kriegtnix

    4. Juli 2019 07:35 at 07:35

    Ich habe mich selbst im Spiegel gefragt „Hat nur geklappt weil ich im Club bin“ warum und wozu hat diese EU-Wahl stattgefunden hat.Bin zu keinem Ergebnis gekommen sondern zu der Erkenntnis das der Spruch ‚Wenn Wahlen etwas ändern würden wären sie Verboten’zu 100% stimmt. Lagarde als EZB-Präsidentin?Da frage ich mich auch,wurde irgend jemand von den Leuten die ihre Entscheidungen über den € bezahlen müssen gefragt ob sie diese mehr als fragwürdige Person überhaupt als Präsidentin wollen?Ich bin der Meinung das sie sich eher als Fachkraft für die Wc-Reinigung eignen würde.Es wird aber kommen wie es kommen soll weil sich niemand auch nur ansatzweise wehrt „Ein kleiner Banken Run“.Eine kleine Private Frage.Ich lebe in Asien,nicht in Thailand,meine Lebensgefährtin hat einen kleinen Imbiss „Street Food“ sie macht ca 40.-€ Umsatz am Tag und sie möchte an die Börse,vielleicht kann ihr vom Club helfen? Gruß Harry von Hattnix und Kriegtnix

  13. Pingback: Nachrichten und Meldungen vom 4 Juli – Teil 1 | das-bewegt-die-welt.de

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    Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    19. Juli 2019 18:55 at 18:55

    Als Indien noch von England beherrscht wurde, versuchten die Engländer, einer Schlangenplage durch die Bezahlung einer Kopfprämie Herr zu werden. Für jede abgelieferte Schlange gab es eine Geldprämie. Was machten die schlauen Inder? Sie begannen, Schlangen zu züchten, um so ihr Einkommen aufzubessern.

    Die makroökonomischen Daten zeigen, dass sich die Schwachwährungsländer der Eurozone ähnlich verhalten. Nach der Einführung des Euros kam es zu einem deutlich niedrigeren Zinsniveau, das die Länder zu exzessiven Ausgaben verleitete. Die spätere Nullzinspolitik der EZB erhöhte die Ausgabenfreude noch einmal. Die Menschen in Italien oder Griechenland lebten auf großem Fuß, obwohl sie es sich eigentlich nicht leisten konnten.

    Das billige Geld brachte ein Leben in Überfluss, löste jedoch die Probleme der Empfängerländer nicht. Im Gegenteil: Diese wurden verstärkt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die mit Geld verhüllten Probleme wieder aufgedeckt werden und schlimmer denn je zu Tage kommen.

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    WMDD, warum machen die das?

    20. Juli 2019 05:23 at 05:23

    @ Incamas SRL, Eine Folge der viel tieferen Zinsen ( früher teilweise zweistellig) war noch ein starker Anstieg der Aktien. Lebten viele Länder früher noch mit diesen hohen Zinsen u.Abwertungsmöglichkeiten, wäre das heute undenkbar. So kann man also behaupten, dass die Geldorgien viele Länder geschwächt haben.Die Vorteile wurden konsumiert, die langwirkenden Nebenwirkungen werden immer heftiger wirken.
    Das Unverständliche, die gescheiterte Medizin will ( muss) weitergeführt werden.
    Die Standardfrage des 12 jährigen an die Mutter,WARUM MACHEN DIE DAS? Bald kann man fragen, WARUM HABEN DIE DAS GEMACHT ?
    In der Medizin wird eine verstärkte Dosis der gleichen Arzneimittel bei bekannten starken Nebenwirkungen nur an Schwerstkranke verabreicht. Der scheidende Chefarzt wird trotzdem einen schönen Verwaltungsratsposten finden u.einen schönen Lebensabend ohne Altersarmut verbringen.Die nachfolgende
    Quereinsteigern, ( steigt von Arztassistentin zum Chefarzt ) hat leichtes Spiel, sie muss nur das gleiche Medikament in noch stärkerer Dosis verabreichen.Das Problem ist,dass der Patient aus über 20 Teilpatienten besteht u.einige fahren sehr gut mit der EZB – Praxis von Dr. Draghi.

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Donald Trump: Wird er die Corona-Krise politisch überleben?

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird, ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher

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Noch stehen die Amerikaner so stark hinter ihrem Präsidenten Donald Trump wie nie zuvor während seiner Amtszeit. Doch wie lange hält diese Unterstützung an? Kann der 73-Jährige seine Stärken zum Wohle des amerikanischen Volkes einsetzen – oder steht er sich und den USA bei der Überwindung der Corona-Krise selbst im Weg?

Donald Trump kann bisher von der Corona-Krise profitieren

Mitten in der Corona-Krise erreicht der bisher eher unbeliebte US-Präsident die besten Zustimmungswerte seiner Amtszeit. Mit einem Wert von durchschnittlich 47,3 Prozent, resultierend aus den Ergebnissen von 15 verschiedenen Umfragen (RCP Poll Average), zeigen sich nun fast die Hälfte der Befragten mit der Amtsführung ihres Staatsoberhaupts zufrieden.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich die Bürger in den USA in Krisen- oder Kriegszeiten hinter ihrem Oberbefehlshaber (Commander-in-Chief) versammeln. Bewusst nutzt Donald Trump in der Corona-Krise daher gebetsmühlenartig die Phrase vom „Kampf gegen den verborgenen Feind“. Diesen Kampf werde man natürlich gewinnen.

Bis jetzt scheint seine Strategie aufzugehen. Doch es gibt erste Zweifel, ob die Interessen des Amtsinhabers mitten im Wahljahr sich mit denen der Mehrheit des amerikanischen Volkes decken.

Seine Forderung, die US-Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochzufahren und generell zur Normalität zurückzukehren, schockiert nicht nur politische Gegner und Mediziner, sondern macht auch immer mehr Bürger wütend. Über Twitter entwickelt sich gerade in Reaktion auf diese Forderung von Donald Trump massiver Widerstand. Unter dem Hashtag #NotDying4WallStreet schreibt ein User, dass „kein einziger Mensch es verdient, für das Aktienportfolio eines anderen zu sterben“. Dies ist eine Anspielung darauf, dass der Präsident seine Wähler wiederholt dazu aufforderte, den Erfolg seiner Amtszeit am Stand des Aktienindex Dow Jones zu messen (DJI). Von Donald Trump wird der Aktienmarkt als ultimatives Wohlstandsbarometer für die USA angesehen. Sah seine Bilanz in dieser Hinsicht noch vor sechs Wochen mit einem Plus des Dow Jones von 48 Prozent seit Beginn seiner Amtszeit glänzend aus, so drehte der Aktien-Index im Zuge der Corona-Krise in der vergangenen Woche zügig ins rote Terrain auf ein Minus von 9 Prozent.

Erst die drastischen Maßnahmen der US-Notenbank (Fed) sowie die Ankündigung eines Billionen-Dollar-Hilfsprogramms, ergänzt um die Versicherung von Donald Trump, dass die Amerikaner bereits an Ostern vereint zusammen in den Kirchen sitzen werden, haben die Aktienmärkte mit knapp 10 Prozent wieder ins Plus gehievt.

Hat die US-Administration zu spät reagiert?

Doch mittlerweile übertrifft die Anzahl der Corona-Opfer in den USA sogar die Chinas. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen bereits die Liste der Infektionen weltweit an und die Zahlen steigen mit exponentieller Dynamik weiter an. Mittlerweile hat sich das SARS-CoV-2 über die Staaten New York, Kalifornien, Washington und Connecticut hinaus auf die gesamten USA ausgebreitet. Das war absehbar, nachdem noch vor Kurzem in New Orleans ausgelassen Mardi Gras gefeiert wurde und die Studenten aus dem gesamten Land ihren Springbreak zu Hunderttausenden an den Stränden von Florida feierten.

Mit zu dieser Sorglosigkeit, die sich jetzt in explodierenden Infektionszahlen manifestiert, dürfte auch die Verharmlosung der Corona-Krise durch Donald Trump beigetragen haben. Anstatt sich auf die absehbare Pandemie vorzubereiten, hat der Regierungschef die Gefahr falsch eingeschätzt und wichtige Vorbereitungen auf eine Ankunft des Virus in Amerika unterlassen. Stattdessen setzte er, wie sein mittlerweile an Covid-19 erkrankter Amtskollege Boris Johnson, auf die sogenannte „Herdenimmunität“, bei der sich zwischen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infizieren und dann Antikörper entwickeln. Dieser Versuch ist in Großbritannien bereits abgebrochen worden. Auch die Entwicklungen in Italien und Spanien zeigen, dass Zögern zu unnötig hohen Opferzahlen führt.

Insofern könnte sich die Stimmung in den USA schnell gegen Donald Trump drehen, trotz Billionen an Dollars für Bürger und Wirtschaft. Das Gesundheitssystem in den USA ist für eine Epidemie dieses Ausmaßes nicht angelegt. Das Beispiel New York zeigt die brutale Realität: Es fehlt an Ärzten, Krankenhausbetten, Test-Kids, Beatmungsgeräten und Schutzkleidung – also an fast allem, was zur Bekämpfung der Seuche medizinisch notwendig ist.

Darüber hinaus gibt es voraussichtlich bis Ultimo dieses Jahres keinen Impf- oder Wirkstoff, der massenhaft eingesetzt werden kann. Trump hatte auch diesbezüglich unbegründete Hoffnungen geschürt. Doch seine Fähigkeit, seine Anhänger, die Wall Street und große Teile der Bevölkerung zu beeinflussen, könnte zu ebenso großer Enttäuschung und zur größten Niederlage seiner Präsidentschaft führen.

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich das Virus verstärkt auch auf die Metropolen Boston, Chicago, Seattle und San Francisco ausbreitet. Der Süden der USA ist mit Ausnahme von Louisiana (New Orleans) noch kaum direkt betroffen. Doch auch die Disney-Parks in Florida und die Spielermetropole Las Vegas in Nevada sind derzeit verwaist. Der Staat Texas hat wiederum ganz eigene Probleme: das einbrechende Geschäft mit Öl und Gas.

Die ökonomische Krise dürfte damit der Corona-Krise auch in den USA auf dem Fuße folgen.

Kann sich die US-Wirtschaft rechtzeitig bis zum Wahltermin erholen?

Der Internationale Währungsfonds hat erst heute bekannt gegeben, dass sich die globale Wirtschaft bereits in einer Rezession befinde. Viele Sektoren, wie der Tourismus, Messen oder die Gastronomie seien regelrecht kollabiert, ebenso wie der Welthandel. Diese Entwicklung rollt mit voller Wucht nun auch auf die USA zu, wie man bereits an den historisch hohen Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung der vergangenen Woche sehen konnte. Die Zahlen für die abgelaufene Woche dürften diese Schreckensdaten sogar noch toppen.

Ökonomen schätzen, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr prozentual zweistellig einbrechen wird. Allein für das zweite Quartal wird eine annualisierte Kontraktion von bis zu 50 Prozent erwartet.

In den USA gilt das Motto „Hire Fast, Fire Faster“. Die sozialen Sicherungssysteme reichen nicht aus, um alle Betroffenen finanziell aufzufangen oder wenigstens medizinisch ausreichend zu versorgen. Selbst wenn im Zuge der heute verabschiedeten Hilfspakete in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar Geld fließt, handelt es sich dabei hauptsächlich um Kredite. Das führt zu noch höherer Verschuldung und löst kurzfristig nicht das Problem der fehlenden Gesundheitsinfrastruktur.

Viele Business-Modelle von Food-Trucks über selbstständige Fitness-Coaches bis hin zu Uber-Fahrern stehen kurzfristig vor dem Aus. Die Erfahrung aus der Finanzkrise lehrt, dass ein Großteil dieser selbstständigen Existenzen und Kleinunternehmen nach der Krise nicht wiederkommen, ebenso wie verloren gegangene Jobs im verarbeitenden Gewerbe.

In der letzten Krise haben sich viele Selbstständige und Unternehmen dafür entschieden, ihr Geschäft mit samt den aufgelaufenen Schulden hinter sich zu lassen, ebenso wie ihre überschuldeten Immobilien. Ein solches Szenario ist auch diesmal wieder denkbar.

Dass vor dem Wahltermin wieder American-Football-Spiele, NASCAR-Rennen, Broadway-Shows oder Gottesdienste mit eng besetzten Sitzreihen stattfinden werden, ist aus der Erfahrung anderer Länder, die spät auf die Corona-Pandemie reagiert haben, eher unwahrscheinlich.

Das schmälert die Chancen einer Wiederwahl von Donald Trump enorm. Zumal bereits jetzt sein wahrscheinlicher Rivale von den Demokraten, Joe Biden, ihn gemäß den letzten Umfragen bei der Präsidentschaftswahl um durchschnittlich sieben Prozentpunkte schlagen würde. Dieser Vorsprung hat sich in den letzten drei Wochen nicht verringert.

Fazit und Ausblick: Es wird eng für Donald Trump

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird (Your Wallet, Your Vote) ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher. Die ökonomische Krise in Amerika beginnt gerade erst und wird viele Geschäftsmodelle, Karrieren, Sparguthaben und Existenzen in Gefahr bringen. Der bereits angeschlagenen und hoch verschuldeten Mittelschicht in den USA droht nach der Finanzkrise von 2008 nun ein weiterer herber Schlag, von dem sie sich nur schwer bis zum Wahltag am 3. November wird erholen können.

Bleibt zu hoffen, dass Donald Trump deswegen nicht die ultimative politische Karte zieht, um seine Wiederwahl zu sichern: Krieg.

Die Wiederwahl von Donald Trump ist durch die Corona-Krise gefährdet

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Coronavirus: Lasst den Markt das Maskenproblem lösen!

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Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es ein riesiges Maskenproblem

Schutzmasken stellen weltweit ein knappes Gut dar in Zeiten des Coronavirus. In zahlreichen Ländern können sich selbst Ärzte nicht mehr schützen, weil es keine Masken mehr gibt. Die Preise für verfügbare Masken schießen in die Höhe. eBay und Amazon verbieten den Verkauf. Landesweit empören sich Menschen und Politiker über die bösen Verkäufer, die aus der Krise mit angeblich überhöhten Preisen Profit schlagen wollen. Staaten beschlagnahmen daher lieber Masken, statt den Markt das Problem lösen zu lassen!

Ja, man bekommt ein ungutes Gefühl, wenn man hört, dass ehemals Centartikel inzwischen für mehrere Euro angeboten und auch verkauft werden. Und ja, es wäre natürlich schöner, wenn sich weltweit Krankenhäuser für Centbeträge mit beliebigen Mengen Schutzmasken  zum Schutz gegen das Coronavirus eindecken könnten. Doch die Wahrheit ist, dass die derzeit durch die Decke schießenden Preise für Masken letztendlich dafür sorgen werden, dass die Versorgungskrise schnellstmöglich gelöst wird. (taugt Südkorea grundsätzlich als Vorbild im Kampf gegen das Virus?)

Hohe Preise garantieren schnellstmögliche Deckung des Bedarfs

Gerade jetzt, in diesem Moment, arbeiten wahrscheinlich hunderttausende Menschen daran, schnellstmöglich eine größtmögliche Anzahl Schutzmasken herzustellen im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür werden neue Maschinen angeschafft, bestehende Maschinenparks umgerüstet oder auch ganze Armeen von Arbeitern in Asien an die Nähmaschinen gesetzt. In manchen Fällen geschieht dies sicherlich, weil die Anbieter helfen wollen. Doch glauben Sie mir: Der Großteil tut es, weil es ein wahnsinnig profitables Geschäft ist, eine 5-Cent-Maske für einen Euro zu verkaufen. Und das ist phantastisch.

Der hohe Marktpreis der Masken führt zu einer rapiden Aufstockung der Produktionskapazitäten. Das führt zu einer schnellstmöglichen Deckung des kurzfristigen Bedarfs. Und anschließend führt es auch zu einer schnellstmöglichen Reduzierung der Preise, die aller Wahrscheinlichkeit nach weit unter das Niveau sinken werden, das vor dem Ausbruch des Coronavirus bestand. Und ja, dabei werden die Käufer in der Anfangsphase deutlichst mehr bezahlen müssen als vor einem Jahr. Doch dafür kann der Weltmarkt jetzt mit (fiktive Zahlen) 50 statt 5 Millionen Masken pro Tag versorgt werden. Und sobald der akute Bedarf, der um jeden (!) Preis so schnell wie möglich gedeckt werden muss, befriedigt wurde, werden die Käufer genauer auf den Preis achten und nicht jedes Angebot annehmen.

Große Produktionskapazitäten garantieren schnellstmöglich sinkende Preise

Und da derzeit die meisten Hersteller mit enormen Gewinnmargen operieren, werden sie sehr schnell Rabatte anbieten und sich gegenseitig unterbieten, wenn nicht mehr jede Tagesproduktion mühelos absetzbar ist. Auf einem freien Markt wird sich der Preis für eine Maske daher sehr schnell den Grenzkosten annähern – also den Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Maske entstehen. Am Ende haben zwar alle für die ersten dringend benötigten Masken mehr bezahlt als früher. Dafür wurde dieser erste dringende Bedarf aber auch schneller befriedigt als früher und kurze Zeit danach waren deutlich mehr Masken zu üblichen oder sogar niedrigeren Preisen verfügbar.

Sollte der Staat nun aber dazu übergehen, Bestände zu beschlagnahmen oder Preisobergrenzen einzuführen, dann wird dieser Marktmechanismus außer Kraft gesetzt. Welcher Zwischenhändler kauft auf eigene Gefahr Masken in Asien auf Vorkasse, wenn er Gefahr läuft, dass die Ware anschließend beschlagnahmt wird? Ebenso dumm ist die Idee von eBay und Amazon, in Zeiten des Coronavirus Angebote für Masken samt der dazugehörigen Accounts zu löschen. Jetzt sitzen tausende Anbieter auf Masken, die sie aber nicht mehr auf den beiden größten Marktplätzen Europas verkaufen können, nur weil die Preise gegen eBays und Amazons „Moralvorstellungen“ verstoßen. So finden Anbieter und Verkäufer nicht mehr zusammen und den Schaden haben beide Parteien. Diejenigen, die Masken benötigen, kriegen keine und diejenigen, die Masken haben, können sie nicht verkaufen.

Ohnehin scheint das Problem der Versorgung mit Schutzkleidung weniger ein Angebotsproblem zu sein, als vielmehr ein Bürokratieproblem in Deutschland. Wer auch im Angesicht der Notlage auf umfangreiche Zertifizierungen und für die asiatischen Anbieter untypische Lieferbedingungen wie Versand auf Rechnung besteht, der kriegt eben keine Ware. Zum Zuge kommt dann eben der Zwischenhändler, der das Risiko der Vorkasse trägt und sich dieses getragene Risiko mit einer üppigen Gewinnmarge bezahlen lässt.

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Achtung vor der zweiten Abwärtswelle am Aktienmarkt!

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Manuel Koch bespricht im folgenden Video die wirtschaftlichen Aussichten in Folge des Coronavirus. Die Regierungen stützen die Volkswirtschaften mit jeder Menge neue Schulden. Was bedeutet das für die Märkte? Im Interview bezieht der Profi Andre´ Stagge klar Position. Die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten sei keine Bodenbildung. Die Kurse seien deutlich schneller gefallen als in den vorigen großen Börsenabstürzen. Daher sei es jetzt völlig normal, dass die Kurse erstmal etwas nach oben laufen. Im Sommer gehe da noch was auf der Abwärtsseite. Wer die nächsten Monate in Aktien investiere, werde keine Gewinne erzielen. Den April solle man eher nutzen um Aktienbestände abzubauen. Ab Ende des Jahres könne man überlegen günstiger in den Aktienmarkt einzusteigen.

Der Rentenmarkt wird von Andre´ Stagge sehr kritisch betrachtet. Man müsse die Haftungsfrage stellen bei den gigantischen Aufkäufen der Schulden durch die EZB. Die Anleihemärkte würden signalisieren, dass noch eine zweite Abwärtswelle bei Aktien anstehe! Liquidität sei ein entscheidender Punkt, weswegen die Notenbanken derzeit so aktiv seien. Maredo, Vapiano etc seien aktuell schon pleite. Man stehe am Anfang einer großen Pleitewelle. Und man könne nicht alle Zombieunternehmen retten. In den guten Jahren sei das große Schuldenproblem bei Unternehmen bereits entstanden. Auch im Video gibt es zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Alphabet (Google) könne man jetzt zu aktuellen Kursen kaufen. Auch bei den Aktien von Volkswagen könne man aktuell einsteigen.

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