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Lagarde als neue EZB-Chefin – oder besser Insolvenzverwalterin? Anleiherenditen kollabieren

Eine Welt, die den Zins vernichtet, weil sie glaubt, nur so den Wohlstand vorübergehend weiter erhalten zu können, ist in einer tiefen Krise – eine Bankrotterklärung

Markus Fugmann

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Die IWF-Chefin Christine Lagarde soll neue EZB-Chefin werden – und damit eine ausgewiesene „Nullzins-Anhängerin“. Die Aussicht auf Lagarde bringt die Anleiherenditen in der Eurozone unter Druck:

– die 10-jährige deutsche Bundesanleihe fällt auf -0,40%, neues Allzeittief

– neue Allzeittiefs bei den Renditen der 10-jährigen Anleihen Frankreichs (-0,10%); Niederlande (-0,23%); Spanien (+0,21%) – und vor allem Belgien, deren Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe erstmals in der Geschichte negativ wird.

 

Lagarde – Null Erfahrung als Notenbankerin

Nun ist Lagarde bekanntlich gelernte Juristin und hat als Politikerin keinerlei Erfahrung mit Geldpolitik – demenstprechend dürfte sie stark abhängig sein von der Expertise der wenigen Ökonomen, die in der EZB noch verblieben sind. Auch der EZB-Vize de Guindos ist Jurist und damit „Quereinsteiger“:

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Unterdessen fallen auch die Inflationserwartungen wieder deutlich – sie liegen nun bei 1,16% in den 5y5y forwards, also der Inflationserwartung in fünf Jahren für die dann folgenden fünf Jahre (also für die Jahre 2024 bis 2029 – klicken sie auf den Tweet, um die fallenden Inflationserwartungen im Chart zu sehen!):

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Es waren diese fallenden Inflationserwartungen, die Draghi zu seinem „dovishen Hammer“ bei seiner Rede in Sintra animierten – und nun liegen die Inflationserwartungen nur noch minimal über dem Stand, als Draghi auf das Allzeittief der Inflationserwartungen reagierte.

Nun will, wie Insider berichten, die EZB nicht schon im Juli (Sitzung 25.07.) Maßnahmen ergreifen, aber sie dürfte im Juli eben diese Maßnahmen (QE? Zinssenkung?) für die September-Sitzung ankündigen.

 

Lagarde als Insovenzverwalterin

Lagarde selbst hat übrigens in einem Interview einmal gesagt, dass Institutionen erst dann eine Frau an ihre Spitze rufen, wenn sie in einer tiefen Krise sind – und damit hat Lagarde wohl recht. Die EU, aber auch die EZB sind in einer tiefen Krise, was sich an den Anleihekursen widerspiegelt, die auf die Vernichtung des Zinses reagieren.

Eine Welt aber, die den Zins vernichtet, weil sie glaubt, nur so den Wohlstand vorübergehend weiter erhalten zu können, ist nicht nur in einer tiefen Krise – sie gibt damit faktisch eine Bankrotterklärung ab. Und Lagarde ist gewissermaßen die Insolvenzverwaltern..

Umso makabrer eigentlich die Party an den Aktienmärkten mit neuen Allzeithochs an der Wall Street, oder?

 

 

Christine Lagarde soll neue EZB-Chefin werden

Christine Lagarde. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Daxrabbit

    3. Juli 2019 11:20 at 11:20

    Wenn man so mancher Darstellung wie z.B. „Endspiel“ Glauben schenkt, dann machen so einige Neubesetzungen der jüngsten Vergangenheit strategisch durchaus Sinn. Das könnte evtl. daran liegen daz zur Umsetzung bestimmter Ziele Kompetenz manchmal sehr hinderlich ist.

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      sum ting wong

      3. Juli 2019 13:02 at 13:02

      Wo Sie allerdings bei den Akteuren diverser EU-Regimes noch Kompetenz finden ist mir schleyerhaft. Eine bloße Vermutung Ihrerseits scheint es zu sein.

    • Avatar

      asisi1

      3. Juli 2019 17:31 at 17:31

      Es gibt natürlich auch ein etwas deftigeres Sprichwort: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!

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    Sven

    3. Juli 2019 11:44 at 11:44

    Als Vorbestrafter würde es nicht einmal für einen Job in der Kreissparkasse reichen, aber für den EZB Chefsessel schon. Wie absurd ist da Ganze?

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      sum ting velly velly wong

      3. Juli 2019 13:04 at 13:04

      BB meinte schon: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
      Bei der heutigen Nomenklatura sollte man aber das Saufen noch einbeziehen.

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      Chriatine schmidt

      4. Juli 2019 03:30 at 03:30

      Bankwesen muss sich neu ausrichten in human banking zinslose kredite sollten an all die gehen die auf ein kind verzichten und dafuer adoptieren oder ein kind mit adoptivkind.frauenbanken adoptionsbanken und banken die sich kapitalisieren ueber verkauf von 2 3 und viertresidenzen sollten derivatrapist bank ersetzen .ein guter banker ist visionaer .er denkt nicht in finanzen und zahlen sondern in den effekt wie geld als mittel aufbaut.legarde ist ein mensch mit vision.kein boeser mensch.

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    Michael

    3. Juli 2019 12:27 at 12:27

    Warum makaber, dass es an den Märkten deswegen zu Allzeithochs kommt? M. E. nach dürfte gerade dieser Umstand der fortwährenden Geldentwertung seinen Teil dazu beitragen. Wo soll das wertlos werdende Geld denn sonst hin? Aktien sind Sachwerte. Meine Unternehmensanteile sind, zugegebenermaßen verbrieft, so echt wie eine Immobilie. Und sie sind noch da, egal welche Währung in wieviel Jahren auch immer vorhanden sein wird. Sie sind auch nach einem Reset des Geldsystems noch da und fangen die Party in neuer Währung von vorne an.

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    Marcus

    3. Juli 2019 12:40 at 12:40

    Persönlich habe ich nichts gegen Christine Lagarde als Person, aber wie Sie Herr Fugmann in einem Video schon mal gesagt haben, ist sie mindestens so dovish wie Draghi, wenn nicht sogar schlimmer. Das konnte man auch schon die letzten Jahre an ihren Äußerungen sehen welche sie als IWF Chefin getätigt hat.

    Ich meine zudem das de Guindos Ökonomie studiert hat, aber richtigerweise aus der Politik in die EZB wechselte. Wobei das scheint ja salonfähig zu sein, Powell ist ja auch kein Ökonom…

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    Evi dent

    3. Juli 2019 12:43 at 12:43

    @ Michael
    Hätten Sie vor 10 Jahren General Motors Aktien gehabt, dann wäre Ihnen mit Hilfe von Chapter 11 dieser Sachwert auf Null geruntergefahren und aus dem Depot ausgebucht worden. Heutige GM Aktien haben mit den damaligen nix zu tun.

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    Koch

    3. Juli 2019 12:50 at 12:50

    Bleibt cool Leute.Alles schon mal da gewesen!Bestes Beispiel ist Kaiser Caligula,der sein „bestes Pferd“ Incitatus zum Konsul machen wollte.Nun sind es halt „beste Pferdchen“ (Stuten)!Der Abstieg wird diesesmal allerdings nicht einige hundert Jahre dauern.Ich denke da mehr an einstellige Zahlen.Genauso verrückt wie im Original ist es aber sicher auch.

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    sum ting wong

    3. Juli 2019 13:07 at 13:07

    Ihre Börsenanteile sind bedrucktes Papier.
    Ohne jeden intrinsischen Wert.

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    Michael

    3. Juli 2019 14:01 at 14:01

    @Evi dent:

    „Hätten Sie…“ Hätte ich 1997 für 3 $ Amazon-Aktien gekauft… Back on Topic: Zum Glück habe ich keine GM-Aktien. Und selbst wenn, in einem normalen breit-diversifizierten Portfolio, wäre der Verlust wohl deutlich überkompensiert worden. Entscheidend ist, was unterm Strich steht.

    @sum ting wong (sofern auf mich gemünzt)

    Ich habe keine „Börsenanteile“ bzw. bin kein Teilhaber irgendeiner Wertpapierbörse. Meine Sie Aktien? Wissen Sie was, das ist nicht einmal bedrucktes Papier, denn effektive Stücke gibt es kaum noch. Noch schlimmer, die Anteile werden zum Teil elektronisch in einer Girosammelverwahrung neben den Beständen anderen Kunden aufbewahrt. Am allerschlimmsten, viele ausländische Wertpapiere werden gar auf Wertpapierrechnung des jeweiligen Landes verwahrt, an denen ich zunächst gar kein Eigentum sondern nur einen schuldrechtlichen Herausgabeanspruch habe. Selbstverständlich gehört mir als Aktionär ein Anteil sämtlicher physischer Produktionsmittel, kurzum des gesamten Vermögens, des jeweiligen Unternehmens. Selbstverständlich verbrieft, aber das sagte ich ja bereits im Ursprungskommentar. Hab gehört, ein Grundbuchauszug ist auch nur bedrucktes Papier ohne jeden intrinsischen Wert.

    Summa summarum, man kann für alles ein Untergangsszenario kreieren.

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    Goldsammler

    3. Juli 2019 14:08 at 14:08

    Wenn Mrs. Lagarde den Job von M.D. bekommt, ein Italiener Präsident wird, sind nur noch Personen aus der zweiten Reihe am Drücker. Vermutlich haben unsere EU-Politiker, den großen Silvio B. vergessen. Der hätte sich bei der EZB vermutlich auch gut gemacht. Geht es noch schlechter???

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    Nurmalso

    3. Juli 2019 16:52 at 16:52

    Tja , wie sagte Dr. Krall so schön…er glaubt nicht an Verschwörung sondern an komplette Inkompetenz. Aber wäre dann Inkompetenz nicht doch eine Art Verschwörung?
    Menschen in Positionen zu bringen die eigentlich keine Ahnung haben.
    Kommt man nicht so auch an sein Ziel? Die Mittelschicht wird wohl ausgelöscht,denn hier findet sich noch “ Vermögen“ zum umleiten. Das ganze wirkt bösartig und satanisch.
    Man könnte, aber man will das herrschende System nicht ändern. Letztendlich geht es nicht um wertloses Papier sondern um die absolute Macht und Kontrolle.
    So zumindest würde ich es mittlerweile sehen.

  11. Avatar

    Koch

    3. Juli 2019 21:55 at 21:55

    Nehmt die amtierende deutsche Bundeskanzlerin in Untersuchungshaft.Erster,von unenh Herr!dlich vielen Anklagepunkten,ist der des Meineids.Ich schwöre,so wahr mir Gott helfe,Schaden vom deutschen Volke …abzuwenden.Ihr letzter Coup,Europa mit totalst unfähigen Vasallen an die Wand zu fahren,erfüllt den Tatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge.Zuletzt hat das Recht einige,die niemals damit gerechnet haben,erreicht!Robert Mugabe,Omar al Baschir,Abu Bakr al-Baghdadi,etc.Die Namen und Umtriebe der Strauchdiebe neben Ihr zeigen die negative Qualität ihres Treibens.Generationen nach mir,werden die Menschen noch alptraumhaft von dieser west/ostdeutschen Pastorentochter träumen!Erlöse mich,oh Herr!

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    Harry von Hattnix und Kriegtnix

    4. Juli 2019 07:35 at 07:35

    Ich habe mich selbst im Spiegel gefragt „Hat nur geklappt weil ich im Club bin“ warum und wozu hat diese EU-Wahl stattgefunden hat.Bin zu keinem Ergebnis gekommen sondern zu der Erkenntnis das der Spruch ‚Wenn Wahlen etwas ändern würden wären sie Verboten’zu 100% stimmt. Lagarde als EZB-Präsidentin?Da frage ich mich auch,wurde irgend jemand von den Leuten die ihre Entscheidungen über den € bezahlen müssen gefragt ob sie diese mehr als fragwürdige Person überhaupt als Präsidentin wollen?Ich bin der Meinung das sie sich eher als Fachkraft für die Wc-Reinigung eignen würde.Es wird aber kommen wie es kommen soll weil sich niemand auch nur ansatzweise wehrt „Ein kleiner Banken Run“.Eine kleine Private Frage.Ich lebe in Asien,nicht in Thailand,meine Lebensgefährtin hat einen kleinen Imbiss „Street Food“ sie macht ca 40.-€ Umsatz am Tag und sie möchte an die Börse,vielleicht kann ihr vom Club helfen? Gruß Harry von Hattnix und Kriegtnix

  13. Pingback: Nachrichten und Meldungen vom 4 Juli – Teil 1 | das-bewegt-die-welt.de

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    Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    19. Juli 2019 18:55 at 18:55

    Als Indien noch von England beherrscht wurde, versuchten die Engländer, einer Schlangenplage durch die Bezahlung einer Kopfprämie Herr zu werden. Für jede abgelieferte Schlange gab es eine Geldprämie. Was machten die schlauen Inder? Sie begannen, Schlangen zu züchten, um so ihr Einkommen aufzubessern.

    Die makroökonomischen Daten zeigen, dass sich die Schwachwährungsländer der Eurozone ähnlich verhalten. Nach der Einführung des Euros kam es zu einem deutlich niedrigeren Zinsniveau, das die Länder zu exzessiven Ausgaben verleitete. Die spätere Nullzinspolitik der EZB erhöhte die Ausgabenfreude noch einmal. Die Menschen in Italien oder Griechenland lebten auf großem Fuß, obwohl sie es sich eigentlich nicht leisten konnten.

    Das billige Geld brachte ein Leben in Überfluss, löste jedoch die Probleme der Empfängerländer nicht. Im Gegenteil: Diese wurden verstärkt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die mit Geld verhüllten Probleme wieder aufgedeckt werden und schlimmer denn je zu Tage kommen.

  15. Avatar

    WMDD, warum machen die das?

    20. Juli 2019 05:23 at 05:23

    @ Incamas SRL, Eine Folge der viel tieferen Zinsen ( früher teilweise zweistellig) war noch ein starker Anstieg der Aktien. Lebten viele Länder früher noch mit diesen hohen Zinsen u.Abwertungsmöglichkeiten, wäre das heute undenkbar. So kann man also behaupten, dass die Geldorgien viele Länder geschwächt haben.Die Vorteile wurden konsumiert, die langwirkenden Nebenwirkungen werden immer heftiger wirken.
    Das Unverständliche, die gescheiterte Medizin will ( muss) weitergeführt werden.
    Die Standardfrage des 12 jährigen an die Mutter,WARUM MACHEN DIE DAS? Bald kann man fragen, WARUM HABEN DIE DAS GEMACHT ?
    In der Medizin wird eine verstärkte Dosis der gleichen Arzneimittel bei bekannten starken Nebenwirkungen nur an Schwerstkranke verabreicht. Der scheidende Chefarzt wird trotzdem einen schönen Verwaltungsratsposten finden u.einen schönen Lebensabend ohne Altersarmut verbringen.Die nachfolgende
    Quereinsteigern, ( steigt von Arztassistentin zum Chefarzt ) hat leichtes Spiel, sie muss nur das gleiche Medikament in noch stärkerer Dosis verabreichen.Das Problem ist,dass der Patient aus über 20 Teilpatienten besteht u.einige fahren sehr gut mit der EZB – Praxis von Dr. Draghi.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Von

Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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