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Deutschland braucht mehr Gas-Importe LNG-Import im Ostseehafen Lubmin mit Nord Stream 2 als Option

Der LNG-Import über die Ostsee kommt! Und auch eine zukünftige Verwendung von Nord Stream 2 steht nun als Idee im Raum.

LNG-Tanker

Mitten in den wilden Spekulationen, ob Russland seine Gaslieferungen über die Gasleitung Nord Stream 1 in der Ostsee komplett einstellt, platzt die offizielle Nachricht zur Einrichtung eines schwimmendes Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) im Industriehafen von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach unterzeichneten das Unternehmen Deutsche ReGas und das französische Mineralölunternehmen Total Energies am 13. Juli in Rostock eine gemeinsame Vereinbarung über die Installation und den Betrieb eines solchen Terminals. Der Unterzeichnung wohnten Michael Kellner, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, und Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Energieminister Reinhard Meyer bei. Nach Angaben von Deutsche ReGas ist das geplante LNG-Terminal „Deutsche Ostsee“ privat finanziert. Das Regasifizierungsschiff sowie alle weiteren Schiffe chartert Deutsche ReGas vom Schiffseigner TotalEnergies.

LNG-Import ab Dezember

Die Deutsche Regas plant, ab Dezember bis zu 4,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich in das deutsche Fernleitungsnetz einzuspeisen. Dazu soll ein Regasifizierungsschiff (FSRU) im Industriehafen Lubmin festmachen, das LNG in Erdgas umwandelt, um es in die nur 450 m entfernte deutsche Ferngasleitungsnetz (EUGAL/NEL) einzuspeisen. Wegen der relativ geringen Wassertiefe des Greifswalder Boddens soll das LNG zunächst mit kleineren Schiffen von einem stationierten Tanker weiter draußen in der Ostsee zum Hafenterminal gebracht werden. Für den LNG-Transport zwischen Ostseeterminal und Hafenstation sind drei Shuttle-Schiffe vorgesehen.

Nord Stream 2 für mehr Durchsatz im Visier

Ohne die Ostgasleitung Nord Stream 2 ausdrücklich zu nennen, macht die Deutsche Regas in der Pressemitteilung klar, dass in der zweiten Phase geplant ist, diese Unterwasserpipeline für den LNG-Import nutzbar zu machen. So heißt es hier im Wortlaut: „Das FSRU hat eine spezielle technische Ausstattung (Turret Buoy System), mit der es in einer zweiten Phase das LNG-Terminal „Deutsche Ostsee“ direkt an bestehende Unterwasserpipelines andocken kann, und zwar auch wenn diese in Betrieb bzw. mit Erdgas befüllt sind. Die Deutsche ReGas steht somit bereit, im Falle des Vorliegens der notwendigen rechtlichen Voraussetzungen mit bis zu zwei dieser Spezial-FSRUs außerhalb des Greifswalder Boddens, jedoch innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer, diese an eine der bestehenden Unterwasser-Pipelines anzuschließen.“ Damit ließen insgesamt über 15 Mrd. m3 Erdgas pro Jahr in das ostdeutsche Gasfernleitungsnetz einspeisen, das auf die Durchleitung von solch einer Gasmenge ausgelegt sei.

LNG ist ein wichtiger Baustein

„In diesen herausfordernden Zeiten benötigen wir pragmatische Lösungen, um die Energieversorgung für Deutschland weiter abzusichern. Lubmin in Vorpommern kann dabei eine Schlüsselrolle zukommen. Flüssigerdgas (LNG) ist ein wichtiger Baustein, um die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen weiter zu verringern. Ziel ist es, uns weiter unabhängig von Dritten zu machen. Mit der Unterzeichnung gehen beide Unternehmen dafür einen wichtigen und notwendigen gemeinsamen Schritt“, erklärte Wirtschaftsminister Meyer. Wann und ob der Zugriff auf Nord Stream 2 wirklich erfolgt, sei dahin gestellt. Doch mit dieser Option signalisiert Deutschland die Bereitschaft, das Projekt endgültig zu beerdigen, was bislang nur auf dem Papier stand.

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Mit der Umwidmung des Pipelineabschnittes Nord Stream 2 in deutschen Hoheitsgewässern für den LNG-Import ist die Gastleitung in der Ostsee als Transportbrücke für russisches Erdgas wirklich Geschichte, und setzt das Ende einer unsäglichen Gasbeziehung. Ideen, die betriebsbereite Nord Stream 2 ins Spiel zu bringen, wenn Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 nicht erfolgreich sind, werden dadurch für Russland zu einem Drahtseilakt. Sollte Russland bis zum äußersten gehen und die Gasversorgung kappen, ist das ein unumkehrbarer Schritt, und die Aufkündigung bestehender Lieferverträge. Rechtliche Voraussetzungen für die Umwidmung von Nord Stream 2 muss Deutschland dann nicht zwangsweise einhalten.



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3 Kommentare

  1. Dieses gegenseitig ans Knie treten bis keiner mehr laufen kann ist so unsäglich bescheuert.

    1. Kann man Kniend zustimmen.
      Der Freitag wird interresant.
      Und überhaupt, wir gewinnen sowieso.
      Unser Personal macht das Richtige.
      Diesmal, ja dieses Mal, endlich Mal ,stehen wir auf der richtigen Seite.
      Wie sagt unser Vormund, USA.
      Wir kämpfen auf der Seite der Ukraine, bis zum letzten Ukrainer.
      Jetzt wird Deutschland als Sieger hervorgehen.
      Ach, so es ging ja um Gas. Entschuldigung.

      1. … Viele liebe Grüße nach Moskau und weiterhin erholsame Rotlicht/RT-Bestrahlung… Wird endlich mal Zeit das die EU um „high noon“ zum RevolverDuell nicht mehr nur mit einem Taschenmesser in der Hose kommt, sondern mit nem Colt…

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