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Indizes

Märkte und Nachrichten kompakt: Stellt euch vor, es ist Handelskrieg – und plötzlich muß das eingepreist werden..

Über den plötzlichen und völlig unvorhersehbaren Einbruch der Realität an den Märkten..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Es sieht so aus, als wäre der Handelskrieg mit der Gewinnwarnung von Daimler nun endlich an der Börse angekommen, wie wir bereits heute morgen titelten! Es sind die deutschen Autobauer, die besonders unter Druck sind, also neben Daimler auch VW, BMW, dazu Zulieferer wie Continental oder Leoni aus dem MDAX. Wer hätte das ahnen können..

Der Dax unterschreitet erfolgreich die 12600er-Unterstützung (siehe hierzu auch unseren gestrigen Trade des Tages!):


(Alle Charts durch anklicken vergrößern)

Dazu Hiobsbotschaften für Mitarbeiter der Allianz: 5000 von 29.000 Stellen in Deutschland sollen wegfallen (soeben hat die Allianz die Zahl bestritten, die das „Manager Magazin“ genannt hatte – bestreitet aber nicht, dass es zu großflächigen Entlassungen kommen wird). Das deutsche Konjunkturwunder weicht offenkundig einer neuen Realität..

Und am Devisenmarkt Dollar-Stärke auf breiter Front – der Euro fällt auf ein neues Verlaufstief:

Auch Gold aufgrund der Dollar-Stärke weiter unter Druck (so auch Öl..):

Dazu kommt: Italien meldet sich nach langer Ruhe wieder! Auslöser ist, dass zwei als extrem Euro-kritisch geltende Parlamentarier der Lega (Claudio Brghi und Albero Bagnai) nun zentrale Schaltstellen bei den Themen Haushalt und Finanzen besetzt haben – das drückt den italienischen Bankenindex nach unten, die Renditen für italienische Staatsanleihen steigen deutlich an (sprich der Kurs fällt), wie hier bei der 10-jährigen italienischen Anleihe:

Aber wie die Dinge stehen, sagen sich die Amerikaner sicher einmal mehr: was haben wir denn mit dem Handelskrieg zu tun – wir sind doch unverwundbar! Dieser Glaube dürfte solange bestehen, bis China aus seiner defensiven Grundhaltung heraus kommt und ein Zeichen setzt, dass Trump richtig weh tun wird. Wir hätten da schon ein paar Vorschläge vor allem in Sachen Apple (alleine 10% der Marktkapitalisierung des Nasdaq100) – aber zweifellos wird China sich dabei weniger auf Zölle fokussieren, sondern erstens den US-Unternehmen, die in China tätig sind, das Leben schwerer machen (Apple!), und zweitens einen gezielten Angriff auf den US-Finanzmarkt starten (in welcher Form werden wir sehen; logisches Ziel ist der immense Marktwert von amerikanischen Tech-Konzernen, die in China bombige Geschäfte machen – noch..).

Bis dahin aber sehen wir ganz bestimmt noch ganz viele neue Allzeithochs beim Nasdaq und beim Russell2000…

Denn die Amerikaner leben in der besten aller Welten mit dem besten Präsidenten der Welt und der besten Wirtschaft der Welt und der besten Armee der Welt und den gebildetsten Menschen der Welt und der geringsten Kriminalitätsrate der Welt – einfach ein nachahmenswertes Paradies. Warum sonst sollten so viele Menschen versuchen, über Mexiko ins heilige Land der USA zu gelangen?

 

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Simply

    21. Juni 2018 12:42 at 12:42

    Ganz schlüssig ist der Kursverlauf von Gold mir nicht.
    Trotz Risiken des Handelskrieges gibt der Kurs nach.
    Habe wenig Erfahrung mit Edelmetallen, könnten Sie die Verknüpfung zwischen Dollarstärke und Goldschwäche innerhalb bzw. bevorstehenden Handelskrieg mir erläutern?

    Herzlichen Dank,
    Simply

  2. Avatar

    LookOut

    21. Juni 2018 13:18 at 13:18

    Ich denke mal das durch die ganzen Zölle viel mehr Inflation entsteht, diese Inflation muss dann wieder durch noch mehr „Zinsanhebungen“ seitens der FED gelöst werden, da Gold keine Zinsen abwirft wird Papiergold (ETCs) an den Börsen verkauft.

    Da wir aber bei Gold und vor allem bei Silber bereits am Minimum (Produktionskosten) sind würde ein weiterer Preisfall die Produktion noch mehr drücken, durch die Angebotsverknappung steigt der Preis dann auch wieder.

    Sowohl bei Gold und Silber kann es zwar temporär weiter nach unten gehen aber auf längerer Sicht muss es steigen.

    In den heutigen Zeiten sind nur 2 Dinge sicher (Ironie an)
    – China wächst mit 7% weiter
    – Der Nasdaq steigt (Ironie aus)

    Lg :)

  3. Avatar

    Beobachter

    21. Juni 2018 14:09 at 14:09

    Mal eine Frage an die Tausenden von Börsenspezialisten, die die US Steuersenkung zu Lasten von mehr Schulden so positiv für die Börsen sehen.
    Sind denn nicht Zölle genau das Gegenteil von Steuersenkungen ? u. vor allem trifft es in der konsumlastigen US Wirtschaft vor allem die grosse Masse mit den Alltagsprodukten.

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    21. Juni 2018 16:12 at 16:12

    Die Aktienmärkte zeigen in der heutigen Bewertung der Automobilaktien einmal mehr das komplette Spektrum. Hier einige Fakten. Daimler gab gestern Abend eine Gewinnreduktion für 2018 von ungefähr 5% bekannt. Ergebnis: Deutliche Kurverluste. Die Aktie hat an der Börse eine Marktkapitalisierung von
    64 Mrd. € , verdiente 2017 – 11 Mrd. € und hatte gestern noch ein 2018-er KGV von sagenhaften 6,4!!!, bei einem Dax-KGV von knapp 13. Wieviel Negatives ist hier schon eingepreist? Tesla hingegen wird an der Börse mit 60 Mrd. $ bewertet und hatte im Q1 – 745 Mio.$ verbrannt, ohne bisher jemals etwas verdient zu haben. Der Umsatzbringer Model 3, soll es richten, jedoch hat man jetzt festgestellt, dass man bei einem Preis von 35 000 $ nicht richtig Geld verdient. (Die Cash-Quote zeigt bedrohlich nach unten.) Deshalb soll jetzt ein Model 3 mit Allradantrieb her, zum Preis von 78 000 $, quasi das Auto für den Massenmarkt!?
    Um nicht missverstanden zu werden, die deutschen Ingenieure haben lange gewartet, mit der Entwicklung neuer Antriebskonzepte und die Abgas-Betrügereien sind kein Ruhmesblatt bzw. eine Unverfrorenheit. Aber selbst wenn Daimler 90% Gewinneinbruch hätte, wäre das Unternehmen immer noch erheblich niedriger als Tesla bewertet. Glaubt denn jemand, dass es den Daimler-Ingenieuren in zwei Jahren nicht gelingen wird, konkurrenzfähige Modelle auf den Markt zu bringen? Und wer hat die Massenfertigung drauf?
    Klar bringt ein möglicher Handelskrieg erstmal großen Ärger. Aber diese Bewertungen!
    Für mich ist das Börse verrückt.
    Gruß

  5. Avatar

    Wolfgang Koch

    21. Juni 2018 16:29 at 16:29

    Sind die „Lender of last Resort“jetzt durch the Donald entmachtet?Geht ihr Endsieg ähnlich aus wie der Erika Braun ihrem Mann seine Partei?Die geldpolitischen „Wunderwaffen“V1-? nur ein desasterverlängernder Flop?Zins Heil,Mario!Wenn denn dann der letzte deutsche, eherne schwarze-null-Soldat,gefallen ist,dann ist €urofreizeitland Realität!Grundeinkommen für alle!Die Merkel in ihrem Lauf,hält weder Mathematik noch Seehofer auf!Quo vadis,mein zerfliessendes Deutschland?Ist denn keiner da,der diese Neroide eliminiert,bevor sie stammelt.Berlin brennt,faszinierend!

  6. Avatar

    Savestrax

    21. Juni 2018 17:16 at 17:16

    Die von der Entlassung bedrohten Allianzler brauchen sich um Beschäftigung nicht zu sorgen. Sie müssen sich nur darauf einstellen, künftig mit nem halben Gehalt auszukommen. Aus dieser Sicht ist es zwar schön, steigende Tarifgehälter zu sehen. Wenn aber die Summe der wirklich gezahlten Tarifgehälter sinkt, weil immer mehr tarifliche Stellen wegfallen und durch nicht tarifliche ersetzt werden, ist es mit den verkündeten Lohnsteigerungen nicht weit her.

  7. Avatar

    Dolamar

    21. Juni 2018 17:37 at 17:37

    Ja! TDT
    „solange nicht vorher unter 12595 oder über 12739“
    es war über 12739! … bin deswegen nicht „mitgelaufen“!

  8. Avatar

    Zeichen

    22. Juni 2018 09:41 at 09:41

    China setzt doch schon Zeichen.
    http://www.dw.com/de/china-energy-sagt-investitionsreise-f%C3%BCr-mega-gesch%C3%A4ft-in-usa-ab/a-44326912

    Die Investitionen aus China in den USA sich aber auch generell deutlich zurückgegangen (-92% von Jan-Mai 2018 zu 2017) https://deutsch.rt.com/wirtschaft/71741-china-kurzt-massiv-investitionen-in-usa/

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Aktien

Aktienmärkte: Buy and Hold – nach wie vor im Vorteil?

Das Thema ist so alt wie die Aktienmärkte selbst: sollten man Aktien kaufen und liegen lassen – oder viel aktiver kaufen oder verkaufen? Ein Blick in die Geschichte

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Das Thema ist so alt wie die Aktienmärkte selbst: Man wählt einen Korb aussichtsreicher Aktien aus und handelt diese aktiv, indem man sie bei Unterschreiten von Limits verkauft, um bei den immer wieder auftretenden Korrekturen nicht dabei zu sein. Das Problem ist, dass zwar die Zahl der Korrekturen der Aktienmärkte zugenommen hat – aber eben auch die raschen, gegenläufigen Bewegungen, was ein grundsätzliches Problem darstellt. Man ist vielleicht rechtzeitig ausgestiegen, aber nicht mehr rechtzeitig zurückgekehrt. Der Corona-Crash lässt grüßen. Hierzu ein paar Fakten.

Aktienmärkte: Der langfristige Anlagestil

Buy and hold, als Strategie, dies wurde jahrzehntelang von Warren Buffett zelebriert, der seine Aktien im Schnitt 11 Jahre gehalten hat. Und vom unvergessenen André Kostolany – zumindest gilt dieses Adjektiv für die etwas ältere Anlegergeneration, schließlich ist der aus Ungarn stammende Spekulant bereits im Jahre 1993 verstorben. Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und dann reich werden, über diesen Spruch schmunzelt man noch heute.

Aber kann man im Zeitalter des fast gebührenfreien Daytradings und der ständig verfügbaren Information da noch mit den Märkten mithalten? Spontan könnte man mit einem „niemals“ antworten, aber ganz so einfach gestaltet sich die Sache nicht.

Der immerwährende Versuch des Markttimings

Es gibt heutzutage keine Wirtschafts- und Börsenpublikation, in der nicht die langen Zeitreihen (Charts) von Aktien und Indizes abgebildet sind. Mit den tiefen Einbrüchen und den ständig unterbrochenen Aufwärtstrends der Aktienmärkte. Da muss es doch möglich sein, ein paar Zusatzprozente zu ergattern. Tatsächlich wird dies auch ständig versucht: lag die Haltedauer von Aktien vor 30 Jahren noch bei circa zwei Jahren, so hat sich dies in der heutigen Welt der Onlinebroker im Schnitt mindestens geviertelt. Dies gilt weltweit.

Klar, dass damit die Ausschläge (Volatilität) der Aktienmärkte zugenommen haben.

Statistiken zeigen, dass von den 20 größten Verlusttagen seit dem Beginn des Wirtschaftswunders in Deutschland allein zehn seit der Jahrtausendwende stattgefunden haben. Der größte Einbruch der Aktienmärkte war merkwürdigerweise nicht der schwarze Montag, am 19. Oktober 1987, mit dem Kursmassaker an der Wall Street. Der 9,39 Prozent-Tagesverlust rangieren nur an vierter Stelle, Nummer eins ist der 16. Oktober 1989 mit minus 12,81 Prozent, gefolgt von einem aktuellen Coronacrash-Tag, dem 12. März 2020, mit minus 12,24 Prozent.

Dass diese Kurskapriolen aber auch ihr Gegenstück haben, beweist die Auflistung der besten 20 Dax-Tage seit über 60 Jahren, von denen allein zwölf seit der Dotcom-Blase geschehen sind. Fünf Tage mit Kursavancen von über 10 Prozent plus, der letzte war am 24. März mit plus 10,98 Prozent. Die Wende bei der Coronakrise, wer nur den ersten Wendetag verpasste, hat bereits einen Teil der Erholung der Aktienmärkte verpasst. Betrachtet man einen längeren Zeitraum, so wird auf dramatische Art und Weise klar, was gewisse Abstinenzen vom Markt für Performanceeinbrüche verursachen können.

Lutz Neumann, Leiter der Vermögensverwaltung der Sutor Bank in Hamburg, hat die Dax-Historie im Hinblick auf die Bedeutung des Investitionszeitraums untersucht. Erste Feststellung: In sechs von zehn Fällen an großen Kurseinbrüchen gibt es bereits innerhalb der nächsten zwei Wochen die besten Tage für die Aktienmärkte. Eine Erklärung dafür ist stets sicher auch die rasche Absicherung von Anlegern, die – von der Intensität des Abschwungs geschockt – ihr Depot mit Putspekulationen absichern. Oftmalige Folge: Eine kleine Eindeckungsrally.

Die Auswertung der Dax-Historie ergab ein ernüchterndes Bild für Timingversuche: Die durchschnittliche Rendite seit der Gründung vor 33 Jahren beträgt gute sieben Prozent, gleichbedeutend mit einer Verdoppelung des Index, jeweils in weniger als 10 Jahren. Wer die besten zehn Tage versäumte, reduzierte seine Performance auf 4,32 Prozent, bei 20 Tagen auf 2,21 Prozent und ab 30 Tagen hätte er sich bereits ein renditeloses Indexdepot einfangen.
Jetzt könnte man einwenden, dass man nicht in den Index zu investieren brauche, bei Einzelaktien könnte man doch viele Krücken außen vor lassen.

Auch hier hat ein Fondsmanager, Sven Lehmann, vom Vermögensverwalter HQ Trust, nachgerechnet. Und zwar gleich beim derzeit sehr beliebten MSCI World:

Innerhalb von 30 Jahren schlugen ein Drittel der 1200 Aktien in ihrer Performance den Index, zwei Drittel blieben hinter der Benchmark zurück. Allerdings benötigten einige dieser Siegeraktien oft viele Jahre, um sich von zwischenzeitlichen Einbrüchen zu erholen. Das Paradebeispiel ist für mich die Kursentwicklung von Amazon, dem Highflyer der Aktienmärkte schlechthin: Im Jahr 1997 mit einem Tief von 1,32 Euro bis zum Jahr 2000 auf sagenhafte 85,50 Euro gestiegen, um dann in der Dotcom-Krise um über 90 Prozent auf 6,40 Euro abzustürzen. Was dann folgte war das Kursspektakel schlechthin, ein Anstieg auf 2979 Euro in der Spitze oder eine Performance von über 43.000 Prozent. Allerdings wiederum mit mehr als einer Kurshalbierung während der Finanzkrise.

Es ist nicht nur schwer, die richtigen Aktien herauszufiltern, auch diese entsprechend lange zu halten, ist eine weitere Hürde für unser von Gier und Angst geflutetes Gehirnarreal.

Viele kleine Korrekturen seit der Finanzkrise

Aktienmärkte und das Timing-Problem

War nicht so einfach, seit der Finanzkrise mit Short-Spekulationen auf ide Aktienmärkte Geld zu verdienen. Nicht einmal in der Coronakrise, bei dem schnellen Einbruch und der sehr schnellen Gegenreaktion. Gerade im April während des Lockdowns kamen die ganz schlimmen Prophezeiungen.

Fazit

Es klingt immer wieder verlockend, wenn die Vertreter der aktiven Fondsbranche behaupten, dass man in Krisenzeiten nur die richtigen Aktien im Depot haben müsse, um diese Phasen zu überstehen. Nur gibt es dabei ein großes Problem: Auf diese Weisheit sind schon Tausende andere Anleger auch gestoßen, dementsprechend teuer sind diese Titel zumeist und natürlich gibt es auch die Schwierigkeit genau diese Titel zu identifizieren. Warum liegen die großen Indizes (MSCI World, S&P 500) in ihrer Performance auf längere Sicht weit vor den Produkten der Finanzindustrie?

Weil diese neben den zahlreichen Underperformern auch immer die Gewinner der jeweiligen Periode im Depot haben. Und was das Timing betrifft, also das rechtzeitige Aus- und Wiedereinsteigen iin die Aktienmärkte, darüber gibt es schon seit Jahrzehnten viele Untersuchungen – besonders aussagekräftig die des legendären Fondsmanagers von Fidelity, David Lynch: „Anleger haben mit der Vorbereitung auf oder dem Antizipieren von Marktkorrekturen viel mehr Geld verloren als in den Marktkorrekturen selbst.”

Dieses klappt nicht, weil man in schöner Regelmäßigkeit die Tage auslässt, in denen es völlig überraschend und ganz dramatisch nach oben geht.

Istv buy and hold die richtige Strategie für die Aktienmärkte?

 

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Allgemein

US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

Redaktion

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Von

Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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