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Märkte und Nachrichten kompakt: Stellt euch vor, es ist Handelskrieg – und plötzlich muß das eingepreist werden..

Über den plötzlichen und völlig unvorhersehbaren Einbruch der Realität an den Märkten..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Es sieht so aus, als wäre der Handelskrieg mit der Gewinnwarnung von Daimler nun endlich an der Börse angekommen, wie wir bereits heute morgen titelten! Es sind die deutschen Autobauer, die besonders unter Druck sind, also neben Daimler auch VW, BMW, dazu Zulieferer wie Continental oder Leoni aus dem MDAX. Wer hätte das ahnen können..

Der Dax unterschreitet erfolgreich die 12600er-Unterstützung (siehe hierzu auch unseren gestrigen Trade des Tages!):


(Alle Charts durch anklicken vergrößern)

Dazu Hiobsbotschaften für Mitarbeiter der Allianz: 5000 von 29.000 Stellen in Deutschland sollen wegfallen (soeben hat die Allianz die Zahl bestritten, die das „Manager Magazin“ genannt hatte – bestreitet aber nicht, dass es zu großflächigen Entlassungen kommen wird). Das deutsche Konjunkturwunder weicht offenkundig einer neuen Realität..

Und am Devisenmarkt Dollar-Stärke auf breiter Front – der Euro fällt auf ein neues Verlaufstief:

Auch Gold aufgrund der Dollar-Stärke weiter unter Druck (so auch Öl..):

Dazu kommt: Italien meldet sich nach langer Ruhe wieder! Auslöser ist, dass zwei als extrem Euro-kritisch geltende Parlamentarier der Lega (Claudio Brghi und Albero Bagnai) nun zentrale Schaltstellen bei den Themen Haushalt und Finanzen besetzt haben – das drückt den italienischen Bankenindex nach unten, die Renditen für italienische Staatsanleihen steigen deutlich an (sprich der Kurs fällt), wie hier bei der 10-jährigen italienischen Anleihe:

Aber wie die Dinge stehen, sagen sich die Amerikaner sicher einmal mehr: was haben wir denn mit dem Handelskrieg zu tun – wir sind doch unverwundbar! Dieser Glaube dürfte solange bestehen, bis China aus seiner defensiven Grundhaltung heraus kommt und ein Zeichen setzt, dass Trump richtig weh tun wird. Wir hätten da schon ein paar Vorschläge vor allem in Sachen Apple (alleine 10% der Marktkapitalisierung des Nasdaq100) – aber zweifellos wird China sich dabei weniger auf Zölle fokussieren, sondern erstens den US-Unternehmen, die in China tätig sind, das Leben schwerer machen (Apple!), und zweitens einen gezielten Angriff auf den US-Finanzmarkt starten (in welcher Form werden wir sehen; logisches Ziel ist der immense Marktwert von amerikanischen Tech-Konzernen, die in China bombige Geschäfte machen – noch..).

Bis dahin aber sehen wir ganz bestimmt noch ganz viele neue Allzeithochs beim Nasdaq und beim Russell2000…

Denn die Amerikaner leben in der besten aller Welten mit dem besten Präsidenten der Welt und der besten Wirtschaft der Welt und der besten Armee der Welt und den gebildetsten Menschen der Welt und der geringsten Kriminalitätsrate der Welt – einfach ein nachahmenswertes Paradies. Warum sonst sollten so viele Menschen versuchen, über Mexiko ins heilige Land der USA zu gelangen?

 

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Simply

    21. Juni 2018 12:42 at 12:42

    Ganz schlüssig ist der Kursverlauf von Gold mir nicht.
    Trotz Risiken des Handelskrieges gibt der Kurs nach.
    Habe wenig Erfahrung mit Edelmetallen, könnten Sie die Verknüpfung zwischen Dollarstärke und Goldschwäche innerhalb bzw. bevorstehenden Handelskrieg mir erläutern?

    Herzlichen Dank,
    Simply

  2. Avatar

    LookOut

    21. Juni 2018 13:18 at 13:18

    Ich denke mal das durch die ganzen Zölle viel mehr Inflation entsteht, diese Inflation muss dann wieder durch noch mehr „Zinsanhebungen“ seitens der FED gelöst werden, da Gold keine Zinsen abwirft wird Papiergold (ETCs) an den Börsen verkauft.

    Da wir aber bei Gold und vor allem bei Silber bereits am Minimum (Produktionskosten) sind würde ein weiterer Preisfall die Produktion noch mehr drücken, durch die Angebotsverknappung steigt der Preis dann auch wieder.

    Sowohl bei Gold und Silber kann es zwar temporär weiter nach unten gehen aber auf längerer Sicht muss es steigen.

    In den heutigen Zeiten sind nur 2 Dinge sicher (Ironie an)
    – China wächst mit 7% weiter
    – Der Nasdaq steigt (Ironie aus)

    Lg :)

  3. Avatar

    Beobachter

    21. Juni 2018 14:09 at 14:09

    Mal eine Frage an die Tausenden von Börsenspezialisten, die die US Steuersenkung zu Lasten von mehr Schulden so positiv für die Börsen sehen.
    Sind denn nicht Zölle genau das Gegenteil von Steuersenkungen ? u. vor allem trifft es in der konsumlastigen US Wirtschaft vor allem die grosse Masse mit den Alltagsprodukten.

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    21. Juni 2018 16:12 at 16:12

    Die Aktienmärkte zeigen in der heutigen Bewertung der Automobilaktien einmal mehr das komplette Spektrum. Hier einige Fakten. Daimler gab gestern Abend eine Gewinnreduktion für 2018 von ungefähr 5% bekannt. Ergebnis: Deutliche Kurverluste. Die Aktie hat an der Börse eine Marktkapitalisierung von
    64 Mrd. € , verdiente 2017 – 11 Mrd. € und hatte gestern noch ein 2018-er KGV von sagenhaften 6,4!!!, bei einem Dax-KGV von knapp 13. Wieviel Negatives ist hier schon eingepreist? Tesla hingegen wird an der Börse mit 60 Mrd. $ bewertet und hatte im Q1 – 745 Mio.$ verbrannt, ohne bisher jemals etwas verdient zu haben. Der Umsatzbringer Model 3, soll es richten, jedoch hat man jetzt festgestellt, dass man bei einem Preis von 35 000 $ nicht richtig Geld verdient. (Die Cash-Quote zeigt bedrohlich nach unten.) Deshalb soll jetzt ein Model 3 mit Allradantrieb her, zum Preis von 78 000 $, quasi das Auto für den Massenmarkt!?
    Um nicht missverstanden zu werden, die deutschen Ingenieure haben lange gewartet, mit der Entwicklung neuer Antriebskonzepte und die Abgas-Betrügereien sind kein Ruhmesblatt bzw. eine Unverfrorenheit. Aber selbst wenn Daimler 90% Gewinneinbruch hätte, wäre das Unternehmen immer noch erheblich niedriger als Tesla bewertet. Glaubt denn jemand, dass es den Daimler-Ingenieuren in zwei Jahren nicht gelingen wird, konkurrenzfähige Modelle auf den Markt zu bringen? Und wer hat die Massenfertigung drauf?
    Klar bringt ein möglicher Handelskrieg erstmal großen Ärger. Aber diese Bewertungen!
    Für mich ist das Börse verrückt.
    Gruß

  5. Avatar

    Wolfgang Koch

    21. Juni 2018 16:29 at 16:29

    Sind die „Lender of last Resort“jetzt durch the Donald entmachtet?Geht ihr Endsieg ähnlich aus wie der Erika Braun ihrem Mann seine Partei?Die geldpolitischen „Wunderwaffen“V1-? nur ein desasterverlängernder Flop?Zins Heil,Mario!Wenn denn dann der letzte deutsche, eherne schwarze-null-Soldat,gefallen ist,dann ist €urofreizeitland Realität!Grundeinkommen für alle!Die Merkel in ihrem Lauf,hält weder Mathematik noch Seehofer auf!Quo vadis,mein zerfliessendes Deutschland?Ist denn keiner da,der diese Neroide eliminiert,bevor sie stammelt.Berlin brennt,faszinierend!

  6. Avatar

    Savestrax

    21. Juni 2018 17:16 at 17:16

    Die von der Entlassung bedrohten Allianzler brauchen sich um Beschäftigung nicht zu sorgen. Sie müssen sich nur darauf einstellen, künftig mit nem halben Gehalt auszukommen. Aus dieser Sicht ist es zwar schön, steigende Tarifgehälter zu sehen. Wenn aber die Summe der wirklich gezahlten Tarifgehälter sinkt, weil immer mehr tarifliche Stellen wegfallen und durch nicht tarifliche ersetzt werden, ist es mit den verkündeten Lohnsteigerungen nicht weit her.

  7. Avatar

    Dolamar

    21. Juni 2018 17:37 at 17:37

    Ja! TDT
    „solange nicht vorher unter 12595 oder über 12739“
    es war über 12739! … bin deswegen nicht „mitgelaufen“!

  8. Avatar

    Zeichen

    22. Juni 2018 09:41 at 09:41

    China setzt doch schon Zeichen.
    http://www.dw.com/de/china-energy-sagt-investitionsreise-f%C3%BCr-mega-gesch%C3%A4ft-in-usa-ab/a-44326912

    Die Investitionen aus China in den USA sich aber auch generell deutlich zurückgegangen (-92% von Jan-Mai 2018 zu 2017) https://deutsch.rt.com/wirtschaft/71741-china-kurzt-massiv-investitionen-in-usa/

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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Indizes

Dax mit 40 Aktien – ist die Reform wirklich eine Wende?

33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform – ändert sich dadurch seine Bedeutung in der weltweiten Börsenszene? Zweifel sind angebracht!

Wolfgang Müller

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33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform des deutschen Leitindex, unter anderem mit einer Erweiterung auf 40 Werte. Anstoß war der Skandal um Wirecard, seiner Insolvenz und seinem wochenlangen Verbleib im Index, weil es eben den Regeln so entsprach. Aber wird diese Indexaufstockung wirklich eine gravierende Änderung seiner Bedeutung in der großen Börsenszene einleiten? Zweifel sind angebracht, denn ein Alleinstellungsmerkmal des deutschen Index bleibt bestehen.

Dax 30, der Underperformer unter den großen Börsenindizes

Das Grundproblem unseres Leitindex ist zunächst einmal seine Grundkonstruktion. Es handelt sich bei ihm – im Gegensatz zu den anderen großen internationalen Indizes – um einen Performanceindex, bei dem die jährlichen Dividendenausschüttungen miteingerechnet werden. Der Dax steht in dieser Berechnung mit 13300 Punkten (Stand 26. November) weniger als vier Prozent unter seinem Allzeithoch vom Februar diesen Jahres. In einer Kalkulation als internationaler Kursindex (ohne Dividenden) liegt er mit 5751 Punkten, sogar noch fast 10 Prozent tiefer als bei seinem Hoch vom März 2000 mit 6266 Punkten. Der Dax hatte 15 Jahre gebraucht, bis er dieses Hoch wieder erreichen konnte (2015), seither rennt er immer wieder dagegen an.

Zum Vergleich der S&P 500: Jahreshoch des Jahres 2000 – 1527 Punkte, Jahreshoch 2020 – 3642 Punkte. Und dabei wurde sogar der Extremwert in der Internet-Bubble als Vergleich herangezogen.

Dax 30, das Leichtgewicht unter den Indizes

Das nächste Thema ist die Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Mit seinen aktuellen 1,2 Billionen Euro Marktbewertung liegt er nur im Mittelfeld der großen Indizes, obwohl er eigentlich die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt repräsentieren sollte. Zum Vergleich der S&P 500, der es umgerechnet bereits auf sagenhafte 27,2 Billionen Euro bringt, auch der japanische Nikkei 225 liegt im zweistelligen Billionenbereich.

Aber selbst kleinere europäischen Volkswirtschaften haben größere Marktkapitalisierungen. FTSE 100 (Großbritannien) 1,92 Billionen Euro, CAC 40 (Frankreich) 1,76 Billionen Euro, die erheblich kleinere Schweiz liegt mit ihrem SMI und 1,15 Billionen Marktkapitalisierung fast gleichauf.

Was bringt die Aufstockung auf 40 Titel?

Zuerst würde man sich den internationalen Indizes bei der Zahl der im Index gelisteten Aktien annähern. Nicht dem S&P mit seinen 500 Titeln, aber Großbritannien (100) und vor allem Frankreich (40). In der Marktkapitalisierung würde man aus jetziger Sicht auf gut 1,35 Billionen Euro steigen, wenn man potenzielle Aufsteiger aus dem MDax hinzu addiert. Die drei größten Titel aus der zweiten Reihe sind derzeit Airbus (25,4 Bio. €), Symrise (13,2 Bio. €) und Zalando (11,3 Bio. €), wobei beim marktschweren Flugzeugbauer schon wieder ein Fragezeichen steht, wegen seines ausländischen Firmensitzes.

Weitere Regeländerungen

Darüber wurde bei FMW schon berichtet deshalb nur kurz die Änderungen: Künftige Dax-Neulinge müssen vor ihrer Aufnahme einen operativen Gewinn in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Neuaufnahmen wie die von Delivery Hero wären künftig nicht mehr möglich. Eine Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal ist, dass ab März 2021 Firmen nach einer 30-tägigen Warnfrist aus dem Index ausgeschlossen werden können, wenn sie ihre testierten Geschäftsberichte und vierteljährlichen Quartalsmitteilungen nicht fristgerecht veröffentlichen. Außerdem überprüft die deutsche Börse zweimal im Jahr die Aufstellung im Dax. Es geht dann um die Marktkapitalisierung der Unternehmen und nicht mehr um den Börsenumsatz. Der Nachweis einer Mindestliquidität wird ausreichen.

Fazit

Bei allen Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität des deutschen Leitindex bleibt das Grundproblem – die Akzeptanz der Aktie für die Kapitalanlage. Nur 15 Prozent der Deutschen besitzen direkt oder über Fonds Aktien, über 50 Prozent des Dax befinden sich in ausländischen Händen. Zum Vergleich: 2,4 Billionen Euro liegen in Deutschland auf unverzinslichen Konten, das Zweifache der Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Was mit diesem Geld in Zukunft geschehen wird, in einer sich wahrscheinlich noch verstärkenden „finanziellen Repression“ (Inflation?) ist ziemlich absehbar. Ein Umdenken täte Not, etwas im Stile des norwegischen Staatsfonds.

An der Grundproblematik wird auch eine Erweiterung des DAX auf 40 Werte nichts ändern. Wie hatte Warren Buffett schon vor Jahren Kritikern der „gefährlichen“ Aktienanlage entgegnet: „„Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497 Punkte.“

Was ändert sich durch die Reform des Dax?

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Finanznews

Aktienmärkte: Der Chart, der die Welt erklärt! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Die Aktienmärkte gestern am US-Feiertag erwartungsgemäß uninspiriert – auch heute ist durch den verkürzten Handel in den USA am Black Friday nicht viel zu erwarten. Aber übergeordnet gilt: es gibt einen Chart, der die ganze (Wirtschafts-)Welt erklärt: dieser Chart zeigt, dass seit den 1980er-Jahren die Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft! Und dieser Trend explodiert seit der Finanzkrise geradezu, die Coronakrise wiederum bringt dann die nächste Eskalationsstufe in Sachen Schulden und Geld drucken. Die Notenbanken versuchen mit ihrem Liquiditäts-Exzess diese Verschuldungs-Spirale und damit die Wohlstandsillusion am laufen zu halten – die Aktienmärkte und die Anleihemärkte spiegeln diesen Exzess geradezu beispielhaft wider!

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