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Ölpreis fällt dramatisch – Blick auf die aktuell chaotische Lage

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Beispielbild einer Öl-Pumpe

Man dachte doch das Chaos im Ölpreis wäre beendet gewesen, nachdem der Terminkontrakt mit Lieferzeit Mai letzte Woche endete, und der Handel auf den Liefertermin Juni wechselte. Nach einem Termin-Endkurs von -37 Dollar (!) notierte der nachfolgende Juni-Kontrakt (jetzt der neue Front-Monat) bei 14 Dollar, und dann letzten Donnerstag im Hoch sogar bei 18 Dollar. Also, die Lage hatte sich beruhigt? Nein, dem ist nicht so. Seit Donnerstag geht es im WTI-Ölpreis mit Laufzeit Juni nämlich kontinuierlich bergab, bis heute früh auf 10,11 Dollar im Tief!

Ölpreis im Sturzflug

Markus Fugmann besprach das Thema heute früh bereits explizit in seinem Video. Auch für Juni nimmt die Angst am Markt derzeit extrem stark zu, dass der Kontrakt ins Negative laufen könnte, wie schon im Mai-Kontrakt. Die Flucht vom Juni in den Juli und August hatten wir gestern bereits thematisiert. Die Angst ist offenbar übergroß, dass das Überangebot an Öl auch die nächsten Wochen anhält! Und sie scheint sich aktuell zu beschleunigen. Laut aktuellen Berichten wechselt der extrem wichtige Anbieter “S&P” für seinen Index “S&P GSCI” vom Front-Monat Juni auf Juli. Das heißt, dass diejenigen Anbieter von Fonds, ETF etc, die sich hieran orientieren, auf spätere Liefertermine wechseln, wie bereits andere Trader in den letzten Tagen.

Schaut man sich die verschiedenen Lieferzeiten an (hier eine gute Übersicht), dann sieht man es ganz klar. Der WTI-Ölpreis für Lieferung Juni (Front) ist 94 Cents im Minus, Juli ist 1,00 Dollar im Plus, und August ist 1,01 Dollar im Plus! Die Übersicht der Terminbörse CME zeigt, dass das Handelsvolumen im Front-Monat aktuell noch doppelt so hoch ist wie im Juli. Noch!

Die aktuelle Lage

Russlands Öl-Minister Novak dämpft aktuell die Hoffnung auf einen steigenden Ölpreis, denn laut aktuellen Meldungen sagt er, dass der Ölpreis sich nicht so schnell erholen werde, weil die Lager voll seien. Eine Ausbalancierung des Öl-Marktes könne erst im zweiten Halbjahr 2020 starten, so Novak. Aktuell notiert der WTI-Ölpreis bei 11,84 Dollar. Vorhin waren es noch wie gesagt knapp über 10 Dollar. Im Augenblick ist die Lage extrem volatil. Wir könnten heute auch noch einen Ölpreis von unter 10 Dollar sehen? Da kann man sich aktuell in sehr kurzer Zeit sehr große Verluste einhandeln, oder durch Zufall auch einen großen Gewinn.

Alles festhalten bitte! Heute Abend kann die nächste Horrornachricht für die Öl-Bullen kommen. Um 22:30 Uhr deutscher Zeit stehen wieder die privat ermittelten API-Daten für die Öl-Lagerbestände in den USA an. Und morgen dann folgen um 16:30 Uhr die offiziellen staatlichen Daten. Die letzten 13 Wochen sind die Lagertanks in den USA durchgehend voller geworden. Und nun? Noch mehr Anstiege in den Lagern? Ein Ölpreis für Juni unter 10 Dollar?

Ölpreis in den letzten fünf Tagen
WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten fünf Tage.

2 Kommentare

2 Comments

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    Marko

    28. April 2020 14:56 at 14:56

    https://www.onvista.de/news/bp-gewinne-schmelzen-dank-des-oelpreisverfalls-dahin-analyst-der-oelmarkt-kommt-aus-dem-chaos-nicht-heraus-353783855

    “„Der Ölmarkt kommt aus dem Chaos nicht heraus“, erklärte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Als Gründe nannte er eine „massive Überversorgung“ und „die Angst vor nicht ausreichenden Lagerkapazitäten“. Vor diesem Hintergrund gehen Investoren dazu über, aus Ölgeschäften mit Lieferung im Juni auszusteigen und in Kontrakte mit einer längeren Laufzeit umzuschichten.

    Aber eines sollte doch klar sein, der Ölpreis ist vieles, aber garantiert kein Konjunkturindikator mehr ! Das hier ist Corona und Futures-Ölpreis-Zocker !

    Deshalb der Preisunterschied zwischen Brent und dem WTI.

    Experte Weinberg verwies darauf, dass US-Öl mit Lieferung im August derzeit etwa doppelt so teuer gehandelt wird wie mit Lieferung im Juni. Wegen der Angebotsschwemme auf dem Ölmarkt werden derzeit große Mengen eingelagert, wobei die Lagerkapazitäten laut Medienberichten teilweise an ihre Grenzen stoßen.”

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      Eric

      29. April 2020 08:23 at 08:23

      Es gibt derzeit keine verlässlichen Konjunktur Indikatoren, da die Krise nicht konjunkturell bedingt ist, sondern politisch mit “Knopfdruck” gewollt.
      Tatsächlich gilt am Ölmarkt auch immer noch Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage durch grounding der Luftfahrt, weniger Autofahrten usw. weltweit gleichzeitig einbricht und das Angebot die Nachfrage extrem übersteigt dann geht der Preis ins Bodenlose. Ölförderanlagen lassen sich nur schwer und langsam drosseln und oft noch viel schwerer wieder hochfahren, darum ist das Angebot so unflexibel. Normalerweise führen selbst heftige Rezessionen nicht zu solchen Rückgängen, schon gar nicht weltweit gleichzeitig.

      Für die Importländer ist es ein Segen. Deutschland spart viele Milliarden Importkosten im Jahr bei diesem Preisniveau. Das ist ein Konjunkturpaket im Wert von über 100 Milliarden Dollar für die Bundesrepublik. Geld was nun im Inland verbleibt und Haushalten und Industrie hilft Löcher zu stopfen. Das ist zum Vergleich ungefähr viermal soviel wie für das Kurzarbeitergeld für das restliche Jahr an Mehrausgaben erwartet wird.

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Devisen

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, S&P 500, Gold- & Ölpreis

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Die Börse geht weiter den Weg des größten Schmerzes. Die gehasste Aufwärtsbewegung wurde in der letzten Handelswoche fortgesetzt. Je weiter die Börse läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unerfahrene Anleger in Panik verfallen. Die Angst etwas zu verpassen wird immer größer. An der Börse sind Angst und Gier ganz natürliche und menschliche Erscheinungen. Doch genau vor diesen Emotionen müssen wir uns in Acht nehmen. In meinen Augen ist der Zug für langfristige Investitionen abgefahren. Jetzt ist die Zeit gekommen um im kurzfristigen Bereich, mit Sicht auf die nächsten Wochen zu agieren.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer haben Ihre Chance genutzt!

In der letzten Woche standen die Zeichen auf „Trendfortsetzung“. Die Käufer haben Ihre Chance genutzt und den Dax zum Wochenstart weiter nach oben getrieben. Dabei wurde der kurzfristige Widerstand zwischen 11.250 und 11.300 Punkten überwunden. Am Donnerstag hat der Dax Futures sein vorläufiges Hoch bei 11.824 Punkten erreicht. Der zuletzt angesprochene Widerstand bei 11.600 Punkten wurde in der letzten Woche gekreuzt und hat damit an Wirkung verloren.

Für die nächste Woche erwarte ich bis Donnerstag eine Seitwärtsbewegung. Die kurzfristig markanteste Unterstützung liegt im Bereich 11.400 bis 11.450 Punkte. Kurse in dem Bereich können für kurzfristige Long-Positionen interessant werden. Kurzfristige Widerstände, und damit Kursziele, liegen bei 11.800 und der runden 12.000er Marke. Besonders interessant wird dann das Kursniveau zwischen 12.200 und 12.280 Punkten. Dort erwarte ich im ersten Anlauf eine handelbare Abwärtsbewegung. Diese wird für mögliche Short- oder Absicherungspositionen spannend. Einen Anstieg auf das hohe Niveau erwarte ich frühestens für Donnerstagnachmittag oder Freitag. Denn am Donnerstag gibt es mit der EZB-Sitzung das erste Kursbewegende Event der Woche.

Börse Ausblick - Dax Chart

S&P 500 – das charttechnische Sprungbrett!

An der Börse funktionieren die einfachen Dinge am besten. Dazu gehört das Phänomen der wechselnden Polarität zwischen Unterstützung und Widerstand. Wird also eine charttechnische Hürde überwunden, wird diese beim nächsten Anlauf zur Unterstützung. Genauso ist es im S&P 500 gekommen. Das in der letzten Woche angesprochene Range-Hoch im Bereich 2.960 bis 2.984 Punkte wurde am vergangenen Dienstag überschritten. Gleich am Mittwoch wurde dieser ehemalige Widerstand dann wieder von oben angelaufen und als Unterstützung bestätigt. Die nächste technische Hürde wartet bereits zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Besonders der Bereich 3.115 – 3.135 Punkte wird spannend, denn dort befindet sich ein markantes Verlaufshoch von Anfang März. Insgesamt ist der Aufwärtstrend seit Ende März intakt. Doch je länger ein Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht.

Chart des S&P 500

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Käufer geben nicht auf!

Die Käufer haben auch in der letzten Woche den Goldpreis nicht im Stich gelassen. Börsenkurse verlaufen zu ungefähr 80 Prozent der Zeit seitwärts. Genau daran hält sich seit Anfang April der Goldpreis. Die Range zwischen 1.670 und 1.800 USD hat bestand. Am Mittwoch wurde die „Make or Break“ Unterstützung zwischen 1.670 und 1.690 USD erneut getestet und hat die Käufer zum Tanz gebeten. Diese haben sich nicht bitten lassen und sind zurück in die Mitte des Parketts geschwebt. Das nächste Ziel liegt wieder im Bereich 1.780 bis 1.800 USD. Und auch für eine Seitwärtsbewegung gilt: „Je länger der Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht“. Ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung dürfte wieder für neuen Schwung in die eine oder andere Richtung sorgen.

Gold Chart

Der Ölpreis – Hopp oder Top?

Au Backe, jetzt wird es interessant! Der Ölpreis Widerstand 35,80 – 36,40 USD war für mich ein Short-Niveau im ersten Anlauf. Diese charttechnisch markanten Punkte eignen sich besonders dann für eine Gegenbewegung, wenn diese „erschöpft“ angelaufen werden. Das ist zum Beispiel nach einem größeren Anstieg der Fall. Im Ölpreis stellt sich die Situation nun etwas anders dar. Denn vor der markanten Hürde ist es zu einer Seitwärtsbewegung gekommen. Eine Seitwärtsbewegung vor einem Widerstand vergleiche ich gerne mit einer Verschnaufpause. Die Käufer haben Luftgeholt und stürmen mit neuer Kraft dem Widerstand entgegen. Die Käufer sind aktuell wahrscheinlich nicht erschöpft. Aus diesem Grund stelle ich mich an die Seitenlinie und warte auf kurzfristige Signale.

Börse aktuell - Ölpreis Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Allgemein

Aktuell: Trump mit Aussagen zu China – Märkte reagieren

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Donald Trump hat sich heute richtig lange Zeit gelassen. Vor wenigen Minuten hat er nun endlich verkündet, wie die US-Regierung auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong reagieren will. Pustekuchen, so kann man es ausdrücken! Trump spricht von einem Land und einem System. Er werde Maßnahmen ergreifen, um die Sonderbehandlung (den Sonderstatus) für Hongkong abzuschaffen. Also für Hongkong-Exporte Richtung USA nun die selben Zölle wie für Importe aus Festland-China?

Die “Phase 1” des Handelsdeals zwischen China und den USA bleibt wohl bestehen, denn kein Wort hat Trump über einen Ausstieg aus diesem Deal verloren. Auch sonst keine Sanktionen oder neue Zölle gegen China. Der große Knall ist ausgeblieben. Der WTI-Ölpreis reagiert mit einem Anstieg von mehr als 1 Dollar auf 35,20 Dollar. Der Goldpreis verliert 4 Dollar auf 1.730 Dollar. Deutlich reagiert der Aktienmarkt. Der Dow 30 auf CFD-Basis legt 250 Punkte zu. Auch Markus Koch meldet sich aktuell zu Wort zu den Aussagen von Donald Trump. Hier sein ganz aktuelles Video.

Donald Trump
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Finanznews

Coronakrise: Arbeitslosengeld in US-Aktienmarkt investiert! Marktgeflüster (Video)

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Die Coronakrise treibt immer wieder seltsame Blüten – und eine davon ist, dass offenkundig die arbeitslos gewordenen Amerikaner in großem Umfang in den US-Atienmarkt investiert haben (sichtbar an Kontoeröffnungen und Trading-Volumina bei US-Brokern). Ca 60% der arbeitslos gewordenen US-Amerikaner haben mit den staatlichen Hilfen mehr Geld zur Verfügung als vor der Coronakrise, als sie einen, zwei oder gar drei Jobs hatten. Dieses zusätzliche Geld sorgte für gute Stimmung, der Anstieg der Aktienmärkte ist letztlich ein Beleg für diese positive Stimmung. Heute allerdings Zurückhaltung vor der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump zu China (zeitlich wohl um den Börsenschluss herum)..

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