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Sind strengere Regulierungen der neue Trend im Dezember 2016?

Gerade in diesen Tagen ist richtig was los. Da haben wir zum Beispiel die Ankündigung der britischen Finanzaufsicht FCA von letzter Woche, die den Hebel bei CFD-Trading auf maximal 50 beschränken will. Ein Schock, der wohl…

Redaktion

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FMW-Redaktion

So kommt es einem fast vor. Gerade in diesen Tagen ist richtig was los. Da haben wir zum Beispiel die Ankündigung der britischen Finanzaufsicht FCA von letzter Woche, die den Hebel bei CFD-Trading auf maximal 50 beschränken will. Ein Schock, der wohl die Umsätze der Broker massiv beeinträchtigen wird. Deswegen brachen auch viele Broker-Aktien um mehr als 30% ein. Dementsprechend unglücklich äußern sich die Broker. In einem Interview gegenüber dem „Telegraph“ äußert sich der Chef des Branchenprimus IG Group Peter Hetheringon.

Er ist der Meinung die FCA hätte vor zwei Monaten einfach mal bescheid sagen sollen, dass man an einer strengeren Regulierung bastelt. Dann hätte man die Broker nicht so unvorbereitet getroffen. Auch besteht er auf dem Hinweis, dass es eine der drei Hauptaufgaben der FCA sei die Intaktheit es Marktes sicherzustellen – und diese Ankündigung (Hebel maximal 50) habe dabei nicht gerade geholfen. Auch betont Hetheringon, dass diese FCA-Maßnahme sogar kontraproduktiv sei. Denn in dessen Folge würden viele private Trader, die bewusst gerne mit extrem großen Hebeln arbeiten, nun auf Broker außerhalb des Zugriffs der FCA ausweichen. Viele Probleme der CFD-Industrie seien zudem verursacht von kleineren Anbietern, die nicht so stark überwacht würden – das betone er so taktvoll wie möglich, so seine Wortwahl.

Da ist aber jemand sauer… aber in der Tat, mit der Abwanderung von Heavy-Tradern, die extrem hohe Hebel bewusst einsetzen, könnte er Recht haben. Es gibt noch genug Orte auf diesem Planeten, die langfristig frei bleiben werden von Hebel-Restriktionen. Und niemandem kann es verboten werden sein Geld irgendwo hin auf dem Planeten zu transferieren! (oder kommt so eine Restriktion auch noch?).

Und ach ja, wir hatten ja letzte Woche nach der FCA-Veröffentlichung auch noch die BaFin-Mitteilung aus Deutschland, bei der es nicht um Maximal-Hebel geht, sondern nur um den Wegfall der Nachschusspflicht. Da zeigen sich einige Broker bereits mehr als erleichtert, da viele Broker solche Kontomodelle bereits anbieten. Dann werden sie eben, so darf man es vermuten, ab sofort deutschen Kunden nur noch diese Kontomodelle anbieten, ohne Nachschusspflicht-Risiko – dann aber womöglich mit nachteiligeren Konditionen – aber das ist noch rein spekulativ.

Plus500, einer der großen CFD-Anbieter, verweist darauf, dass man eh nur Konten ohne Nachschusspflicht anbietet, und von daher die (softe?) BaFin-Regulierung begrüßt. Ähnlich erfreut über die BaFin zeigt sich auch CMC.

Plus500:

Plus500, a leading online service provider for retail customers to trade CFDs internationally, notes the announcement by BaFin, the German Federal Financial Supervisory Authority, made yesterday regarding ‘additional payment obligations’ for CFDs traded by retail clients. Plus500 welcomes the announcement made by BaFin as all accounts offered by the Company have always had balance protection, meaning the client cannot lose more than the value of their account. The Company therefore believes that any limitations imposed by BaFin in this respect will have no effect on its business.

CMC Markets:

The BaFin consultation paper requires CFD providers to ensure that retail clients cannot lose more money than is deposited in their account, a functionality which is already available to CMC Markets clients in Germany. On the basis of the consultation paper, there are no other requirements from BaFin including no leverage limits, and where retail clients’ risk is limited to their deposits, there is no prohibition on marketing, distribution and sale of CFDs. We welcome this balanced approach from BaFin and will respond to the consultation in accordance with the proposed timeline of 20 January 2017.

Hat es etwas mit dem Brexit zu tun? Denn komischerweise scheint die UK-Aufsichtsbehörde FCA immer aktiver zu werden. Nach der Einschränkung bei CFDs letzte Woche nimmt man sich jetzt dem großen Gebiet des Crowdfunding vor. Hier können über verschiedene Internetportale Privatpersonen für jeglichen Zweck einfach so Geld einwerben (Investment). Aber auch immer mehr wird das Crowdfunding genutzt für die Einwerbung von Unternehmenskrediten. Und hier will die FCA jetzt wie auch bei den CFDs den Verbraucherschutz erhöhen (hier die ausführliche aktuelle Veröffentlichung der FCA).

Um es zusammenzufassen: Die FCA ist der Meinung, dass die Crowdfunding-Industrie Privatanleger nicht richtig darüber aufklärt, welche Risiken sie vor allem bei der Kreditvergabe über Crowdfunding auf sich nehmen (Ausfallrisiko). Noch will man die Branche weiter prüfen und versuchen „zu verstehen“. Aber es läuft darauf hinaus: Auch bei diesem Instrument der neuartigen Geld-Beschaffung wird der Privatmensch bald womöglich erstmal auf Risikohinweis-Buttons klicken müssen, oder sogar etwas ausdrucken, unterschreiben und zum Anbieter senden müssen. Bei den Kreditangeboten mag das sinnvoll sein, aber bei den reinen Investment-Angeboten, die doch eher eine Art Schenkungs-Charakter haben? Da ist Regulierung wohl zu viel des Guten. Denn wer die Branche etwas kennt, weiß: Da geht es oft um winzige Geldspenden, die eher als Good Will gedacht sind, und weniger um Investitionen in konkrete Projekte.

Binäre Optionen

Wie die zypriotische Finanzaufsicht CySec vermeldet, hat der Binäre Optionen-Anbieter Air Finance seine Lizenz zurückgegeben. Wie man in Finanzkreisen munkelt, geschah dies wohl nicht wirklich aus freien Stücken. Was genau vorgefallen ist, bleibt aber erstmal unklar. Offensichtlich ist aber: Dies geschieht kurz nachdem die CySec ihre Regulierung für den Bereich stark angezogen hat. Air Finance führte bisher mehrere Brokerage-Namen wie Investing Area und Buzz Trade. Mit Buzz Trade ist man namhafter Trikosponsor beim portugiesischen Spitzenclub FC Porto. Was bedeutet das jetzt? Muss der Schriftzug schnell entfernt werden?

Der Wind für die Branche weht das der Richtung „Mehr Regulierung“.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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