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Verschuldung von US-Unternehmen: Der wachsende Berg, der immer mehr befeuert wird

Claudio Kummerfeld

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am

Hudson Yards in New York - ein weiteres gigantisches Bauprojekt

Die Verschuldung von US-Unternehmen nimmt immer weiter zu. Sie denken jetzt das liegt an der Coronakrise? Nein, die gibt nur einen weiteren „kleinen Schub“ nach oben. Schon in den letzten Jahren, wo die US-Konjunktur boomte ohne Ende, haben sich vor allem große US-Unternehmen immer mehr mit immer billigerem Geld vollgesogen. Und was machte man mit diesem Geld? Richtig, das dümmste, was man nur tun konnte. Nicht in neue Jobs, Fabriken und Produkte investieren. Nein, man kaufte auf Kredit eigene Aktien zurück, um den Aktienkurs der eigenen Firma hochzupushen. Denn weniger Aktien am freien Markt bedeuten Angebotsverknappung, was den Preis hochtreibt.

Die immer weiter sinkenden Zinsen und die immer größere Geldflut der Notenbanken weltweit macht es vor allem den US-Unternehmen leicht sich immer mehr zu verschulden. Zwangsläufig muss das ja ins Desaster führen? Nun, derzeit gibt es in den USA wie auch in der EU (auch hier ähnliches Grundszenario) ein gigantisches Konjunktur-Rettungspaket nach dem nächsten. Schon diese Woche könnte in den USA nochmal knapp 1 Billion Dollar hinzu kommen. Wo ist also das Risiko, wenn der Staat sowieso alles rettet, in dem er alle Probleme mit Geld zuschüttet?

Verschuldung von US-Unternehmen nimmt trotz Konjunktur-Hochphasen seit 20 Jahren immer weiter zu

Wir von FMW können nur berichten und auf Missstände hinweisen. Das Problem ist, dass die Verschuldung der US-Unternehmen über alle Rezessionen und Krisen hinweg immer weiter ansteigt. Und entscheidend ist: Nach den Krisen, wo sich die Konjunktur erholte und die Konzerne blendende Gewinne machten, sank die Verschuldung von US-Unternehmen nicht wie es eigentlich sein sollte – sie stieg immer weiter an. Schauen wir auf den folgenden Chart der St. Louis Fed, der Statistik-Garage der US-Notenbank Federal Reserve.

Der Chart zeigt die Verschuldung der US-Unternehmen – wir haben hier mal einen Zeitraum ab dem Jahr 1998 eingestellt. Grau hinterlegt sieht man die Dotcom-Krise, die Finanzkrise 2008 und ganz rechts die Coronakrise. Man sieht dazwischen die großen Phasen des Wirtschaftswachstums in den USA. Aber die Linie steigt immer weiter an. Lag die Verschuldung von US-Unternehmen 1998 noch bei 2,26 Billionen US-Dollar, so waren es Ende 2019 6,55 Billionen US-Dollar, und Ende Juni 2020 schon 7,13 Billionen US-Dollar. Man sieht, die Coronakrise lässt die Schuldenlast zwar weiter ansteigen. Aber letztlich wird nur ein Trend fortgesetzt, der sich durch Corona beschleunigt.

Chart zeigt die Verschuldung von US-Unternehmen seit dem Jahr 1998

Sinkende Zinskosten

Der folgende Chart zeigt ebenfalls seit dem Jahr 1998 die Zinskosten für US-Unternehmen in Form der durchschnittlichen Renditen für ihre Anleihen. In der konjunkturellen Hochphase nach der Finanzkrise lag das Tief der Rendite bei 3,21 Prozent im Jahr 2013, und bei 3,26 Prozent im Jahr 2016. Dann zu Ende 2019, also vor Ausbruch der Coronakrise, verschlechterten sich die konjunkturellen Anzeichen bereits. Das Zinsniveau sank, so auch für die US-Unternehmen. Die Rendite fiel auf 3,19 Prozent, und dann auf 2,80 Prozent im Februar. Dann zum Ausbruch der Coronakrise dachte man zunächst, dass die Krise viele Unternehmen in den Ruin treibt.

Daher stiegen die Risikoprämien für Unternehmensanleihen. Die Rendite sprang im März auf 4,59 Prozent. Aber ja, nach und nach wurde klar: Staat und Notenbank überschwemmen alles mit Geld. Da kann ja nichts mehr schief gehen? Also immer weiter munter schulden machen. Und wo kein Risiko, da kann die Rendite (die Risikoprämie) weiter sinken? Bis jetzt ist sie in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten auf aktuell 2,16 Prozent gefallen, also weit unter das tiefste Niveau aus den Konjunktur-Glanzzeiten der vorigen zehn Jahre. Was für ein Wahnsinn!

Chart zeigt Renditen der Anleihen von US-Unternehmen seit 1998

Renditen von Junk Bonds auf Rekordtief

Aber es kommt ja noch besser. Die US-Unternehmen mit Schrott-Status, die das höhere Ausfallrisiko ihrer Anleihen mit höheren Zinsen bezahlen müssen, leben derzeit auch in paradiesischen Zeiten. Ihre Verschuldung steigt natürlich auch weiter an, und die Zinskosten fallen immer weiter. Der folgende Chart zeigt seit 1998 den Verlauf der Junk-Bond-Renditen (Renditen für Schrottanleihen) in den USA. Im Hochpunkt der Finanzkrise 2008 lag die Rendite für Junk Bonds bei 21,8 Prozent. Dann im Tiefpunkt, als die Konjunktur in den USA in den Folgejahren sensationell gut lief, sank das Ausfallrisiko dieser Schrottpapiere, und die Rendite fiel bis auf 5,28 Prozent im Jahr 2014.

Jetzt in der Coronakrise, wie gesagt der schlimmsten globalen Rezession seit Jahrzehnten, ist diese durchschnittliche Rendite auf aktuell nur noch 4,61 Prozent gefallen. Was für ein Wahnsinn. Und was für ein Anreiz, sich traumhaft günstig mit immer mehr schulden vollzusaugen. Die Katastrophe ist vorprogrammiert, denn die Verschuldung der US-Unternehmen wird immer größer. Aber halt… kann dieses Spiel immer so weiter laufen, wenn Notenbank und Regierung das Spiel immer weiter spielen wollen? Oder bringt eine (wann auch immer) anstehende Zinswende in den USA das Kartenhaus zum Einstürzen? Erstmal dürfte Joe Biden mit dem Demokraten für jede Menge frischen Stimulus sorgen.

Chart zeigt durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA seit 1998

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    9. Dezember 2020 12:39 at 12:39

    Die Zeiten in denen man zuerst Eigenkapital erarbeitete sind längst vorbei. Zudem sind Schulden zuerst mal Arbeitskapital, dass irgendwann zurückbazahlt werden soll. Also macht Schulden, gerade heutzutage kosten Kredite ja nichts mehr. Es gibt bereits Banken, die guten Gläubigern sogar etwas dafür bezahlen, wenn sie bitte nur einen Kredit nehmen. Vermutlich erhalten diese Banken von der EZB einen Bonus als Entgelt, wenn sie beim Geld in den Markt pumpen behilflich sind. Auf jeden Fall werden Strafzinsen gespart, wenn das Kapital nicht mehr bei der EZB parkiert werden muss. Die Wirtschaft scheint unter der Gelddruckorgie der EZB regelrecht zu ersticken und es braucht immer mehr Fantasie noch eine Anlagemöglichkeit zu finden.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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