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Wells Fargo-Skandal schlägt immer höhere Wellen: Bank schafft sämtliche Vertriebsziele für seine Berater komplett ab!

Die Original-Redewendung lautet „no one should be too big to jail“ als Anlehnung an den Spruch „too big to fail“, wo es um zu große Banken geht, die man nicht pleite gehen lassen kann wegen ihrer „Systemrelevanz“. Also, wird Präsident Obama´s so taffe Justizministerin…

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FMW-Redaktion

Wir hatten Freitag darüber berichtet, und gerade erst heute um 14:27 Uhr erneut. Wells Fargo, die eigentlich so seriöse Bank der Mittelstandsamerikaner, auch die Lieblingsbank von Warren Buffett, angeblich grundsolide, größter Hausfinanzierer des Landes, macht sich lächerlich und unglaubwürdig von A-Z aufgrund von 2 Millionen zusätzlich eröffneter Konten und Kreditkarten, von denen die betroffenen Kunden selbst gar nichts wussten. Heute berichteten wir über das 124,6 Millionen Dollar-Abfindungspaket für die zuständige Direktorin, die damit im goldenen Fallschirm herabschwebt in ihren vorzeitigen Ruhestand. Damit hat sie es besser als die 5.300 entlassenen Bankmitarbeiter, die diese Betrügereien durchgeführt hatten. Heute aber erhöht sich der Druck auf Wells Fargo erheblich.

US-Finanzminister Lew sagte vor wenigen Minuten auf einer von CNBC veranstalteten Konferenz Fälle wie der von Wells Fargo zeigten überdeutlich den Bedarf nach einer strengeren Bankenregulierung. Das hier an den Tag gelegte Verhaltensmuster müsse gestoppt werden. Wohl gerade das aktuell bekannt gewordene Missverhältnis wird Lew besonders aufregen, wo auf der einen Seite die 5.300 einfach so gefeuerten „kleinen Bankberater“ stehen, die letztlich unter einem brutalen Verkaufsdruck standen – und dann auf der anderen Seite deren Vorgesetzte, die jetzt „in den Ruhestand“ versetzt wird mit einem Geldpaket von insgesamt 124,6 Millionen Dollar. Ohne es auszusprechen, aber wohl mit Bezug hierauf, sagte Lew niemand sollte „groß genug sein um vor dem Gefängnis geschützt zu sein“.

Die Original-Redewendung lautet „no one should be too big to jail“ als Anlehnung an den Spruch „too big to fail“, wo es um zu große Banken geht, die man nicht pleite gehen lassen kann wegen ihrer „Systemrelevanz“. Also, wird Präsident Obama´s so taffe Justizministerin mal ein Auge auf Wells Fargo´s Führungsriege werfen, und vielleicht mal gucken, was in Sachen Vertriebsvorgaben da für Mails verschickt wurden? Denn was wird ein kleiner Bankberater schon tun, wenn er möglicherweise um seinen Job bangt, weil er unmöglich zu erreichenden Vorgaben vor sich hat? Er wird kreativ, damit er auch weiterhin einen Job hat. Um den Druck rauszunehmen und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass man geläutert ist, veröffentlicht heute ganz frisch Wells Fargo ein Statement.

Darin ist Erstaunliches zu lesen. Ab 1. Januar 2017 schafft Wells Fargo sämtliche Vertriebsziele im Privatkundenbereich komplett ab! Wenn das in der Realität wirklich so umgesetzt wird, wäre Wells Fargo wohl die weltweit erste Bank ohne Vertriebsvorgaben für seine Mitarbeiter. So ein entspanntes Feeling wie in Wells Fargo-Filialen werden die Kunden wohl zukünftig bei keiner anderen Bank erleben. Man kommt rein und wird nicht gefragt, ob die 5.000 Euro auf dem Girokonto nicht doch besser in irgendeinem Sparplan „arbeiten“ sollen. Wells Fargo könnte diesen radikalen Schritt auch gehen in weiser Voraussicht, weil man vielleicht schon an zukünftige Gerichtsverhandlungen denkt. Denn gerade vor US-Gerichten macht es Eindruck, wenn man mit großen Gesten den geläuterten Schuldigen darstellt. So ein Gerichtsverfahren gegen Führungskräfte von Wells Fargo ist gar nicht mal so unrealistisch, denn ein zuständiger Ausschuss des US-Kongresses ist gerade in Vorbereitungen Führungskräfte der Bank für eine Anhörung vorzuladen. Das ist zwar noch kein Gerichtsprozess, aber es geht schon mal in die Richtung.

Wells Fargo-Chef John Stumpf lässt im aktuellen Statement verkünden man schaffe die Vertriebsziele ab, weil man sicherstellen wolle, dass die Kunden volles Vertrauen in ihre Kundenberater haben, die immer fokussiert seien auf das Wohl des Kunden. Verdammt noch mal, hurra, ohne Vertriebsziele könnte es wirklich sein, dass ein Berater dem Kunden das Produkt empfiehlt, das für ihn am besten geeignet ist. Wohl gemerkt, wenn denn die Vertriebsziele in der Realität auch wirklich verschwinden!!! Noch etwas Interessantes wird man dann im Unternehmensbericht für das 1. Quartal 2017 sehen können: Wie werden die Zuwächse bei neuen Konten, Kreditkarten und sonstigen Produkten aussehen im Vergleich zu den vorigen Quartalen? Dann kann man sehen, wie stark die Zunahme an wirklich von Kunden gewünschten neuen Produkten wirklich ist. Man darf gespannt sein. Hier der aktuelle Originaltext von Wells Fargo (wäre doch auch mal eine Idee für Banken in Deutschland):


Wells Fargo & Company (NYSE:WFC), announced today that it will eliminate all product sales goals in retail banking, effective January 1, 2017.

“Our objective has always been and continues to be to meet our customers’ financial needs and drive customer satisfaction,” said CEO John Stumpf. “We are eliminating product sales goals because we want to make certain our customers have full confidence that our retail bankers are always focused on the best interests of customers.”

“We believe this decision is both good for our customers and good for our business. The key to our success is the lifelong relationships that result from providing each customer with great value. For the past several years, we have significantly strengthened our training programs, controls and oversight and have evolved our model to ensure we are rewarding deeper relationships and providing excellent customer service. The elimination of product sales goals represents another step to reinforce our service culture, helps ensure that nothing gets in the way of our ability to achieve our mission, and is consistent with our commitment to providing a great place to work,” concluded Stumpf.

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    J.Plessow

    13. September 2016 20:47 at 20:47

    Besides the 75 years old grandma from Iowa who never traveled more than 50 miles beyond the place where she was born, there are not many more Americans left that would truly believe in what Stumpf expressed in his statement.

    Diese Sprüche sind nicht mehr als ein taktisches Manöver der Beschwichtigung. Woran es fehlt, ist, dass die 5300 entlassenen Berater sich gemeinsam organisieren, um es den Herrschaften wie Stumpf und Konsorten mal ordentlich die Leviten zu lesen.

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Mastercard betritt China – der Aktienmarkt bleibt aber noch gelassen!

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Im Trubel rund um das Corona-Virus ging eine Meldung etwas unter, die das Zeug dazu hat, Mastercard einige Jahre mit außerordentlichem Wachstum zu bescheren. Nach jahrelanger Wartezeit beginnt China endlich, den eigenen Markt für ausländische Zahlkartenanbieter zu öffnen. Und das erste Unternehmen, das davon profitiert, ist Mastercard!

In China ist bargeldloses Bezahlen der Normalfall

Für nicht-chinesische Zahlkartenanbieter ist China ein riesiger, unerschlossener Markt. Denn bis vor kurzem war es ausländischen Unternehmen schlicht nicht erlaubt, Kreditkartendienstleistungen in China anzubieten. Alle Zahlungen mussten über die staatliche Clearinggesellschaft UnionPay abgewickelt werden. Dabei ist China ein hoch attraktiver Markt. Nicht nur, dass es dort 1,4 Milliarden potentielle Kunden gibt. Diese 1,4 Milliarden Menschen sind auch noch besonders „Bargeldersatz-affin“. In den Großstädten benutzen 92% der Menschen die Mobile Payment Lösungen von WeChat oder Alipay. 83% aller Zahlungen werden inzwischen über Mobile Payment abgewickelt.

Auch der Onlinehandel boomt und wächst mit 16% pro Jahr. Er wird 2020 wahrscheinlich 6 Billionen US-Dollar Marktvolumen erreichen! Die Affinität der Chinesen für elektronische Bezahlung ist das eine. Sie für neue Angebote zu begeistern, das andere. Wenn schon heute 92% der Menschen bestehende Angebote benutzen, wird es für Mastercard nicht leicht werden, in diesen bereits unter chinesischen Unternehmen aufgeteilten Markt einzubrechen. Andererseits ist es vermutlich leichter, Menschen, die ohnehin bargeldloses Bezahlen bevorzugen, vom Anbieterwechsel zu überzeugen als ihnen das elektronische Bezahlen überhaupt erst einmal schmackhaft zu machen.

Mastercard wird in ein Joint Venture gezwungen

Wie meistens in China, läuft ohne ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner nichts für ausländische Unternehmen. So musste auch Mastercard mit NetsUnion Clearing Corp zusammenarbeiten, um in China Kreditkarten-Dienstleistungen anbieten zu dürfen. Mastercard hält am Gemeinschaftsunternehmen 51%. Doch noch darf Mastercard nicht damit beginnen, Banken die Ausgabe von Mastercard-Kreditkarten anzubieten. Erst einmal hat das Gemeinschaftsunternehmen nun ein Jahr Zeit, alle regulatorischen Vorgaben umzusetzen.

Mastercard ist nicht allein in China. Auch American Express gründete bereits ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem lokalen Partner. Das geschah sogar schon 2018. Die Erlaubnis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit bekam American Express im Gegensatz zu Mastercard jedoch noch nicht.

Nachdem Mastercard alle Vorgaben der Regulierungsbehörden umsetzte, kann das Unternehmen damit beginnen, an Banken heranzutreten und denen die Herausgabe von Kreditkarten mit Mastercard-Branding anzubieten. Mastercard selbst gibt keine Karten aus, sondern übernimmt nur gegen Entgelt von Geschäftsbanken die Abwicklung der Zahlungsströme. American Express ist hingegen in der Regel selbst der Herausgeber der Kreditkarte.

China zögerte die Öffnung ewig hinaus, doch jetzt dürfen Deutschland und die USA starten

Für China ist die Öffnung des heimischen Marktes das Ende eines schon achtjährigen Prozesses. Bereits 2012 urteilte die Welthandelsorganisation, dass China ausländische Zahlungsdienstleister diskriminiere. Die Abstellung der Diskriminierung folgt nun sicherlich nicht zufällig kurz nach Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens mit den USA. Es kann auch als Zugeständnis an die USA angesehen werden, die mit Visa, Mastercard und American Express gleich drei Kreditkartengiganten hat, die sehnsüchtig auf die Öffnung des Marktes warten.

Der deutsche Zahlungsdienstleister WireCard konnte den chinesischen Markt bereits 2019 betreten, gibt allerdings auch keine Kreditkarten aus. Schon seit geraumer Zeit wickeln chinesische Unternehmen bargeldlose Zahlungen über die Systeme von WireCard ab. Doch bis Ende 2019 beschränkte sich die Dienstleistung darauf, für zum Beispiel Alipay und WeChat Zahlungen im Ausland abzuwickeln. Wenn ein chinesischer Kunde in einem Berliner Restaurant mit WeChat bezahlen kann, dann nur deshalb, weil die Zahlung über die Systeme von WireCard läuft.

Anfang November 2019 konnte WireCard schließlich den chinesischen Anbieter AllScore übernehmen und wickelt jetzt auch Zahlungen auf chinesischen Webseiten ab. Damit war der deutsche Anbieter noch vor den US-amerikanischen Finanzriesen in China aktiv! WireCards Lizenz beschränkt sich in China jedoch auch ausschließlich auf eCommerce, während Mastercard dieser Beschränkung nicht unterliegen wird.

Wie reagiert Mastercards Aktie auf die Nachricht? Sie notiert heute auf einem Allzeithoch. Doch das ist keine Reaktion auf die Erlaubnis aus China, sondern vielmehr das Ergebnis einer ohnehin seit Anfang 2019 bestehenden Entwicklung. Solange in China nur Kosten aber keine Umsätze anfallen, bleibt der Markt gelassen!

Die Metropole Shenzhen in China
Shenzen in China.

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – gute Zahlen

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Markus Koch berichtet im folgenden Video LIVE zum Handelsstart an der Wall Street. Es gibt gute Quartalszahlen! Und dank Feiertag in den USA am Montag könnte Markus Koch sich vorstellen, dass es heute Abend zu Gewinnmitnahmen in den US-Märkten kommen könnte.

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Neu: Warum Disruptoren für Sie so lukrativ sind – Werbung

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Lieber Börsianer,

US-Investoren lieben diese neue Aktiengattung. Die Rede ist von den sogenannten Disruptoren. Was ist das? Den Begriff des Disruptors prägte vor einigen Jahren der US-Ökonom Clayton M. Christensen. Er meint damit Unternehmen, die das bestehende Marktgleichgewicht in aller Regel mit großer Dynamik kreativ zerstören. Anders formuliert: Hier werden Erfolgsserien bereits bestehender Technologien oder etwa Produktionsverfahren unterbrochen (englisch: to disrupt). Im deutschsprachigen Raum sprechen wir dann von disruptiven Technologien.

Landläufig verstehen viele Anleger darunter vor allem Neuerungen im Bereich Software oder Internet. Tatsächlich ist das faszinierende Feld dieser Disruptoren vieler größer. Auch nicht-technische Innovationen können einen Markt erheblich verändern.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg startete ein Einzelhändler, den wir heute unter dem Namen Aldi kennen, ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Man setzte nicht mehr auf Frischprodukte wie Obst und Gemüse, sondern lang haltbare Konserven und ähnliches. Das Modell des Lebensmittel-Discounters war geboren. In der jüngeren Vergangenheit etwa sorgte die US-Kaffeehauskette Starbucks für Furore und konstruktive Unruhe im Markt. Die Performance dieser Disruptor-Aktie…

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