Das belgische Wunder und US-Staatsanleihen

Über einen sehr merkwürdigen Vorgang über die Halter von US-Staatsanleihen berichtet zerohedge.com.

Gestern veröffentlichte das US-Treasury-Department, das die Käufe von US-Staatsanleihen durch ausländische Investoren erfasst, die neuesten Daten zur Herkunft der Halter von US-Staatsanleihen. Die Daten zeigten eine stärkere Zunahme von Staatsanleihekäufen Chinas, sowie einen leichten Zuwachs von Käufen durch Russland – ein wichtiges Politikum derzeit, weil zu vermuten ist, dass Russland aus naheliegenden Gründen als Verkäufer aufgetreten ist..

Dann, drei Stunden später, die Korrektur der Zahlen: deutlich weniger Zuwächse bei China, Abflüsse durch Russland von 7 Milliarden US-Dollar. So weit, so interessant.

Besonders erstaunlich aber ist, dass laut der Daten des US-Treasury-Departments Belgien nunmehr zum drittgrößten Halter von US-Staatsanleihen aufgestiegen sein soll. Schon im letzten Monat war ein rapider Anstieg von Käufen Belgiens in den Daten ausgewiesen – nunmehr solle Belgien, das ein Bruttoinlandsprodukt von ca. 100 Milliarden US-Dollar aufweist, im Besitz von US-Staatsanleihen von 320 Milliarden US-Dollar sein:

Belgium TSY holdings

Es ist per se unwahrscheinlich, dass Belgien US-Staatsanleihen in dreifacher Höhe seines Bruttoinlandsprodukts hält, wie die Statistik des US-Treasury ausweist. Zerohedge vermutet daher („That this glaring confirmation that all TIC data is made up on the fly, without any real backing..“), dass Belgien quasi als Bilanzposten fungiert, dem man Posten zuschiebt, um die realen Verhältnisse zu verbergen. Denn insbesondere großflächige Anleiheverkäufe durch China und Russland wären für die USA ein Eingeständnis seiner eigenen Verwundbarkeit, eine Art Achillesverse für politisch motivierte Revanche-Akte durch diese Anleihegläubiger.

Wir können uns daher nur der Idee von zerohedge.com anschließen: es wird Zeit für einen Edward Snowden aus dem US-Treasury-Department!


Kommentare

Das belgische Wunder und US-Staatsanleihen — 3 Kommentare

  1. Nur so eine Vermutung: Der EURO lag vor 1 Jahr bei 1,26/1,28 USD, jetzt kratzt er an 1,40 USD herum und die EU-Exportwirtschaft stöhnt vernehmbar. Da ist es schon denkbar, dass jemand in Belgien am Rad dreht. Denn oh Wunder, in diesem Land liegt Brüssel mit dem Sitz der EU. Und da EUROpa ja weisungsgebunden ist in der US/NS/-A-Befehlskette, könnte es schon sein, dass von Brüssel aus beiden geholfen wird, klammheimlich versteht sich. Der EU, den EURO-Kurs runter zu bekommen und den USA die Verkäufe von US Staatsanleihen durch RUS&China bspw. zu verschleiern. Das gäbe das nette WinWin-Situatiönchen und den USA würde ein schmerzender Dorn aus dem Allerwertesten gezogen.

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