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Aktienmärkte: Goldilocks-Szenario für den Dax

Bankentürme in Frankfurt

Auch nach der Notenbanksitzung der Federal Reserve war sie zu bemerken, die relative Stärke des deutschen Leitindex. Während es vor noch nicht allzu langer Zeit galt: Niest die Wall Street, bekommt der Dax einen Schnupfen, oder anders ausgedrückt: Rückschläge sind beim deutschen Leitindex zumeist stärker ausgeprägt als bei Dow und S&P, gilt das derzeit nicht. Das hat sich ein wenig geändert und dafür gibt es Gründe.

Anziehende Konjunktur und eine Notenbank mit gebundenen Händen

Obwohl das Ifo-Institut in dieser Woche das Wachstum für Deutschland von 3,7 auf 3,3 Prozent abgesenkt hat, sind beim deutschen Leitindex in diesem Jahr neue Rekordgewinne zu erwarten. Woran liegt das? Natürlich zunächst einmal an der Tatsache, dass der Dax ein Exportindex ist, der die meisten Gewinne im Ausland einfährt. Mit Produktionsstätten in der Ferne und zudem sehr abhängig vom Aufschwung in China. Und diese Wirtschaftsmacht hatte sich bereits im Jahr 2020 mit Rohstoffen eingedeckt, zu einem Zeitpunkt, als man in Europa noch sehr mit dem Lockdown beschäftigt war. Aber nach Ansicht des Ifo-Instituts wird sich die Erholung in das Ende des Jahres 2021 hinein verschieben und im Jahr darauf sich sogar noch verstärken. Das alles hat zu großen Aussichten für unser Aktienbarometer geführt, aus der Old Economy, der man im letzten Jahr schon die rote Laterne hat umhängen wollen, nach all dem Tech-Feuerwerk. Das Handelsblatt sammelt schon seit Wochen die Unternehmensdaten und kommt bei den Aussichten der Branchen und Unternehmen für dieses Jahr zu goldenen Prognosen.

– Elektrotechnik, die Chemieindustrie, die IT- Branche und natürlich die Logistik werden in diesem Jahr über den Ertragszahlen des Vor-Corona-Jahres liegen
– Im Bereich der Elektroindustrie lag der Auftragseingang im April um 57 Prozent über dem Vorjahreswert, ein Fünftel über Vor-Corona. – – Der eigene Dachverband rechnet mit einem Plus von 8 Prozent im Gesamtjahr.
-Der Chemiesektor stöhnt über Materialengpässe, ist aber stärker ausgelastet als in den Jahren vor Corona.
– Im Automobilsektor profitiert man natürlich vom größten Automarkt der Welt, China, aber es könnte knapp werden mit dem Erreichen des vor Corona-Niveaus – dem Chipmangel sei Dank.
– Ebenso rechnen die Maschinenbauer nicht ganz mit einem Ausgleich des Einbruchs im Coronajahr.
– Anders, wen wundert es, sieht es bei der Logistikbranche aus. Die Branche stöhnt über den Auftragsstau und legt bereits 20 Prozent über dem Vorjahr.
– Die deutsche IT-Branche wird sich in diesem Jahr auch so erholen, dass man die 2019-er-Zahlen wieder erreichen wird, so der Branchenverband.
– Bei den Einzelhandelsumsätzen geht es auch 2021 weiter nach oben, nachdem dieser Sektor in der Pandemie weitgehend stabil geblieben war.

Der Bremsfaktor, die Materialengpässe

Was insgesamt in allen Branchen kurzfristig den Wirtschaftsaufschwung etwas einbremst, hat langfristig auch eine positive Seite. Die so genannten Bottlenecks, beginnend bei den Produzenten bis hin zu den Transportunternehmen, führen zu gedämpften Wachstumsraten, verlängern aber gleichzeitig die Aufschwungphase. Für den Dax ist diese Verzögerung in seiner bisherigen Gewinnentwicklung eigentlich gar nicht so sehr spürbar. Denn wie schon berichtet, brachte das erste Quartal schon eine faustdicke Überraschung.

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