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Dänemark druckt Notenbank-Kronen bis zum Erbrechen

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Von Claudio Kummerfeld

Seit Wochen ist Dänemark eines der TOP-Themen am Kapitalmarkt. Denn die dortige Nationalbank druckt „Notenbank“-Kronen bis zum Erbrechen.

Dänemark Nationalbank Gebäude in Kopenhagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dänemark: Nationalbank in Kopenhagen
Foto: seier seier / Wikipedia (CC BY 2.0)

 

 

Dänemark ist zwar Mitglied in der Europäischen Union, nimmt aber nicht am Euro teil. Nach wie vor behält man die Dänische Krone als Zahlungsmittel und hat somit auch seine eigene autonome Notenbank, die für Dänemark eigene Entscheidungen trifft. Um eine Stabilität für den Handel mit Rest-Europa herzustellen, ist die dänische Krone dauerhaft in ein enges Korsett gezwängt, zum Euro in der Range von 2,25% um die Marke von 7,46 herum. Dies wird erreicht, in dem man Kronen druckt und dafür Fremdwährungen wie Euro oder US-Dollar kauft, oder andersrum – immer um in dieser Range zu bleiben. Der Kurs der Krone läuft daher de facto parallel zum Euro. Somit hat man als Däne sozusagen schon seit Jahren einen Pseudo-Euro in der Hand, wenn man mit Kronen bezahlt. Aber egal, so ist es eben.

Kronen drucken

Nach jüngst veröffentlichten Angaben hat die Dänische Nationalbank alleine im Februar Devisen von sage und schreibe 174 Milliarden dänische Kronen ( 23 Milliarden Euro) gekauft. Ein Rekord! In Januar und Februar zusammen waren es sogar 280 Milliarden Kronen. Für eine Notenbank, die ein Land mit nur 5,6 Millionen Einwohnern repräsentiert, eine stolze Summe. Das bedeutet vorher musste sie 174 Milliarden Kronen „drucken“, also virtuell elektronisch erschaffen, was sie als Notenbank einfach so machen kann. Dadurch erhöht sich die Bilanz der Notenbank. Sie steckt das erschaffene Geld nicht in die dänische Wirtschaft, denn darum geht es hier gar nicht. Es geht darum die dänische Krone in Relation zum Euro im gewünschten Korridor zu halten, damit die Verlässlichkeit zum Euro bestand hat.

Dänemark 1

 

 

 

 

Quelle: Dänische Nationalbank

Dänemark 2

 

 

Dänemark: Massiver Anstieg der Devisenreserven
Quelle: Dänische Nationalbank

 

Angst vor dem Schweiz-Effekt

Durch diese erzwungene Koppelung an den Euro entsteht eine Marktverzerrung, da man Käufern und Verkäufern nicht erlaubt den realen Wert der Krone durch einen freien Devisenhandel zu bestimmen. Dadurch entsteht immer ein Druck, eine Blase. In der Schweiz kollabierte diese Blase am 15.01.2015 schlagartig, als die Schweizer Notenbank eine vergleichbare Koppelung des Schweizer Franken zum Euro aufhob. Der Franken wertete explosionsartig in nur wenigen Minuten auf (Chart)

Franken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Crash im Euro-Franken am 15.01.2015 nach Freigabe der Schweizer Nationalbank

Kapitalverkehrskontrollen in Dänemark

Die Politik der gekoppelten Währung existiert in Dänemark seit 1982 – erst zur DM, danach zum Euro. Vor der Einführung dieser Bindung gab es bis zu 15% Inflation – das hat man in Dänemark bis heute nicht vergessen. Natürlich ist die Welt heute eine andere und Dänemark ein wirtschaftlich stabiles Land. Die Senkung des Einlagenzins auf -0,5% brachte bisher auch keinen Effekt. Hedgefonds uns sonstige Spekulanten hoffen natürlich auf einen ähnlichen Effekt wie in der Schweiz. Dänemark versucht sich gegen diesen Druck mit allen Mitteln zu wehren. Vor Kurzem hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass es in Dänemark in Kürze durchaus zu Kapitalverkehrskontrollen kommen kann. Davon kann man nur abraten, da diese Kontrollen zu einer noch weiteren Verzerrung der Realität und zur Einschränkung der Wirtschaft führen. In Argentinien z.B. wendet man dieses Mittel seit Jahren extremst erfolglos an.




Quelle: Dänische Nationalbank

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    demz

    5. März 2015 15:52 at 15:52

    „Durch diese erzwungene Koppelung an den Euro entsteht eine Marktverzerrung, da man Käufern und Verkäufern nicht erlaubt den realen Wert der Krone durch einen freien Devisenhandel zu bestimmen.“

    Mag ja sein, dass die Wechselkursbindung den Markt verzerrt. Aber das sich ausgerechnet der maßlos spekulative freie Devisenhandel an den realen Leistungsfähigkeiten von Volkswirtschaften orientiert, halte ich angesichts von Herdentrieb etc. für wirklichkeitsfremd. Gerade für ein kleines Land mit relativ offener Wirtschaft ist es problematisch nicht zu wissen, ob die eigene Währung im nächsten Jahr gegenüber dem Dollar um 20% auf- oder abwertet, nur weil Spekulanten irgend etwas in ihrem Kaffeesatz zu lesen glaubten. Insofern kann man die dänische Nationalbank schon verstehen. Sie können ja ihre Euros in Bundesleihen anlegen. Und falls die Krone irgendwann einmal doch wieder unter Abwertungsdruck kommen sollte, kann man ja mit einem schönen Devisenpolster gegenhalten.

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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