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Details zu QE und Inflation – EZB könnte noch mehr Geld drucken

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Der aktuell von EZB-Vize Vitor Constancio veröffentlichte Text nährt bei der Detaildurchsicht in der Tat die Annahme, die EZB könnte ihre mtl. Anleihekäufe von 60 Milliarden Euro aufstocken und/oder die Laufzeit über September 2016 hinaus verlängern. Warum? Erstmal hier ein einjähriger Rückblick von Vitor Constancio, wie es zum Anleihekaufprogramm der EZB ab März 2015 kam. Zitat:

„The economy was still in recession for most of 2013 and annual GDP growth figures only became positive in late 2013, leaving significant economic slack. A weak recovery took hold over the course of 2014 with growth rates around and below 1%, but the outlook deteriorated again during the autumn, with inflation turning negative later that year. The 2015 GDP growth forecasts for the euro area in the ECB staff macroeconomic projections had declined from 1.7% in June to 1% by December. At the same time, and in contrast to previous developments, weak growth was accompanied by a prolonged period of declining inflation, which went from 3% at the end of 2011 to -0.2% in December 2014. Credit supply conditions in the euro area remained tight, despite signs of improvement, as indicated by the responses to bank lending surveys. These developments were particularly worrying because they were accompanied by a decline in longer-term inflation expectations.

This combination of very low growth in both output and prices was clearly suggestive of a shortfall in aggregate demand and called for further easing of the monetary policy stance. Key ECB interest rates reached their lower bound – with a negative rate for the deposit facility – and further unconventional measures were deployed, drawing in part on the experience of other central banks. Besides lowering key interest rates in June and September 2014, which took the deposit facility rate into negative territory, the Governing Council has implemented the following set of unconventional monetary policy measures over the past year.“

Man kann also sagen „it´s all about Inflation“. Der EZB grauste ein Japan-Szenario, der Absturz der Eurozone in die Deflation. Das musste man verhindern. Und jetzt, durch die extrem fallenden Ölpreise der letzten 7 Wochen wird das zart aufgepäppelte Pflänzchen der EZB, die Mini-Inflation in der Eurozone, dadurch kaputt gemacht. Was ist die logische Schlussfolgerung für einen Notenbanker? Einfach noch mehr Geld drucken, noch mehr Anleihen aufkaufen. Hier noch ein Hinweis, wie viel Angst die EZB vor dem Scheitern einer aufkeimenden Inflation hat. Zitat:

„The ongoing deterioration of long-term inflation expectations was a major factor in the extension of our purchase programme in January this year. Figure 6 shows the evolution of these expectations over the past decade and since 2012. Euro area longer-term inflation expectations (both market-based and, to a lesser extent, survey-based) had been falling since early 2013, reaching an all-time low by early 2015.“

EZB Inflationserwartung
Die untere dunkelblaue Linie zeigt die Inflationserwartung für die Eurozone. Es geht abwärts.

Notenbanken Bilanzen
Ein Vergleich der Notenbank-Bilanzen. Japan ist einsame Spitze. Die dortige Notenbank hat ihre Bilanz mit einer gigantischen Gelddruckerei auf 70% des BIP aufgebläht.

Constancio´s Fazit

Vitor Constancio´s Endfazit, wie zu erwarten: Alles im Griff, alles läuft nach Plan, das Anleihekaufprogramm der EZB zeigt wie erwartet seine Wirkung auf die Finanzbranche usw. Daran kann man mehr als zweifeln. Von einem enormen Anstieg der Kreditversorgung des europäischen Mittelstands in den letzten sechs Monaten ist weit und breit nichts zu sehen. Aber im EZB-Tower in Frankfurt kann man die Statistiken eben so deuten, wie man sie deuten will. Am Ende schreibt er aber eben den Satz, der die Verzweiflung deutlich macht, nämlich dass man bereit stehe mit allen zur Verfügung stehenden Maßnahmen einzugreifen – ein verdecktes Eingeständnis, dass es eben nicht nach Plan läuft. Zitat von EZB-Vize Constancio:

„Our new non-standard measures have successfully improved financial and credit conditions in the euro area and contributed to supporting the normalisation of price stability, as well as the ongoing economic recovery. I am confident that full implementation of the private and public sector asset purchase programmes, as announced, will lead to a sustained return of inflation rates towards levels consistent with our definition of price stability, underpinning the firm anchoring of medium to long-term inflation expectations. As always, the Governing Council stands ready to use all the instruments available within its mandate to respond to any material change to the outlook for price stability.“



Quelle Text + Grafiken: EZB

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Chris

    25. August 2015 17:53 at 17:53

    Wir kommen dem Paradies immer näher.Ich habe mich um 180 Grad gedreht um auch dabei zu sein.Hatte ich früher immer gesagt:Ich konsumiere,also bin ich,habe ich das jetzt geändert in:Ich verweigere, soweit es geht jeglichen Konsum um Deflation zu erzeugen.Dieses clevere Verhalten bewirkt,dass mich die EZB-Nuttenbank mit Geld zuscheissen will.Da ich der Devise folge:Geld stinkt nicht,man darf nur nicht in der extremen Menge ersticken,finde ich das natürlich paradiesisch toll!Auf geht’s Mario,Stuhl marsch.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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