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Weniger als 2 Million Arbeitslose, phantastisch, hurra…. leider falsch!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute vermeldet das Statistische Bundesamt die Zahlen für die Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit in Deutschland für das Gesamtjahr 2015. Durchschnittlich 42,9 Mio Menschen in Deutschland gingen einer Erwerbstätigkeit nach, 1,95 Mio waren „erwerbslos“. Die hochangesehene Zeitung „Die Zeit“ vermeldet heute sogleich „Die Zahl der Arbeitslosen fiel gleichzeitig erstmals seit 1990 unter zwei Millionen.“ Auch „Spiegel Online“ schließt sich heute an und verkündet „…gleichzeitig fiel die Arbeitslosenzahl zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung auf unter zwei Millionen.“ Schwupps, da hat man mal eben aus Erwerbslosen „Arbeitslose“ gemacht. Beide bedienen sich aus Tickermeldungen bekannter Agenturen. Wir zitieren das Statistische Bundesamt von heute:

„Nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung sank die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) im Jahresdurchschnitt 2015 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 140 000 Personen (– 6,7 %). Sie lag damit erstmals seit der Wiedervereinigung bei unter 2 Millionen Personen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 184 000 Personen (+ 0,4 %) auf 44,9 Millionen. Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, sank bei Berechnung auf dieser Grundlage von 4,7 % auf 4,3 %. Damit liegt die Erwerbslosenquote in Deutschland bei knapp der Hälfte des EU-Durchschnittswertes. Deutschland war damit nach wie vor weniger von Erwerbslosigkeit betroffen als alle anderen EU-Mitgliedstaaten.“

Erwerbslosenquote Arbeitslosenquote
Grafik: Statistisches Bundesamt. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Als erwerbslos wird überhaupt nur der gezählt, der nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit zuletzt wirklich aktiv nach Arbeit gesucht hat. Hier die Definition des Statistischen Bundesamts, wie man die Erwerbslosigkeit berechnet (gestützt auf die internationale ILO-Norm):

„Die ILO-Definition von Erwerbslosigkeit wird in dieser Er­hebung konkretisiert auf nicht er­werbstätige Personen von 15 bis 74 Jahren, die in den vier Wochen vor der Be­fra­gung aktiv nach einer Tätigkeit ge­sucht haben und eine solche innerhalb von zwei Wochen aufnehmen könnten.“

Ist also die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter der Meinung eine arbeitslose Person hätte sich in den letzten vier Wochen nicht aktiv um Arbeit bemüht (wo ist die Abgrenzung?), zählt diese nicht mehr als erwerbslos. Sie ist zwar arbeitslos, aber eben nicht mehr erwerbslos. So sinkt die heute von unseren Leitmedien verkündete „Arbeitslosenquote“ auf 4,3%, obwohl sie offiziell ja bei 6% liegt.

Hier nochmal der Hinweis für alle, die gerne mal etwas verwechseln: Die Arbeitslosenquote (!) wird morgen Vormittag von der Bundesagentur für Arbeit verkündet, und die wird um die 6% herum liegen. Auch diese Zahl ist mehr als geschönt und liegt real eher über 8%, wie wir schön öfters aufgezeigt haben!

Zweifellos: Die Zahlen sehen in Deutschland deutlich besser aus als im Rest der EU. Aber es ist nicht nur traurig, sondern auch gefährlich der Öffentlichkeit zu suggerieren in Deutschland laufe alles perfekt und es gäbe quasi Vollbeschäftigung mit 4,3%. Denn die meisten Ökonomen sprechen ab 4-5% Arbeitslosigkeit von einem quasi-Zustand von Vollbeschäftigung für eine Volkswirtschaft. Wie die Daten aktuell zeigen, steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten Monaten vor allem deswegen so stark an, weil in den Bereichen Wachschutz und Sozialarbeit für Flüchtlinge massiv Personal eingestellt wurde. Es liegt hier also keine strukturelle Entwicklung durch dauerhafte Arbeitsverhältnisse in der Privatwirtschaft vor. In 2015 legte, so die offizielle Bezeichnung, der Dienstleistungsbereich am stärksten zu mit +341.000 Personen, darin enthalten die vorher genannten Bereiche.

Laut Bundesagentur für Arbeit steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland immer weiter an, siehe Grafik unten. Die Zahl der gemeldeten, aber nicht besetzten Stellen lag (Stand November) bei 610.000. Wenn die Wirtschaft so brummt und von allen Seiten derart massiv Arbeitskräfte nachgefragt werden (auch bei einfachen Tätigkeiten), dann möchten wir an dieser Stelle wie in den letzten Monaten bereits die Frage aufwerfen, warum wir 1,95 ähhhh 2,7 ähhhhh 3,5 Mio Arbeitslose in Deutschland haben und nicht längst bei 0 angekommen sind, auch vor dem Hintergrund des Demographie-Wandels. Sind die etwa alle faul und haben einfach keine Lust zu arbeiten, oder kann es sein, dass hier etwas anderes nicht stimmt?

Stellenindex

Kann es z.B. eher sein, dass die Arbeitsagentur nicht in der Lage ist Langzeitarbeitslose wirklich ernsthaft zu qualifizieren oder umzuschulen, sondern dies nur oberflächlich und halbherzig tut? Will man hunderttausende Flüchtlinge, von denen zweifellos viele ohne Schulabschluss/Berufsausbildung nach Deutschland kommen, in die selben Bastel- und Mal-Kurse stecken wie heute schon die Langzeitarbeitslosen?


4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Thomas

    4. Januar 2016 14:40 at 14:40

    Statistikfälschungen analog der USA.
    Die treiben dort ähnliche Dinge.

  2. Avatar

    leser

    4. Januar 2016 16:38 at 16:38

    Danke, dass Sie das Thema immer mal wieder aufgreifen. Und bezeichnend und beschämend, dass die Mainstream-Medien einfach nur als Lautsprecher für die Pressemitteilung der Arbeitsagentur agieren. So wird man den Vorwurf der Lügenpresse bestimmt nicht los.

  3. Avatar

    oscar

    4. Januar 2016 18:46 at 18:46

    viel schlimmer ist doch, dass ein angeblich rechtschaffende und von grundauf immer herbeigeredete ehrliche ach so menschliche staatspolitik zu solchen schweinerein greift und nutzt. das sagt doch wohl alles. ja und zum passenden zeitpunkt im lügenland ala ami-mist, passt das doch hervorragend ! es ist nur widerlich. lügenpresse….das stört dies „schweinejournalie“ (o.lafontaine) nen dreck unterm schreibernagel. wer beißt schon charaktervoll die hand die einen füttert???? göbbels hats gemacht, der osten hats gemacht, der ami in ungekannter extrem, entfesselter form usw. usw. hauptsache der lemming hält das maul und die füsse stil und zahlt die zeche. unbegreiflich aber noch funktionierts vorzüglich….. man kann nicht mal mehr den kopf schütteln. na dann prost 016…..

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Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

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Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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am

Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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