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Europa

Erzeugerpreise rauschen Richtung Deflation – Draghi-Bazooka im Anflug?

Claudio Kummerfeld

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am

So mancher Beobachter könnte derzeit fast der Meinung sein, dass die wohl bevorstehende Zinssenkung und/oder die neuen Anleihekäufe der EZB am 12. September gar nicht so groß ausfallen werden. Alles übertriebene Erwartungen der Märkte? Könnte sein. Man weiß es nicht. Aber wir glauben, dass da schon etwas Kräftiges im Anflug ist – eine Art Bazooka des kurz danach aus dem Amt scheidenden Mario Draghi. Warum? Bevor wir zur Tagesaktualität kommen, ein ganz kurzer Rückblick. Am 25. Juli bei der letzten EZB-Entscheidung hatte Mario Draghi ganz klar gesagt, wie unzufrieden man bei der EZB mit der zu geringen Inflation sei, und dass man dies nicht tolerieren werde.

Dann noch der Rückblick auf die letzten Tage. Die deutschen Großhandelspreise sind bereits deflationär, und auch die deutschen Importpreise sind nun seit drei Monaten deflationär mit zuletzt -2,1% im wichtigen Jahresvergleich. Und nun zu den heutigen Daten. Für die Eurozone wurden heute die Erzeugerpreise der Industrie für den Monat Juli veröffentlicht. Sie liegen im Jahresvergleich nur noch mit 0,2% im Plus. Man sieht in der ersten Zeile der Tabelle sehr gut, wie die Steigerungsraten in den Vormonaten immer weiter Richtung Null-Linie sanken. Vorher waren es +0,7%, +1,6%, +2,6% usw.

Man bedenke: Die wichtigen Indikatoren für die Verbraucherpreise (Inflation) sind nun mal Großhandelspreise, Importpreise und Erzeugerpreise. Und Letztere rauschen mit aktuell nur noch 0,2% volle Pulle Richtung Deflation. Also gibt es jetzt noch einen weiteren Grund für Mario Draghi am 12. September kräftig auf die Pumpe zu drücken. Ob die überhaupt etwas bewirkt, ist ja eine ganz andere Frage. Denn wie waren die Aussagen noch vor Kurzem? Die Maßnahmen der EZB würden ja wirken, es dauere halt nur länger, bis sie wirken. Also, nur „noch mal“ ein bisschen Brennholz nachlegen in den Ofen?

Erzeugerpreise stamm in Richtung Deflation

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    3. September 2019 17:09 at 17:09

    Ob da wirklich die Bazooka ausgepackt wird?

    Interview Sabine Lautenschläger with Market News https://t.co/qwv0ILaCbQ— European Central Bank (@ecb) August 30, 2019

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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