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Marktgeflüster (Video): Zeit der Extreme

Mitte Oktober – das ist die Zeit der Extreme an den Börsen. Der heutige Handelstag fing ungut an, nachdem Chinas Exporte so herb enttäuscht hatten. Der Dax rutschte daraufhin unter die 10450er-Unterstützung..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Mitte Oktober – das ist die Zeit der Extreme an den Börsen. Die Crashs 1987 (19.Oktober, Dow -22%) und 1989 (16.Oktober Dow -7%, Dax mit größtem Tagesverlust seiner Geschichte von 12%), aber auch der größte Tagesgewinn der Geschichte des Dax (genau heute vor acht Jahren, nachdem die Bundesregierung 500 Milliarden in den Finansektor pumpte) – all das war Mitte Oktober.
Der heutige Handelstag fing ungut an, nachdem Chinas Exporte so herb enttäuscht hatten. Der Dax rutschte daraufhin unter die 10450er-Unterstützung und konnte den Abverkauf erst 100 Punkte unter diesem Niveau stoppen – ohne bisher jedoch die 10450 wieder attackieren zu können. Technisch sehen vor allem die US-Indizes ungut aus – aber die Amerikaner sind ja für Wunder bekannt..

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    bauer

    13. Oktober 2016 18:35 at 18:35

    Für die zukünftige (Börsen)-Geschichte ist am 14.10.2016
    … der „schwarze Freitag“ ,….angesagt.
    @Fugmann,,

    • Avatar

      bauer

      13. Oktober 2016 18:52 at 18:52

      Da bricht nat.die 10000 im Dax schon Morgen…der Euro spielt auch mit (sagte ja schon,daß um die 1,09x ne drehung kommt)…j und der Seppl kann sich morgen die 2000 von unten ansehen…und der Dow kann sich schon ml um die 173xx nfreunden!
      Hamma no wos vergess“n?
      Ja des Gold macht dann.an Satz zur 1300§ mind.
      So in etwa könnte es @Fugmann morgen abend präsentieren…

      MfG
      da meineidbauer,lol

      • Avatar

        gerd

        13. Oktober 2016 19:20 at 19:20

        Angenehme Träume für die Nacht vom 13. auf den 14..
        Ach nee, brauche ich gar nicht mehr zu wünschen, Sie träumen ja jetzt schon. :)

        Ist nicht bös gemeint, schreibe ich nur, weil ich für mich persönlich „hoffe“, dass es nicht so kommt – zumindest nicht jetzt schon.

        • Avatar

          bauer

          13. Oktober 2016 19:31 at 19:31

          Von wg.Träume…ich mach DURCH….
          Vieleicht löst ja Tengelmann/Kaisers einen Crash aus…oder nach US-Börsenschluß dann die Hammernews,das Merkel einen infarkt erlitten hat…
          Siehe König v.Thailand!!
          Ruck zuck gehst übern Jordan…
          Mfg

          • Avatar

            gerd

            13. Oktober 2016 20:16 at 20:16

            Jetzt könnt ich ja sagen, dass ich hoffe, das mit Tengelmann geht geordnet über die Bühne und löst den Crash nicht aus.
            Aber dann könnte man ja glauben, ein anderer von deinen Gründen wäre mir lieber.
            Da sag ich lieber nix.

            Den Artikel mit dem Bargeldbunkern fange ich gleich an zu lesen.
            Aber ich muss dich schon mal warnen.
            Ich schreibe übers Wochenende einen Brief an die Deutsche Bundesbank, wie man das mit den Negativzinsen ruck zuck wieder abschaffen könnte und die Wirtschaft (und den DAX) dann richtig zu brummen anfängt.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            13. Oktober 2016 20:17 at 20:17

            @Gerd, den Brief dann bei uns hier veröffentlichen? Wäre doch eine Idee..

    • Avatar

      gerd

      13. Oktober 2016 19:13 at 19:13

      Falls dem „Ansagen“ derart die Taten folgen wie beim bayerischen Ankündigungsministerpräsident Seehofer, kann ich mich ja noch mal beruhigt zurücklegen.

  2. Avatar

    bauer

    13. Oktober 2016 19:40 at 19:40

    Von wg.Träume…ich mach DURCH…

    der „black swan“ ist schon unterwegs,lol
    Denk an den König!

  3. Avatar

    bauer

    13. Oktober 2016 20:28 at 20:28

    @gerd..,
    sooo bist du drauf,durch Abschaffung der Negatiz….willst du mir meinen Deal bis 2018 versauen,do schau her,lol
    Dann muß eben Sorros herhalten,um den Dax incl.DB in die Versemkung bis 8150 zu katapultieren.
    Faber nehmen wir dann auch noch ins Boot ….
    Ich streue derweil eine Fake -News,dann gehts noch schneller,@gerd

    Der HUI hält sich gut!!
    Läuft alles nach Plan.

  4. Avatar

    bauer

    13. Oktober 2016 20:37 at 20:37

    Meine Insider-News berichten gerade aus Peking,daß der Chinese euch ab morgen Früh
    den Sommer zurück bringen wird,denn er wird euch gehörig einheizen…

    • Avatar

      bauer

      13. Oktober 2016 20:51 at 20:51

      @Gerd…
      lies dich mal bei Riße durch…ich bin näher an die Cinesen dran,lol
      —–Reaktion der Aktienmärkte auf Chinas miese Exportzahlen: alles sehr fragil!—–
      China on the est side..der AMI on the west side…dann gehts in Germany am Montag erst richtig zur Sache,ne wa,gerd…
      Ohhh,dann folgt auf“n schwarzen freitaag aauch noch der schwarze Montag,ha ha
      das hatten wir dann noch nieee.
      Aber du wirst lachen,ich sitz dann hier,und steige dann als Seelsorger hier voll ein..
      Am besten noch über Skype
      MfG
      bauer

  5. Avatar

    Lossless

    13. Oktober 2016 22:01 at 22:01

    Ja, diesen Brief würde ich auch gern lesen. ;-)

  6. Avatar

    bauer

    13. Oktober 2016 22:20 at 22:20

    @Gerd..
    ich sagte doch,ich mache Durch..
    ich hab da was fürs Frühstück:
    http://boerse.ard.de/marktberichte/dax-grosses-gefahrenpotenzial100.html#xtor=RSS-1

    Da geht eineigen das Muffensausen….
    Viel Spaß beim lesen
    Good Night…and i hope i see you tomorrow.

  7. Avatar

    Marko

    13. Oktober 2016 23:15 at 23:15

    Ich bin überrascht, dass Nivea bei finanzmarktwelt soooo niedrig ist, warum nicht mal etwas gehaltvolles ? Ihr könnt das doch viel besser, oder ?

    • Avatar

      Allan

      14. Oktober 2016 01:05 at 01:05

      Vorschlag: kaufe ein „U“.

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 05:39 at 05:39

      @Marko,,
      Die „Nivea“Creme oder das „Niveau“?…
      Mein „Gehalt ist voll „steuerfrei und du kannst es doch viel besser,od…
      Danke
      MfG

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 06:26 at 06:26

      Wenn ich mir den DAX auf Jahressicht so ansehe,dann ist er unterstes Niveau!
      Mir ist schon klar,daß ein Dax so um die 12000 nat.ein für dich passenderes Niveau darstellt,ne wa?
      Guten Morgen,wake up….

      • Avatar

        Marko

        14. Oktober 2016 13:16 at 13:16

        hallo,

        das stimmt sogar, bravo herr bauer. 12000 so um den dreh herum ist der Dax fair bewertet, nur weiter so… Die Amis sind schon ziemlich teuer…
        Aber „wir“ werden durch Europa in Sippenhaft genommen, ausserdem ist der Dax ein gern gesehner Spielball für die Big-Boys (Futures-Handel), das, was mit dem Dax veransalten kann, ist nicht so leicht möglich beim Dicken (S&P)

  8. Avatar

    Marko

    13. Oktober 2016 23:29 at 23:29

    Aber Markus,

    eine Zinserhöhung im Dezember macht für die FED durchaus Sinn ?

    Ich verstehe nicht, warum die Märkte damit ein Problem haben ?

    Selbst wenn die Fed, die „obligatorische Zinserhöhung“ nicht im Dezember durchführen würde , wann dann ? Im Januar, Februar, März ?
    Wir sind auf einem extrem niedrigen Zinsniveau, da wird die FED meiner Meinung nach etwas erhöhen müssen, und : das ist gut so.

    VG

    Marko

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 06:31 at 06:31

      …und ca.60%, sind in $$$$$ verschuldet…no problem…dann gehts halt wie im Jan/Feb.16 wieder steil nach unten…wenn dir das lieber ist,mir kanns recht sein!
      Du solltest dich mit den chinas beschäftigen!
      Vergiss die Berichtsaison nicht,denn die ist noch nicht zu ENDE…..
      Das Niveau ok??

  9. Avatar

    Marko

    14. Oktober 2016 12:39 at 12:39

    Hallo,

    ja viel besser die nivea-creme… :D

    Die Negativzinsen auf Tagesgeldkonten sprechen doch eine deutliche Sprache ?
    Der Witz wäre, wenn ie noch auf die Idee känen Girokonten negativ zu bezinsen :D

    VG

    Marko

  10. Avatar

    Marko

    14. Oktober 2016 12:45 at 12:45

    Hallo bauer,

    ausserdem : die FED hat doch ganz eindeutig zu verstehen gegeben, dass man auf diesem niedrigst Zins-Niveu nicht mehr herumwurschtlen kann, und das wegen Lehman und nicht wegen der Deutschen Bank.

    Dann schmieren die Emerging Markets halt ein bissl ab, Gold auch, na und ?

    Vg

    Marko

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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am

Von

Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktien

Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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