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Thomas Mayer: Inflation und die große Flucht aus dem Geld

Was tun, wenn man nur zwischen Pest und Cholera wählen kann?

Thomas Mayer über Inflation und Notenbanken

Die Fed will die Zinsen anheben, um die Inflation zu bekämpfen – die EZB dagegen denkt noch nicht einmal daran. Der Ukraine-Krieg verschärft Lieferengpässe und Materialmangel weiter, die Inflation wird daher dauerhaft hoch bleiben, vielleicht sogar vollends eskalieren, wenn zeitnah die Gas-Lieferungen aus Russland stoppen.

Inflation und die Notenbanken – die Fed und die Zinsen

Eine Inflation in den USA, die in Richtung 10% geht, aber die US-Notenbank hebt die Zinsen nur um 0,25% an, aber die Fed Fund Futures preisen nun zunehmend 0,5%-Zinsschritte ein (71%-Wahrscheinlichkeit bei Fed-Sitzung im Mai), für den Juli liegt die derzeit eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Anhebung von 0,75% immerhin bei 21% (das hat die Fed bisher nur einmal gemacht, nämlich im Jahr 1994).

Was wird nun passieren? Thomas Mayer sieht das derzeitige Geld-System zum Scheitern verurteilt, die große Flucht aus dem Geld habe angesichts der immer heftigeren Inflation begonnen. Der Ökonom Mayer meint: eigentlich müsste das „Umparken im Kopf“ auch bei den Notenbanken stattfinden – aber was tun, wenn man nur zwischen Pest und Cholera wählen kann?



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5 Kommentare

  1. Die Experten beziffern die Lebensdauer eines Fiat-Geld Systems auf ca 70 Jahre. Wir sind im Jahr 74 seit der letzten Währungsreform. Was kürzlich noch undenkbar schien ist inzwischen normal, Helikopter Geld wird in immer größerem Maße ausgereicht, ein untrügliches Zeichen dass wir auf der Zielgeraden sind und jeder gut beraten Bares und Spareinlagen in Sachwerte umzuwandeln. Zum Schluss werden über Nacht die Schulden der Staaten gegen die Guthaben der Bürger eingetauscht. Vielleicht gewinnt man noch ein paar Jahre mit der Vergemeinschaftung der Schulden im Euroraum aber schließlich wird die Flut über die Bordwand laufen.

    1. Ein(ziger) Sachwert der vor dem Staat geschützt ist: GOLD

      1. Da hast du sicher recht. Leider wird es daher meist verboten wenn es „ernst“ wird :-(

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Als es im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung zur Währungsunion kam, war nicht ganz klar, wie das gehen sollte,zu betrogen war der Wirtschaftsraum innerhalb der EU.
    Die Zahl der Skeptiker war groß. Nicht zuletzt in der ehemaligen DDR,denn wir hatten im RGW vieles, einen gemeinsamen Binnenmarkt, den Transferrubel als Abrechnung usw.
    Auf eines aber wären wir nie gekommen, auf eine gemeinsame Währung!
    Dies blieb den Kapitalisten nach der Wende vorbehalten.
    Heute rächt sich das bitterlich. Eine eigenständige Bundesbank unter Jens Weidmann hätte den Diskontsatz und Lombardsatz schon auf 4 Prozent getrieben und gleichzeitig alle Anleihekäufe eingestellt.
    Das die Europäische Zentralbank nichts dergleichen tut, liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren Erläuterung!

  3. Sobald demnächst die Inflation über 10 % liegen wird, geht es mit der Entschuldung auch mit größeren Schritten voran.
    Ja, die Inflation wird tatsächlich nur vorübergehend sein. Alles geht vorüber.
    Danach muss für einen Neuanfang die Enteignung kommen, wie 1929 mit der Hauszinssteuer und 1952 mit der Lastenausgleich.
    Alles Vermögen das dem Staat bekannt ist wird dafür herangezogen.
    Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat sich schon (ganz offiziel) mit einer grundgesetzkonformen Vorgehensweise beschäftigt.
    Sparer sind dann ja schon durch die Inflation enteignet, aber es sind dann ja noch reichlich Vermögenswerte in Aktien, Immobilien usw. vorhanden. Bin mal gespannt, ob sie auch die Gärten der Bürger umgraben, bzw. mit Metallsuchgeräte nach Edelmetallen absuchen und auch jeden Blumenkübel durchsuchen.
    Es wird spannend werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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