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US-Staatsverschuldung: Anstiege von 100 Milliarden Dollar pro Tag!

Claudio Kummerfeld

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Die Flagge der USA - Staatsschulden steigen sehr schnell an

Die US-Staatsverschuldung ist in den letzten Tagen um gut 100 Milliarden Dollar angestiegen, und das pro Tag! Aktuell liegt sie bei 24,221 Billionen US-Dollar mit Stand 9. April. Die Daten werden immer mit zwei oder drei Werktagen Verzögerung durch das US-Finanzministerium veröffentlicht. Die folgende Grafik zeigt es recht gut. Am 6. April lag die US-Staatsverschuldung noch bei 23,917 Billionen US-Dollar. Am 7. April waren es 24,011, am 8. April 24,111, und am 9. April wie gesagt 24,221 Billionen US-Dollar. Hundertmilliarden-Schritte pro Tag beim Zuwachs der Staatsschulden, das ist extrem!

Coronakrise pusht die US-Staatsverschuldung extrem schnell nach oben

Der Grund ist naheliegend. Die US-Staatsverschuldung wächst deswegen so schnell, weil die US-Regierung dieser Tage aufgrund der Coronakrise gigantische neue Schuldenberge auftürmen muss! Es werden Schecks an die Bürger verschickt, damit viele Bürger, die jetzt nicht arbeiten können, überhaupt ein paar Dollar in der Tasche haben, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Und natürlich müssen die gigantischen Kreditprogramme der Regierung für die US-Wirtschaft finanziert werden. Dies geht auf Kosten des US-Haushalts, also der Steuerzahler. Natürlich werden viele dieser Gelder nach und nach wieder zurückgezahlt.

Aber hey… wer sich die vergangenen Jahre nicht nur unter Donald Trump anschaut, sondern auch unter seinen Vorgängern, der weiß: Die Anstiege in der US-Staatsverschuldung gehen immer weiter, und weiter, und weiter. Auch Barack Obama hatte seinen großen Schuldenanstieg nach der Finanzkrise 2008. Aber auch ganz ohne Krise stiegen die Staatsschulden in den USA immer weiter an, egal ob Obama, Busch oder Trump. George W Bush schaffte es in seiner Amtszeit von 2001-2009 die Verschuldung von 5,7 auf 10,6 Billionen Dollar zu verdoppeln.

Auch Barack Obama schaffte danach in seinen acht Jahren beinahe eine Verdopplung der US-Staatsverschuldung (hier mehr Details), und zwar von 10,6 auf 19,97 Billionen US-Dollar. Donald Trump hat dann von gut 20 auf jetzt über 24 Billionen US-Dollar erhöht – wie gesagt, aktuell schnell ansteigend! Die Coronakrise wird der US-Regierung unter Donald Trump erlauben in obszönem Ausmaß die Staatsschulden hochzupushen. Niemand wird mehr so genau hinschauen bei diesen großen Summen, und wer stellt da noch Fragen zu Details? Es muss gerettet werden. Und wer glaubt schon daran, dass diese Schulden nach der Krise abgebaut werden? Also, Augen zu und durch?

Tägliche Veränderung der US-Staatsverschuldung
Grafik: US Treasury

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    14. April 2020 11:22 at 11:22

    Moin, moin,

    sportlich, was die USA in Sachen Neuverschuldung, wie auch andere Länder, an den Tag legen. Eine andere Handlungsalternative, ausser neuen Schulden, steht nicht mehr zur Verfügung. Blöd nur, wenn schon vor der Coronakrise die Schulden sehr hoch waren. Nun kommen noch die neuen Schulden hinzu. Es ist wie bei einem Schiff, irgendwann ist die Traglast überschritten, dass Schiff bekommt eine Schlagseite und geht unter.

    M.E. hat sich die westliche Welt vom Gedanken, die aufgelaufenen Schulden irgendwann einmal zurückzuzahlen befreit. Nur erscheint es mir auch sicher wie das Ahmen in der Kirche, dass das Bürgertum nicht ohne Einschnitte ins Vermögen davon kommen wird.

    • Avatar

      Tom

      14. April 2020 15:45 at 15:45

      Wenn man es nicht macht und wir wirtschaftlich Jahrzehnte zurück gesetzt werden dann ist die relative Schuldenlast in % vom BIP sicherlich nicht geringer, mit ungleich höheren Kosten für die Menschen.
      Das ist nicht der Moment für schlaue Vergleiche. Bleiben Sie gesund.

  2. Avatar

    Tino Gruchmann15

    14. April 2020 12:16 at 12:16

    Wenn im grossen Rahmen Schulden zurückgezahlt würden, bricht die Wirtschaft ein in unserem aktuellen System.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 14.04.2020 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    willi Kuchling

    14. April 2020 16:48 at 16:48

    Wenn in unserem System alle Schulden zurückgezahlt werden würde, wäre kein Geld mehr da!! Ganz einfach, weil das Geld durch die Auszahlung von Krediten „Geschaffen“ wurde.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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