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Warum die Abwrackprämie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist

Hannes Zipfel

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am

Beispielfoto für einen Autofriedhof

Umso intensiver die Politik über Kaufanreize für PKW öffentlich diskutiert, umso zwingender wird dieser finanzielle Anreiz für den Absatz neuer Autos. Die Aussicht auf eine Subvention in Höhe von mehreren Tausend Euro führt aktuell zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung. Warum eine selektive Prämie für Elektro- und Hybridfahrzeuge nicht ausreicht und eine Abwrackprämie immer auch eine Umweltprämie ist.

Die Abwrackprämie könnte ein erzwungenes Revival erleben

Neben dem Kurzarbeitergeld (gigantisches Ausmaß an Kurzarbeitern!!!) war die Abwrackprämie zur Stützung der deutschen Industrie während der letzten Finanzkrise eines der konjunkturpolitisch effektivsten Mittel. Unter bestimmten Voraussetzungen wurden für jeden alten PKW, der verschrottet wurde, 2.500 Euro für den Kauf eines neuen Fahrzeugs vom Fiskus zugeschossen. Die Prämie wurde im Rahmen des Konjunkturpakets II am 14. Januar 2009 eingeführt. Schon am 2. September 2009 konnten keine Anträge mehr angenommen werden, weil selbst die von 1,5 Mrd. auf 5 Mrd. Euro erhöhten Finanzmittel vollständig ausgeschöpft waren. Das Konjunkturprogramm der damaligen Großen Koalition aus SPD und CDU/CSU war so populär, dass der Begriff „Abwrackprämie“ im Jahr 2009 von der Gesellschaft für deutsche Sprache sogar zum Wort des Jahres gewählt wurde.

Die anhaltenden Diskussionen über das Ob und das Wie einer neuen Abwrackprämie führt aktuell zu einer für die Automobilhersteller, Zulieferer und Händler untragbaren Situation: Da im Interesse der Nachhaltigkeit der Koalitionspartner SPD ausschließlich PKW mit Elektro- und Hybridantrieben subventionieren möchte, kommt es bisher auf Koalitionsebene zu keiner Einigung und die neuen Autos stapeln sich bei den Händlern, bei den Herstellern und sogar auf ungenutzten Flugfeldern in ganz Deutschland. Wurden im April 2019 noch 310.715 PKW verkauft, so waren es im April dieses Jahres nur noch 120.800 – ein Minus von 61 Prozent. Die Absatzzahlen für den Mai sind nach einer kurzen Erholung wegen des Nachholeffekts schon wieder stark rückläufig und die Produktion musste, wie zum Beispiel in Zwickau bei Volkswagen, nach kurzer Zeit wieder zurückgefahren werden.

Wer kauft schon ein derart hochpreisiges Konsumgut, egal ob Stromer, Plug-in-Hybrid, Hybrid oder Verbrenner, wenn die wirtschaftlichen Zeiten unsicher sind und zudem eine Subvention in Höhe von mehreren Tausend Euro von der Politik ins Schaufenster gestellt wird? Die Verunsicherung der Konsumenten ist trotz der Lockerungsmaßnahmen der Politik in Sachen Covid-19 nach wie vor sehr hoch, wie das jüngste Umfrageergebnis vom 27. Mai der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) zeigt: Demnach erholt sich die Kauflaune der Deutschen zwar moderat, bleibt aber mit einem Indexwert von -18,9 im Mai nach -23,1 im April auf dem zweitschlechtesten Niveau seit Datenerhebung. Noch vor Jahresfrist lag der GfK-Konsumklima-Index bei +10,2. Dabei ist zu beachten, dass in den letzten Jahren Schwankungen von mehr als einem Indexpunkt pro Monat schon eine Ausnahme darstellten.

Thema Abwrackprämie - Chart zu PkW Neuzulassungen in Deutschland

An der Automobilindustrie hängen 850.000 deutsche Arbeitsplätze. Zwar werden die großen Hersteller wohl überleben, aber Nischenanbieter und Zulieferer scheiden bereits reihenweise aus dem Markt aus. Diese Entwicklung schadet der deutschen Automobilindustrie nachhaltig und muss unterbrochen werden. Das Abwracken einer ganzen Industrie richtet nachhaltigen Schaden an, auch in den Bereichen Forschung und Entwicklung im Sinne umweltfreundlicher Antriebe.

Warum eine Abwrackprämie sinnvoll und immer auch eine Umweltprämie ist

Obwohl im Jahr 2009 kein Unterschied zwischen der Antriebsart des neu erworbenen subventionierten PKW gemacht wurde, hieß der finanzielle Verschrottungs- und Kaufanreiz offiziell „Umweltprämie“. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Selbst unter Berücksichtigung von Schummelsoftware in Dieselaggregaten und dem unvermeidlichen CO2-Ausstoß beim Verbrennen von Benzin waren diese neuen Fahrzeuge sicherer und umweltverträglicher als die im Gegenzug verschrotteten „Rostlauben“. Außerdem mussten die neu gekauften Fahrzeuge die Abgasnorm „Euro 4“ erfüllen. Elf Jahre nach der letzten Abwrackprämie ist es durchaus vertretbar eine neue, noch saubere Generation von Fahrzeugen, egal mit welchem Antrieb, konjunkturpolitisch zu fördern.

Noch ist zudem empirisch gar nicht bewiesen, welcher Antrieb wirklich ökonomisch und ökologisch am sinnvollsten ist. Das Argument der SPD, man würde mit einer Kaufprämie auch auf Diesel- und Benzinfahrzeuge die Verbrenner länger als nötig im Verkehr halten, gilt umgekehrt genauso: Vielleicht braucht die Industrie die Zeit, um herauszufinden, welche Technologie tatsächlich die beste für den Standort Deutschland und die weltweiten Kunden sowie unseren Planeten ist. Sicherlich wird die Zukunft der Mobilität elektrisch, aber aus welcher Quelle sich die Energie speist, das ist noch lange nicht klar. Soll sie aus der Steckdose, der Brennstoffzelle, der Bremsenergierückgewinnung, aus Solarmodulen oder Windrädchen im Kühlergrill gewonnen werden?

Oder doch wahrscheinlich aus einem Mix verschiedener Energiequellen? Noch steht die Marktdurchdringung alternativer Antriebe ganz am Anfang. Daher sollte aus industriepolitischer und auch aus umweltpolitischer Sicht eine nun wohl nicht mehr zu vermeidende Kaufprämie für alle Antriebsarten gelten. Die Zahlen sprechen diesbezüglich jedenfalls eine klare Sprache: Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge waren im Februar dieses Jahres 97,1 Prozent der neu zugelassenen PKW weder Elektroautos noch Plug-in-Hybride. Zugelassen wurden lediglich 8.154 Elektroautos. Eine Kaufprämie auf diese Antriebsart beschränkt hätte gesamtwirtschaftlich keinen messbaren Stimulus. Zumal die Voraussetzungen für eine breite Elektrifizierung des Individualverkehrs in Deutschland noch lange nicht erfüllt sind.

Fazit und Ausblick

Die einzige Alternative zu einer Abwrackprämie oder einem wie auch immer gearteten finanzpolitischen Anreizes für den Kauf neuer PKW wäre ein klares Nein der Großen Koalition. Das Ende der Erwartung potenzieller Käufer an eine solche Subvention würde wieder mehr potenzielle Käufer in die Autohäuser bringen. Unabhängig davon blieben die Probleme der Automobilindustrie erhalten. Ebenso bleibt die hohe Verunsicherung der Verbraucher, die neben dem Abwarten auf die Abwrackprämie für Kaufzurückhaltung bei langlebigen und vor allem hochpreisigen Konsumgütern sorgt. Auf jeden Fall sollte die Politik schnell eine klare Entscheidung in Sachen Abwrackprämie treffen, um die Hängepartie der um ihre Existenz bangenden Händler, Zulieferer und Nischenproduzenten zu beenden.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    4. Juni 2020 08:22 at 08:22

    Autofahrer und Autobranche

    Die große Koalition hat sich gegen eine Kaufprämie für abgasarme Benziner und Dieselautos entschieden – Pläne dafür waren heftig umstritten. Die SPD-Spitze war dagegen. Die Nachfrage nach Benzinern und Dieselautos solle mit der niedrigeren Mehrwertsteuer angekurbelt werden, wie CSU-Chef Markus Söder deutlich machte.

    Die Spitzen von Union und SPD beschlossen allerdings deutlich höhere Prämien für Elektroautos. Die Förderung des Bundes für die bestehende „Umweltprämie“ soll befristet bis Ende 2021 für E-Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3000 auf 6000 Euro steigen. Dazu kommt eine Förderung der Hersteller.

    Die Koalition plant außerdem, zusätzlich 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ladenetzes für E-Autos zu stecken sowie für die Förderung von Forschung und Entwicklung etwa bei der Batteriezellfertigung. Für Zukunftsinvestitionen der Hersteller und der Zulieferindustrie soll für die Jahre 2020 und 2021 ein „Bonus-Programm“ in Höhe von zwei Milliarden Euro aufgelegt werden. Die Autobranche befindet sich in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben, dazu kommt der digitale Wandel.

    https://www.stern.de/politik/deutschland/coronavirus-konjunkturpaket–welche-hilfen-fuer-wen-geplant-sind-9288212.html

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    Markus

    4. Juni 2020 08:32 at 08:32

    So lange die Infrastruktur zum Laden nicht besser ausgebaut wird, so lange kauf ich keinen Stromer.
    Auch nicht bei 6000 EUR Subvention.
    Über Umweltaspekte lässt sich auch trefflich streiten – also fahr ich meinen Diesel Minivan mit 5,6L/100km.
    Freie Marktwirtschaft schaut anders aus, ich mag mir nicht vorschreiben lassen, was ich zu kaufen habe.
    Bevor ich mir dann einen überteuerten deutschen Stromer kauf, geh ich lieber zu Tesla, weil innovativer, besser.
    Auch auf die Gefahr hin, dass Tesla pleite geht.

    Aber bis dahin geht noch oft die Sonne auf…..

    Schöne Grüße, gute Besserung dem Herrn Fugmann!

    Have a nice day

  3. Avatar

    Till Schwenke

    4. Juni 2020 10:56 at 10:56

    Die Abwrackprämie ist doch ein Umweltskandal. Es werden dadurch Fahrzeuge verschrottet die noch teilweise eine längere Zeit fahren könnten. Die Politik berücksichtigt nie die Umweltverschmutzung durch neue Produktion von Autos, ein alter PKW der noch lange gefahren wird auch wenn dieser vielleicht 20-30 g mehr CO² ausstößt, hat am Ende doch eine viel bessere Bilanz als ein Neuwagen welcher erst viele hundert tausende km gefahren werden müsste um die produktions-Co² emissionen wieder einzufahren. Alles nur bullshit. Das gleiche übrigens mit der Diskussion „zug fahren so gut Flugzeug fliegen BUHH böse“ .. nein in echt sind Flugezeuge auf mittel bis langstrecke bei weitem die Umweltfreundlichste art zu reisen, natürlich nach Fahhrad, Segelboot und zu Fuß gehen.. Weil eben die Infrastruktur und die Produktions Umweltkosten dieser nie berücksichtigt wird. Dumme Politik, die könnten doch genauso gut jedem einfach einen Neuwagen schenken am besten auch mindestens mit 3 l hubraum, um die Umwelt geht es hier ja gar nicht.

    • Avatar

      sabine

      4. Juni 2020 13:44 at 13:44

      Ganz genau!!!! Endlich mal jemand, der das sagt.
      a) Mein Bruder hat damals seinen kleinen Ford mit 100.000km verschrotten lassen, obwohl der erst 7 Jahre alt war und noch keinen Rost hatte!!!! Der wär 100.000km auf jeden Fall noch gefahren. So aber hat man die Naturbelastung durch die Herstellung (etwa 70-80% der Naturbelastung eines Autos insgesamt!) einfach weggeworfen. Einfach nur asozial. Eine Umweltschweinerei ohnegleichen. Jede Tür, Heckklappe, Stoßfänger, Sitz usw. besteht aus 100 oder mehr Bestandteilen, die zur Produktionshalle transportiert werden müssen. Fast jedes Teil wird lackiert, manche mehrmals, ein Großteil ist Kunststoff usw. Eine Belastung bei der Herstellung, die die grünsozialisten überhaupt nicht beachten (wollen).
      b) Die zweite Lachnummer ist, daß der Staat die Wirtschaft gar nicht rettet, da die Abgeordneten und Angestellten nichts dazu besteuern außer der Bearbeitung des Plans. Die Steuerzahler zahlen sich eine Prämie, damit sie billiger ein Auto kaufen. Von diesen Zusatzzkosten gehen dann nochmal 30% weg für die Bürokratie, die das ganze umsetzt, prüft, Geld einsammelt, prüft, zuteilt. Leider sind die Deutschen in der Mehrheit zu doof oder faul, um so etwas zu verstehen.
      c) Dann durften damals diese halb-alten Autos ja auch nicht nach Afrika oder Rußland verschenkt werden, damit diese nicht ihre wirklichen Rostlauben ersetzen. Nein, sie mußten vernichtet werden, damit nur ja auch diese potentiellen Kunden neue Autos kaufen müssen.

      Hab mal in einer Konditorei gesehen, wie defekte Kuchen/Torten weggeworfen wurden. (Hatten einen kleinen Schaden in der Form, waren aber frisch.) Die Mitarbeiter durften sie nicht essen, denn es sind ja auch Kunden, die dann nichts mehr kaufen würden! Ekelhaft, diese Gier.
      Wenn diese unsere Wirtschaft untergeht, zurecht.

      • Avatar

        leftutti

        16. Juli 2020 20:05 at 20:05

        @Sabine, Ihnen ist schon klar, dass die Autos in Deutschland durchschnittlich so alt sind, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Und auch im westeuropäischen Vergleich liegt Deutschland ganz weit hinten.
        Die Autos auf deutschen Straßen sind einer Studie zufolge im Schnitt so alt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Mit einem Durchschnittsalter von 9,6 Jahren belegt die deutsche Kfz-Flotte einen der hinteren Plätze in Westeuropa, wie eine Studie des Duisburger CAR-Instituts zeigt. Laut Dudenhöffers Auswertung der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes sind fast ein Viertel (23,4 Prozent) der Autos in Deutschland älter als 15 Jahre. Das sind mehr als 11 Millionen Fahrzeuge. Ein knappes Zehntel des Gesamtbestandes ist älter als 20 Jahre und jedes 50. Fahrzeug hat mehr als 30 Jahre auf dem Buckel.
        https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2020-07/50149524-experte-deutsche-uralt-autos-bieten-chance-fuer-konjunkturprogramm-016.htm

        Und noch ein kleiner Beitrag zur „Klima- und CO²-Hysterie“ anhand Hitzewelle 2020 auf der Nordhalbkugel mit 38°C in Sibirien (auch wenn das vergleichsweise winzige West-und Nordeuropa heuer bisher verschont blieb):
        https://www.n-tv.de/wissen/Klimawandel-verursacht-Hitze-in-Sibirien-article21915595.html

  4. Avatar

    franko33

    4. Juni 2020 12:20 at 12:20

    Mobilität ist in dieser Regierungsform mehrheitlich nicht mehr gewünscht.

    In einer sozialistischen Diktatur sollen wir schließlich fast nichts mehr selbst
    bestimmen oder entscheiden.
    Ich hoffe nur,daß sich dieses System langfristig nicht mehr halten lässt.

    Leider meint wohl die Mehrheit der Deutschen (wirklich so ?),dass alles von
    anderen geregelt werden sollte.In der DDR hatten wir so etwas schon einmal !

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Bundesbank: Erholung der Industrie läuft, Dienstleistungen problematisch

Claudio Kummerfeld

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am

Deutschland Flagge

Die Bundesbank hat heute ihren Monatsbericht für Oktober veröffentlicht. Demnach verliert der wirtschaftliche Aufschwung deutlich an Schwung. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte im dritten Vierteljahr 2020 stark angestiegen sein. Gemessen am vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt könnte die deutsche Wirtschaft damit bereits etwas mehr als die Hälfte des drastischen Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht haben. Trotzdem dürften noch etwa 5 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau vom letzten Vierteljahr 2019 fehlen.

Aus heutiger Perspektive dürfte sich die wirtschaftliche Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen. Die Industrie ist gemäß der Bundesbank-Aussagen nicht das Problem, sondern der Bereich Dienstleistungen, der ja von erneuten Corona-Restriktionen direkt betroffen ist. Die deutsche Exportindustrie profitiert derweil zum Beispiel durch die wieder gut laufende Konjunktur in China. Hier die Bundesbank mit ihrer Headline-Aussage zur Industrie:

Dem Monatsbericht zufolge hat die Industrie nach dem besonders starken Einbruch im Frühjahr bis Juli bemerkenswert aufgeholt. Im August habe die Erholung zwar eine Verschnaufpause eingelegt, im Mittel der Monate Juli und August sei die Industrieproduktion dennoch gegenüber dem stark gedrückten Frühjahrsquartal kräftig angestiegen (+13,5 %). Gleichwohl verfehlte sie das Vorkrisenniveau aus dem vierten Quartal 2019 immer noch um gut ein Zehntel. Die Auftragseingänge hätten jedoch weiter zugenommen und beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Und hier die Headline-Aussagen zum Dienstleistungssektor:

Während sich die Stimmung bei den Industrieunternehmen laut Umfrage des ifo Instituts etwas aufhellte, trübte sie sich bei den Dienstleistungsunternehmen im September zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder etwas ein, schreibt die Bundesbank. Insbesondere Branchen wie das Gastgewerbe dürften durch die zuletzt stark gestiegenen Infektionszahlen und die deshalb in einigen Regionen ausgeweiteten Eindämmungsmaßnahmen belastet werden. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Vierteljahr wohl nur noch vergleichsweise wenig steigen wird.

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Hans-Werner Sinn bei Marc Friedrich – die große Krise

Claudio Kummerfeld

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Hans-Werner Sinn ist als ehemaliger Leiter des ifo-Instituts immer noch ein bundesweit hoch anerkannter und gern gesehener Gesprächspartner rund um ökonomische Themen. Seine Meinung hat Gewicht. Aktuell wurde er vom (durch große Medien als Crashprophet bezeichneten) Marc Friedrich interviewt zur aktuellen großen Krise.

Hans-Werner Sinn über zweite Corona-Welle und China

Laut Hans-Werner Sinn sei die zweite Corona-Welle längst da. Einen zweiten, echten und harten Lockdown könne Deutschland nicht verkraften – deswegen werde es ihn auch nicht geben. Man werde stattdessen versuchen Brandherde einzeln und lokal zu löschen. Besprochen werden von den beiden zahlreiche bestehende ökonomische Probleme, darunter die Südländer in Europa, für die der Euro nach wie vor zu teuer sei. Auch die Krise der Autohersteller wird angesprochen. Hier gehe es um Regulierungsprobleme.

Marc Friedrich spricht die starke Überschuldung in China an. Hans-Werner Sinn erwähnt hier aber die in wenigen Jahren stark gestiegene Bedeutung Chinas für Deutschland. Vor vier Jahren sei China noch das viert wichtigste Exportland für die deutsche Wirtschaft gewesen, heute sei es das wichtigste Land. Die dortige rasche konjunkturelle Erholung helfe derzeit auch sehr stark der deutschen Exportwirtschaft.

Schulden-Vergemeinschaftung

Auch besprechen Hans-Werner Sinn und Marc Friedrich ausführlich das Thema der neuen EU-Anleihen und der zunehmenden Staatsfinanzierung durch die EZB. Angesprochen werden auch die ursprünglichen Grundsätze zu Zeiten der Euro-Einführung, wonach die EZB die Staaten nicht direkt finanzieren dürfe. Aus der Formulierung hätte Juristen dann den Schluss gezogen, dass eine indirekte Finanzierung erlaubt sei, so wie sie jetzt laufe (Banken kaufen Staatsanleihen in der Erstauktion, verkaufen sie kurz danach an die EZB).

Auch werden von den beiden Themen angesprochen wie eine mögliche Hyperinflation, das massive Rentenproblem und die großen wirtschaftlichen Probleme, die in Deutschland schon in zehn Jahren sichtbar sein sollen. Hans-Werner Sinn formuliert es drastisch und klar. Europa gehe über in ein dauerhaftes Siechtum bestehend aus dauerhaften Transfers nach Südeuropa, und ohne ausreichende Produktivität.

Bankenkrise

Egal ob die Zinsen nun wieder steigen würden, oder ob man weiter auf der Null-Linie bleibe. Auf die Banken in Europa werden laut Hans-Werner Sinn immense Probleme zukommen, die nicht ewig mit Sondermaßnahmen (wie es derzeit passiert) kaschiert werden könnten. Ein sehenswertes Gespräch, es lohnt sich! Nehmen Sie sich die Zeit.

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle die fünf Investment-Ideen von Marc Friedrich.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: blu-news.org CC BY-SA 2.0

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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