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Europa

Warum die plötzlich höhere Inflation in der Eurozone wohl keine Eintagsfliege ist

Gestern hatten wir bereits über die sprunghaft angestiegene Inflation in der Eurozone berichtet. Es war ein verdammt kräftiger Sprung von einer auf Jahresbasis gemessenen Inflationsveränderung…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern hatten wir bereits über die sprunghaft angestiegene Inflation in der Eurozone berichtet. Es war ein verdammt kräftiger Sprung von einer auf Jahresbasis gemessenen Inflationsveränderung von +0,6% im November hin zu +1,1% in Dezember. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der Ölpreis. Heute kommt ein weiterer Faktor hinzu, der vermuten lässt, dass dieser kräftige Anstieg in der Inflation keine Eintagsfliege ist, sondern sich wohl behaupten wird.

Als Vorläufer der Inflation, die ja nichts anderes ist als steigende Preise bei den Endverbrauchern, werden die Industrie-Erzeugerpreise angesehen. Wenn Industrieunternehmen für ihre Produkte steigende Preise aufrufen, lässt das darauf schließen, dass auch über Zwischenhändler letztlich beim Endverbraucher steigende Preise ankommen. Die EU-Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht die Inflation selbst immer monatsgenau. Also bekamen wir die Daten für Dezember bereits gestern. Die Industrie-Erzeugerpreise kommen heute rein für den Monat November, also immer einen Monat verzögert.

Seit sage und schreibe drei Jahren waren die Industrie-Erzeugerpreise (im Jahresvergleich) ununterbrochen rückläufig. Heute nun zum ersten Mal gibt es hier wieder ein Plus. Im Vergleich zu November 2015 steigen sie um 0,1%. Es ist anzunehmen, dass die Anfang Februar vermeldete Zahl für Dezember noch kräftiger steigen wird. Die Drehung im November bei den Industriepreisen untermauert die steigenden Verbraucherpreise im Dezember. In der Gesamt-EU geht es noch stärker nach oben.

Fazit: Man darf durchaus mit noch stärkeren Zuwachsdaten in naher Zukunft rechnen, was die Inflation betrifft. Wir hatten in den letzten Monaten immer wieder auf die Erzeugerpreise verwiesen. Erst wenn sie ins Plus drehen, ist das auch ein positives Zeichen für die Verbraucherpreise. Und da das erste Plus für die Erzeugerpreise sogar noch einen Monat zurückliegt, und dort schon eine Wende zu sehen ist, wird es noch wahrscheinlicher, dass wir in der Eurozone weiter steigende Inflation sehen werden. Dazu Eurostat:


Jährlicher Vergleich nach industrieller Hauptgruppe und nach Mitgliedstaat Im Euroraum ist der Anstieg um 0,1% der Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt im November 2016 gegenüber November 2015 darauf zurückzuführen, dass die Preise für Gebrauchsgüter um 0,8%, für Verbrauchsgüter um 0,7%, für Investitionsgüter um 0,5% und für Vorleistungsgüter um 0,1% stiegen, während die Preise im Energiesektor um 0,5% sanken. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt, ohne den Energiesektor, stiegen um 0,4%. In der EU28 ist der Anstieg um 0,7% darauf zurückzuführen, dass die Preise im Energiesektor um 1,5%, für Investitionsgüter, Gebrauchsgüter und Verbrauchsgüter um jeweils um 0,9% und für Vorleistungsgüter um 0,3% stiegen. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt, ohne den Energiesektor, stiegen ebenfalls um 0,7%. Die höchsten Anstiege der Erzeugerpreise in der Industrie wurden im Vereinigten Königreich (+4,4%), in Belgien (+4,1%) und Schweden (+3,2%) verzeichnet, die stärksten Rückgänge in Luxemburg (-6,5%), Kroatien (-2,7%), Lettland und der Slowakei (je -2,6%).

erzeugerpreise
Veränderungen in dieser Grafik aus Monatsbasis. Grafik: Eurostat

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Daten auf Jahresbasis. Grafik: Eurostat

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Europa

Verbraucherpreise in Deutschland zweiten Monat in Folge in der Deflation

Claudio Kummerfeld

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Verbraucherpreise schwanken

Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu Oktober 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent, nach ebenfalls -0,2 Prozent im September. Die Erwartung lag für heute bei -0,3 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch ausdrücklich erwähnen. Die Grafik zeigt die Details der aktuellen Vorabschätzung (endgültige Zahlen am 12. November).

Grafik zeigt aktuelle Details der Verbraucherpreise für Oktober

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Europa

Arbeitsmarkt im Oktober: Leicht erholt, weiterhin Millionen in Kurzarbeit

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit hat vor wenigen Minuten die aktuellsten Zahlen für den deutschen Arbeitsmarkt für den Monat Oktober veröffentlicht. Die offizielle Arbeitslosigkeit (tief gehalten dank dem Instrument der Kurzarbeit) liegt bei 2,76 Millionen (-87.000 im Monatsvergleich) oder 6,0 Prozent, nach 6,2 Prozent im September. Es sieht also nach ein wenig mehr Optimismus am Arbeitsmarkt aus. Aber wie gesagt, die Kurzarbeit hält Millionen Menschen aus der Arbeitslosenstatistik raus.

Leichte Erholung am Arbeitsmarkt

Hier die aktuelle Headline-Aussage der Bundesagentur für Arbeit zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt:

Die deutsche Wirtschaft hat sich im dritten Quartal 2020 deutlich erholt. Die Dynamik des Aufholprozesses lässt allerdings am aktuellen Rand nach. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen nimmt die Unsicherheit wieder zu. Der Arbeitsmarkt steht weiter unter Druck, zeigt aber eine spürbare Besserung. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nehmen wieder etwas zu, unterschreiten jedoch deutlich die Vorjahreswerte. Auch die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern stabilisiert sich, bleibt aber auf einem niedrigeren Niveau. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) sind im Oktober im Zuge der Herbstbelebung erneut kräftig gesunken. Saisonbereinigt waren spürbare Rückgänge zu verzeichnen. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich allerdings weiterhin in einem erheblich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als im Vorjahr. Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit gestützt. Im Vergleich zum Höhepunkt im April und Mai hat sich die Inanspruchnahme aber um mehr als die Hälfte verringert, ohne dass sich dadurch die Arbeitslosigkeit erhöht hätte.

Kurzarbeit

Zum Thema Kurzarbeit hat die Bundesagentur für Arbeit aktuell folgende Aussage veröffentlicht. Zitat:

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurde in diesem Monat für 2,58 Mio Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 3,32 Mio im Juli und knapp 6,00 Mio im April, dem Monat mit der höchsten Kurzarbeiterzahl in der Corona-Krise. Im August des Vorjahres waren 51.000 konjunkturelle Kurzarbeiter registriert. Der durchschnittliche Arbeitsausfall belief sich im August 2020 auf 36 Prozent. Damit hat der Einsatz von Kurzarbeit in diesem Monat rechnerisch Arbeitsplätze für 918.000 Beschäftigte gesichert und deren vorübergehende Arbeitslosigkeit verhindert. Im Juli betrug der Arbeitsausfall ebenfalls 36 Prozent, im April aber noch 48 Prozent. Im August 2019 gab es einen Arbeitsausfall von 23 Prozent. Im August 2020 waren nach vorläufigen Angaben 7,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in konjunktureller Kurzarbeit, nach 10,0 Prozent im Juli und 17,9 Prozent im April, dem Monat mit der höchsten Kurzarbeiterquote.

Erst gestern veröffentlichte das ifo-Institut seine aktuellsten Schätzungen zur Kurzarbeit in Deutschland. Laut ifo sinkt die Kurzarbeit im Oktober um 450.000 auf 3,3 Millionen betroffene Beschäftigte. Zuvor betrug der Rückgang rund eine Million Beschäftigte pro Monat. Damit seien nun noch 10 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, nach 11 Prozent im September. ifo sieht also noch spürbar höhere Zahlen bei der Kurzarbeit als die Behörde.

Grafik zeigt aktuelle Detaildaten zum deutschen Arbeitsmarkt

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