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Wirecard: So groß sieht der Anleihemarkt die Insolvenzgefahr

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Beispiel für Börsencharts - Kursabstürze bei Wirecard-Aktien und Anleihen

Tja, was soll man zu Wirecard noch groß sagen? Die 1,9 Milliarden Euro auf philippinischen Bankkonten sind nicht vorhanden, oder sie waren auch vielleicht nie da! Der CEO Braun ist zurückgetreten, und offenbar scheint nun auch gegen den Wirtschaftsprüfer “EY” eine Klagewelle zuzurollen. Auch ist derzeit möglich, dass ein Konsortialkredit diverser Banken an Wirecard auf der Kippe steht. Finden Sie zum Gesamtdesaster rund um Wirecard hier den gestrigen Kommentar von Markus Fugmann.

Steht die Insolvenz von Wirecard bevor? Gibt es in den Büchern des Unternehmens noch viel mehr Probleme? Müssen vorherigen Jahresabschlüsse korrigiert werden? Die Unsicherheit ist quasi zu greifen. Als Außenstehender steht man fassungslos vor diesem totalen Debakel. Und nicht nur die Aktionäre haben seit letztem Mittwoch einen Großteil ihrer Geldanlage verloren. Gut, natürlich besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich die Aktie erholt, aber bitte schön? Wird sie wieder auf über 100 Euro steigen können? Wie groß die Gefahr einer Insolvenz von Wirecard ist, kann man immer sehr gut am Anleihemarkt ablesen. Und dort sieht das Debakel kaum besser aus als am Aktienmarkt.

Kurse von Wirecard-Anleihen stark gefallen

Nehmen wir eine Anleihe von Wirecard, die noch vier Jahre Restlaufzeit hat (hier Detaildaten). Sie notiert heute früh bei 25,11 Prozent des Nominalwerts von 100 Prozent (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Letzte Woche lag das Kursniveau noch bei 80 Prozent, im April noch bei 90 Prozent. Wenn man bis zur Fälligkeit der Anleihe wartet und wenn das Unternehmen dann noch solvent ist, würde man 100 Prozent Rückzahlung erhalten. Dass die Anleihe jetzt am Markt für 25,11 Prozent zu haben ist, bedeutet: Die Besitzer der Anleihen haben die letzten Tage in Panik verkauft, weil sie Angst hatten alles zu verlieren. Dann lieber einen Großteil des Rückzahlungsanspruchs abschreiben, und jetzt sofort einen kleinen Rest-Erlös einstreichen? So extrem sieht der Anleihemarkt also die Insolvenzgefahr für Wirecard!

Und wer kauft so etwas? Wenn jemand sagen wir für 40 Prozent, 30 Prozent oder jetzt 25,11 Prozent Anleihen von Wirecard verkauft, muss es ja auf der Gegenseite auch immer einen Käufer geben. Diese Spekulanten hoffen entweder in nächsten Wochen und Monaten auf Kursgewinne, oder sogar auf ein Überleben von Wirecard und die volle Rückzahlung des Nennwerts der Anleihen von 100 Prozent im Jahr 2024. Alles eine Frage der Sichtweise. Wie viel Risiko geht man ein? Und wenn man Recht hat mit seiner Spekulation, winkt ein fetter Gewinn!

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    23. Juni 2020 11:47 at 11:47

    Wer der Käufer ist? Mit einem ausreichenden Portfolio kaputter Läden kann man schon ordentliche Gewinne einfahren (wenn man tiefe Taschen und die Nerven dafür ht). Z.B. bei folgender Verteilung: 10 Positionen, 7 werden am Ende wertlos ausgebucht, 2 gehen +-0 raus und ein Treffer reicht dann für ein ordentliches Gesamtergebnis aus.
    Nach diesem Prinzip arbeitet jede Inkassobude.

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    Hesterbär

    23. Juni 2020 13:52 at 13:52

    Ich habe gestern Aktien von Wirecard gekauft. Die Märkte kaufen derzeit alles hoch, sie werden auch Wirecard hochkaufen. Bei einem Kurs von 35 EUR nehme ich meine Gewinne aus der Kursverdopplung allerdings automatisch mit.

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      Sven

      24. Juni 2020 17:08 at 17:08

      @HESTERBÄR
      Sind Sie immer noch in Wirecard long? Wo liegt denn Ihr Stop, die Aktie wurde heute schon wieder zerlegt…

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    Hesterbär

    24. Juni 2020 21:29 at 21:29

    @SVEN
    Aber ja! Wenn es keine entscheidenden Gründe gibt, meine Betrachtungen zu ändern, halte ich an meinen Entscheidungen fest und meine Long-Position bei Wirecard entweder solange, bis das Unternehmen definitiv pleite ist und ich meinen Einsatz verliere oder er sich bei einem Kurs von 35 EUR verdoppelt hat. Das ist der Deal.

    Ich setze nur selten Stopps und bei Wirecard habe ich auch keinen gesetzt. Wer immer und überall Stopps setzt, verbrennt nur Geld. Setzt man die Stopps zu eng, werden sie fast immer abgegriffen, setzt man sie zu weit, sind die Verluste bei Erreichen des Stopps groß und die sehr ärgerliche Konsequenz ist oft die, dass die Kurse dann doch wieder in die ursprünglich angedachte Richtung laufen, man aber nicht mehr dabei ist.

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      Adam Ziepfel

      25. Juni 2020 10:39 at 10:39

      @Heaterbär
      Wahnsinn! Verstehe die Strategie nicht. Ihr Verlust muss inzwischen gewaltig sein! Haben Sie vor, Ihr Depot zu ruinieren?

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    Hesterbär

    25. Juni 2020 13:08 at 13:08

    Ich weiß, nicht jeder kann die Strategie verstehen und muss dann erst ein paar Jahre eigene Erfahrungen sammeln.

    Nur ein Anfänger ruiniert sich mit einem solchen Zock das Depot.

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      SVEN

      25. Juni 2020 15:30 at 15:30

      @hesterbär “Zock”? Selten so einen Blödsinn gelesen. Das klingt viel eher nach null Ahnung und null Erfahrung, Herr Profi. Die Aktie war schon zeitweise bei 2,50 und ist heute nur 70% in Minus!

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        Columbo

        25. Juni 2020 16:39 at 16:39

        Wird eh nur im unteren vierstelligen Bereich sein, nicht so tragisch😁.

        • Avatar

          SVEN

          25. Juni 2020 18:11 at 18:11

          @Columbo
          Der war gut!
          Hab den Mist ab 110,50 leerverkauft. Hätte ich nur einen größeren Hebel genommen. Trotzdem BigShort meines Lebens!

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            Toptrader

            26. Juni 2020 10:07 at 10:07

            @Sven – Seit wann bist du denn Shortseller? Wenn du angeblich short in Wirecard warst, warum fragst du dann Hesterbär, der long ist, wo er seinen Stop gesetzt hat? Sieht eher danach aus, als hättest du dir mit einer Longposition mächtig die Finger verbrannt und willst es nicht zugeben. Nur wenn man selbst long ist, fragt man nach dem Stop bei einer Longposition. Damit hast du dich verraten. 😂

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    Hesterbär

    25. Juni 2020 16:37 at 16:37

    Das klingt ja ganz so, als hätten Sie sich bei Wirecard so richtig verzockt. Das tut mir echt leid für Sie. Hat da ihr Notenbanken-Auffangnetz, von dem Sie immer schreiben, nicht gehalten? Ist es gerissen? :-)))

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    SVEN

    26. Juni 2020 13:32 at 13:32

    Mein lieber @Floptrader bitte nix reininterpretieren🤥🤥🤥🤥🤥
    Und nicht neidisch sein😝 um so einen Trade zu landen mußt du erst ein paar Jahre eigene Erfahrungen sammeln☝️
    Ich wollte nur wissen, bis wohin Mr. Konterindikator sich gegen den Markt stellt, wie bei seiner seit etwa 4Mo. NASDAQ laufenden Short-Wette😵
    Icke nix Wirecard Long-icke Wirecard Short💪💪💪 Icke jetzt viel Monetas haben 🤘🤑🤘

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      Toptrader

      26. Juni 2020 13:45 at 13:45

      @Sven – Wer es glaubt, kann ja seelig werden

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      Koch

      26. Juni 2020 15:43 at 15:43

      Es war einmal…So beginnen die meisten Märchen,manche enden sogar mit Happyend.Ich wünsche mir sehnlichst,dass Sven-Roland,der Laberbulle schlechthin, mit seinem total nachvollziehbarem WC-Short,mächtig viel Kohle gemacht hat!Der internationale Jet Set wartet auf solch tolle Hengste und wir hier bei FMW müssen uns nicht mehr seinen Bullshit vom “Buy the fucking Dip”anhören.eine klassische Win-Win-Situation.

      • Avatar

        SVEN

        26. Juni 2020 19:29 at 19:29

        @KOCH hätten Sie die Dips gekauft, stände Ihr Depot jetzt bei…?
        Ich musste mir im Übrigen 4 Mo.lang Märchen, Paranoia-Bullshit und sonst was über fucking Short von verzweifelten “Börsenprofis”😂😂😂😂😂 anhören.
        Na, wer hat sich bis auf die Hose verzockt und sein Depot ruiniert? Los, wer ist ehrlich, Hand hoch😂
        So für ALLE zum mitschreiben: ☝️JETZT☝️ ist Crash angesagt!
        Bullerei taugt nix mehr.
        Richtiges Timing!!!!!!

        • Avatar

          Michael

          26. Juni 2020 20:25 at 20:25

          @Sven, oh jeh, oh je!!!
          ☝️JETZT☝️ ist Crash angesagt, nur weil Wirecard Pleite ist, was lange Zeit schon absehbar war?
          Sie mussten sich 4 Monate lang Short-Bullshit anhören?
          Ok, gehen wir 4 Monate zurück:
          DOW: 27.539 (aktuell 25.111)
          DAX: 12.852 (aktuell 12.090)

        • Avatar

          Lausi

          26. Juni 2020 21:39 at 21:39

          @Sven, ich gönne dir von Herzen deine Gewinne, aber wenn ich mich richtig erinnere, hast du noch kurz vor dem Feb/März-Crash für “strong long” bzw. “buy the dip” propagiert. Nicht von ungefähr wurdest du hier ja mit dem Namen “Fahnenstangen-Sven” geehrt, und als Dauer-Bulle wahrgenommen. Schön, dass du jetzt auch mal die Bären-Seite einnimmst, was ja ganz neue Töne sind. Freue mich schon auf deine weiteren Timing-Ratschläge, denn – wie du ganz richtig erkannt hast – Timing ist (fast) alles an der Börse! :-)

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      Adam Zipfel

      26. Juni 2020 23:03 at 23:03

      @Sven auch von mir Glückwunsch zu dem Wahnsinns-Trade!!!
      14 Emoticons in 5 kurzen Kommentarzeilen und wochenlange Abwesenheit legen die Vermutung nahe, dass du diesen Trade lange, mit viel Erfahrung und intensiv geplant hast. Oder dass deine übliche, etwas stupide Fahnenstangen-Dauer-Long-Strategie gewaltig in die Hose ging und du dein Konto so gerade mal noch retten konntest.
      Glaubwürdig sieht jedenfalls anders aus ☝️

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    Outsider

    26. Juni 2020 20:02 at 20:02

    Sven Fahnenstäng ist selber schuld wenn ihm niemand glaubt. Ist er doch bei sämtlichen anderen hunderten von Aktien ,deren Kurse auch beschissen sind ,trotzdem immer bullisch. Sollte er dann gerade diese Wirecard Machenschaften gesehen haben.Vielleicht ist er Insider u.wird nächstens eingelocht?
    Es erstaunt überhaupt, dass alle Schlaumeier, die sich als Wirecard -Shorter outen eigentlich alles Permabullen sind . ( Risse, Leber u.Co.) ( ausser Hesterbär)
    Sie sollen den Erfolg geniessen u.können die nächste Luftnummer ( Tesla) angreifen. Und wenn sie dann merken dass es noch viele andere Luftikkusse hat u. merken ,dass die Notenbanken nie u.nimmer auf Dauer Alles retten können ,können sie dann den Gesamtmarkt shorten u.bei der nächsten Baisse als Gewinner auftreten.

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    SVEN

    26. Juni 2020 22:39 at 22:39

    Danke ihr Lieben, ihr seid Spitze😘😘😘
    An die jenigen☝️ die auf mich nicht gehört haben und den schnellsten Rebound in der Menschheitsgeschichte verpeilt haben oder gar leerverkauft haben😨 an die Trolle und Neider-Leute, ich bin euch nicht nachtragend 🤑🤑🤑 shortet die Märkte, was das Zeug hält und ihr werdet reich👌
    Nichts zu danken und gern geschehen☝️

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US-Berichtssaison: Ende der Seitwärtsrange?

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US-Berichtssaison kann Bewegung in die Wall Street bringen

Manche bezeichnen es als langweilige Kursbewegungen, manch einer als Ruhe vor dem Sturm und andere wiederum als frühes Sommerloch. Die Rede ist von einer Querbewegung an den großen Börsen (Ausnahme Nasdaq), nach dem etwa 40-prozentigen Anstieg und Aufwärtstrend seit dem 23. März bis zur ersten Juniwoche (der große Goldrausch). Wird sich mit dem Beginn der US-Berichtssaison etwas daran ändern, vielleicht auch wegen der ständig steigenden Coronazahlen in Amerika?

Die Großbanken beginnen die US-Berichtssaison

In der neuen Woche nimmt die US-Berichtssaison in den USA für das zweite Quartal Fahrt auf: In den kommenden Tagen berichten 36 Unternehmen aus dem S&P 500-Index, nach PepsiCo (Montag), vor allem die großen US-Banken JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Bank of America. Dazu unter unter anderen die Fluggesellschaft Delta Air Lines, der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson und der Filmstreaming-Dienst Netflix (hier die Zahlen von vor drei Monaten).

Die Banken haben in der Coronakrise mächtig gelitten. Die Kurse von JP Morgan und Bank of America liegen 30 bis 40 Prozent im Minus gegenüber Vor-Corona. Damit könnte sehr viel eingepreist sein und die Ergebnisse inklusive Aussichten nicht mehr viel anrichten – eher das Gegenteil? Dabei sollte man einen Blick auf Wells Fargo richten, einer Bank, die besonders viele kleinere Kunden und Firmen als Geschäftspartner hat.

Richtig kursrelevant dürfte es erst bei den Highflyern der letzten Monate werden, die Dickschiffe mit einer Marktkapitalisierung, die sonst ganze Länderindizes nicht aufweisen können (z.B. unser Dax), aus dem Tech-Sektor, aber auch im Pharmabereich. Bei Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Co liegen die Erwartungen und die bereits erzielten Gewinne so hoch, so dass es hier am ehesten zu Enttäuschungen oder Gewinnmitnahmen kommen könnte. Auf diese Zahlen müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

Die Konjunkturdaten

Die derzeitigen Konjunkturdaten zeichnen ein ziemlich diffuses Bild. Da gibt es Abstufungen durch die großen Wirtschaftsinstitute für die großen Volkswirtschaften 2020, düstere Prognosen für die Exportwirtschaften, zuletzt durch unseren Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dafür aber wieder Zeichen von Licht am Ende des Tunnels, wie der starke Anstieg des Ifo-Instituts oder die neuesten Zahlen am Freitag zur Industrieproduktion Italiens und Frankreichs, die trotz tiefer Rezession nicht so schlimm ausfielen wie befürchtet. Und natürlich die Wirtschaftsdaten aus dem Ursprungsland der Virusinfektion China, das mit Daten aufwartet, die zugleich verblüffen, aber auch misstrauisch machen. Der Automarkt Chinas ist im Juni zum ersten Mal seit einem Jahr wieder gewachsen. 1,8 Millionen Fahrzeuge im größten Automobilmarkt der Welt bedeuten 4,9 Prozent mehr Pkw als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) letzte Woche in Peking mitteilte.

Ich bleibe dabei: Für Covid-19 gibt es wirtschaftlich keine Blaupause, einen gerade erlebten globalen Lockdown gab es früher in keiner Gesundheitskrise, nicht einmal bei großen Kriegen. Es herrscht auch jetzt zum Start der US-Berichtssaison Unsicherheit über die weitere Ausbreitung von Corona und vor allem über die Reaktionen der Regierungen betroffenerer Regionen mit neuen Lockdowns, aber auch Rätselraten zum Verhalten der Menschen. Wie schnell verfliegt die Angst vor der Pandemie und wie schnell kehren die Konsumenten zu ihrem „alten“ Gewohnheiten zurück? Aber fast überall hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein nochmaliger großer Shutdown die große wirtschaftliche Katastrophe wäre, mit nicht mehr zu kontrollierenden Schäden. Ergo: Man tappt weiterhin im Dunkeln und bewertet die Situation von Monat zu Monat neu.

Was machen die Notenbanken?

Hier scheint sich zur Sommerzeit auch eine Sommerpause in den Aktivitäten anzudeuten. So sprach die EZB-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit der Financial Times von einer Phase des Abwartens: „Wir haben so viel getan, dass wir etwas Zeit haben, die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten.” Damit ist eine weitere Lockerung der Geldpolitik derzeit voraussichtlich nicht zu erwarten. Auch von der Federal Reserve kommt derzeit wenig, ganz im Gegenteil. Bereits seit ein paar Wochen schrumpft die Bilanz der Notenbank etwas. Mit ein Grund, warum die Kurse auch beim S&P 500 sich seit über einem Monat in einer Querbewegung befinden.

Weitere Konjunkturpakete?

Eine weitere Unbekannte ist der Fortgang bei den möglichen Rettungspaketen für die Konjunktur der Staaten, ob der Aufbaufonds in Europa oder die US-Infrastrukturprogramme – bei jeder Verschärfung der Coronakrise wird nachgelegt. Zuletzt warb auch der Herausforderer Joseph Robinette „Joe“ Biden für seinen Job- und Investitionsplan. Er wolle 700 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen und neuer Technologien investieren, um die Nachfrage heimischer Produkte anzukurbeln. Das alte Motto: „Buy American“.

Fazit

Fünf Wochen dauert die Querbewegung der großen Indizes nun schon an. Man oszilliert zwischen einem Boden und einem Deckel – beim Dax in einer Range von etwa 1000 Punkten (11.900 – 12.913 Punkte) und 240 Punkte beim S&P 500 (3.000 – 3.240 Punkte). „Normalerweise“ müsste es jetzt eine weitere Korrektur geben, schließlich sind die Kurse der Realwirtschaft weit vorausgelaufen und die täglichen Coronazahlen aus den USA lassen auf weitere Verzögerungen der Wirtschaftserholung schließen. Viele Anleger haben sich an diese Sommer-Range gewöhnt und handeln innerhalb dieser Zone. Damit dürfte es viele Stopps geben, die bei einem Über- oder Unterschreiten gerissen werden könnten. Wie gesagt „normalerweise“ wäre eine von Vielen herbeigesehnte Korrektur angebracht, aber liegen nicht immer noch fünf Billionen Dollar an Cash an der Seitenlinie, von Fonds, die schon einmal ein Quartal „underperformt“ haben und ist die Zuversicht der großen Anleger eher nicht so ausgeprägt? Nicht die der RobinHood-er, aber können die 3 Millionen Neukunden seit Jahresanfang wirklich Märkte bewegen, in denen Microsoft, Apple und Amazon schon eine Marktkapitalisierung von 4500 Milliarden Dollar aufweisen? Einen Konkurswert wie Hertz kann man schon um ein paar Hundert Prozent in die Höhe spekulieren, aber einen Index mit 25 Billionen Dollar? Es riecht nach einer Kursbewegung, zu leicht konnte man mit Range-Trading über Wochen Geld verdienen. Die US-Berichtssaison könnte hier den entsprechenden Schubs geben.

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Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0?

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleben wir eine regelrechte Flucht in Technologie-Aktien. Insbesondere die Nasdaq eilt seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar profitieren einige Technologie-Werte von der aktuellen Situation während der Pandemie, aber was zurzeit abläuft, grenzt an absurder Euphorie. Man muss sich nur den Chart von Tesla anschauen, hier fehlt nur das Fähnchen, dass man an die Fahnenstange hängen kann. Tesla ist nur eins von vielen Beispielen. Auch Apple hat seit dem März-Tief einen Anstieg von über 80 Prozent hingelegt. Als Info an alle Börsenanfänger – solche Steigerungsraten sind NICHT normal.

Diesmal ist alles anders

Diesmal ist es aber anders als in der Zeit des „Neuen Markt“. Damals wurde alles gekauft, dass nicht bei drei auf den Bäumen war. Dazu gehörten auch Unternehmen, die übertrieben gesagt, irgendwo in einer Garage an unnützer Software gearbeitet haben. Im Gegensatz dazu, ist es diesmal so, dass sich die Euphorie nicht auf eine große Anzahl von Techwerten konzentriert, sondern nur auf wenige Unternehmen. Hier sind die großen Technologie-Unternehmen zu nennen – Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook, Netflix und Nvidia. Diese sieben Unternehmen machen mittlerweile 50 Prozent des gesamten Index aus.

Klumpenbildung der Technologie-Werte

Die Situation ist auch den ETFs geschuldet. Um gute Wachstumsraten für ihre Kunden zu gewährleisten, müssen sie die großen Technologie-Werte übergewichten. Dadurch verstärkt sich der Effekt. Steigen die Kurse der großen Technologie-Unternehmen, dann zieht das mehr und mehr Käufer aus allen Bereichen an – Private, Institutionelle und Fonds. Entsprechend erhöht sich das Risiko einer Klumpenbildung. Kommt es zu einer erneuten Korrektur, wäre das ein Problem, da alle gleichzeitig durch eine kleine Tür rauswollen.

Weltweite Rezession

Es scheint auch fast so, als ob die Investoren vergessen, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden. Diese Rezession ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat nämlich einen Faktor, der derzeit ignoriert wird – Unsicherheit. Damit ist gemeint, dass aktuell niemand voraussagen kann was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Auch die Technologie-Unternehmen sind davon betroffen. Apple setzt zum Beispiel weniger Handys ab, Facebook hat weniger Werbeeinnahmen und Teslas Absatz an Automobilen ist alles andere als beeindruckend. Die ab nächste Woche beginnende Berichtssaison wird mehr Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie tatsächlich auf die Unternehmensgewinne auswirkt.

Aktuelle Entwicklung der Technologie-Unternehmen

In den nachfolgenden Grafiken kann man einerseits die Kursentwicklung der großen fünf Technologie-Unternehmen in dem letzten Monat erkennen sowie die Relation vom Nasdaq zum S&P500. Insbesondere der Chart des Nasdaq in Relation zum S&P zeigt deutlich, dass die Entwicklung der Technologie-Werte auf dem Weg ist eine neue Blase zu bilden. Demnach brauchen wir nicht mehr über Bewertungen zu sprechen. Es wurde mehrfach in anderen Artikeln darauf hingewiesen, dass diese fernab von Gut und Böse sind. Geschuldet ist diese Situation natürlich auch den Geldflutungen und Stimuli von Notenbanken und Staaten. FED-Chef Powell hat zwar vor kurzem betont, dass man durch die Maßnahmen keine Blasenbildung erzeugen möchte, aber genau das ist was gerade passiert. Die Corona-Pandemie wird noch länger Einfluss auf die Märkte haben und Unsicherheit verbreiten. Früher oder später muss Luft aus der Blase abgelassen werden, sonst droht das Platzen.


Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0? Corona

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Aktienmärkte aktuell: Der nächste Corona-Hype durch Remdesivir

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Und die nächste Jubelmeldung über ein Medikament, welches das Coronavirus bekämpfen soll. Remdesivir (der schon wieder) soll laut ganz aktueller Veröffentlichung des Herstellers Gilead Sciences das Todesrisiko bei Patienten um 62 Prozent senken. Hurra, es kann endlich wieder aufwärts gehen an der Börse? Die Aktienmärkte steigen. Der Dow Jones steigt in den letzten Minuten um 150 Punkte, der Dax um 54 Punkte. Wie lange kann diese Euphorieblase dieses Mal die Kurse pushen? Wann folgt die Enttäuschung? Oder ist es dieses Mal wirklich der Durchbruch?

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