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Arbeitslosigkeit auf 24 Jahres-Tief – die Ruhe vor dem „großen“ Sturm in 2016?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gute Nachrichten sowie eine gigantische Aufgabe für 2016 für die Bundesagentur für Arbeit. Mit offiziell (!) 2,65 Mio Menschen liegt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf einem Rekordtief seit 1991. Dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit 30% höher liegt, geschenkt. Aber eine gigantische Aufgabe liegt vor Arbeitsministerin Nahles und dem neuen Super-Beamten Frank-Jürgen Weise…

Frank-Jürgen Weise Arbeitslosigkeit
Frank-Jürgen Weise ist seit Kurzem nicht mehr nur Präsident der Bundesagentur für Arbeit, sondern auch des BAMF. Foto: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit auf 24 Jahres-Tief

Im Oktober (Mittelwert des Monats) waren 2,65 Mio Menschen offiziell in Deutschland arbeitslos, so die heutigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Das ist trotz der saisonalen Stärke des Arbeitsmarkts im Oktober nicht nur erfreulich, sondern im Zuge der China- und Schwellenländer-Krise ein Zeichen, dass die exportlastige deutsche Wirtschaft diesem Negativtrend „noch“ erstaunlich gut trotzt. Die Arbeitslosenquote sank von 6,2 auf 6,0%. Wir hatten in den vergangenen Monaten mehrmals ausführlich aufgezeigt, dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland gut 30% höher anzusetzen ist, was (nur ein Beispiel) damit zu tun hat, dass Arbeitslose im Alter von 58-65 Jahren nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, da laut Bundesagentur für Arbeit ihre Vermittlungschancen so gering seien. Erneut dazu unsere Meinung: Auch wenn das stimmen mag, arbeitslos bleibt arbeitslos! Wir liegen realistisch gesehen derzeit bei ca. 7,8% Arbeitslosenquote.

Superman Weise soll´s richten

Angela Merkel hatte den Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise vor Kurzem in Personalunion auch zum Chef des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) gemacht, weil der Vorgänger angeblich überfordert war mit dem großen Ansturm der Flüchtlinge. Weise´s erklärtes Ziel, so verkündete er es auch selbst, ist die Verzahnung der beiden Behörden, damit möglichst viele Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung als Asylbewerber so schnell wie möglich in den Arbeitsmarkt integriert werden, und nicht als (so nennen wir es mal) Karteileichen im Hartz 4-System enden.

Wie dem heutigen Bericht der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen ist, stieg die Anzahl der offenen Stellen in der freien Wirtschaft im Vergleich zum Oktober 2014 um 95.000 auf aktuell 612.000. Besonders gesucht werden laut Bundesagentur Mitarbeiter in den Bereichen Verkehr, Logistik und Metall. Es ist natürlich viel zu einfach jetzt zu sagen man kann 612.000 ankommende Flüchtlinge einfach „umschichten“ vom Flüchtlingslager in den Arbeitsmarkt und zack, keine offenen Stellen mehr, wir haben 612.000 zusätzliche Arbeitnehmer und somit auch Steuerzahler. Wenn das so einfach wäre, hätten wir nicht mehr als tatsächlich 3 Mio Arbeitslose in Deutschland. Irgendwas scheint die Bundesagentur da grundsätzlich nicht hinzubekommen mit ihren Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen!

Flüchtlinge

Es ist natürlich sehr wahrscheinlich, dass eine gewisse Anzahl (die genaue Zahl kennt nur der Wahrsager mit der Glaskugel) von Flüchtlingen schnell eine offene Stelle wird besetzen können, weil er evtl. schon Deutsch spricht oder eine spezielle Qualifikation mitbringt. Der Großteil der Flüchtlinge wird aber nach der offiziellen Anerkennung als Flüchtling mit Aufenthaltsrecht erst mal ins Hartz 4-System übergehen.

Wie viele Flüchtlinge nächstes Jahr vom „Taschengeld“ als Asylbewerber im Asyllager wechseln werden in den Status eines „anerkannten Flüchtlings“ mit allen dazu gehörigen Rechten (dazu gehört auch der voller Hartz4-Bezug), weiß niemand genau. Durch den Status-Wechsel vom Asyllager ins Jobcenter gelten die Flüchtlinge ab dann offiziell als „dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehend“. Denn so lange ein Flüchtling nur als Asylbewerber registriert ist, taucht er als arbeitssuchend oder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehend ja noch gar nicht auf, da er noch nicht von der Bundesagentur für Arbeit in deren Systeme eingepflegt wurde.

580.000 neue Arbeitslose nur resultierend aus 2015?

Von 80 Mio Menschen in Deutschland werden gut 46 Mio dem Arbeitsmarkt zugerechnet (alle mit Arbeit + alle Arbeitslosen). Alle anderen sind Menschen unter 18, über 65 oder Hausfrauen/Hausmänner. Also werden aktuell gut 58% der Bevölkerung grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zugerechnet. Wenn man also davon ausgeht, dass alleine in 2015 (ohne Westbalkan etc) eine runde Zahl von 1 Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die hier als anerkannter Asylbewerber einen Aufenthaltsstatus erhalten werden, kann man ganz grob vergleichend schätzen, dass auch hier 58%, also 580.000 Menschen dem Arbeitsmarkt als arbeitslos hinzugerechnet werden, sobald sie in den nächsten Monaten durch die Bundesagentur in die Systeme eingepflegt wurden. Die große Masse der Menschen wird aufgrund des Bearbeitungsstaus und der aktuellen Überforderung der Behörden wohl erst 2016 offiziell als arbeitslos erfasst sein. Bundearbeitsministerin Andrea Nahles sagte am 20. September ganz offen zu dem Thema sie rechne damit, dass in 2016 die Arbeitslosenzahlen aufgrund der vorher beschriebenen Abläufe deutlich ansteigen werden. Zitat Nahles:

„Damit sich niemand Illusionen macht: Wir sind gut, wir können auch viele Leute vermitteln, aber es wird nicht von heute auf morgen erfolgen. Und deswegen wird erst einmal die Arbeitslosenzahl steigen. Das muss aber niemanden beunruhigen. Wir können, wenn wir das gut machen, auch viele in Arbeit vermitteln. Angesichts vieler offener Stellen und der erfreulichen Reaktion der deutschen Wirtschaft müsse es schon mit dem Teufel zugehen, wenn dies nicht gelänge.“


Was auf die Arbeitsagenturen in den nächsten Monaten zukommt?

Tausende neue Jobvermittler in der Bundesagentur für Arbeit einstellen.

Deutschkurse für die Flüchtlinge.

Prüfung und evtl. Anerkennung ausländischer Zeugnisse und Hochschulabschlüsse.

Für Erwachsene ab 18 ohne Schulbildung nachträgliche Schulausbildung.

Gesonderte Berufsausbildungsmaßnahmen.

Evtl. großflächig „Integrationskurse“ (darunter versteht wohl jeder etwas anderes).

„Wir schaffen das“ ?

Da kann man nur Angela Merkel zitieren „Wir schaffen das“. Eine gewaltige Aufgabe für Frau Nahles und Herrn Weise. Vor allem ist es ein Rätsel, wie sich die beiden binnen Monaten tausende und Abertausende qualifizierte (!) Sozialarbeiter, Deutschlehrer und Arbeitsvermittler backen wollen. Nahles schätzte die Zahl auf 2.800 Mitarbeiter bundesweit. Kaum vorstellbar, dass das ausreichen soll. Ein enormer inhaltlicher Pfusch bei Deutsch- und Integrationskursen ist zu erwarten, da die Behörde wohl erst mal jeden rekrutieren wird, der sich Sozialarbeiter oder Pädagoge nennt. Ob es funktionieren wird tatsächlich mit einer großen Kraftanstrengung beispielsweise 580.000 Menschen innerhalb von 1, 2 oder 3 Jahren in Arbeit zu bringen, darf mehr als bezweifelt werden. Denn warum „schlummern“ immer noch mehr als 3 Mio Arbeitslose in den Systemen der Bundesagentur für Arbeit bei so vielen offenen Stellen?


7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    leser

    29. Oktober 2015 14:16 at 14:16

    Die „Arbeitsagentur“ ist ein planwirtschaftliches Relikt mit Neusprech-Name. Außer unproduktiven Behördenjobs kann sie keine Arbeit schaffen. Sie ist damit Teil des Problems und nicht der Lösung. Weg damit, auch wenn die Statistik dann leidet…

  2. Avatar

    EuroTanic

    29. Oktober 2015 14:21 at 14:21

    Für mich liegt die Arbeitslosigkeit bei 95%. Denn die Menschen arbeiten nicht. Im günstigsten Fall sind diese „beschäftigt“ (z.B. Konsumgüterindustrie), im schlechtesten Falle vernichten sie Werte (z.B. Beamte), die wenigsten arbeiten noch produktiv und schaffen überhaupt Werte.

  3. Avatar

    Horst Weinrich

    29. Oktober 2015 16:08 at 16:08

    Gehöre selbst zu den offensichtlich nicht mehr zu integrierenden inländischen, deutsch-sprechenden mit gutem Hochschulabschluß und abgeschlossener Berufsausbildung versehenen Mitbürgern. Vermutlich verhindert das sagenhafte „Greisenalter“ von 51 Jahren eine erneute Anstellung als tariflich Beschäftigter im Bankensektor oder anderswo – auch als nachweislich gesuchte Fachkraft!!! Dieses gilt übrigens für eine Reihe gleichaltriger Ex-Kollegen! Dafür kann man die „Bunte Anstalt“ nicht verantwortlich machen. Das ist nun mal der real existierende Arbeitsmarkt. Die Bundesanstalt für Arbeit hat keinerlei Kompetenz für die ihr zugedachten Aufgaben. Ihre Funktion besteht lediglich in der Bereitstellung eines fragwürdigen Zahlenwerks und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die gelernte Berufspolitikerin Nahles tatsächlich so naiv ist und an das Funktionieren ihrer Behörde glaubt – oder vielleicht doch?! Erschreckend! ;-)
    Für die aus statistischen Erfordernissen temporär in fragwürdigste Integrationsmaßnahmen verschobenen Kunden dieser Behörde, ist das natürlich alles andere als lustig.

    Übrigens erschöpft sich meine Perspektive nun in einer Hartz4-Karriere, unterbrochen von gelegentl. prekären Zeitarbeitsverhältnissen und anschließender Grundsicherung im Alter. Wie können Politiker und die Bundesanstalt von der zunehmenden Beschäftigung Älterer reden, wenn gleichzeitig wie im Beitrag beschrieben, alle Ü58-jährigen mal eben aus der Statistik geworfen werden?! Können unsere sogenannten Sozialdemokraten aus beiden Regierungsparteien jemals diesen Widerspruch aufklären! Schaffen die das!??

    • Avatar

      joah

      29. Oktober 2015 19:44 at 19:44

      Karma?

  4. Avatar

    Besucher

    30. Oktober 2015 03:21 at 03:21

    Lassen Sie sich nicht verarschen, die Zahl der Obdachlosen und Arbeitsunfähigen hat massiv zugenommen. Toller Erfolg oder?

    • Avatar

      bilbo

      30. Oktober 2015 13:32 at 13:32

      Seit 2 – 3 Jahren beobachte ich das auch! Immer mehr Deutsche (alt oder jung) betätigen sich als Müllsammler, sind obdachlos…oder verarmt…meist Männer.
      Man muss ein Auge dafür entwickeln, die meisten aber wollen nicht hinsehen. Es ist offensichtlich, entgegen der schönschreiberei in den Medien. Auch an den Tafeln wird es immer enger….

  5. Avatar

    Jürgen

    30. Oktober 2015 09:33 at 09:33

    Na, der Herr Weise ist ja nun nicht so „weise“ wie er beschrieben wird. Um festzustellen, dass viele Massnahmen bei der Bundesagentur unnötig sind und Menschen nicht in Arbeit bringt, da reicht einfacher Menschenverstand. Und wenn es vorher niemand gesehen hat, weiss man ja, das dort nicht die hellsten Lichter auf der Torte arbeiten.
    Dazu gab es wohl viel Vetternwirtschaft,manche haben sich wohl an Weiterbildungen und Schulungen bereichert…..

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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