Gold/Silber

US-Dollar und Jackson Hole im Fokus Gold weiterhin im Abwärtsstrudel, aber mit Hoffnungsschimmer

Gold weiterhin im Abwärtsstrudel, aber mit Hoffnungsschimmer

Der Goldpreis hat seine Talfahrt zuletzt nochmal beschleunigt. Steigende Anleiherenditen und ein starker US-Dollar belasten Gold. Im gestrigen Handel rutschte der Preis in US-Dollar auf den tiefsten Stand seit vier Wochen. Währenddessen kletterte der Dollarindex auf den höchsten Stand seit 2002. Die negative Korrelation zum US-Dollar ist damit einmal mehr deutlich geworden.

Das goldene Edelmetall steht vor einer wichtigen Handelswoche, denn am Freitag steht die Rede von Fed-Chef Powell beim Notenbanker-Symposium in Jackson Hole auf dem Terminplan. An den Finanzmärkten mehren sich indessen die Befürchtungen, dass die Fed wieder falkenhaftere Töne anschlägt. Die Finanzkonditionen hatten sich zuletzt wieder sukzessive gelockert, das dürfte der US-Notenbank gar nicht schmecken. Angesichts der hohen Inflation strebt man eine Straffung der Finanzkonditionen an, um die Nachfrage auszubremsen. Der Goldpreis könnte nach einer Stabilisierung erneut unter Druck geraten.

Relevante Faktoren für den Goldpreis

Es sind in erster Linie der starke US-Dollar und die steigenden US-Anleiherenditen, die für einen erneuten Rückgang des Goldpreises gesorgt haben. Der Dollarindex kletterte bis auf 109,27 Punkte und hat damit das Hoch von vor fünf Wochen überschritten. Zugleich sprang die 10-jährige Anleiherendite wieder über die Schwelle von 3,0 Prozent auf ein Hoch bei 3,037. Setzt sich der Anstieg im Dollarindex und bei den Anleiherenditen fort, dann nimmt der Gegenwind für Gold zu. Sorgen um steigende Zinsen erhöhen zudem an den Terminmärkten und im ETF-Sektor den Verkaufsdruck. Die Goldmenge im weltgrößten ETF SPDR Gold verzeichnete seit Ende April Abflüsse von insgesamt 117 Tonnen.

US-Dollar Stärke und steigende Anleiherenditen belasten Goldpreis

Die bevorstehenden Verfallstermine an der Warenterminbörse COMEX haben ebenfalls eine Relevanz für den Goldpreis. Am kommenden Donnerstag ist der letzte Handelstag der Gold-Optionen für den Monat September, außerdem laufen die aktuellen Futures-Kontrakte am Montag aus. Laut dem jüngsten CoT-Report setzen Futures-Händler weiterhin auf eine Ausweitung der Korrektur. Auch aus charttechnischer Sicht steht der Goldpreis auf der Kippe. Viel spricht für fallende Notierungen, es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer.

Gold: Setzt sich der Abwärtstrend fort?

Mit dem Scheitern an der Marke von 1.800 Dollar hat sich die technische die Lage spürbar eingetrübt. Damit hat sich auch ein Sprung über die langfristige 200-Tage-Linie (EMA) bei 1.820 US-Dollar zerschlagen. Viele technische Indikatoren deuten auf einen weiter fallenden Goldpreis. Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer für eine Erholung. Im gestrigen Handel markierte Gold ein Tief am 61,8% Retracementlevel (1.729) der letzten Aufwärtsbewegung. Von dort aus startete eine Gegenbewegung, die bis 1.743 USD reichte.

Kann sich der Goldpreis oberhalb des 61er-Fib stabilisieren, dürfte sich die Erholung fortsetzen. Bei einem Ausbruch über 1.743 USD ergeben sich Chancen bis an die Widerstandszone bei 1.753/60 USD. Darüber wäre sogar ein Anstieg bis an die 50-Tages-Linie bei 1.777 USD denkbar. Unterhalb von 1.729 USD (61er) besteht dagegen weiteres Rückschlagpotenzial bis 1.723 und 1.708 USD.

Goldpreis: Intakter Abwärtstrend - Erholung am 61er-Fib?

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