Gold/Silber

Goldpreis steigt kräftig über 1.700 Dollar – Drang in Gold-ETF

Ein Stapel Gold-Barren

Notierte der Goldpreis gestern früh noch bei 1.688 Dollar, so hat er gestern Nachmittag den Sprung über die wichtige 1.700 Dollar-Marke geschafft. Bis heute Nacht kletterte der Goldpreis auf einen Höchstkurs von 1.725 Dollar. Aktuell kann sich der Markt mit 1.712 Dollar immer noch gut über der 1.700-Marke halten. Damit konnte Gold seit Donnerstag früh über das Osterwochenende hinweg mehr als 60 Dollar zulegen.

Goldpreis übers Osterwochenende kräftig gestiegen

Es ist Stärke in Gold erkennbar. Die Gründe sind klar. Die Notenbanken drucken Geld ohne Ende. Erst letzte Woche verkündete die Fed ein erneutes gigantisches Aufkaufprogramm. Man kauft den US-Kommunen Schulden ab uvm. Das Volumen liegt bei 2,3 Billionen US-Dollar. Es geht immer weiter. Die Notenbanken drucken und kaufen. Die Regierungen können somit neue Schulden machen, und sie im Kampf gegen die Coronakrise in ihre Volkswirtschaften pumpen. Damit erhöht sich das Risiko einer Inflation, und die Angst vor einem weiter erodierenden Papiergeldsystem treibt die Menschen hin zu Gold.

Die 2,3 Billionen Dollar-Verkündung der Fed letzten Donnerstag war sogar der Auslöser der aktuellen Hausse im Goldpreis, was der Kursverlauf eindeutig aufzeigt. Und was passiert bei steigenden Preisen? Schnell sind Analysten und sonstige Experten da mit neuen Preiszielen, wie zum Beispiel 1.795 Dollar (siehe hier) oder glatt 2.000 Dollar (siehe hier). Der Chart, der bis Januar zurückreicht, zeigt klar: Der Goldpreis notiert nun höher als zu Beginn des Aktien-Crash am 20. Februar, und auch höher als zu Beginn des Absturzes im Goldpreis ab dem 9. März. Gold hat sich also als robuster sicherer Hafen in Krisenzeiten bewährt, zumindest nach aktuellem Stand!

Drang in Gold ETF

Der Gold-Experte Thorsten Polleit von der Degussa hat heute früh aktuelle Zahlen für das 1. Quartal veröffentlicht. Demnach hätten Gold-ETF in den letzten drei Monaten Rekordzuflüsse verzeichnet. In Europa habe der Zufluss in die Gold-ETF um 84 Tonnen zugenommen, in Nordamerika um 57 Tonnen, in Asien um 4,9 Tonnen, und in anderen Regionen um 4,7 Tonnen. Im ersten Quartal 2020 verzeichneten Gold-ETF laut Polleit einen Bestandsanstieg von 298 Tonnen – das sei der größte Mengenanstieg in einem Quartal seit 2016 gewesen, und der größte Betragsanstieg gerechnet in US-Dollar. Die stark steigende Nachfrage nach Gold-ETF könnte ein wichtiger Faktor gewesen sein, der die jüngsten Verwerfungen am „Papiergeldmarkt“ erklärt. Hier habe sich nämlich der Buch- beziehungsweise Papiergeldpreis auffällig stark vom physischen Goldpreis abgekoppelt (jüngst enorme Verwerfungen).

Analystenmeinungen

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst bei der Swissquote Bank, sagt aktuell, dass Gold die Woche mit einem starken Anstieg der Nachfrage begonnen habe. Der Goldpreis sei über die 1700 Dollar-Marke gelaufen, da sich die Anleger in Vorbereitung auf potenziell hektische Preisbewegungen in den kommenden Tagen und Wochen auf das Edelmetall stürzten. Naeem Aslam von Avatrade hat aktuell folgende Meinung zu Gold. Das Edelmetall durchbrach gestern die Marke von 1.700 Dollar, und dies habe die Tore geöffnet, um die 1.800-Marke – sein zweites Ziel – zu durchbrechen. Der gestrige Schritt bestätigte, dass die Händler der Ansicht seien, dass die lockere Geldpolitik auf Dauer Bestand habe, und es noch lange dauern werde, bis die Fed eine Kehrtwende vollziehen werde. Bis dahin sei der Weg des geringsten Widerstands für den Goldpreis nach oben verzerrt.

Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle die jüngste Analyse von Hannes Zipfel, warum Gold für den Dollar so gefährlich ist.

Goldpreis seit Januar



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2 Kommentare

  1. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 14.04.2020 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Pingback: Gold price before next increase? Data flood is pending | En24 News

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