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Gold/Silber

Goldpreis steigt nach Fed-Aussagen – jetzt gute Einstiegschance?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Wir hatten gestern Mittag bereits darauf hingewiesen. Die Verkündung der Federal Reserve könne Aktienkurse und den Goldpreis bewegen. Das ist nicht immer der Fall, aber diesmal schon! Die Aussagen der Fed (hier die wichtigsten Punkte) zeichnen ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Krise in den USA – das US-BIP soll 2020 bei minus 6,5 Prozent liegen, die Arbeitslosigkeit bei 9,3 Prozent. Dieses Bild ist wohl düsterer als von den Märkten erwartet.

Fed-Aussagen positiv für Gold

Wichtig: Der Leitzins, der derzeit in einer Spanne von 0,00-0,25 Prozent liegt, werde dort noch bis 2022 verbleiben, so die Fed. Wow, das saß. Aber auch sehr wichtig ist Folgendes: Laut Fed-Chef Powell diskutiere man innerhalb der US-Notenbank über die „yield curve control“. Diese „yield curve control“ bedeutet die Festlegung der Zinsen (Renditen) für länger laufende US-Staatsanleihen, damit die Schuldenaufnahme für den Staat nicht zu teuer wird. Um dieses Ziel zu erreichen, kauft die Fed Staatsanleihen und drückt damit die Zinsen für diese Anleihen nach unten. Wenn aber – was zu erwarten ist – die Inflation in den USA im Gefolge der Liquiditäts-Flut ansteigen wird, dann ist das eine win-win-Situation für den Goldpreis.

Der durch die Fed manipulierte Anleihemarkt fällt als Fluchtvehikel für die höhere Inflation aus, weil die Zinsen nicht mit der Inflation steigen (was bei freien Anleihemärkten der Fall wäre). Bleibt für die Investoren eigentlich nur Gold als Absicherung gegen Inflation! Dank dieser Aussagen der Fed wird den Marktteilnehmern klar, wie ernst die Fed die Lage in den USA sieht. Die US-Volkswirtschaft muss also noch für geraume Zeit mit extrem billigen Geld versorgt werden. Finden Sie hier auch den interessanten Kommentar zur Entscheidung der Fed vom Gold-Experten Thorsten Polleit.

Goldpreis und Aktienmärkte reagieren deutlich auf die Fed

Die Aktienmärkte reagieren seit gestern Abend 20 Uhr deutlich negativ auf die Aussagen der Fed (Zinsen lange im Keller, düstere Konjunktur). Der Dow 30 fällt seit 20 Uhr bis jetzt um gut 600 Punkte, der Dax bis jetzt auf CFD-Basis um 240 Punkte. Das ist ein klares Statement, dass die Aktienmärkte Fed-Chef Jerome Powell ernst nehmen! Die Risikobereitschaft der Anleger sinkt also durch die Fed-Aussagen, was Gold hilft (Risk On Risk Off Game, hier erklärt). So konnte der Goldpreis, der gestern Abend kurz vor 20 Uhr noch bei 1.713 Dollar notierte, dann bis 22 Uhr auf 1.739 Dollar in der Spitze steigen.

Bis heute früh ist der Goldpreis auf 1.728 Dollar zurückgekommen, notiert damit aber immer noch 15 Dollar höher als vor der Fed-Entscheidung. Aber man sieht es ja, dieses Niveau liegt auch 11 Dollar unter dem Hoch von heute Nacht. Also, ist dies jetzt eine Kaufchance für alle, die nach den Fed-Aussagen noch viel mehr Aufwärtspotenzial im Edelmetall sehen? Entscheiden Sie selbst. Wichtig ist immerhin, dass die Aktienmärkte stark negativ reagiert haben. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe reagierte auf die Fed mit jetzt 0,71 Prozent nach 0,78 Prozent gestern vor der Fed-Entscheidung. Also, ist Gold nun deutlich attraktiver, nur der Goldpreis ist noch nicht richtig kräftig angesprungen?

Achtung, Corona is back in den USA

Was im Augenblick noch wenig beachtet wird an den Märkten: Die Coronavirus-Fälle in den USA nehmen gerade wieder spürbar zu. Florida meldet derzeit den höchsten Zuwachs neuer Infizierter in einer kompletten Woche, und die Aufnahmen Infizierter in Krankenhäuser in Texas ist auf einen Rekordwert gestiegen. Dringt dieser Trend auch auf die Marktteilnehmer durch, könnten die Aktienkurse noch weiter fallen, und der Goldpreis womöglich einen weiteren Schub bekommen. Der Chart zeigt den Verlauf im Goldpreis in US-Dollar in den letzten zehn Tagen. In dieser Woche sieht man einen Aufwärtstrend, von 1.670 Dollar am letzten Freitag bis jetzt auf 1.728 Dollar.

Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

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Gold/Silber

Goldpreis: Wacklige Nummer bei 1.850 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Freitag von 1.863 auf 1.837 Dollar gefallen, konnte sich dann aber Abends wieder erholen. Bis jetzt kann Gold Niveaus um die. 1.850 Dollar halten. Der zehn Tage zurückreichende Chart zeigt, dass es aktuell keine klare Trendrichtung gibt (wir sprachen schon letzte Woche über die schwierige Lage vor allem dank der Biden-Wahl). Der US-Dollar als negative Korrelation zu Gold hatte die ganze letzte Woche eine fallende Tendenz, und wirkt so, als wolle er heute weiter fallen. Aber da gibt es noch andere Faktoren für den Goldpreis. Hier drucken wir zwei ganz aktuelle Analystenkommentare von heute ab.

Verschiedene Faktoren ziehen derzeit am Goldpreis

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst at Swissquote Bank, meint aktuell zu Gold, dass die Bären einen starken Abwärtsdruck auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei der Marke von 1.846 Dollar ausüben, da die Risikobereitschaft trotz aller negativen Stimmungen aufgrund des Virus solide bleibe, und die 10-jährige US-Rendite sich nahe der 1,10 %-Marke halte.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade sagt aktuell über Gold, dass das Edelmetall Metall wieder einmal darum kämpfe im positiven Bereich zu bleiben. Händler würden hoffen, dass Joe Bidens neues Konjunkturpaket grünes Licht von den Gesetzgebern bekomme, und dies könne den Goldpreis stützen. Gold gelte als Absicherung gegen Inflation, und das ist hier das wichtigste Spiel. Mit Sicherheit werde Gold in dieser Woche eine viel höhere Volatilität erleben. Und das Ereignis, das den Goldpreis am meisten beeinflussen dürfte, werde die US-BIP-Zahl (am Donnerstag um 14:30 Uhr) sein.

Man sehe keine große Aufwärtsbewegung für den Goldpreis, da Pfizer sein Problem mit der Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen gelöst habe. Dies bedeute, dass man weniger Herausforderungen bei der Erreichung der Hauptziele sehen könnte. Da immer mehr Menschen die Impfung erhalten, werde der Weg zur wirtschaftlichen Erholung laut Naeem Aslam wahrscheinlich sanfter werden, und das sollte die Investoren zu risikoreicheren Anlagen drängen, was für den Goldpreis nicht sehr positiv sei.

Was die technischen Preisniveaus betrifft, so hätten die Warnlampen wieder zu blinken begonnen, da der Goldpreis unter den 50-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen laut Naeem Aslam gebrochen sei. Dies sei die letzte Hoffnung für die Bullen gewesen, da der Goldpreis bereits unter dem 100- und 200-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen handelte. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Goldpreis in Richtung der frühen 1.800er-Marke bewegt, wenn der Preis nicht über den 50-Tage-SMA auf dem Tageszeitrahmen steigt.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit zehn Tagen

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Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

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Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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