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Auf Ihr Sparbuch zahlen Sie bald Strafzinsen!

Claudio Kummerfeld

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Ist das unrealistisch? Panikmache? Nein. Es wird mit zunehmender Wahrscheinlichkeit bald Realität werden. Sie als deutscher Michel, als Kleinsparer, zahlen bald wohl Strafzinsen, wenn Sie Geld auf ihrem Sparkonto oder Tagesgeldkonto liegen haben. Schon heute ist das bei den aller meisten Banken Realität für Kunden mit höheren Geldeinlagen, of von mehreren hunderttausenden oder Millionen Euro.

Strafzinsen der EZB für die Banken

Der Grund ist naheliegend. Seit Jahren berechnet die EZB 0,40% Strafzinsen (Negativer Banken-Einlagenzins). Letztes Jahr haben deutsche Banken 2,4 Milliarden Euro Strafzinsen an die Bundesbank zahlen müssen. Wenn Banken mehr Spargelder von Kunden in den Büchern als ausgegebene Kreditvolumen haben, dann entsteht ein Überschuss an Guthaben. Auf diesen Überschuss müssen die Banken bei der EZB (de facto vor Ort bei der Bundesbank) diesen Strafzins entrichten. Die Banken versuchen schon fast alles um zu extrem niedrigen Konditionen Kredite rauszufeuern, aber irgendwann hat jeder Kunde halt einen Kredit, der nicht bei 3 auf den Bäumen war.

Bisher hieß es: Gut, wir (die Banken) sparen wo wir nur können, schließen Filialen, entlassen Mitarbeiter, erhöhen Kontogebühren für die Kunden, und verlangen Strafzinsen von Kunden mit großen Guthaben. Auch Firmenkunden sind davon in der Regel betroffen. Mit diesen Maßnahmen konnten viele Banken den Strafzins der EZB sowie den ebenfalls vorhandenen Null-Leitzins teilweise ausgleichen. Noch bis grob gesagt Anfang dieses Jahres dachten Banken und Sparkassen (so unsere Einschätzung): Hey, so langsam ist das Ende der Nullzinsphase erreicht, vielleicht in einem Jahr beginnt die EZB damit die Zinsen anzuheben, und der Druck auf uns Banken lässt dann wieder nach.

Konjunktur im Eimer

Aber Pustekuchen! Die schwächelnde Konjunktur hat diesem Traum einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die EZB hat ja eigentlich nur das Mandat die Preisstabilität in der Eurozone zu gewährleisten. Aber es ist mehr als offensichtlich. Sie sieht sich genötigt nun voll dagegenzuhalten, und die aufkommende Krise erst gar nicht entstehen zu lassen. Auch wenn die EZB letzte Woche keine Zinsen gesenkt hat.

Die Aussagen von Mario Draghi waren mehr als eindeutig. Man sei sehr unglücklich mit der aktuellen Inflation, und man werde das aktuelle Niveau nicht tolerieren. Gleich mehrmals sagte er dies, gefühlt 100 Mal in dieser PK (hier die wichtigsten Aussagen gerne nochmal nachlesen). Die Aussagen von Mario Draghi lassen eigentlich nur den Schluss zu, dass erstens die Zinsen bei der nächsten EZB-Entscheidung im September sinken werden, und dass zweitens die Phase abgeschaffter Zinsen oder sogar noch weiter ins Negative fallender Zinsen noch lange anhalten wird!

Dazu kommt noch, dass der Dachverband der Volks- und Raiffeisenbanken erst vor Kurzem eindeutig gesagt hat, dass bei anhaltenden Null- und Negativzinsen die Strafzinsen wohl auf alle Bankkunden ausgeweitet werden müssten. Ähnlich hat sich danach auch noch der Sparkassenverband aus Baden-Württemberg geäußert. Tja, aber was will man machen? Ein Appell der Bankenlobby an die Politik? Die EZB ist ja unabhängig.

Strafzinsen für die kleinen Spareinlagen

Man darf davon ausgehen, dass der Trend unausweichlich ist. Die Banken werde reihenweise Strafzinsen auch für den normalen Kleinsparer einführen. Auch wenn man jetzt vielleicht sagt 0,40% negativer Zins ist nicht so schlimm. Oben drauf kommt ja noch die Inflation. Die steht in Deutschland jüngst bei 1,6%. Dann hätte der Kleinsparer einen jährlichen realen Wertverlust von 2,0% auf seinen Einlagen. Und das mal fünf Jahre am Stück, das läppert sicht! Und das, weil die EZB den Banken Strafzinsen aufdrückt! Und warum tut sie das überhaupt? Damit die Banken auf Teufel komm raus Kredite herausreichen, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren.

Aber diese Instrumente funktionieren doch schon seit Jahren nicht. Warum also sollten noch tiefere Zinsen jetzt wirken? Genau diese Frage stellte ein Journalist letzten Donnerstag Mario Draghi in der PK. Antwort Draghi: Doch, diese Maßnahmen hätten die letzten Jahre super funktioniert. Dazu unsere Anmerkung: Wenn diese Maßnahmen so gut funktioniert haben, warum ist die EZB dann jetzt so unzufrieden mit der viel zu niedrigen Inflation, die in der Eurozone insgesamt nur bei 1,3% liegt?

Die jüngsten Daten zeigen, dass die Teuerung in Euroland demnächst noch schlechter laufen könnte. Die deutschen Importpreise sind letzte Woche mit -2% im Jahresvergleich vermeldet worden. Ein heftiger deflationärer Schritt als Vorlaufindikator für die Verbraucherpreise! Auch die von der EZB letzte Woche nach der PK veröffentlichten Inflationserwartungen wurden weiter gesenkt. Es geht also aller höchst wahrscheinlich weiter abwärts mit den Zinsen in Euroland. Und die Strafzinsen auf kleine normale Spareinlagen werden kommen – zumindest steigt die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario immer weiter an!

Dank Mario Draghi wohl bald Strafzinsen für aller Sparkunden
Mario Draghi. Foto: © European Central Bank 2019

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Koch

    29. Juli 2019 11:15 at 11:15

    Hoffentlich kommen die Strafzinsen ab jedem Einlagebetrag.Der Deutsche merkt ansonsten überhaupt niemals,welche alternativlose aber unfähige Regierung er hat.Der €uro wird so stark wie die Mark!Zitat vom Buschigen!Ich glaube uns hilft nur noch der „totale Bankrun“.Mit dem Totalen kennt sich der Michel ja aus.

  2. Avatar

    Armin Wolf

    29. Juli 2019 12:41 at 12:41

    Greta stinkt schlimmer als mein Diesel

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      Michael

      29. Juli 2019 13:19 at 13:19

      @Armin Wolf, Entschuldigung, wovon reden Sie eigentlich? Greta, Diesel, Gestank? Geht es hier nicht um Spareinlagen und Strafzinsen?

    • Avatar

      leftutti

      29. Juli 2019 21:36 at 21:36

      Sehr geehrter Herr Wolf, ich hoffe, Sie spielen mit Ihrem Kommentar nicht auf Greta Thunberg an?! Im Sinne menschenverachtender Primitivlinge à la:
      https://outlet.shirtzshop.de/aktionsartikel/greta-stinkt-schlimmer-als-mein-diesel-aufkleber/10032

      P.S.
      @Mark in the Moon, Andi, dm, md, Roberto: Vergessen Sie jetzt nur nicht die Schizo-Monolog-Behauptung auf dünnstem Eis zu posten, wie ein Arktis-Glaziologe zu scherzen pflegt ;) Schließlich dürfen doch Michael, Lars, Columbo, Harry und ich nicht mehr gleichzeitig auf ein Thema antworten, ohne uns als Mitglieder zu outen…

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      Uppsala

      30. Juli 2019 08:29 at 08:29

      Bei uns ist Greta mittlerweile zum einem Symbol für Greenbusiness und grüne Abzocke geworden. Anscheinend lässt sich tatsächlich mit allem das Geld verdienen

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        leftutti

        30. Juli 2019 10:03 at 10:03

        …wie man an dem Ekelshop für Hohlbirnen gut sehen kann 😂 😂

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        Grünistdieneueabzocke

        30. Juli 2019 10:36 at 10:36

        Bravissimo! Der ganze grüne Hype ist doch nur die Gelegenheit dem Michl wieder ein Paar Groschen aus der Tasche zu ziehen! Grüne Steuer werden kommen.

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      Stina

      30. Juli 2019 11:31 at 11:31

      Ja die kleine Greta, die passt wohl nicht so recht in Ihr Idealbild vom blonden, gesunden, fleißigen und unterwürfigen deutschen Mädchen?

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        Grünistdieneueabzocke

        30. Juli 2019 13:50 at 13:50

        Stina was schreiben Sie da für ein wirres Zeug, aus welchem Jahrtausend sind Sie denn rausgekrochen. Die Greta ist mir sowas von egal, ich bin sogar dafür, dass man kleiner Greta einen Nobelpreis verleihen sollte und man deren Kopf auf den Münzen prägen sollte. Was mir nicht egal ist, das Muttimerkel so von ihr fasziniert ist, dass sie gleich mit Gretasteuer kommt.

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          Stina

          30. Juli 2019 15:08 at 15:08

          @Grünistdieneueabzocke, warum sind Sie denn so böse und unverschämt zu mir? Sehen Sie doch die Struktur und die Einrückungen der Kommentare und Antworten an, dann sehen Sie, dass ich dem hässlichen Wolf geantwortet habe, nicht Ihnen. Und fragen Sie lieber den Kerl, wo er wann rausgekrochen ist!

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            Stina

            30. Juli 2019 20:13 at 20:13

            Liebe Stina, tut mir sehr leid, da habe ich wohl etwas übersehen. Bitte entschuldigen Sie vielmals, dass ich Sie deshalb schräg angemacht und beleidigt habe. Wird nicht wieder vorkommen, versprochen!

            Ach, lieber Grünistdieneueabzocke, sowas kann im Eifer des Gefechts schon mal passieren. Kein Problem, Sie haben sich ja nett und aufrichtig entschuldigt, was ich natürlich gerne annehme.

            So könnte es auch funktionieren, warum sind eigentlich immer alle so aggressiv und schlecht gelaunt?

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    Tino Gruchmann

    29. Juli 2019 14:38 at 14:38

    Mit der C02 Steuer die jedes Jahr steigen wird haben wir auch wieder Inflation, einfach mal abwarten. Übrigens, mehr als 50% der Bevölkerung Besitz fast nichts was bei höheren Zinsen Erträge abwerfen könnte, man sollte sich einfach mal fragen ob das aktuelle Wirtschafts und Geldsystem verändert werden sollte, unser System ist so aufgebaut das irgendwann die Schulden nicht mehr bezahlt werden können, dann gab es früher Krieg, da ziehe ich Negativzinsen vor bis auch das nicht mehr funktioniert

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      silverfarmer

      29. Juli 2019 18:08 at 18:08

      …Tino zieht Negativzinsen vor….? Ja was denn und unsere Kanzler (in) haben fürs Schulden machen einen Persilschein! Na bitte, die sollen die Staaten endlich so führen wie wir alle unseren Haushalt.
      Und Krieg gibt es sowieso gerade in über 40 Ländern weltweit. Halt eben nicht bei uns, wofür wir natürlich dankbar sind.
      Leider wird alles viel schlicmmer. Von der Leyen, Lagarde und Macron brave Rothschildvasallen haben jetzt freie Bahn.

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        Feedback

        29. Juli 2019 21:05 at 21:05

        Ich lasse mich gern verbessern aber meines Wissens ist ein echtes Sparbuch positiv zu verzinsen, was so auch gesetzlich geregelt ist. Also keine Panik. Ja Gesetze sind schnell geändert aber nicht von der EZB. Somit reden wir von Geldmarkt o.ä.. Zur Not gibts auch noch Liquiditätsfonds. Alles nicht prikelnd aber die Sparer unter 100.000 können ausweichen. Das der deutsche Sparer die maroden Banken der Südländer finanziert ist ja nichts neues und zum Dank werden unsere dafür wohl in ein zwei Jahren auch alle so marode sein. Was man aus dem Wissen für Lehren zieht, ist das wichtige! Vielleicht sind wir deutschen Sparer einfach zu doof und dann geschieds uns vielleicht zurecht oder? ;)

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    Jürgen Kempe

    30. Juli 2019 00:05 at 00:05

    was ist denn dann mit Lebensversicherungen etc…???

    • Avatar

      Grünistdieneueabzocke

      30. Juli 2019 10:40 at 10:40

      Die niedrigen Zinsen von unter einem Prozent machen die Absicherung der Lebensversicherung nicht mehr rentabel. Die Versicherer werden Schwierigkeiten haben, das Versprochene zu erfüllen.

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    sufaap2008

    30. Juli 2019 12:08 at 12:08

    @Jürgen Kempe @Grünistdieneueabzocke Sie können versuchen Ihre Lebensversicherungen falls diese zwischen Mitte´94 und Ende´07 abgeschlossen wurden wegen einer Reihe Formfehler, wie fehlerhafte Widerrufsbelehrung oder unvollständige Verbraucherinformationen zu widerrufen. Im Erfolgsfall bekommen Sie alle Beiträge erstattet plus Zinsen. Lassen Sie am besten die Verträge von Juristen prüfen, es loht sich.

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      Michael

      30. Juli 2019 13:08 at 13:08

      @sufaap2008, warum sollte man eine private Lebens- oder Rentenversicherung aus den 90er Jahren widerrufen? Die haben eine garantierte Verzinsung um die 5% p.a. zzgl. der garantierten bereits erreichten Überschussbeteiligung. Meine Verträge aus den 90er Jahren haben z. B. eine garantierte laufende Verzinsung (Garantiezins + bereits erreichte Überschüsse) von rund 7% und erhalten am Ende auch noch eine Schlussüberschussbeteiligung. Dazu sind sie bei Rentenbeginn steuerfrei.

      • Avatar

        Gixxer

        30. Juli 2019 16:14 at 16:14

        Meine Lebensversicherung aus den 90ern hat eine Garantieverzinsung von 4 oder knapp über 4%. Trotzdem bleibt nichts übrig, da die Garantieverzinsung nur auf den Sparanteil besteht, also Einzahlung abzüglich Kosten.
        Außerdem kommt hinzu, dass früher zugesagte Überschussbeteiligungen und Schlussüberschussbeteiligungen und wie die alle heißen alle ersatzlos gestrichen wurden.
        Ich weiß ja nicht, ob die bei Ihnen wirklich garantiert sind, bei mir waren sie es anscheinend nicht.
        Ich wäre daher selbst bei Verträgen aus den 90ern sehr vorsichtig.

      • Avatar

        Shong09

        30. Juli 2019 16:17 at 16:17

        Ist eben die Frage, ob das LV UN solange durchhält. In CHF und EU gehts bei diesen UN nur darum, die Insolvenz möglichst lange hinauszuzögern. Und das sagte der Manager nicht erst gestern. Wenn ihre Ausgaben ständig höher als ihre EInnahmen sind, müssen Sie zwangsläufig an einem bestimmten Zeitpunkt Insolvenz anmelden.
        Sie spielen auf Turnaround oder sonstwas, andere Ratten verlassen rechtzeitig das sinkende Schiff.

        Sie haben lediglich die Vorteile beschrieben, ich habe jetzt die Risiken ergänzt, ohne sonstige Verschlechterungen zu erwähnen. Jetzt würde mich Ihre Schlussfolgerung interessieren

    • Avatar

      Grünistdieneueabzocke

      30. Juli 2019 13:57 at 13:57

      Vielen Dank! Die Möglichkeit kannte ich gar nicht.

  6. Avatar

    Michael

    30. Juli 2019 17:38 at 17:38

    @Shong09, @Gixxer, ich antworte mal beiden in einem Aufwasch.
    Es handelt sich um eine private Rentenversicherung und keine Kapitallebensversicherung. Hier entfällt also der Risikoanteil für die Todesfalleistung, was dadurch natürlich den Garantiezins etwas erhöht und die Abschlussprovision senkt. Die Versicherer setzen die Überschussbeteiligung jedes Jahr neu fest. Laufende Überschüsse aus den vergangenen Jahren sind dabei grundsätzlich fest zugesagt und können und dürfen nicht mehr gestrichen werden. Am Ende des Vertrags gibt es außerdem noch den Schlussüberschuss und eine Beteiligung an den Bewertungsreserven des Unternehmens. Diese sind nicht garantiert.

    Ich habe meine Verträge bei der Allianz, die sollte mit am längsten durchhalten. So sehr viele Jahre sind es ja auch nicht mehr, bis die Verträge fällig werden. Das Hauptproblem für alle neuen Lebensversicherungskunden ist aber, dass die Versicherer viel Geld in die Hand nehmen müssen für die bereits bestehenden Altverträge mit hohen Garantieverzinsungen, also zum Beispiel aus den Jahren 1994 bis 1999. Deshalb gibt es ja auf neuere Versicherungen so gut wie keine Rendite mehr.

    Damit die Lebensversicherungen auch in Zukunft ihre Garantien erfüllen können, hat ihnen der Gesetzgeber die sogenannte Zinszusatzreserve auferlegt. Die Versicherer müssen diese Rücklage bilden, weil sie auch in den kommenden Jahren die hohen versprochenen Zinsen wahrscheinlich aus dem laufenden Geschäft nicht finanzieren können. Seit 2011 haben die Versicherungen etwa 65 Milliarden Euro in dieser Reserve zurückgelegt. Für 2019 erwartet die Versicherungswirtschaft, dass weitere 6 Milliarden im Topf landen.

    Dieses Geld brauchen sie vor allem, um die hoch verzinsten Altverträge bedienen zu können. Das schmälert die Aussichten für die Überschussbeteiligung für Neuverträge, denn das Geld, das die Versicherung erwirtschaftet, fließt erstmal in die Zinszusatzreserve.

    Der Allianz geht es nicht so schlecht, man macht sogar gute Gewinne in der Lebens- und Krankenversicherungssparte:
    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/allianz-haelt-gewinn-stabil-und-zahlt-mehr-dividende-a-1193810.html
    https://www.allianzdeutschland.de/wp-content/uploads/2018/09/allianz-lebensversicherungs-ag-geschaeftsbericht-2017.pdf

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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