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Auf Ihr Sparbuch zahlen Sie bald Strafzinsen!

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Ist das unrealistisch? Panikmache? Nein. Es wird mit zunehmender Wahrscheinlichkeit bald Realität werden. Sie als deutscher Michel, als Kleinsparer, zahlen bald wohl Strafzinsen, wenn Sie Geld auf ihrem Sparkonto oder Tagesgeldkonto liegen haben. Schon heute ist das bei den aller meisten Banken Realität für Kunden mit höheren Geldeinlagen, of von mehreren hunderttausenden oder Millionen Euro.

Strafzinsen der EZB für die Banken

Der Grund ist naheliegend. Seit Jahren berechnet die EZB 0,40% Strafzinsen (Negativer Banken-Einlagenzins). Letztes Jahr haben deutsche Banken 2,4 Milliarden Euro Strafzinsen an die Bundesbank zahlen müssen. Wenn Banken mehr Spargelder von Kunden in den Büchern als ausgegebene Kreditvolumen haben, dann entsteht ein Überschuss an Guthaben. Auf diesen Überschuss müssen die Banken bei der EZB (de facto vor Ort bei der Bundesbank) diesen Strafzins entrichten. Die Banken versuchen schon fast alles um zu extrem niedrigen Konditionen Kredite rauszufeuern, aber irgendwann hat jeder Kunde halt einen Kredit, der nicht bei 3 auf den Bäumen war.

Bisher hieß es: Gut, wir (die Banken) sparen wo wir nur können, schließen Filialen, entlassen Mitarbeiter, erhöhen Kontogebühren für die Kunden, und verlangen Strafzinsen von Kunden mit großen Guthaben. Auch Firmenkunden sind davon in der Regel betroffen. Mit diesen Maßnahmen konnten viele Banken den Strafzins der EZB sowie den ebenfalls vorhandenen Null-Leitzins teilweise ausgleichen. Noch bis grob gesagt Anfang dieses Jahres dachten Banken und Sparkassen (so unsere Einschätzung): Hey, so langsam ist das Ende der Nullzinsphase erreicht, vielleicht in einem Jahr beginnt die EZB damit die Zinsen anzuheben, und der Druck auf uns Banken lässt dann wieder nach.

Konjunktur im Eimer

Aber Pustekuchen! Die schwächelnde Konjunktur hat diesem Traum einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die EZB hat ja eigentlich nur das Mandat die Preisstabilität in der Eurozone zu gewährleisten. Aber es ist mehr als offensichtlich. Sie sieht sich genötigt nun voll dagegenzuhalten, und die aufkommende Krise erst gar nicht entstehen zu lassen. Auch wenn die EZB letzte Woche keine Zinsen gesenkt hat.

Die Aussagen von Mario Draghi waren mehr als eindeutig. Man sei sehr unglücklich mit der aktuellen Inflation, und man werde das aktuelle Niveau nicht tolerieren. Gleich mehrmals sagte er dies, gefühlt 100 Mal in dieser PK (hier die wichtigsten Aussagen gerne nochmal nachlesen). Die Aussagen von Mario Draghi lassen eigentlich nur den Schluss zu, dass erstens die Zinsen bei der nächsten EZB-Entscheidung im September sinken werden, und dass zweitens die Phase abgeschaffter Zinsen oder sogar noch weiter ins Negative fallender Zinsen noch lange anhalten wird!

Dazu kommt noch, dass der Dachverband der Volks- und Raiffeisenbanken erst vor Kurzem eindeutig gesagt hat, dass bei anhaltenden Null- und Negativzinsen die Strafzinsen wohl auf alle Bankkunden ausgeweitet werden müssten. Ähnlich hat sich danach auch noch der Sparkassenverband aus Baden-Württemberg geäußert. Tja, aber was will man machen? Ein Appell der Bankenlobby an die Politik? Die EZB ist ja unabhängig.

Strafzinsen für die kleinen Spareinlagen

Man darf davon ausgehen, dass der Trend unausweichlich ist. Die Banken werde reihenweise Strafzinsen auch für den normalen Kleinsparer einführen. Auch wenn man jetzt vielleicht sagt 0,40% negativer Zins ist nicht so schlimm. Oben drauf kommt ja noch die Inflation. Die steht in Deutschland jüngst bei 1,6%. Dann hätte der Kleinsparer einen jährlichen realen Wertverlust von 2,0% auf seinen Einlagen. Und das mal fünf Jahre am Stück, das läppert sicht! Und das, weil die EZB den Banken Strafzinsen aufdrückt! Und warum tut sie das überhaupt? Damit die Banken auf Teufel komm raus Kredite herausreichen, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren.

Aber diese Instrumente funktionieren doch schon seit Jahren nicht. Warum also sollten noch tiefere Zinsen jetzt wirken? Genau diese Frage stellte ein Journalist letzten Donnerstag Mario Draghi in der PK. Antwort Draghi: Doch, diese Maßnahmen hätten die letzten Jahre super funktioniert. Dazu unsere Anmerkung: Wenn diese Maßnahmen so gut funktioniert haben, warum ist die EZB dann jetzt so unzufrieden mit der viel zu niedrigen Inflation, die in der Eurozone insgesamt nur bei 1,3% liegt?

Die jüngsten Daten zeigen, dass die Teuerung in Euroland demnächst noch schlechter laufen könnte. Die deutschen Importpreise sind letzte Woche mit -2% im Jahresvergleich vermeldet worden. Ein heftiger deflationärer Schritt als Vorlaufindikator für die Verbraucherpreise! Auch die von der EZB letzte Woche nach der PK veröffentlichten Inflationserwartungen wurden weiter gesenkt. Es geht also aller höchst wahrscheinlich weiter abwärts mit den Zinsen in Euroland. Und die Strafzinsen auf kleine normale Spareinlagen werden kommen – zumindest steigt die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario immer weiter an!

Dank Mario Draghi wohl bald Strafzinsen für aller Sparkunden
Mario Draghi. Foto: © European Central Bank 2019

22 Kommentare

22 Comments

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    Koch

    29. Juli 2019 11:15 at 11:15

    Hoffentlich kommen die Strafzinsen ab jedem Einlagebetrag.Der Deutsche merkt ansonsten überhaupt niemals,welche alternativlose aber unfähige Regierung er hat.Der €uro wird so stark wie die Mark!Zitat vom Buschigen!Ich glaube uns hilft nur noch der „totale Bankrun“.Mit dem Totalen kennt sich der Michel ja aus.

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    Armin Wolf

    29. Juli 2019 12:41 at 12:41

    Greta stinkt schlimmer als mein Diesel

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      Michael

      29. Juli 2019 13:19 at 13:19

      @Armin Wolf, Entschuldigung, wovon reden Sie eigentlich? Greta, Diesel, Gestank? Geht es hier nicht um Spareinlagen und Strafzinsen?

    • Avatar

      leftutti

      29. Juli 2019 21:36 at 21:36

      Sehr geehrter Herr Wolf, ich hoffe, Sie spielen mit Ihrem Kommentar nicht auf Greta Thunberg an?! Im Sinne menschenverachtender Primitivlinge à la:
      https://outlet.shirtzshop.de/aktionsartikel/greta-stinkt-schlimmer-als-mein-diesel-aufkleber/10032

      P.S.
      @Mark in the Moon, Andi, dm, md, Roberto: Vergessen Sie jetzt nur nicht die Schizo-Monolog-Behauptung auf dünnstem Eis zu posten, wie ein Arktis-Glaziologe zu scherzen pflegt 😉 Schließlich dürfen doch Michael, Lars, Columbo, Harry und ich nicht mehr gleichzeitig auf ein Thema antworten, ohne uns als Mitglieder zu outen…

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      Uppsala

      30. Juli 2019 08:29 at 08:29

      Bei uns ist Greta mittlerweile zum einem Symbol für Greenbusiness und grüne Abzocke geworden. Anscheinend lässt sich tatsächlich mit allem das Geld verdienen

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        leftutti

        30. Juli 2019 10:03 at 10:03

        …wie man an dem Ekelshop für Hohlbirnen gut sehen kann 😂 😂

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        Grünistdieneueabzocke

        30. Juli 2019 10:36 at 10:36

        Bravissimo! Der ganze grüne Hype ist doch nur die Gelegenheit dem Michl wieder ein Paar Groschen aus der Tasche zu ziehen! Grüne Steuer werden kommen.

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      Stina

      30. Juli 2019 11:31 at 11:31

      Ja die kleine Greta, die passt wohl nicht so recht in Ihr Idealbild vom blonden, gesunden, fleißigen und unterwürfigen deutschen Mädchen?

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        Grünistdieneueabzocke

        30. Juli 2019 13:50 at 13:50

        Stina was schreiben Sie da für ein wirres Zeug, aus welchem Jahrtausend sind Sie denn rausgekrochen. Die Greta ist mir sowas von egal, ich bin sogar dafür, dass man kleiner Greta einen Nobelpreis verleihen sollte und man deren Kopf auf den Münzen prägen sollte. Was mir nicht egal ist, das Muttimerkel so von ihr fasziniert ist, dass sie gleich mit Gretasteuer kommt.

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          Stina

          30. Juli 2019 15:08 at 15:08

          @Grünistdieneueabzocke, warum sind Sie denn so böse und unverschämt zu mir? Sehen Sie doch die Struktur und die Einrückungen der Kommentare und Antworten an, dann sehen Sie, dass ich dem hässlichen Wolf geantwortet habe, nicht Ihnen. Und fragen Sie lieber den Kerl, wo er wann rausgekrochen ist!

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            Stina

            30. Juli 2019 20:13 at 20:13

            Liebe Stina, tut mir sehr leid, da habe ich wohl etwas übersehen. Bitte entschuldigen Sie vielmals, dass ich Sie deshalb schräg angemacht und beleidigt habe. Wird nicht wieder vorkommen, versprochen!

            Ach, lieber Grünistdieneueabzocke, sowas kann im Eifer des Gefechts schon mal passieren. Kein Problem, Sie haben sich ja nett und aufrichtig entschuldigt, was ich natürlich gerne annehme.

            So könnte es auch funktionieren, warum sind eigentlich immer alle so aggressiv und schlecht gelaunt?

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    Tino Gruchmann

    29. Juli 2019 14:38 at 14:38

    Mit der C02 Steuer die jedes Jahr steigen wird haben wir auch wieder Inflation, einfach mal abwarten. Übrigens, mehr als 50% der Bevölkerung Besitz fast nichts was bei höheren Zinsen Erträge abwerfen könnte, man sollte sich einfach mal fragen ob das aktuelle Wirtschafts und Geldsystem verändert werden sollte, unser System ist so aufgebaut das irgendwann die Schulden nicht mehr bezahlt werden können, dann gab es früher Krieg, da ziehe ich Negativzinsen vor bis auch das nicht mehr funktioniert

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      silverfarmer

      29. Juli 2019 18:08 at 18:08

      …Tino zieht Negativzinsen vor….? Ja was denn und unsere Kanzler (in) haben fürs Schulden machen einen Persilschein! Na bitte, die sollen die Staaten endlich so führen wie wir alle unseren Haushalt.
      Und Krieg gibt es sowieso gerade in über 40 Ländern weltweit. Halt eben nicht bei uns, wofür wir natürlich dankbar sind.
      Leider wird alles viel schlicmmer. Von der Leyen, Lagarde und Macron brave Rothschildvasallen haben jetzt freie Bahn.

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        Feedback

        29. Juli 2019 21:05 at 21:05

        Ich lasse mich gern verbessern aber meines Wissens ist ein echtes Sparbuch positiv zu verzinsen, was so auch gesetzlich geregelt ist. Also keine Panik. Ja Gesetze sind schnell geändert aber nicht von der EZB. Somit reden wir von Geldmarkt o.ä.. Zur Not gibts auch noch Liquiditätsfonds. Alles nicht prikelnd aber die Sparer unter 100.000 können ausweichen. Das der deutsche Sparer die maroden Banken der Südländer finanziert ist ja nichts neues und zum Dank werden unsere dafür wohl in ein zwei Jahren auch alle so marode sein. Was man aus dem Wissen für Lehren zieht, ist das wichtige! Vielleicht sind wir deutschen Sparer einfach zu doof und dann geschieds uns vielleicht zurecht oder? 😉

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    Jürgen Kempe

    30. Juli 2019 00:05 at 00:05

    was ist denn dann mit Lebensversicherungen etc…???

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      Grünistdieneueabzocke

      30. Juli 2019 10:40 at 10:40

      Die niedrigen Zinsen von unter einem Prozent machen die Absicherung der Lebensversicherung nicht mehr rentabel. Die Versicherer werden Schwierigkeiten haben, das Versprochene zu erfüllen.

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    sufaap2008

    30. Juli 2019 12:08 at 12:08

    @Jürgen Kempe @Grünistdieneueabzocke Sie können versuchen Ihre Lebensversicherungen falls diese zwischen Mitte´94 und Ende´07 abgeschlossen wurden wegen einer Reihe Formfehler, wie fehlerhafte Widerrufsbelehrung oder unvollständige Verbraucherinformationen zu widerrufen. Im Erfolgsfall bekommen Sie alle Beiträge erstattet plus Zinsen. Lassen Sie am besten die Verträge von Juristen prüfen, es loht sich.

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      Michael

      30. Juli 2019 13:08 at 13:08

      @sufaap2008, warum sollte man eine private Lebens- oder Rentenversicherung aus den 90er Jahren widerrufen? Die haben eine garantierte Verzinsung um die 5% p.a. zzgl. der garantierten bereits erreichten Überschussbeteiligung. Meine Verträge aus den 90er Jahren haben z. B. eine garantierte laufende Verzinsung (Garantiezins + bereits erreichte Überschüsse) von rund 7% und erhalten am Ende auch noch eine Schlussüberschussbeteiligung. Dazu sind sie bei Rentenbeginn steuerfrei.

      • Avatar

        Gixxer

        30. Juli 2019 16:14 at 16:14

        Meine Lebensversicherung aus den 90ern hat eine Garantieverzinsung von 4 oder knapp über 4%. Trotzdem bleibt nichts übrig, da die Garantieverzinsung nur auf den Sparanteil besteht, also Einzahlung abzüglich Kosten.
        Außerdem kommt hinzu, dass früher zugesagte Überschussbeteiligungen und Schlussüberschussbeteiligungen und wie die alle heißen alle ersatzlos gestrichen wurden.
        Ich weiß ja nicht, ob die bei Ihnen wirklich garantiert sind, bei mir waren sie es anscheinend nicht.
        Ich wäre daher selbst bei Verträgen aus den 90ern sehr vorsichtig.

      • Avatar

        Shong09

        30. Juli 2019 16:17 at 16:17

        Ist eben die Frage, ob das LV UN solange durchhält. In CHF und EU gehts bei diesen UN nur darum, die Insolvenz möglichst lange hinauszuzögern. Und das sagte der Manager nicht erst gestern. Wenn ihre Ausgaben ständig höher als ihre EInnahmen sind, müssen Sie zwangsläufig an einem bestimmten Zeitpunkt Insolvenz anmelden.
        Sie spielen auf Turnaround oder sonstwas, andere Ratten verlassen rechtzeitig das sinkende Schiff.

        Sie haben lediglich die Vorteile beschrieben, ich habe jetzt die Risiken ergänzt, ohne sonstige Verschlechterungen zu erwähnen. Jetzt würde mich Ihre Schlussfolgerung interessieren

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      Grünistdieneueabzocke

      30. Juli 2019 13:57 at 13:57

      Vielen Dank! Die Möglichkeit kannte ich gar nicht.

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    Michael

    30. Juli 2019 17:38 at 17:38

    @Shong09, @Gixxer, ich antworte mal beiden in einem Aufwasch.
    Es handelt sich um eine private Rentenversicherung und keine Kapitallebensversicherung. Hier entfällt also der Risikoanteil für die Todesfalleistung, was dadurch natürlich den Garantiezins etwas erhöht und die Abschlussprovision senkt. Die Versicherer setzen die Überschussbeteiligung jedes Jahr neu fest. Laufende Überschüsse aus den vergangenen Jahren sind dabei grundsätzlich fest zugesagt und können und dürfen nicht mehr gestrichen werden. Am Ende des Vertrags gibt es außerdem noch den Schlussüberschuss und eine Beteiligung an den Bewertungsreserven des Unternehmens. Diese sind nicht garantiert.

    Ich habe meine Verträge bei der Allianz, die sollte mit am längsten durchhalten. So sehr viele Jahre sind es ja auch nicht mehr, bis die Verträge fällig werden. Das Hauptproblem für alle neuen Lebensversicherungskunden ist aber, dass die Versicherer viel Geld in die Hand nehmen müssen für die bereits bestehenden Altverträge mit hohen Garantieverzinsungen, also zum Beispiel aus den Jahren 1994 bis 1999. Deshalb gibt es ja auf neuere Versicherungen so gut wie keine Rendite mehr.

    Damit die Lebensversicherungen auch in Zukunft ihre Garantien erfüllen können, hat ihnen der Gesetzgeber die sogenannte Zinszusatzreserve auferlegt. Die Versicherer müssen diese Rücklage bilden, weil sie auch in den kommenden Jahren die hohen versprochenen Zinsen wahrscheinlich aus dem laufenden Geschäft nicht finanzieren können. Seit 2011 haben die Versicherungen etwa 65 Milliarden Euro in dieser Reserve zurückgelegt. Für 2019 erwartet die Versicherungswirtschaft, dass weitere 6 Milliarden im Topf landen.

    Dieses Geld brauchen sie vor allem, um die hoch verzinsten Altverträge bedienen zu können. Das schmälert die Aussichten für die Überschussbeteiligung für Neuverträge, denn das Geld, das die Versicherung erwirtschaftet, fließt erstmal in die Zinszusatzreserve.

    Der Allianz geht es nicht so schlecht, man macht sogar gute Gewinne in der Lebens- und Krankenversicherungssparte:
    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/allianz-haelt-gewinn-stabil-und-zahlt-mehr-dividende-a-1193810.html
    https://www.allianzdeutschland.de/wp-content/uploads/2018/09/allianz-lebensversicherungs-ag-geschaeftsbericht-2017.pdf

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1 und 2 Cent Münzen abschaffen? EU-Kommission mit Erklärung

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Beispielfoto für Euro Cent Münzen

Plant die EU-Kommission die Abschaffung von 1 und 2 Cent-Münzen? Oder will sie zumindest die Entwicklung hierzu vorantreiben? Geht es um eine „dunkle Verschwörung“ zur Abschaffung von Bargeld? Wir hatten heute früh bereits einen Artikel veröffentlicht, weil ein Papier der EU-Kommission zum Thema 1 und 2 Cent-Münzen vorab an die Öffentlichkeit gelangt war. Jetzt hat die EU-Kommission dazu eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Wir drucken sie hier im Wortlaut (denken Sie sich dazu gerne Ihren Teil):

Das heute verabschiedete Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission sieht auch vor, dass die Kommission die Verwendung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen evaluieren und auf der Grundlage dieser Evaluierung die Möglichkeit der Einführung gemeinsamer Rundungsregeln prüfen wird.

Dieses Vorhaben hat in den deutschen Medien und der Öffentlichkeit großes Interesse hervorgerufen. Das Arbeitsprogramm enthält jedoch keine endgültige Entscheidung oder einen Vorschlag zur Verwendung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen oder zur Rundung.

Im Rahmen ihrer Bewertung wird die Kommission ein breites Spektrum von Interessengruppen zu dieser Frage konsultieren, einschließlich anderer Institutionen, der zuständigen nationalen Behörden und der Zivilgesellschaft. Etwaige künftige Vorschläge für Rundungsregeln würden auf dem Ergebnis dieser Bewertung beruhen und erst nach Abschluss dieses Prozesses gemacht werden. Wie immer würde die Kommission dabei auch eine Folgenabschätzung vorlegen. Die Konsultationen werden voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen (3. Quartal 2020). Das Ergebnis der Konsultationen soll dann Anfang 2021 vorgelegt werden.

Ob die beiden kleinsten Stückelungen (1 und 2 Cent) sinnvoll sind, wird seit ihrer Einführung kontrovers diskutiert. Bei dieser Diskussion geht es vor allem um die – in Anbetracht des Nennwerts dieser Münzen – hohen Herstellungs- und Geldbearbeitungskosten, um den erheblichen Schwund bei den im Umlauf befindlichen Münzen und um den nach über 17 Jahren seit ihrer Einführung eingetretenen Verfall ihrer Kaufkraft.

Seit 2002 ist es in Finnland Pflicht, die Kaufsummen bei Barzahlung auf die nächsten fünf Cent zu runden. Im Jahr 2004 wurde die Rundung auch in den Niederlanden gängige Praxis. 2014 hat Belgien ein Gesetz über die freiwillige Rundung eingeführt, gefolgt von Irland im Jahr 2015. 2017 hat Italien ein Gesetz verabschiedet, das die Rundung verpflichtend vorschreibt, und stellte die Prägung von 1 Cent- und 2 Cent-Münzen ein. Allerdings ist die Rundung bisher weder in Belgien noch in Italien zur Norm geworden.

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Warum sich das Coronavirus in China so rasend verbreiten kann

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Laut offiziellen Angaben aus China sind inzwischen mehr als 6000 Menschen im Reich der Mitte durch das Coronavirus erkrankt, 132 Menschen sind daran verstorben (heute um 15Uhr deutscher Zeit wird die WHO eine Presssekonferenz geben). Die tatsächliche Zahl der Erkrankten dürfte aber viel höher sein – das sagen zwei Amerikaner, die lange in China gelebt haben. Einer hat jahrelang in Shenzhen als Mediziner gearbeitet – seine Aufgabe war es, amerikanische Standards in chinesischen Krankenhäuser zu vermitteln. Daher hat er noch Kontakt zu vielen Ärzten in Shenzhen, die ihm über deutlich höhere Zahlen von Erkrankten in den Krankenhäusern der Stadt berichten als offiziell gemeldet.

Einer der zentralen Gründe für die rasche Ausbreitung des Coronavirus in China sind die unzureichenden hygienischen Verhältnisse auch und gerade in chinesischen Krankenhäusern – es fehlt meist etwa Seife zur Handreinigung. Zentrale Viren-Quellen sind jedoch die „wet markets“ („Feucht-Märkte“), auf denen unter hygienisch katastrophalen Umständen (tote oder noch lebendige) Tiere verkauft werden. Eine Kühlung des Fleisches in meist feuchtwarmen Klima erfolgt fast nie, und das selbst in ansonsten technisch hochgradig entwickelten chinesischen Mega-Städten wie Shenzhen.

Die beiden US-Amerikaner sind offenkundig mit Chinesinnen verheiratet (oder chinesisch-stämmigen Frauen) und besitzen daher angeheiratete Verwandschaft in China. Sie beleuchten vorurteilsfrei die kulturellen Hintergründe, die zur Ausbreitung des Virus in China maßgeblich beitragen (etwa indem tierisches Blut konsumiert wird aus kulturell verankerten abergläubischen Motiven)  – dabei liegt ihr Fokus auf den „wet markets“, die sie während ihres Aufenthals in China gefilmt hatten.

Beide sehen die Reaktion der Pekinger Regierung auf den Ausbruch des Virus – im Gegensatz zu vielen westlichen Medien) – sehr kritisch, und beschreiben, wie selbst nach der Verhängung der Quarantäne in Wuhan viele Menschen mit Duldung der Polizei problemlos aus der Stadt entweichen konnten. Sie zeigen, dass  die Dimension der Epidemie viel höher ist als bisher im Westen wahrgenommen und vermitteln dabei Informationen aus erster Hand (dass das Video bereits am 24.01. aufgenommen wurde, ändert nichts an seiner Wertigkeit). Absolut sehenswert, geradezu ein „must see“ (das Video ist auf englisch):

Wet markets in China sind Brutstätten für Viren

By FuriousGeorge1 from (optional) – Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2488362

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Bargeld nach und nach abschaffen? Nein, es geht nur um die „gute Sache“

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Bargeld Beispielbild

Wollen die „dunklen Mächte“ aus Politik und Finanzindustrie den Bürger völlig gängeln und das Bargeld nach und nach abschaffen? Alles nur eine billige Verschwörungstheorie? Der Vorteil einer Welt ohne Bargeld wäre vor allem die totale Kontrolle. Nicht dass sich der Staat dafür interessiert, was wir so alles einkaufen mit unseren Kartenzahlungen. Nein, es geht darum, dass der Bürger ohne Bargeld nicht mehr vor dem Finanzsystem fliehen kann. Droht ein Banken-Zusammenbruch, kann man sein Geld nicht mehr von der Bank in bar abheben und unters Kopfkissen legen. Man ist den Banken ausgeliefert. Noch wichtiger: Schrauben die Notenbanken die Zinsen noch weiter ins Negative, könnten die Banken sie ohne Angst in voller Höhe an die kleinen Privatkunden weiterreichen, ohne dass die sich wehren könnten. Und dass starke Negativzinsen grundsätzlich eine Idee sind um zum Beispiel Rezessionen zu bekämpfen, zeigte der IWF letztes Jahr bereits in einem Papier.

Das böse Bargeld

Denn heutzutage kann man noch, sollten die Banken großflächig ab dem ersten Euro Negativzinsen einführen, einfach zur Bank gehen, sein Geld in bar abheben, und zack, fertig, man hat als Bürger und Kunde für sich persönlich den Strafzins verhindert. Aber ohne Bargeld geht das nicht mehr, und man würde quasi genötigt werden sein Geld zu verkonsumieren, oder in tolle Fondsprodukte der Banken zu stecken. Aber gut, kommen wir zum Hier und Jetzt. Planen die „dunklen Mächte“ die Abschaffung von Bargeld? Das ist wohl Ansichtssache. In Schweden zum Beispiel gibt es zwar kein Gesetz, das Bargeld verbietet. Aber wenn immer mehr Einzelhändler zum Beispiel gar kein Bargeld mehr annehmen, dann ist das nichts anderes als eine verdeckte Abschaffung von Bargeld.

Und in Euroland? Die EZB hatte bereits den 500 Euro-Schein abgeschafft, in dem man durch die Beendigung des Drucks neuer Scheine quasi eine indirekte Abschaffung veranlasste. Begründung: Kampf gegen Terror und Geldwäsche. Was für ein Quatsch! Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass mit der Abschaffung dieser Banknote Terror oder Geldwäsche in irgendeiner Form erschwert wird! Letztes Jahr hatte sogar die Bundesbank sogar ganz offiziell in einem ihrer Berichte klar dargelegt, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang gebe. Zitat auszugsweise:

Wissenschaftliche Belege zum Umfang der aus Schattenwirtschaft und Kriminalität resultierenden Bargeldnachfrage sind aufgrund des illegalen Charakters der Aktivitäten nur schwer zu erbringen. Empirische Untersuchungen der Schattenwirtschaft sind deswegen überdurchschnittlich unsicher, sodass alle Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten. Oft wird lediglich auf anekdotische Evidenz zurückgegriffen, die direkt an der Höhe des Bargeldumlaufs oder des Umlaufs großer Banknotenstückelungen ansetzt.

Die lästigen Münzen

Und ja, die lieben Euro-Münzen. Wie auch die Scheine sind sie ganz reale handfeste Zahlungsmittel, die dem Bürger nicht durch eine Bankenschließung weggenommen werden können. Was der Bürger in der Tasche hat, hat er in der Tasche! Und was hört man ganz aktuell? Soll Die Abschaffung von Bargeld forciert werden? Nein, aber nein, natürlich nicht!? Es geht nur „um das Wohl aller“, so möchten wir es formulieren. Aktuell läuft es unter der Überschrift „Entbürokratisierung“. Wie aktuelle Berichte zeigen, gibt es eine Initiative der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen, um die Bürokratie zu entrümpeln. Aber komisch, warum das Papier vertraulich ist und nicht an die Öffentlichkeit kommen sollte? Was wäre da naheliegender als 1 und 2 Cent-Münzen abzuschaffen. Es gehe nämlich darum das Leben der Bürger in Europa einfacher zu machen. Die Sprache ist von „Vereinfachungspotenzial und Fitness-Check“.

Es geht um einen Vorschlag für „einheitliche Rundungsregeln“ beim Bezahlen mit Münzen. Daher sollen 1 und 2 Cent-Münzen verschwinden, und man soll auf volle 5 Cents auf- und abrunden. Nur ein weiterer Schritt hin zur Abschaffung von Bargeld? Aber nein, das ist doch ganz sicher nur eine Verschwörungstheorie!? Frau von der Leyen geht es sicher nur um das Wohl der Bürger um die Vereinfachung des Alltags. Erwähnt wird im aktuellen Papier zum Beispiel, dass bei den kleinen Münzen die Herstellungs- und Transportkosten lästig seien. Aber, so möchten wir anmerken: Hat man nach dem lästigen 500er-Schein auch die 1 und 2 Cent-Münzen abgeschafft, fällt einem dann nicht auch auf, dass die Herstellungs- und Transportkosten für 10 und 20 Cent-Münzen genau so nervig und störend sind? Die könnte man dann ja auch abschaffen? Angeblich will Frau von der Leyen den Plan für die 1 und 2 Cent-Münzen heute offiziell vorstellen.

Den Bürgern das Bargeld madig zu machen, dazu gab es vom IWF unlängst einen tollen Vorschlag. Unfassbar, auch heute noch. Damit die Leute auf reines Buchgeld umsteigen, solle man einfach Bargeld abwerten. So könntem zum Beispiel bei der Abhebung von 100 Euro nur (ein einfaches Beispiel) nur 95 Euro aus dem Automaten kommen, sozusagen als Negativzins auf Bargeld? Auch könne man es so regeln, dass wer im Einzelhandel mit Bargeld bezahlt, höhere Preise zahlen muss als derjenige, der mit Karte zahlt. Sehen Sie dazu beim Klick an dieser Stelle einen sehr interessanten und ausführlichen Text.

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