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Wie die globale Wirtschaftskrise „weg-regiert“ und „weg-gedruckt“ wird

Claudio Kummerfeld

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Wirtschaftskrise bekämpfen mit Geld drucken und staatlichen Aktionen

Wirtschaftskrise? War da was? Unausgesprochen gilt seit der Finanzkrise 2008 die weltweite Grundhaltung bei den Regierungen: Es darf keine neue Krise geben. Man will kein Abdriften der Wähler hin zu extrem Parteien. Da muss alles glücklich und rosa rot weiterlaufen wie bisher. So eine Krise wie 2008 durfte sich niemals wiederholen. Deswegen hat die EZB nach der Finanzkrise auch die Zinsen auf Null gesenkt, und nie wieder angehoben. Natürlich, so darf man es annehmen, gab es dafür keine geheime Absprache in einem Hinterzimmer mit Frau Merkel oder Herrn Macron.

Das bedurfte es auch gar nicht. Die Notenbanker um Herrn Draghi wussten auch so, was zu tun war. So hatte Mario Draghi als EZB-Chef immer wieder die Regierungen ermahnt, sie müssten ihren Job machen und ihre Volkswirtschaften reformieren. Die EZB können ihnen nur Zeit erkaufen. Tja, getan hat sich strukturell nichts. Die Volkswirtschaften in Europa schwammen jahrelang auf einer Liquiditätswelle aus quasi Gratis-Geld, für das keine Zinskosten erwirtschaftet werden musste. Eine Wirtschaftskrise sollte es nie wieder geben.

Trotz schlimmer Wirtschaftskrise weniger Insolvenzen

Und auch jetzt in der Coronakrise, wo die Wirtschaftskrise in Form eines dramatischen Einbruchs im Bruttoinlandsprodukt (minus 12 Prozent in der Eurozone im 2. Quartal) nicht zu leugnen ist, da soll die Krise unter allen Umständen weg-regiert und weg-gedruckt werden. Und das natürlich nicht nur in Europa. Ganz aktuell zeigen Meldungen aus Japan, dass im Juli die Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig sind. Die Zahl lag bei 789 Fällen, das sind 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Während der Coronakrise gab es bei den Firmenpleiten in Japan noch keinen Anstieg. Man geht davon aus, dass dies an den umfangreichen Rettungsmaßnahmen der Regierung in Tokyo liegt. In Japan ist es seit geraumer Zeit Staatsraison alle Probleme mit der Druckerpresse zu lösen. Aber gelöst werden Probleme damit nicht, sondern nur in die Zukunft verschoben.

Zurück nach Europa. Natürlich wird auch in Euroland gerettet, was das Zeug hält. Die KfW vergibt zum Überstehen der aktuellen Wirtschaftskrise Kredite mit 100 Prozent Staatshaftung, welche die Geschäftsbanken problemlos durchreichen können (eine gute Sache für Unternehmen, die eigentlich gesund sind). Doch wie viele eigentlich kaputte Unternehmen werden damit weiterhin durchgefüttert, die schon vor Corona kaputt waren, und nur dank Nullzinsen überlebten? Jetzt geht die Party weiter. Und oben drauf kommt noch, dass in Deutschland seit März die Pflicht zur Insolvenzanmeldung bis Ende September ausgesetzt ist. Deswegen ist es nur logisch, dass wie in Japan auch in Deutschland die Zahl der Insolvenzen spürbar rückläufig ist. So kann man die Krise auch bekämpfen – in dem man sie durch Verordnungen einfach in die Zukunft verschiebt. Und ganz aktuell diese Woche wird bekannt, dass die zuständige Justizministerin (SPD) diese Aussetzung der Insolvenzpflicht bis Ende März 2021 verlängern will.

Bankenaufsicht gibt Banken die Chance die Bücher „sauber zu halten“

Über den Fall Italien berichteten wir bereits gestern. Dort schrumpft der Berg notleidender Kredite um satte 3 Milliarden Euro, von 71 auf 68 Milliarden Euro. Und das in nur einem Monat, mitten in der Krise. Eine höchst wundersame Gesundung der italienischen Volkswirtschaft mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten? Selbst wenn italienische Banken jüngst große Pakete an Schrottkrediten gegen Abschlag verkauft haben sollten, so müsste bei so einer drastischen Wirtschaftskrise der Berg an Schrottkrediten stark ansteigen. Banken in Italien nutzen wohl die selbe „geniale“ Sonderregel der europäischen Bankenaufseher wie wohl auch die deutschen Banken. Seit März müssen sie wegen Corona gestundete Kredite nämlich nicht als Kreditausfall in ihren Büchern abschreiben.

So kann man mitten in der Wirtschaftskrise wunderschöne Zahlen präsentieren! Das geht aber natürlich nur so lange, wie diese Ausnahmeregel in Kraft ist. Noch gilt sie bis Ende September. Man darf vermuten, dass diese Frist bis Jahresende oder noch darüber hinaus verlängert wird? Denn die Wirtschaftskrise, die muss ja irgendwie weg-regiert und weg-gedruckt werden. Ach ja… die immer weiter fallenden Zinsen hatten wir bereits erwähnt. Auch die USA haben sich letztlich dem globalen Sog angeschlossen und ihre Zinsen kräftig gesenkt. Zusammen mit den Billionen-Hilfsprogrammen flutet man alles und jeden mit Gratis-Geld. Kapitalkosten müssen nicht mehr verdient werden.

Schrottanleihen in USA mit immer geringerer Ausfallwahrscheinlichkeit?

Die Folge dieser Politik in den USA, in Kombination mit Billionen-Rettungen und Flutung am Interbankenmarkt: Selbst die Emissionen von Schrottanleihen, also Anleihen mit besonders hohem Ausfallrisiko, zeigen zuletzt dramatisch fallende Renditen. Mehr als 40 Prozent der jüngst verkauften Schrottanleihen hatten eine Rendite von weniger als 4 Prozent. Der Chart zeigt die Durschnittsrendite mit einem Hoch von über 11 Prozent zum Start der Coronakrise. Und jetzt ist man bei unter 5 Prozent angekommen. Der Markt sieht also eine immer weiter fallende Ausfallwahrscheinlichkeit für diese Anleihen. Wenn sowieso alles geflutet und gerettet wird, dann wird auch der Schrott mit durchgeschleppt durch diese Wirtschaftskrise? Oder anders gesagt: Die Anleger kaufen alles. Und wenn hier noch ein paar Prozent Rendite anfallen, warum nicht Schrottanleihen kaufen? Die Kurse steigen durch zunehmenden Kaufdruck, die Rendite sinkt.

Schaut man auf das Gesamtbild, dann kann man sagen: Es geht nach dem Prinzip „Hoffnung“. Die Politik will Zeit erkaufen, damit sich die Probleme (hoffentlich) von alleine lösen. Die Firmen gesunden (irgendwann) wieder, neue Jobs werden geschaffen, und alles geht weiter wie vor der Coronakrise. Und bis es soweit ist, wird gerettet und die Wirtschaftskrise optisch versteckt, wo es nur geht. Aber die Krise, die kann man eben nur verstecken, aber nicht per Dekret oder Gesetz verschwinden lassen.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Chris

    11. August 2020 12:04 at 12:04

    Welche 15 Großunternehmen fragen nach Staatshilfe an?
    Ist BMW dabei?

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    Johann Steinhaus

    11. August 2020 12:27 at 12:27

    Hallo Herr Kummerfeld, Situation perfekt beschrieben 👌

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    asisi1

    11. August 2020 14:51 at 14:51

    Das größte Problem hier ist, das die Verbrecher die das Alles anrichten, nicht von der Justiz verfolgt werden! Außerdem ist ihnen egal was das Volk macht, da sie ihr leistungsloses Einkommen und ihre dicken Pensionen , ohne Einschränkungen aufs Kono bekommen!
    Selbst wenn der Corona Mist x Jahre weiter geht, schadet es den Pensionen nicht!

  4. Pingback: das-bewegt-die-welt.de

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    thinkSelf

    11. August 2020 21:57 at 21:57

    Ich teile die Einschätzung von Herrn Kummerfeld weitgehend. Insbesondere auch die Einschätzung, dass es keiner „Absprachen“ zwischen den Regierungen und Wirtschaftsgruppen bedurfte. Das synchrone Verhalten erklärt sich alleine durch gleich gerichtete Interessen.

    Da die politische Ansage war, den Euro zu halten, gab es gar keine andere Möglichkeit als die Druckerpresse heiß laufen zu lassen (egal wer der EZB Präsident ist). Beides bedingt einander.

    Eine weitere Angst treibt das Establishment um. Da sie die EU insgesamt an die Wand gefahren haben, sind viele nur noch Mitglied solange sie Honig saugen können. Geht das nicht mehr, fällt das Gebilde in seiner heutigen Form auseinander. Und was sollen dann die ganzen Typen machen, deren Existenz und wahrgenommene Wichtigkeit ausschließlich daran hängt?

    „Es darf keine Krise geben“ würde ich allerdings umformulieren. Die korrekte Aussage ist „Der Durchschnittsdepp darf nicht merken das es eine Krise gibt.“ Zumindest nicht bis diejenigen die uns das eingebrockt haben das Zeitliche gesegnet haben.

    „Man will kein Abdriften der Wähler hin zu extrem Parteien.“ Der ist auch echt gut. Sitzen die Extremisten doch weitgehend den Regierungen.

    Einmal gemachte Fehler kann man oft nicht ungeschehen machen. Aber anstatt diese zuzugeben und dann den Schaden zu minieren werden die Fehler versteckt und der Schaden maximiert. Da kommt doch so eine kleine Hgienediktatur gerade recht. 2008 war der finale Beweis, dass der Point of no return überschritten war. Daher geht es jetzt wie auf Schienen bis zum Knall.

    Wie Herr Kummerfeld hier schön beschreibt, wurden nun alle Regeln, die für das Funktionieren einer Wirtschaft und einer Gesellschaft erforderlich sind, geschleift. Schulden werden per se nicht zurückgezahlt. Geld und damit offene Tauschtransaktionen werden ins unendliche vergrößert. Was übrigens nichts anderes bedeutet als den Produzenten von Gütern damit zu sagen, dass sie NIEMALS für ihre Arbeit bezahlt werden.
    Verträge sind nur noch „unverbindliche Absichtserklärungen“.

    Nach einer aktuellen Umfrage unter Unternehmen wären übrigens 44% ohne Staatshilfe inzwischen Pleite. Das dürfte in den anderen wichtigen EU Staaten nicht viel anders aussehen. Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen.

    Spanien bastelt auch schon wieder an einem Lockdown. Den Regierungen muss inzwischen so unglaublich die Düse gehen, das demnächst rauskommt was sie angerichtet haben, das sie Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen.

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      Michael

      12. August 2020 11:41 at 11:41

      @thinkSelf, Ihre Aussage zu den Pleiten ist so nicht richtig. Korrekt ist dagegen, dass 44% der Unternehmen, die eine staatliche Hilfe beantragt haben, der Meinung sind, ohne diese Hilfe wären sie bereits pleite. Das finde ich jetzt nicht so wahnsinnig verwunderlich. Erstaunlich ist, dass 56% auch ohne diese Hilfen bisher überlebt hätten.

      Aus dem Corona-„Soforthilfe“-Paket für KMU in Höhe von 50 Milliarden wurde z. B. nur knapp ein Drittel ausbezahlt. Derzeit wird schon wieder fleißig zurück gefordert und bezahlt, sodass man davon ausgehen kann, dass am Ende lediglich etwa 20 bis 25% überhaupt Hilfen erhalten haben. Und davon wären 44% ohne diese Hilfen pleite, also insgesamt rund 10%.

      Berücksichtigt man die Tatsache, dass gewisse Branchen (Gastronomie, Tourismus, Messe und Event, Automobilzulieferer) für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten Umsatzeinbußen von 80 bis 100% verkraften mussten, zeigt sich, dass zumindest die KMU erstaunlich robust aufgestellt sind. Nur 10%, man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen.

      • Avatar

        Michael

        12. August 2020 12:29 at 12:29

        @thinkSelf, Ergänzung: 99,5% aller Unternehmen in Deutschland sind KMU, der größte Teil sind Kleinstunternehmen (80% aller Unternehmen). Klein- und Kleinstunternehmen (0 bis 49 Mitarbeiter) haben einen Anteil von knapp 98%.

        Alleine ein einziges Großunternehmen erhält staatliche Hilfen in Höhe von 9 Milliarden EUR. Das ist fast so viel, wie alle Klein- und Kleinstunternehmen letztendlich zusammen abgerufen haben werden. In der Summe hat vermutlich eine Handvoll Großkonzerne ein Vielfaches von dem an Staatshilfen abgeräumt, was 98% aller Unternehmen (Anzahl: etwa 3,5 Millionen) zusammen erhalten.

        Und das trotz einer Dekade ständig steigender Rekordgewinne in unvorstellbaren Dimensionen. Wo sind deren Rücklagen?

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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