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Gold/Silber

Prognosen – Rückblick auf die bisherige Entwicklung von Gold, Silber, Dax, Euro

In einer Welt ohne risikolosen Zins bleibt nichts anderes übrig, als die Altersvorsorge selbst durch Kapitalanlagen zu erwirtschaften

Hannes Zipfel

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am

„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“ soll Markt Twain einst gesagt haben. Der Beruf eines Analysten ist es, sich genau dieser Schwierigkeit zustellen. Meine Prognosen der letzten Wochen und Monate werde ich heute erstmals auf den Prüfstand stellen.

Neun Prognosen – bisher vier Treffer

Der Mehrwert von Prognosen leitet sich primär aus der Treffsicherheit ab. Darüber hinaus sollte jede Prognose auch Mehrwertinformationen zu dem jeweiligen Markt bzw. Vermögenswert liefern. Letzteres liegt im Ermessen des Lesers. Ersteres kann man objektiv anhand der Kursentwicklung verifizieren. Natürlich spielt auch der Zeitfaktor eine Rolle. Daher handelt es sich bei einigen mittelfristigen Prognosen lediglich um einen ersten Zwischencheck.

Zu folgenden Themen hatte ich mich in meinen Beiträgen prognostisch geäußert: Gold, Silber, Minenaktien, DAX, Euro, britisches Pfund, türkische Lira, Zinsen und QE.

Drei Fehlprognosen

Um es gleich vorwegzunehmen: Für Gold, Silber und die Minenaktien war ich kurzfristig zu optimistisch. Die Korrektur der vorherigen starken Anstiege aus dem Sommer ist noch nicht abgeschlossen. Die den Prognosen zu den Edelmetallen und Minenaktien zugrunde liegende Annahme, dass die Leitzinsen in den USA weiter sinken werden und ein QE-Programm gestartet wird, waren hingegen korrekt. Daher bleibe ich bei meiner optimistischen Haltung für diese drei Assets.

Der kürzlich erfolgte Ausbruch bei Gold aus der Konsolidierungsformation wurde von den Bären zunächst retourniert. Bei Silber scheint er Stand heute jedoch bereits gelungen zu sein. Der Aufwärtsdruck von der fundamentalen Seite (Zinsen, Geldmenge, Systemstabilität, Zentralbankkäufe, Investoreninteresse, etc.) bleibt den beiden Metallen und damit auch den Minenaktien erhalten.

Gold und Silber

Zwei Unentschlossene

Bezüglich der türkischen Lira ist meine Prognose von vor sieben Tagen einer tendenziellen Aufwertung gegenüber dem US-Dollar noch recht jung. Damals stand der Wechselkurs bei 5,767 Lira zu 1 Dollar – aktuell bei 5,744 Lira für 1 Dollar. Dies entspricht einer minimalen Aufwertung der Lira um 0,4 Prozent. Das würde ich in Anbetracht der Volatilität in diesem Währungspaar noch nicht als Erfolg werten. Das Gleiche gilt für das britische Pfund, das seit meinem Artikel vom 23. Oktober erst um 0,25 Prozent gegenüber dem US-Dollar zulegen konnte. Dennoch sehe ich für diese beiden Währungen weiterhin ein mittelfristig zweistelliges prozentuales Comeback-Potenzial gegenüber dem Greenback.

Vier Treffer

Zutreffender waren meine Aussagen zum DAX vom 14. Oktober und zum Euro vs. US-Dollar vom 15. Oktober. Der deutsche Leitindex konnte seit dem um 3,8 Prozent zulegen, was für die kurze Frist in Ordnung geht. Der Euro konnte in der gleichen Zeit um immerhin 0,65 Prozent zulegen, was für ein Hauptwährungspaar ebenfalls schon eine wahrnehmbare Entwicklung darstellt.

Meine permanent in diversen Artikeln geäußerte Meinung zur Notwendigkeit weiterer Leitzinssenkungen, speziell in den USA, sowie erneuter Gelddruckprogramme durch die großen Notenbanken dieser Welt, hat sich ebenfalls als richtig erwiesen. Womit ich mich gleichwohl mittlerweile in guter und mannigfaltiger Gesellschaft diverser Analysten, Ökonomen und Journalisten befinde. Dennoch ist diese Prognose die Grundlage für meine Erwartung der Preisentwicklung an den verschiedenen Märkten.

Bislang sind alle Kursveränderungen aufgrund des kurzen Zeitraums noch nicht sehr aussagekräftig. Daher ist dies die erste Rückschau, die nächste folgt zum Jahresultimo.

Das Cantillon-Portfolio

Am 7. Oktober hatte ich basierend auf meinen Einschätzungen und Prognosen ein ETF-Portfolio aufgelegt, dass zu den echten Transaktionskosten und Gebühren der Consorsbank bei justETF als Musterdepot geführt wird. Nach Abzug aller Kosten liegt mein Depot nach drei Wochen mit 60,12 Euro oder 0,6 Prozent im Plus. Das ist gemessen an der Performance der Aktienmärkte in diesem Zeitraum eher bescheiden. Annualisiert entspricht dies einer Rendite von ca. 10,4 Prozent vor Steuern. Die Entwicklung über diesen kurzen Zeitraum ist jedoch noch nicht besonders aussagekräftig.

Fazit

Es bleibt dabei: Die Zukunft kennt niemand, jedenfalls niemand, den ich kenne. Dennoch liegt der Gewinn an der Börse stets in der Zukunft, ergo muss man sich, so man an den Finanzmärkten Geld verdienen möchte, mit der Zukunft beschäftigen. Aus der Flut an Informationen zu einem Markt muss man sich dafür die relevantesten Fakten herausselektieren und zu einer Kernthese formulieren. Daraus leitete sich dann die Positionierung an den Märkten ab. Irrtümer sind dabei selbstverständlich, weshalb eine intelligente Portfoliodiversifikation und Risikomanagement unerlässlich sind. Gleichwohl bleibt einem in einer Welt ohne risikolosen Zins nichts anderes übrig, als sich die Mühe zu machen und den für die Altersvorsorge und die Vermögensbildung notwendigen Zins aktiv selbst durch Kapitalanlagen zu erwirtschaften.

 

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    md

    30. Oktober 2019 15:49 at 15:49

    herr Zipfel, vielen dank für ihre emotionslose sicht der dinge. auch finde ich die zwischenbilanzanalyse sehr hilfreich. bei ihnen bekomme ich eine bessere orientierung der dinge. sehr hilfreich.
    danke ihnen.

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Gold/Silber

Silberpreis: Ist das eine „Bärenfalle“ oder eine „Verkaufswelle“?

Jörg Bernhard

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Aus charttechnischer Sicht steigt beim Silberpreis die Spannung. Bergauf ging es in den vergangenen Handelstagen aber auch mit dessen Volatilität, die in der Finanzwelt vor allem als Risiko-Barometer dient.

Silberpreis: Marke von 22 Dollar im Auge behalten

Noch zum Wochenstart herrschte an den Silbermärkten eine besonders starke Verunsicherung. Die Impfstoff-Euphorie hat unter den Investoren zu einem verstärkten Appetit auf Aktien geführt und somit bei den altbewährten „sicheren Häfen“ Gold und Silber – insbesondere im ETF-Sektor – erhebliche Abflüsse generiert. Zugleich trübte sich die charttechnische Lage beim Silberpreis mit dem Verletzen der im Bereich von 23 Dollar angesiedelten Unterstützung markant ein. Diese erwies sich im Juli, September und Oktober als solider Boden. Weil der Kursrutsch darunter lediglich von temporärer Natur war, kann man das Verkaufssignal mittlerweile als „Bärenfalle“ betrachten. Um keinen chartindizierten Verkaufsdruck auszulösen, sollte sich das Edelmetall in den kommenden Wochen möglichst über 22 Dollar halten.

Trotz der jüngsten Kursschwäche kann man den Silberpreis als relativ widerstandsfähig bezeichnen. Nach Rückschlägen tauchen regelmäßig „Schnäppchenjäger“ auf und verhindern Schlimmeres. Wie bei Gold und beim Bitcoin verspüren in diesem Jahr vor allem institutionelle Investoren einen starken Appetit. Dies bringt der weltgrößte Silber-ETF SPDR iShares Silver Trust besonders gut zum Ausdruck. Seit dem Jahresultimo kletterte nämlich die Anzahl institutioneller Anteilseigner in den ersten neun Monaten von 481 auf 630 und legte damit um über 30 Prozent zu. Besonders interessant: Die Zahl der von dieser Investorengruppe gehaltenen Anteilsscheine hat sich im selben Zeitraum von 76,6 Millionen auf über 156 Millionen Anteile glattweg verdoppelt.

Der Blick auf die größten Anteilseigner spricht ebenfalls für sich, schließlich befanden sich unter den Top-Ten (Stand: Ende September) so klangvolle Namen wie zum Beispiel Morgan Stanley, Bank of America, UBS, Wells Fargo und Royal Bank of Canada. Deren Investitionssummen reichten von 118 Millionen bis 244 Millionen Dollar.

Fazit: In der Finanzszene werden institutionelle Investoren häufig als „smart money“ also „schlaues Geld“ bezeichnet. Schlaue Privatanleger sollten deren Geldflüsse genau beobachten. Ihre verstärkten Käufe von Bitcoins, Gold und Silber sowie diverse andere Faktoren sprechen daher für die Anlageklassen Edelmetalle und Kryptowährungen – zumindest als Depotbeimischung.

Mehr zur aktuellen Lage beim Silberpreis sehen Sie in einem Video von David Jones, chief market startegist bei capital.com, hier..

 

Der Silberpreis ist derzeit volatil - Bärenfalle oder doch Verkaufswelle?

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Goldpreis steigt spürbar – warum man weiter vorsichtig sein sollte

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis steigt nun den zweiten Tag in Folge spürbar an. Das ist ein gutes Zeichen für die Bullen. Aber es ist keine autarke Bewegung. Auch andere Preise von Edelmetallen steigen gleichzeitig. Es kann sein, dass (nun endlich?) der immer weiter fallende US-Dollar positiv auf die vorwiegend in US-Dollar gehandelten Edelmetalle durchgeschlagen ist in Form steigender Kurse. Also, kann der Gold-Bulle nun wieder einsteigen und auf absehbarer Zeit auf Kurse über 1.900 Dollar hoffen?

Goldpreis steigt, mehrere positive Signale

In den letzten Wochen war der Goldpreis übel abgestürzt um fast 200 Dollar, aufgrund zahlreicher positiver Corona-Impfstoff-Meldungen. Die bringen Hoffnung für eine besser laufende Konjunktur und somit gut laufende Aktienmärkte, was schlecht für den sicheren Hafen Gold ist. Gestern ging Markus Fugmann der Frage nach, ob der Abverkauf der letzten Wochen bei Gold als Vorbote für einen Crash an den Aktienmärkten anzusehen ist – mehr dazu hier. Aber zurück zur Aktualität. Der Goldpreis steigt seit seinem Tief am Montag bei 1.764 Dollar auf aktuell 1.824 Dollar. Damit hat er die Marke von 1.820 Dollar überschritten, und damit mehrere Verlaufshochs aus letzter Woche, aber auch die wichtige 200 Tage-Linie. Das sind gute Signale für die Gold-Bullen. Im Chart sieht man den Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

Blick auf die Geldflüsse bei Gold-ETF

Gestern sprachen wir bereits über die Wichtigkeit der Geldflüsse in und aus den Gold-ETF (Begriffserklärung hier). Immer mehr Profi- und Privatanleger stecken zunehmend mehr Geld in ETFs, sei es auf Indizes, Gold oder sonstige Anlageklassen. Die ganze letzte Woche liefen die Geldflüsse raus aus den ETFs. Wie die Experten der Commerzbank heute erwähnen, gab es auch gestern einen Abfluss aus Gold-ETF im Umfang von 9 Tonnen. Bevor es zu einer Trendwende im Goldpreis kommen könne, müsse es auch bei dem ETF-Geldfluss einen Trendwende geben. Und ja, so möchten wir anmerken. Neben dem US-Dollar werden auch diese ETF-Zuflüsse und Abflüsse für den Goldpreis immer wichtiger.

Nicht nur dass man als Bulle weiter auf einen Dreh bei den ETF-Geldflüssen warten sollte (dies ist keine Handelsempfehlung). Auch kann man den Anstieg der letzten 48 Stunden im Goldpreis immer noch als technische Reaktion in einem überverkauften Markt ansehen. Gestern erlebte der US-Dollar einen sehr klaren Absturz, der Dollar-Index (Währungskorb) fiel von 91,79 auf 91,11 Punkte heute Nacht. Bis jetzt ist er wieder auf 91,33 Punkte gestiegen. Dies half Gold wie gesagt beim Ansteigen. Ob der jüngste Anstieg im Goldpreis schon die große Kehrtwende darstellt, darauf sollte man noch nicht blind vertrauen!

Unsicherheiten in den USA

Donald Trump blockiert aktuell neue Stimulus-Pakete in den USA, was zu einer politischen Lähmung bis zur Amtsübergabe am 20. Januar führen könnte (mehr dazu hier). Dennoch gab es gestern einen Vorschlag aus beiden Parteien für ein neues Rettungspaket für die US-Konjunktur. Auch von der Fed hörte man Aussagen über die Dringlichkeit eines weiteren Konjunkturpakets. Die designierte US-Finanzministerin und ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen warnte vor einem sich selbst verstärkenden Abschwung in den USA. Zahlreiche politische Unsicherheiten lasten derzeit auf dem US-Dollar. Dies könnte die nächsten Tage positiv für den Goldpreis wirken. Also, die Hoffnung für die Gold-Bullen ist vorhanden, aber man muss jetzt noch schauen, ob sich die seit 48 Stunden laufende kleine Hausse verfestigt.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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Gold/Silber

Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

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Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

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Fallender Goldpreis als Vorbote für einen Crash der Aktienmärkte?

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