Gold/Silber

Prognosen – Rückblick auf die bisherige Entwicklung von Gold, Silber, Dax, Euro

In einer Welt ohne risikolosen Zins bleibt nichts anderes übrig, als die Altersvorsorge selbst durch Kapitalanlagen zu erwirtschaften

„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“ soll Markt Twain einst gesagt haben. Der Beruf eines Analysten ist es, sich genau dieser Schwierigkeit zustellen. Meine Prognosen der letzten Wochen und Monate werde ich heute erstmals auf den Prüfstand stellen.

Neun Prognosen – bisher vier Treffer

Der Mehrwert von Prognosen leitet sich primär aus der Treffsicherheit ab. Darüber hinaus sollte jede Prognose auch Mehrwertinformationen zu dem jeweiligen Markt bzw. Vermögenswert liefern. Letzteres liegt im Ermessen des Lesers. Ersteres kann man objektiv anhand der Kursentwicklung verifizieren. Natürlich spielt auch der Zeitfaktor eine Rolle. Daher handelt es sich bei einigen mittelfristigen Prognosen lediglich um einen ersten Zwischencheck.

Zu folgenden Themen hatte ich mich in meinen Beiträgen prognostisch geäußert: Gold, Silber, Minenaktien, DAX, Euro, britisches Pfund, türkische Lira, Zinsen und QE.

Drei Fehlprognosen

Um es gleich vorwegzunehmen: Für Gold, Silber und die Minenaktien war ich kurzfristig zu optimistisch. Die Korrektur der vorherigen starken Anstiege aus dem Sommer ist noch nicht abgeschlossen. Die den Prognosen zu den Edelmetallen und Minenaktien zugrunde liegende Annahme, dass die Leitzinsen in den USA weiter sinken werden und ein QE-Programm gestartet wird, waren hingegen korrekt. Daher bleibe ich bei meiner optimistischen Haltung für diese drei Assets.

Der kürzlich erfolgte Ausbruch bei Gold aus der Konsolidierungsformation wurde von den Bären zunächst retourniert. Bei Silber scheint er Stand heute jedoch bereits gelungen zu sein. Der Aufwärtsdruck von der fundamentalen Seite (Zinsen, Geldmenge, Systemstabilität, Zentralbankkäufe, Investoreninteresse, etc.) bleibt den beiden Metallen und damit auch den Minenaktien erhalten.

Gold und Silber

Zwei Unentschlossene

Bezüglich der türkischen Lira ist meine Prognose von vor sieben Tagen einer tendenziellen Aufwertung gegenüber dem US-Dollar noch recht jung. Damals stand der Wechselkurs bei 5,767 Lira zu 1 Dollar – aktuell bei 5,744 Lira für 1 Dollar. Dies entspricht einer minimalen Aufwertung der Lira um 0,4 Prozent. Das würde ich in Anbetracht der Volatilität in diesem Währungspaar noch nicht als Erfolg werten. Das Gleiche gilt für das britische Pfund, das seit meinem Artikel vom 23. Oktober erst um 0,25 Prozent gegenüber dem US-Dollar zulegen konnte. Dennoch sehe ich für diese beiden Währungen weiterhin ein mittelfristig zweistelliges prozentuales Comeback-Potenzial gegenüber dem Greenback.

Vier Treffer

Zutreffender waren meine Aussagen zum DAX vom 14. Oktober und zum Euro vs. US-Dollar vom 15. Oktober. Der deutsche Leitindex konnte seit dem um 3,8 Prozent zulegen, was für die kurze Frist in Ordnung geht. Der Euro konnte in der gleichen Zeit um immerhin 0,65 Prozent zulegen, was für ein Hauptwährungspaar ebenfalls schon eine wahrnehmbare Entwicklung darstellt.

Meine permanent in diversen Artikeln geäußerte Meinung zur Notwendigkeit weiterer Leitzinssenkungen, speziell in den USA, sowie erneuter Gelddruckprogramme durch die großen Notenbanken dieser Welt, hat sich ebenfalls als richtig erwiesen. Womit ich mich gleichwohl mittlerweile in guter und mannigfaltiger Gesellschaft diverser Analysten, Ökonomen und Journalisten befinde. Dennoch ist diese Prognose die Grundlage für meine Erwartung der Preisentwicklung an den verschiedenen Märkten.

Bislang sind alle Kursveränderungen aufgrund des kurzen Zeitraums noch nicht sehr aussagekräftig. Daher ist dies die erste Rückschau, die nächste folgt zum Jahresultimo.

Das Cantillon-Portfolio

Am 7. Oktober hatte ich basierend auf meinen Einschätzungen und Prognosen ein ETF-Portfolio aufgelegt, dass zu den echten Transaktionskosten und Gebühren der Consorsbank bei justETF als Musterdepot geführt wird. Nach Abzug aller Kosten liegt mein Depot nach drei Wochen mit 60,12 Euro oder 0,6 Prozent im Plus. Das ist gemessen an der Performance der Aktienmärkte in diesem Zeitraum eher bescheiden. Annualisiert entspricht dies einer Rendite von ca. 10,4 Prozent vor Steuern. Die Entwicklung über diesen kurzen Zeitraum ist jedoch noch nicht besonders aussagekräftig.

Fazit

Es bleibt dabei: Die Zukunft kennt niemand, jedenfalls niemand, den ich kenne. Dennoch liegt der Gewinn an der Börse stets in der Zukunft, ergo muss man sich, so man an den Finanzmärkten Geld verdienen möchte, mit der Zukunft beschäftigen. Aus der Flut an Informationen zu einem Markt muss man sich dafür die relevantesten Fakten herausselektieren und zu einer Kernthese formulieren. Daraus leitete sich dann die Positionierung an den Märkten ab. Irrtümer sind dabei selbstverständlich, weshalb eine intelligente Portfoliodiversifikation und Risikomanagement unerlässlich sind. Gleichwohl bleibt einem in einer Welt ohne risikolosen Zins nichts anderes übrig, als sich die Mühe zu machen und den für die Altersvorsorge und die Vermögensbildung notwendigen Zins aktiv selbst durch Kapitalanlagen zu erwirtschaften.

 



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1 Kommentar

  1. herr Zipfel, vielen dank für ihre emotionslose sicht der dinge. auch finde ich die zwischenbilanzanalyse sehr hilfreich. bei ihnen bekomme ich eine bessere orientierung der dinge. sehr hilfreich.
    danke ihnen.

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